Zwetschken, Zwetschgen oder doch Pflaumen

Am besten verzehrt man die Zwetschke natürlich roh, da wie bei vielen anderen Obst- und Gemüsesorten das Kochen die Inhaltsstoffe zum Teil zerstört. Nichts desto trotz wenden wir uns jetzt den leckeren Rezepten zu, auch wenn wir den Zwetschken dafür einheizen müssen.

Zwetschken zählen zu den Rosengewächsen und verbreiteten sich vor ca. 3000 Jahren von Griechenland ausgehend über ganz Europa. Es gibt unterschiedlichste Bezeichnungen und Sorten. Die einen nennen sie Pflaumen, die anderen Zwetschken oder doch eher Zwetschgen?

Zwetschken enthalten wertvolle Mineralien, Vitamine und Ballaststoffe. Da wären z.B.: Kalzium, Kalium, Eisen, Carotin, Vitamin A, B und C. Zwetschken haben eine entwässernde Wirkung, beugen Osteoporose vor und in getrocknetem Zustand fördern sie besonders die Verdauung und wirken entgiftend.

 


Zwetschkenkuchen
Das Rezept meiner Oma für den besten Zwetschkenkuchen
den ich jemals gegessen habe.
Zutaten:
20 dag Butter
20 dag Staubzucker
30 dag Mehl
5 Eier
1/2 TL Backpulver
1 Vanillinzucker
Saft einer halben Zitrone
ein Schuss Rum
Zwetschken
gehobelte Mandeln

Zubereitung
Butter, Zucker und Dotter zu einer cremigen Masse verrühren. Dann den Zitronensaft und den Rum langsam dazugeben. Danach das Mehl mit dem Backpulver hinzugeben und den mit den 5 Eiweißen geschlagenen Schnee vorsichtig unterheben (ab dem Mehl rühre ich mit der Hand, dann kann nix passieren).
Die streichfähige Masse auf einem Backblech, das mit Backpapier ausgelegt ist, verstreichen (ca. 1 - 2 cm, je nachdem ob man mehr Frucht oder lieber mehr Kuchen hat) und dann mit geviertelten Zwetschken belegen. Die Zwetschken kann man dabei ruhig ganz dicht aneinander legen, da sie sowieso noch auseinanderwandern und ein bisschen versinken. Zum Schluss mit den gehobelten Mandeln bestreuen. Dann ab damit in den Ofen bei 200°C für ca. 20 Minuten bis der Kuchen eine schöne Farbe angenommen hat.

Tipp: Dieses Rezept eignet sich auch wunderbar für Marillen- oder Kirschkuchen.


Zwetschkenknödel
(Rezept für 4 bis 5 Knödel, je nach Fruchtgröße)
Zutaten:
Für die Butterbrösel:
200 g Semmelbrösel
2 EL Butter
Kristallzucker nach Belieben

Für die Knödel:
25 dag Topfen (grob oder passiert)
2 EL Gries
6 EL Mehl
1 EL Butter (ersatzweise Schmalz)
1 Ei
1 EL Milch
1/2 TL Backpulver
Zwetschken

Zubereitung
Die Butterbrösel werden verwendet um die fertigen Knödel darin zu rollen und zu bestreuen. Man beginnt auch am besten mit ihnen, da sie im Backofen zubereitet werden. Die 2 EL Butter in einer Pfanne zerlassen und die Brösel in die geschmolzene Butter geben. So lange rühren und drücken bis sich die Butter verteilt hat. Danach gibt man die Pfanne in den Backofen bei 200°C bis sie goldbraun werden.

In der Zwischenzeit bereitet man auf einem Nudelbrett den Teig für die Knödel zu. Dazu gibt man zuerst Mehl und Butter auf die Arbeitsfläche und zerreibt sie zwischen den Händen bis die Butter mit dem Mehl verarbeitet ist. Die restlichen Zutaten dazugeben, zu einem Teig verkneten und eine Rolle formen. Eine andere Möglichkeit für den Teig der Knödel ist im Artikel „Kartoffeln“ von Sternenelfe zu finden.

Achtung zwischendurch auf die Brösel im Backofen schauen und umrühren, damit sie nicht anbrennen! Wenn sie goldbraun sind herausnehmen und nach Belieben Kristallzucker hinzugeben. Am besten immer wieder kosten und bei Bedarf nachzuckern.

Jetzt einen großen Topf mit Wasser am Herd zum Kochen bringen. Den Teig in Scheiben von der Rolle schneiden, die Zwetschken in die Mitte legen und vorsichtig die Knödel formen. Ein Tipp: Die Hände vorher mit Mehl einreiben, dann klebt der Teig nicht so an. Es ist wichtig, dass die Knödel „dicht“ sind, damit sie beim Kochen nicht zerfallen oder aufreißen. Nun ab mit den Knödeln ins bereits kochende Wasser. Hin und wieder vorsichtig umrühren damit die Knödel nicht am Boden ankleben. Nach einer Weile beginnen sie dann im Wasser zu schwimmen und nach ca. 10 – 12 Minuten (je nach Größe) sind die Knödel fertig. Ich nehme immer sicherheitshalber ein Knödel etwas früher heraus um zu sehen, ob die Zwetschken schon weich sind. Die fertigen Knödel nacheinander aus dem Wasser fischen und in den Butterbröseln wälzen.

Zum Servieren mit weiteren Bröseln bestreuen und ein bisschen Staubzucker darüber schneien lassen.


Zwetschkenomelette mit Zimtschlag
Zutaten:
Für Zwetschkenröster:
1,5 kg Zwetschken
3 EL Kristallzucker
1 EL Speisestärke
Rotwein
Wasser
1 unbehandelte Zitrone
1 MSP Zimt

Für Omelette:
3 Eier
1/4 L Milch
1 Prise Salz
2 EL Staubzucker
180 g Mehl
Butter für die Pfanne

Für Zimtschlag:
1/4 L Schlagobers
2 EL Staubzucker
1 MSP Zimt

Zubereitung
Für den Zwetschkenröster die Zwetschken entkernen und vierteln. Den Kristallzucker in einem Topf unter ständigem rühren karamellisieren (Achtung verbrennt leicht). Die vorbereiteten Zwetschken dazugeben und mit dem Wasser oder einem Schuss Rotwein löschen. Der Zucker wird dadurch am Boden des Topfes teilweise festkleben, aber keine Sorge, er löst sich mit der Zeit wieder auf. Die Zwetschken weich dünsten und dabei ab und zu umrühren. Die Schale der unbehandelten Zitrone abreiben und eine Messerspitze Zimt hinzugeben. Die Speisestärke in Wasser oder Rotwein auflösen und damit den Zwetschkenröster nach Belieben eindicken.

Nun geht es weiter mit dem Omelette. Zuerst das Eiweiß der 3 Eier zu festem Schnee schlagen. Dann die Dotter, Milch, eine Prise Salz und den Staubzucker verrühren. Danach das Mehl und den Schnee unterheben.

Für den Zimtschlag einfach die angegeben Zutaten verrühren bis der Schlag fest wird. Aber aufpassen.. keine Butter machen.

Nun eine niedrige Pfanne, am besten antihaft beschichtet, am Herd erhitzen und einwenig Butter darin zerlassen. Einen Teil der Omelettemasse hinein geben (ca. 1/2 cm dick) und auf beiden Seiten goldbraun backen. Das Omelette am besten nicht allzu groß machen damit es sich noch leicht wenden lässt.

Zum servieren das Omelette zur Hälfte mit Zwetschkenröster befüllen und dann zusammenlegen. Daneben auf dem Teller einen Klecks vom Zimtschlag und nach Belieben noch mit Staubzucker bestreuen.

Die Zutaten für den Omeletteteig musste ich schätzen, da ich alles einfach immer zusammenrühre. Also die angegebenen Mengen nicht als fix annehmen, sondern ein bisschen experimentieren. Die Masse sollte ein dicker, flaumiger Palatschinkenteig werden.


Quellen für den allgemeinen Teil:
http://noe.orf.at/magazin/daheiminnoe/gesundheit/stories/56280/
http://burgenland.orf.at/magazin/imland/geniessen/stories/19388/
http://www.gast.at/ireds-8100.html


Leila


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