Betreut von Leilani
Vieeel zu heiß – es ist vieeel zu heiß…

Hundstage nennen wir sie auch, die Tage an denen wir nichts lieber möchten als einfach im Schatten an einem plätschernden Gewässer zu liegen und hie und da mal in kühlende Fluten zu springen. Bloß nicht zu viel bewegen und bitte keine anstrengenden Denksportaufgaben …

… aber es gibt viele Möglichkeiten mehr sich in der Sommerhitze einigermaßen wohl zu fühlen und vor allem, Körper, Geist und Seele möglichst gesund zu erhalten. Ich persönlich bevorzuge dafür eine Mischung aus alten Hausmittelchen „von meiner Oma“ und Elementen der traditionellen chinesischen Medizin.


Extremes ruft extreme Auswirkungen hervor

Das ist eine der Regeln auf die ich besonders achte. Nach einer kalten Dusche ist der Schweißausbruch samt Hitzeflash schon vorprogrammiert. Sinnvoller ist es, sich lauwarm zu duschen und immer mal zwischendurch (unter Tags auch durchaus im Beruf machbar!!) lauwarmes Wasser über die Unterarme laufen zu lassen.  Wer schon einmal eine Brandverletzung mit Eiswasser gekühlt hat, der kennt den Schmerz, der nach Abstellen des Wassers entsteht. Wenn hingegen (dann natürlich länger!!) mit lauem Wasser gekühlt wird, schmerzt es wesentlich weniger und vor allem hält die Schmerzfreiheit viel länger an.

Je knapper die Kleidung, desto kühler ist es – ist auch nur bedingt nachlebbar, sonst würden Wüstenvölker generell nackt rumlaufen. Bei der heute üblichen „Sonnenbelastung“ ist es, nicht nur für die besonders hellhäutigen unter uns, sowieso eher empfehlenswert lockere Kleidung zu tragen, die möglichst wenig Haut exponiert. Lockere, weitschwingende Oberteile und Röcke bzw Hosen aus Leinenmischgewebe oder Seide sind dafür besonders geeignet. Hie und da können moderne Funktionsfasern ebenfalls gute Dienste leisten, persönlich bevorzuge ich aber Naturmaterialien. Eine kleine Sprühflasche mit z. B. Rosenwasser hie und da über Kopf und Körper (über die Kleidung)  genebelt, hilft ebenfalls durch die Verdunstungskühle die Temperatur zu senken.
Was wir auch nicht vergessen sollten – Schwitzen kühlt (und stinken tut Schweiß nur, wenn damit Reststoffe aus dem Körper transportiert werden oder die Körperhygiene zu wünschen übrig lässt…). Allein am Schweißgeruch ist es möglich die unterschiedlichsten Inbalancen des Organismus zu erkennen. Ein Alkoholiker riecht anders als ein Vegetarier, wobei meiner Erfahrung nach, auch Vegetarismus nicht für jeden zum Ausbalancieren seines Systems taugt!!


Nicht alles funktioniert für jeden und gleich schon gar nicht

Kopfweh? Nimm doch einfach diese Tablette! Vielleicht sollten wir uns einmal mit dem Thema „Unterschiede von Mensch zu Mensch“ widmen. Da ist einer der Gründe, warum ich besonders von der traditionellen chinesischen Medizin angetan bin. Dort gibt es nämlich Hauptprinzipien, die in den unterschiedlichsten Konstellationen die Konstitution und Kondition eines Menschen ausmachen. Damit erklärt sich dann auch, dass je nach Zustand eines Individuums, auch jeder Faktor, der von außen wirkt, eine mehr oder minder geringfügig andere Wirkung hervorruft.
Im Sommer werden (nach dieser Theorie) besonders die energetischen Systeme des Wasserelements beansprucht (weil sie sich auf einem Minimumstand befinden). Damit kommt es bei tatsächlichen Schwächen in diesem System dann zu körperlichen Problemen mit Niere oder/und Blase. Das Element „Holz“ ist extrem gefordert, weil es die vom Körper jetzt im Überschuss erzeugte Energie abgeben muss. Endeffekt ist, dass Leber- und Gallenprobleme deutlicher werden.
Trotzdem aber gibt es einige Basisinformationen, die für fast alle Menschen (die nach schulmedizinischem Standard als „gesund“ gelten) sinnvoll anwendbar sind.


Was trink´ und ess´ ich denn, bei dem Wetter??

Generell gilt genau dasselbe wie für die Anwendungen von außen – Extreme möglichst vermeiden! Wenn es draußen 35 Grad hat, dann ist es für den Körper wenig hilfreich sich eine fast gefrorene Flasche Bier „reinzustellen“. Der Effekt wäre ein Schock für das Erd-System und bei Menschen mit einem Manko in diesem Bereich reicht oft das schon um eine Darmgrippe, eine Gastritis oder eine Seitenstrangangina in Gang zu bringen.
Wieder ist der gemäßigte Weg wesentlich zielführender. Besonders hilfreich ist – reines Quellwasser möglichst ohne Kohlensäure. Minimal leitungskaltes Wasser, 3:1 gemischt mit naturtrübem Apfelsaft bringt Kühlung. Bier ist ebenfalls machbar, allerdings „kellerkalt“. Wer es einmal in der Türkei oder in Ägypten probiert hat, der weiß, dass heißer Tee den Körper ebenfalls kühlt. Wichtig ist, dass ausreichend getrunken wird! In unseren Breiten sollten es für einen Erwachsenen schon zwischen zwei und drei Litern an Flüssigkeit sein. Kaffee, Limonaden, Wein, Spirituosen und Getränke mit Kohlensäure sind eher zu vermeiden, wenn mensch dem Körper etwas Gutes tun will.

In Bezug auf Ernährung halte ich mich auch immer an das Prinzip der Ausgeglichenheit. Natürlich esse ich im Sommer auch Eis, aber ich achte darauf, diesen Genuss auf meinen körperlichen Zustand abzustimmen und vor allem ihm nicht täglich zu frönen.
Viel besser kühlt alles an Obst und Gemüse, das gerade jetzt im Hochsommer bei uns hier Saison hat. Saftiges Obst, knackige Gurken und grüne Salate, Tomaten, Paprika, das alles kühlt den hitzegeplagten Körper. Zitrusfrüchte, Melonen, Oliven, Algen – sind ebenfalls sehr hilfreich. Viel wichtiger ist es aber, Dinge, die den Organismus noch zusätzlich aufheizen, zu vermeiden!! Grillfleisch, Wild, Salami und andere Dauerwurstsorten, harter Alkohol sind in der Sommerhitze für mich so gut wie tabu.


Kochen oder nicht kochen ist die Frage

Von der Zubereitungsart her ist natürlich (bei den meisten von uns ganz automatisch) der Salat die typische Sommermahlzeit, die uns zuerst einfällt. Allerdings erachte ich es für wichtig, dabei auf die Substanz nicht zu vergessen. Alle kühlenden Nahrungsmittel sollten immer mittels der anderen Elemente ausgeglichen werden, wieder um extreme Auswirkungen abzuschwächen.
Gekochtes Getreide (Bulgur, CousCous, Quinoa, Reis, Hirse, Dinkel) oder im Dünsteinsatz gegartes oder gekochtes Gemüse wie Mais, Bohnen, Linsen, Karfiol, Kartoffel (dann natürlich kalt) können ebenfalls Verwendung finden und mit Schaf- bzw Ziegenkäse in den Salat gemischt werden. Weichkäse ist dem Hartkäse (der wesentlich „hitziger“ ist) vorzuziehen und ich vermeide Kuhmilch, weil sie Verschleimungen fördert. Dressings können auch mit Ziegenjoghurt oder gemixtem Seidentofu gezaubert werden.
Bei den Gewürzen achte ich ebenfalls darauf, nur geringe Mengen von der hitzenden Seite zu verwenden (wie Chilli, Ingwer, Zimt, Nelken etc) aber auch darauf, sie trotzdem in geringem Ausmaß einzusetzen!!

Kreativität und Spaß an der Freud´ beim Kochen, hilft ungemein, selber Rezepte zu entwickeln. Spezielle Rezepte zu erarbeiten erfordert nur ein wenig Zeit, ein paar Grundbegriffe (je nach gewähltem System, denn es gibt ja auch noch andere Sichtweisen wie Ayurveda, tibetische Medizin etc) und ein (Empfehlung von mir) Ernährungstagebuch in dem eingetragen werden kann, was wie gegessen wurde, Wetter, sonstige Einflüsse von außen und nachfolgende Be- und Empfindlichkeiten.


Anufa


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