Betreut von Leilani
Nori, Nori, Nori

Noch nie gehört? Das ist gut möglich, denn Nori ist zwar in Asien ein wichtiger Bestandteil der guten Küche - in Europa aber noch größtenteils unbekannt. Das ist sehr schade, wenn man bedenkt, dass Noriblätter einen sinnvollen Beitrag zur Ernährung leisten können.

Bei Nori handelt es sich um geröstete, getrocknete Algenblätter. Ihr kennt sie vielleicht vom Running Sushi, denn Nori ist das schwarze Blatt, das um die Makis (Makizushi) gewickelt ist. Nori ist nicht die einzige essbare Algenart - aber die gebräuchlichste. Das liegt vor allem auch daran, das Algen ein sehr guter Lieferant für Jod sind. Nori hat einen gemäßigten

Jodgehalt, für uns Europäer sind diese Algen also leichter bekömmlich, da wir meist nur sehr wenig Jod zu uns nehmen. Es kann also nicht schaden ab und an mal etwas mit Nori zu kochen - 1 bis 5 g täglich sind okay - wer allerdings Probleme mit der Schilddrüse hat, sollte ein bisschen vorsichtiger sein und sich anhand der Verpackung versichern, wie es mit dem Jodgehalt genau aussieht. Noriblätter kann man in den meisten unserer Lebensmittelgeschäfte bereits kaufen. (Auf dem Foto eine der bei uns handelsüblichen Verpackungen)

Onigiri - Reisbällchen

  • 500 g Reis (Rundkornreis, Klebereis oder Medium Grain eignen sich)
  • 1-2 Noriblätter

Der Reis wird ganz normal zum Kochen aufgesetzt und gesalzen. Währenddessen schneidet man mit der Schere 2-3 cm dicke und etwa 10 cm lange Streifen von den Noriblättern ab. Wenn der Reis fertig ist, sollte man ihn auskühlen lassen, im nächsten Schritt geht´s nämlich zur Handarbeit.  Man nimmt einen Löffel Reis und formt ihn mit den Händen zu einem Dreieck.

Auf der "Bauchseite" - also gegenüber einer der Spitzen wird nun ein Noristreifen angelegt. Damit dieser klebt muss er befeuchtet werden, entweder mit etwas Wasser, Reisessig oder einem Spritzer Sojasauce.

Grundsätzlich brauch man für ein Onigiri nicht mehr, damit es aber nicht zu fade wird gehört eine Füllung dazu. Ich persönlich nehme gerne Bohnensprossen - die ich einfach unter den Reis mische - oder Frühlingszwiebeln, Lachs, Kräuter und ähnliches. Das ist jetzt nicht die traditionelle Variante (ich mache die Form auch mehr rund als eckig), schmeckt mir persönlich aber sehr gut - der Rahmen zum Experimentieren ist weit offen. Und natürlich seid ihr wie immer dazu eingeladen eure Kocherfahrungen und Experimente mit uns zu teilen.

Algen liefern nicht nur Jod.  Sie liefern außerdem Kalzium, Magnesium, Eisen, Kalium, Zink und Selen und auch die Vitamine A, C und E. Mit dieser starken Kombination sind Algen besonders gut für die Abwehrkräfte, das Bindegewebe, sowie für Haut, Haare und Nägel. Ein besonderes Extra liefern sie für Vegetarier und Veganer - denn sie beinhalten das Vitamin B12, das ansonsten nur in tierischen Produkten vorkommt und sind somit eine wunderbare Nahrungsergänzung.

Einen Nachteil gibt es aber dennoch - Algen wachsen nicht nur in sauberem Wasser. Auch in verschmutzem Wasser gedeihen sie prächtig, nehmen darin aber allerlei Schadstoffe auf, die wir nicht im Essen haben wollen. Wer hierbei auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich meist über die Verpackung oder die Webseite vom Hersteller nähere Informationen zum Anbau einholen.

Eintropfsuppe mit Noriblättern für Vier


  • 1 1/2 L Suppenbrühe
  • 3 Eier
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 Noriblätter
  • eine Prise Ingwer
  • 1 TL Sesamöl

Die Brühe aufkochen lassen und währenddessen die Noriblätter einbröseln. Frühlingszwiebeln schneiden und mit Ingwer und Sesamöl zur Suppe geben. Die Eier werden seperat aufgeschlagen, verquirlt und zum Schluss in die Suppe gegeben. Sobald die Eier stocken ist die Suppe fertig und kann serviert werden.

Reissuppe mit Nori
Man nehme pro Person

  • 200 ml Suppenbrühe
  • 1/4 Blatt Nori
  • 1-2 EL Reis
  • etwas Sojasauce

Die Suppenbrühe aufkochen und darin den Reis kochen, bis er weich ist. Das Noriblatt zurechtschneiden und in kleine Fäden teilen, die dann in die Suppe kommen. Das Ganze kurz ziehen lassen und mit Sojasauce abschmecken. Wer möchte, kann natürlich auch Gemüse nach Belieben hinzufügen.

Jetzt geht es ans Eingemachte: Wenn man an Nori denkt, denkt man als erstes an

Maki

Bevor es los geht, braucht ihr dazu eine ganz wichtige Zutat - nämlich Reisessig. Diesen bekommt man im gut sortierten Lebensmittelladen, oder auch beim Asiashop. Hier ein Beispiel für eine bei uns erhältliche Marke:


Insgesamt braucht man folgende Zutaten:

  • Reis (Rundkornreis, Sushireis oder auch Risottoreis)
  • Reisessig
  • Noriblätter
  • eine Prise Salz
  • eine Prise Zucker
  • und etwas für die Füllung: zum Beispiel Gemüse wie Karotten, Gurken, Radieschen, Avocado oder auch Lachs (auch mit Räucherlachs geht das hervorragend - der Fisch muss nicht unbedingt roh sein), Surimi oder ähnliches


Mehr braucht man gar nicht. Zuerst setzt man den Reis auf und lässt ihn gar kochen. Währenddessen mischt man Reisessig mit Zucker und Salz und schneidet das Gemüse in lange, dünne Streifen. Auf 250 g Reis kommen drei Esslöffel Reisessig. Wenn der Reis fertig ist, mischt man den Essig darunter und lässt ihn nochmal kurz auf der heißen Platte stehen. Danach gut auskühlen lassen. Indessen kann man schon einmal das Nori zurechtschneiden - ein Blatt in der Hälfte geteilt reicht normalerweise aus. Dieses legt man sich auf einer Arbeitsplatte zurecht, oder noch besser auf einer Bambusmatte. Ich verwende dazu ein ganz normales Platzset, das sich gut zusammenrollen lässt.


Auf dem Noriblatt wird nun eine (nicht zu dicke) Schicht Reis aufgetragen - in die Mitte kommt das geschnittene Gemüse oder der Fisch für die Füllung. Jetzt wird eingerollt - mit Hilfe der Matte, damit die Rolle gleichmäßig dick wird:

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Damit der untere Rand des Noriblattes nicht absteht, klebt man ihn mit etwas Sojasauce oder Reisessig fest. Nori klebt sehr gut, wenn es feucht gemacht wird. Voila, die Rolle ist fertig und muss nur noch mit einem scharfen Messer in mundgerechte Stücke zerteilt werden.

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Zu Anfang ist das Ganze sicherlich eine große Kleckserei - aber wer den Dreh (zu japanisch eindrehen = maki) mal raus hat, kann sich so ein gesundes Mittagessen vorbereiten oder einen gelungenen Snack für zwischendurch.

Bruschetta mit Nori

Für 4 Portionen nehme man:

  • 4 frische Tomaten
  • 4 schwarze Oliven
  • 100 g getrocknete Tomaten in Öl
  • je 1 EL frische Petersilie und Basilikum
  • 1 EL Parmesan
  • 1 Blatt Nori
  • 1 großes Baguette

Die getrockneten Tomaten mit Oliven, Petersilie, einem Teil Basilikum und einem Schuss Olivenöl mischen und zerkleinern. Diese Paste wird nun auf den geschnittenen Baguettescheiben verteilt und im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad 5 Minuten gebacken. Währenddessen schneiden wir die Tomaten in Stücke und zerkleinern das Noriblatt zu Flocken - dazu eignet sich ein Mörser meist sehr gut. Das Baguette nach 5 Minuten aus dem Ofen nehmen und mit den frischen Tomatenstücken belegen - Parmesan und frisches Basilikum darüber geben und nochmals kurz in den noch heißen Ofen geben. Zum Schluss kommen die Noriflocken über die Bruschetta. Diese Speise solltet ihr am Besten heiß servieren.

Guten Appetit.


Shina Edea


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