Betreut von Leilani
Der Sommer naht – es ist Zeit für Mediterranes!

Hat jemand von euch schon einmal den Film „My Big Fat Greek Wedding“ gesehen? Vielleicht ist euch aufgefallen, dass es in diesem Film wirklich sehr oft ums Essen geht. Wenn man ehrlich ist, sieht es in diesem Film ganz so aus, als würden Griechen den ganzen Tag nichts anderes tun als zu essen oder darüber nachzudenken, was sie im Anschluß noch essen könnten. Diese Darstellung mag uns hier in unseren Breitengraden vermutlich als reichlich übertrieben erscheinen.

Da gibt es zum Beispiel die Szene, als der satte Bräutigam von seiner zukünftigen Schwiegermutter gefragt wird, ob er Hunger habe und diese Frage verneint. Die Mutter der Braut lächelt ihn an und sagt „Ich mach dir etwas“. Ja, vielleicht sollte man meinen, dass diese Szenen keinesfalls der Realität entsprechen. Wenn ich es mir aber recht überlege, sieht es in meiner Familie genauso aus. Als „halbe“ Griechin väterlicherseits nimmt das gemeinsame Essen der Familie mit Sicherheit einen zentralen Punkt in der Tagesplanung ein. Nein, ich spreche nicht von EINEM gemeinsamen Essen, schließlich gibt es ein Frühstück, Mittagessen und als wichtigste Mahlzeit des Tages natürlich das gemeinsame Abendessen. Snacks zwischendurch kann man zur Not auch alleine einnehmen. Wenn wir gerade nicht essen, dann ist folgende Frage unbedingt zu beantworten: was könnten wir nur in der nächsten Essens-Runde auf den Tisch stellen? Kurz gesagt: wir lieben es zu essen und wir lieben alles was mit den Thema Essen zusammenhängt. Daher bin ich gerade zu dieser Jahreszeit besonders glücklich, denn endlich ist es wieder soweit. Sämtliche Zutaten die man für eine geschmackvolle und authentisch mediterrane Küche benötigt, sind nun auch bei uns auf den Märkten erhältlich. Das Leben hat wieder einen Sinn, auf geht’s in die Küche – Essen muss auf den Tisch bis sich die Balken biegen.


Das Mädchen und das Meer

Für mich ist ein Besuch in Griechenland, ohne dabei mindestens jeden zweiten Tag Fisch oder Meeresfrüchte zu essen, undenkbar. Besonders spannend wird es dann, wenn man gleich selbst mit den Fischern mit aufs Wasser fährt und sich Tiere aus dem Meer fangen lässt, von denen man nicht einmal wusste, dass diese überhaupt zum Verzehr geeignet sind. So ging es mir zum Beispiel als ich zum ersten Mal Seeigel aß. Ich hätte das Tier im Leben nie angegriffen, weil ich viel zu viel Angst davor hatte, mich daran zu stechen. Diese Stacheln kann man oft Monate lang nicht mehr entfernen und es schmerzt schrecklich mit Seeigelstacheln in der Haut herumzulaufen. Daher rate ich dringend davon ab, sich mal nebenbei einen Seeigel aus dem Wasser zu fischen und zu versuchen, diesen zu verspeisen. Der geübte Fischer aber verletzt sich daran natürlich nicht und man hat so die Möglichkeit eine Delikatesse zu kosten. Seeigelfleisch ist zartorange, man schmeckt das Meer natürlich raus. Falls sich jemand nun frägt, wie der Seeigel am besten zubereitet wird: er wird roh und mit etwas Zitronensaft beträufelt gegessen, direkt auf dem Schiff und ohne viele Umschweife.

Ebenso sieht es mit Fouskes aus. Fouskes haben ein Muschelähnliches Fleisch und werden auch „falsche Austern“ genannt. Sie sind beim Tauchen im Meer für das ungeschulte Auge kaum zu erkennen, da sie fast wie Steine aussehen und oft stark bewachsen sind. Das Fleisch der Fouskes ist leuchtend gelb oder orange, der Geschmack ist sehr intensiv, daher ist das sicher nicht jedermanns Sache. Ich kann mich erinnern Fouskes schon im zarten Alter von fünf Jahren mit Genuss verspeist zu haben. Auch hier gilt die Regel: einfach mit Zitronensaft beträufeln und gleich nach dem Fangen essen. Fouskes eignen sich aber auch zum Einlegen. Eingelegt in Salz- bzw. Meerwasser nennt man das Gericht „Spinialo“.

Muschelsaganaki

500 Gramm Miesmuscheln
200 Gramm Schafkäse
2 Tomaten
1 mittelgroße Zwiebel
1 grünen Paprika
1/8 Weißwein
1 Suppenwürfel
Salz, Pfeffer, Olivenöl

Tomaten, Zwiebel und Paprika klein schneiden. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das kleingeschnittene Gemüse leicht anrösten, die Muscheln und den Suppenwürfel dazugeben, mit dem Wein ablöschen und mit etwas Wasser aufgießen.

Alles ca. 15 Minuten kochen lassen, danach den in kleine Würfel geschnittenen Schafkäse dazugeben und noch ca. 5 Minuten köcheln lassen bis eine dickflüssige Sauce entsteht.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vorsicht mit dem Salz, der Käse ist sehr würzig.


Wenn wir schon dabei sind – darfs
noch etwas Fisch sein?

Besonders gerne esse ich Dorade (Goldbrasse). Die für mich persönlich einfachste und auch wohlschmeckenste Art diesen Fisch zuzubereiten ist, ihn einfach mit etwas Salz bestreut zu braten bzw. grillen. Ich vermeide es meist, den Fisch mit allzu vielen Gewürzen seines natürlichen Geschmacks zu berauben, daher brauche ich für die Zubereitung von Fisch lediglich etwas Salz, Zitronensaft und Olivenöl. Vor allem Olivenöl darf in der mediterranen Küche auf keinen Fall fehlen. Sollte einem das aber zu wenig Geschmack zu sein, kann man den Fisch nach dem Ausnehmen mit einer Knoblauch-Olivenöl-Mischung bzw. einer Knoblauch-Olivenöl-Petersil-Mischung befüllen. Diese Fülle zieht dann beim Braten gut durch und harmoniert perfekt mit dem Fisch. Vor dem Braten sollte man den Fisch ebenso auch außen mit ein wenig Olivenöl beträufeln und in dann entweder in einer Pfanne oder idealerweise auf einem Holzkohlegrill braten. Eine weitere Möglichkeit (dies ist die einfachere Variante, da der Fisch so nicht beim Wenden in der Pfanne zerfallen kann) ist, ihn bei ca. 160 Grad im Backrohr zu braten. Wie lange dies dauert kommt nun auf die Größe des Fisches an. Eine normal große Dorade ist in ca. 45 Minuten fertig. Natürlich kann man auf diese Weise jeden beliebigen Meeresfisch zubereiten.

An heißen Sommertagen passt dazu ein einfacher griechischer Bauernsalat. Dazu braucht man:

3-4 mittelgroße reife Tomaten
1 Gurke
1 mittelgroße Zwiebel
Oliven
ca. 200 Gramm Schafkäse
Salz, Zitronensaft aus 1-2 Zitronen oder Essig (je nach Geschmack), Olivenöl, etwas Wasser, etwas Oregano (getrocknet)

Die Tomaten, die Gurke sowie den Zwiebel klein schneiden und in eine Schüssel geben. Mit einer Marinade aus Salz, Zitronensaft (bzw. Essig), Olivenöl und etwas Wasser übergießen und alles gut durchmischen. Dann erst den ebenfalls klein geschnittenen Schafkäse und die Oliven drüberstreuen und noch mit etwas Oregano verfeinern.

Mahlzeit und den Ouzo nicht vergessen!

Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/59991882@N00/254024928/


Leilani


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