Ab auf den Grill

Wenn man an Essen im Sommer denkt, denkt man meist an glühende Kohlen, loderndes Feuer und darüber oder darin brutzelnde Leckereien. Diese Art Essen zuzubereiten finde ich eine der ursprünglichsten und besten, denn in den Lebensmitteln schmeckt man die Herbe des Rauchs oder der Flamme und der gute Grillgeruch macht Lust auf mehr. Wenn es vom Nachbargarten her nach Gegrilltem riecht, bekommt man nicht selten selbst Lust darauf ein wenig Feuer zu entfachen.

Und natürlich muss es nicht unbedingt immer Fleisch sein. Auch für Fisch und Gemüse gibt es tolle Grillrezepte, und auch für Früchte. Ausprobieren heißt die Devise, und natürlich genießen. Starten wir also in die Grillsaison :)


Gefüllte Riesenchampignons

für 8 Portionen

  • 8 Riesenchampignons
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 große Tomaten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 150 g Feta -Käse
  • frische Kräuter wie Basilikum, Oregano oder auch Oliven

Die Champignons werden geputzt und gewaschen und ihre Stiele werden nacheinander entfernt. In den Hut oder Kopf der Champignons geben wir je ein bisschen Olivenöl und richten sie auf einer Grilltasse an. Die Stiele sowie die Tomaten, Knoblauch und Feta werden gewürfelt und gut miteinander vermischt. Dazu kommen dann noch die frischen Kräuter, sowie Salz und Pfeffer. Diese Mischung wird dann wieder in die Champignonköpfe gefüllt und auf den Grill gegeben, bis der Käse weich wird und die Köpfe gut durch sind.

Gegrilltes Gemüse schmeckt nicht nur gut, sondern ist auch eine gesunde Abwechslung zu den meist sehr fleischlastingen Grillgerichten. Auch hier gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, die man nach Lust und Laune kombinieren kann. Jeder kennt wahrscheinlich gegrillte Paprika, Auberginen (Melanzani) oder Zucchini. Aber auch Frühlingszwiebeln, Karottenscheiben und Kohlrabistücke kann man hervorragend grillen. Einen besonderen Kniff gibt es bei Maiskolben. Hat der Maiskolben keine Blätter mehr, sollte man ihn zum Grillen in Folie einwickeln, damit er saftig bleibt – hat er Blätter soll man diese nicht abrupfen, sondern den Maiskolben erst eine Stunde in kaltem Wasser einlegen und dann in die Blätter eingewickelt auf den Grill legen. Bis ein Maiskolben gut durch ist, vergeht schon einmal eine halbe Stunde. Um euch die Wartezeit zu verkürzen hier noch ein anderes leckeres, gemüsiges Rezept für den Grill.

Grill-Quesadilla

2 Portionen

  • 250 g Käse, davon die Hälfte Gouda
  • 8 Weizentortillas
  • 2 Paprika
  • 2 Chilischoten
  • 1 Zwiebel

Die Zwiebel wird zuerst geschnitten und gut in der Pfanne angeröstet. Danach oder währenddessen kann man die Paprika in Stücke schneiden und ebenso die Chilischoten fein hacken. Jetzt legt man 4 der Tortillas bereit und belegt sie mit Käse, Chili, Paprika und den Zwiebeln. Danach werden sie mit den restlichen Tortillas bedeckt und gut angedrückt oder gefaltet. Und schon sind sie fertig für den Grill. Wer mag kann natürlich auch noch andere Füllungen versuchen, am wichtigsten ist jedoch der Käse, da er alles zusammenhält sobald er schmilzt. Barbecue und Mexikanische Saucen oder Salsa schmecken dazu natürlich besonders gut.


Fisch

Ob man Fisch als Fleisch betrachten soll oder nicht – darüber lässt es sich streiten. Ob man Fisch zum Grillmenü aufnehmen sollte, ist hingegen ganz leicht zu beantworten – auf jeden Fall!

Fast alle Sorten Fisch kann man Grillen, ob als Filet oder im Stück. Von der Zubereitung her machen kleine Fische natürlich weniger Arbeit, man muss sie nur schuppen, ausnehmen und kann sie dann im Stück auf den Rost legen. Große Fische sollte man dagegen eher in Filets oder Steaks verarbeiten. Je mehr Fett ein Fisch besitzt, desto leichter lässt er sich grillen – aber aufgepasst, Fischfleisch ist anders – lässt man es zu lange auf dem Grill, trocknet es leicht aus und zerfällt.

Die richtige Würze darf natürlich auch nicht fehlen. Damit Grillfische gut gewürzt sind, kann man sie gemeinsam mit Kräutern, Knoblauchbutter, Zitronen und Co. in eine Lage Alufolie wickeln und sie derart auf den Grill legen. So werden sie sanft zubereitet und nehmen die Würze ideal auf. Ob der Fisch gar ist, erkennt man daran, dass sich die Haut gut vom Fleisch abziehen lässt und dazu braucht es meist gar nicht länger als 10 Minuten pro Seite, je nach Hitze des Grills. Natürlich kann man Fisch aber auch „ganz normal“ marinieren. Hier ein Rezept:

Weißweinmarinade für 4 Portionen Fisch

  • 150 ml trockener Weißwein
  • 4 El Olivenöl
  • 2 EL Senf
  • 2 El Honig
  • Etwas Rosmarin, Thymian, 2-4 Lorbeerblätter und natürlich Pfeffer und Salz

Den Honig mit Senf, Öl und Weißwein vermischen und den Fisch darin einlegen, dass er gut bedeckt ist. Dann die Kräuter darauf verteilen und salzen wie pfeffern. Das Ganze lässt man dann eine Stunde marinieren, bevor es auf den Grill geht.


Schweinefleisch

Schweinefleisch ist ein Klassiker auf dem Grill – und das aus gutem Grund. Da es fast überall Fetteinlagerungen hat, trocknet es beim Grillen nicht aus und so kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Grillen kann man vom Schwein: Filets, Schnitzel, Koteletts und auch Kasseler.

Im Grunde braucht man das Schweinefleisch nicht zu marinieren, da es auch “pur” sehr gut schmeckt. Eine tolle Marinade kann man jedoch aus Öl, Zwiebeln, Thymian, Zitronensaft und Lorbeer herstellen.  Wer es gern scharf mag, kann sich aus je einer Zwiebel und Knoblauchzehe je 6 EL Weißwein und Sonnenblumenöl, einem TL Tomatenmark und 2 scharfen Chilischoten verschmischt mit etwas Pfeffer und Koriander sowie Paprikapulver eine tolle Würzmischung machen. 4 bis 6 Stunden im Kühlschrank eingelegt und schon ist das Schweinefleisch fertig für den Grill.

Schweinefleischröllchen mit Datteln
für 4 Portionengrillen2

  • 4 Scheiben Schweinefleisch vom Rücken
  • 4 Scheiben Parmaschinken
  • 2 Datteln

Das Fleischstücke flach klopfen und quer in der Mitte einschneiden, so dass man es auseinanderfalten kann. Die Scheiben des Parmaschinkens werden in der Mitte halbiert und auf die Schnitzel gelegt. Datteln entkernen, vierteln und die Fleischstücke gleichmäßig damit belegen. Das Fleisch wird jetzt um die Füllung aufgerollt und mit Metallstäbchen festgesteckt. Jetzt kann es auch schon auf den Grill. Nach gut 5-10 Minuten sollte das Fleisch essfertig und gut durch sein.


Lammfleisch

Im Gegensatz zu Schweinefleisch ist Lamm schon etwas schwieriger zu grillen. Wichtig ist, dass man Lammfleisch vorreifen lassen sollte, etwa eine Woche. Vorwiegend werden vom Lamm der Rücken und Schlögel grillfertig gemacht – als Koteletts oder Steaks. Für einen besonderen Genuss durch die Richtige Zubereitung und das passende Stück Fleisch – sollte man den Metzger um Rat fragen. Bei Lamm kann man ruhig auch auf Fleisch von Jungtieren zurückgreifen, da es gut durchwachsen ist und somit auch auf dem Grill saftig bleibt. Fleisch, das man auf dem Herd und in der Bratpfanne eher zum Schmoren verwenden würde, gehört eher nicht auf den Grill.

Eine klassische Knoblauchmarinade für Lammfleisch bereitet man zu, indem man 100 ml Olivenöl und den ausgepressten Saft einer Zitrone vermischt. Dazu kommen 2-3 gehackte Knoblauchzehen, frischer Thymian und Rosmarin, sowie etwas gemahlener Pfeffer. Die Lammkoteletts werden bis zu 6 Stunden darin eingelegt und sind dann fertig für den Grill.

grillen

Lamm exotisch
für 4 Portionen

  • 150 ml Dickmilch
  • 4 Lammsteaks vom Rücken
  • 2 TL rote Currypaste
  • 1 Zitrone
  • 1 EL Olivenöl
  • frisches Basilikum

Die Dickmilch wird mit Currypaste und Öl glatt gerührt. Zitrone und Basilikum zerkleinern/kleinschneiden und unter die Dickmilchmischung rühren. Die Lammsteaks in die Sauce einlegen und im Kühlschrank für 2 Stunden marinieren lassen. Danach das Fleisch aus der Marinade nehmen und am Grill von jeder Seite 5 Minuten braten. Als Beilage schmeckt Reis, sowie Grillgemüse, vor allem Paprika.


Rindfleisch

In der Zubereitung von Rindfleisch am Grill zeigt sich die wahre Meisterklasse der Freiluftküche. Ein gutes Steak oder Filet vom Rind darf nicht zu gut gewürzt werden und braucht Fingerspitzengefühl, um nicht schlussendlich nach Schuhsohle zu schmecken. Am besten eignet sich Fleisch von Jungtieren mit feiner Marmorierung, das nicht zu mager ist. Genau wie beim Lamm sollte man das Rindfleisch nicht sofort nach der Schlachtung auf dem Grill zubereiten, es sollte reifen können, weshalb wieder der Metzger die richtige Adresse für gutes Fleisch und Rat ist.

Rindfleisch mariniert oder eher würzt man mit ein wenig Öl, Salz und Pfeffer. Das reicht aus für eine gute Würze, nimmt dem Fleisch aber nicht seinen Eigengeschmack. Auch beim Öl gilt – weniger ist mehr. Vor dem Würzen muss das Fleisch außerdem pariert werden – das bedeutet dass man überschüssige Sehnchen abschneidet, aber nicht die Fettschicht um das Fleisch, da es sonst zu trocken wird.

grillen3Rind asiatisch
für 4 bis 6 Steaks

  • 100 ml Sojasauce
  • 100 ml Sesamöl
  • 50 ml Sherry
  • 5 TL Honig
  • 1 Stück Ingwer – walnussgroß
  • 1 Knoblauchzehe

Ingwer und Knoblauch schälen und hacken. In einem Topf Sojasauce, Sherry, Honig und Sesamöl vermischen und kurz aufkochen. Mit Knoblauch und Ingwer, sowie einer Prise Pfeffer abschmecken. Die Steaks werden in die noch warme Marinade eingelegt und sollten am Besten über Nacht darin ziehen gelassen werden, bevor sie auf den Grill kommen.


Nachspeisen

ErdbeerenAuch nach einem gelungenen Festmahl am Grill nascht man gerne. Süßes lässt sich auch auf dem Grill sehr gut zubereiten – mit Früchten zum Beispiel. Orangen, Bananen, Äpfel, Erdbeeren, frische Ananas, Birnen usw. bieten sich hervorragend für Früchtespieße an – zubereitet auf der Aluminiumtasse oder einem Stück Alufolie auf dem Rost. Alternativ kann man Früchtespieße auch mit ein wenig brauen Zucker bestreuen und in Alufolie wickeln, um sie dann für etwa 10 Minuten auf den Grill zu legen. Der Zucker karamellisiert und voila, eine wunderbare Nascherei ist fertig. Statt braunem Zucker bietet sich auch Honig an und natürlich kann man außerdem noch mit etwas Ingwerpulver oder sogar Zimt würzen.

Wer es gern schokoladig mag, kann auch hier Experimente wagen. Schokostücke zerfließen auf der heißen Alutasse und eignen sich hervorragend für ein Schokofondue, in welches man Früchte eintunken kann.

Gegrillte Bananen

Man nehme eine Banane pro Person und wäscht sie noch mit Schale. So kommen sie dann auch auf den Grill – sobald die Schale dunkelbraun ist, ist die Banane essfertig und kann geöffnet werden. Die Banane wird aus der Schale gelöffelt und kann noch zusätzlich mit Likör und Nüssen bestreut werden. Eine andere Möglichkeit an heißen Tagen ist die Banane mit etwas grünem Pfeffer zu bestreuen und dazu Vanilleeis zu genießen.


Shina Edea


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