Betreut von Leilani
Imbolc in der Küche   Teil I
Es sprießt und blüht (schon fast)!

Anfang Februar wird in vielen Traditionen das Fest der Brigid (in der keltischen Tradition Am fheill Bride) gefeiert, welches unter anderem auch Imbolc oder Oimelc genannt wird. Imbolc bedeutet “im Bauch” und Oimelc hat mit “Milch” zu tun. Um diese Jahreszeit beginnt die Milch der trächtigen Schafe und Kühe zu fließen, bevor sie um die Frühlings Tag und Nacht Gleiche ihre Jungen gebären. Das ist wohl das Zeichen schlechthin, dass der Frühling vor der Türe steht und Erde und Tiere erneut fruchtbar werden.
Brigid hat einen starken Bezug zum Herdfeuer, wobei Imbolc die Qualität eines Fests hat, bei dem Haus und Herd geehrt werden. Brighid ist eine der nördlichen Schwestern der Hestia oder Vesta. Dieses Fest ist also das Fest des Herdes, das in diesem Sinne natürlich doppelte Beachtung verdient.


Brigid und Imbolc
Brighid ist wohl die Göttin, die sich in Europa ungebrochener Beliebtheit erfreut. Ihre Gestalt begleitet die Menschheit von heidnischen Zeiten an und auch heute wird ihr in ihrer christlichen Form immer noch gebührende Ehre zuteil. Auch die Streichung aus dem Heiligenkalender des Vatikans konnte ihrer Popularität keinen Abbruch tun.
Brigid ist Herrin des Feuers und des Wassers zweier wichtiger Elemente, die am Herd (sowohl in der Küche als auch beim Schmieden!) nicht außer Acht gelassen werden sollten. Doch Brigid wirkt weit umfassender. Brigid geht weit tiefer, taucht ab, ist sowohl die Quelle der Inspiration, der Heilkunde als auch der Fruchtbarkeit. Sie beschützt das Land und das Vieh, gebiert den Frühling, die Kräuter und die neue Erde.

Am Vorabend ihres Fests wurden Brot und Kuchen auf die Fensterbänke gelegt, denn Brigid zieht in diesen Morgendämmerungen durch das Land, um es zu segnen. Auch wurde ihr zu Ehren die erste Milch der tragenden Tiere auf der Türschwelle vergossen. In ihrer Gestalt als Heilige Brigid sagt die Legende, dass sie selbst auf der Türschwelle geboren worden sei. Es wurden auch Ebereschenscheite ins Feuer gelegt. Hat Brigid den Segen für dieses Haus gegeben, hatte sie dabei Abdrücke von Schwanenfüßen in der Asche hinterlassen. Brigid wird häufig mit Schwänen und auch mit Gänsen assoziiert, den “gefiederte Schlangen”. Und wer kriecht im Frühling erneut aus seinen Löchern? Schlangen, noch ein bisschen steif und müde, bahnen sich im Frühling ihren Weg durchs erste Grün.

Imbolc ist das Fest, um sich auf allen Ebenen vom Winter zu verabschieden, es ist sozusagen eine Vorbereitung auf den Frühjahrsputz. Der Lichtfunke hat zu Yule wieder zu glühen begonnen und langsam steigt er aus dem Unbewussten auf in die Bewusstheit, um sich schließlich zu Ostara ganz im Außen zu manifestieren. Imbolc ist ein Fest, das aussieht als würde es weder “Fisch noch Fleisch”, weder “da noch dort” sein.
Gerade darin liegt das Wesen Brigids. Sie ist Feuer und Wasser, regiert die Zeiten zwischen Tag und Nacht, Ufer und See, zwischen drinnen und draußen und hütet die Schwelle. Sie ist die Herrin über die Zeit, in der es nicht mehr Winter, aber auch noch nicht Frühling ist.

Imbolc ist, was die Ressourcen anlangt, eine schwierige Zeit, da alles Gelagerte und Konservierte seinem Ende zu geht und noch nicht so besonders viel wächst. Auch hier spiegelt das Fest seine genaue Qualität wieder: Es ist nicht mehr viel über und viel Neues gibt es noch nicht. Zwischen Überfluss und Hunger. In dieser Zwischen-Zeit bereitet Brigid den Weg der Samen vor, tief drinn im Bauch der Mutter Erde liegt bereits das Samenkorn, das zwar schon wächst, auch wenn es uns noch verborgen ist. Brigid hütet diese Samen um sie vom Unbewussten Dunklen an die Bewusstheit, das Tageslicht zu führen.
Brigid einmal mehr als kosmische Geburtshelferin.


In der Küche rund um Imbolc
Im weiteren nun (endlich) einige Anregungen, wie die Küche rund um Imbolc aussehen kann und wie mit Küchenmagie ein Imbolc-Ritual passend vorbereitet werden kann.
Wie immer weise ich darauf hin, dass dabei einer der wichtigsten Grundsätze ist, die jahreszeitlich verfügbaren Lebensmittel zu verwenden. Schliesslich wollen wir uns ja nicht mit irgendwelchen Speisen schließen, sondern uns auf die Energie der Jahreszeit, des Vor-Frühjahrsputzes einstellen!
Völlereien - wenn schon notwendig – nach dem Ritual!

Hexentum in all seinen Schattierungen ist für mich prinzipiell erdgebunden – der ewige Kreislauf der Jahreszeiten und den damit verbundenen Veränderungen auf allen Ebenen. Mein naheliegendster Bezugspunkt ist somit wohl die Ausübung von Küchemagie. Also ran an die Kessel und Herde!

Heiliger Alltag
Küche sollte immer Magie sein und so oft und bewusst wie möglich zum Ritual gemacht werden.
Wie in meinen anderen Artikel schon mehrmals erwähnt, ist die Küchenarbeit einer der leichtesten und einfachsten Wege um mit Magie und der Göttlichkeit in Berührung zu gelangen. So wie Brigid, Vesta und Hestia ein Haus zu einem Heim machen und Nahrungsmittel in Speisen verwandeln, so macht Küchenmagie an sich das Gewöhnliche zu etwas Besonderem, zu etwas Heiligem, was sich ja bereits als Potential in Allem befindet.
Ziel und unabdingbare Voraussetzung für das Funktionieren von Küchenmagie (reicht vom Teekochen, über Abwaschen bis hin zu Elixieren und Lammbraten!!!) ist die Bewusstheit, mit der Dinge getan werden. Das Wie und Warum sind vorrangiger als das Was.

Bevor sonst irgendetwas in der Küche geschieht ein gutgemeinter Tipp: Koche niemals in einer schmutzigen, unordentlichen Küche und schon gar nicht, wenn du Ritualspeisen zubereitest und noch viel weniger wenn es sich um Imbolc handelt – damit würdest du der Botschaft und der Qualität des Festes absolute widersprechen!!!
Danach wasch dir die Hände. Denk daran, dass auch kleine und vielleicht ohnehin selbstverständlich gewordenen Handlungen die ständige Präsenz des Göttlichen verkörpern. Vor der Zubereitung von Ritualspeisen schalte ich angenehme Musik an, lege ein bisschen Räucherung auf und spreche immer ein paar Segensworte oder eine Anrufung (vorrangig an Vesta oder Brigid) aus, aber auch beim “herkömmlichen” Alltags-Kochen kann das niemals schaden.

Passend zur Jahreszeit würde ich dieses Mal eher Brigid empfehlen. Eine Anrufung an sie könnte wie folgt aussehen:

Brigid
Herrin der Feuer und der Wasser
Hüterin des ewigen Feuers – das Geist, Herz und Bauch erwärmt und erhellt!
Nimm Platz in diesem Heim, an diesem Herd.
Verwandle und bereichere uns und die Gaben hier.
Schenk uns deine Inspiration und Bewusstheit.
Beschütze den Weg des Lichts heraus aus der Dunkelheit,
Leite ihn mit deiner ewigen Flamme.
So sei es.

Ansonsten verwende ich immer die Anrufung an Vesta, die im Heidensterz-Artikel “Die Küche rund um Yule” angeführt ist. Erfahrungsgemäß ist es einfacher, immer dieselbe Anrufung zu verwenden, da sie sich durch häufigen Gebrauch an Kraft gewinnt.


Imbolc Räucherwerk
Als passendes Imbolc - Räucherwerk könnte folgende Mischung verwendet werden:

3 Teile Frankincense
3 Teile Myhrre
2 Teile Drachenblut
1 Teil Ebereschensamen
1 Teil Veilchenwurzel
1 Teil Primelwurzel

(Vorsicht: Relativ starke Rauchentwicklung ob der Wurzelanteile!!!)

Für Hausreinigungen (bitte auf allen Ebenen!) – sehr empfehlenswert zu Imbolc - kann der Rest von den winterlichen Kräuterbündeln verwendet werden.


Brighid


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