Kürbis bis zum Abwinken
Der Kürbis ist in den letzten Jahren von fast vollständiger Vergessenheit wieder in aller Munde gerückt. Nicht zuletzt auch wegen der immer beliebteren Partys zu Halloween im November.

In Mittel- und Südamerika wird der Kürbis seit rund 10000 Jahren geschätzt. Die ältesten Funde datieren um 9000 v. Chr. und stammen aus Mexiko. Bei manchen Indianerstämmen in Amerika erfreut er sich großer Wertschätzung und ist heute eigentlich überall als gesundes Gemüse geachtet. Der Kürbis dürfte also, wie die Kartoffel und der Mais, den Weg nach Europa über Süd- und Mittelamerika gefunden haben.

Allerdings ist der Kürbis auch in der Antike schon bezeugt. Aller Wahrscheinlichkeit nach aber handelt es sich dabei um Flaschenkürbisse, wie auf antiken ägyptischen Bildtafeln dargestellt wird, die nach Vorstellung der alten Griechen aus Indien stammen.
Auch im Deutschen hat die Bezeichnung "Kürbis" eine lange Geschichte, die schon vor dem Einstand der Speisekürbisse in Europa begonnen hat. Im Althochdeutschen gab es bereits das Wort "churpiz", offensichtlich abgeleitet vom lateinischen "cucurbita", später wird "Kürbse" verwendet, dann "dass Kürbiss" im Mittelhochdeutschen und schließlich "der Kürbis". Ursprünglich wurde das Wort für Flaschenkürbisse verwendet. Als dann die Speisekürbisse aus der Neuen Welt kamen, nannte man sie ebenfalls Kürbis. So kommt es, dass heute das gleiche Wort für verschiedene Früchte verwendet wird.
Walafrid Strabo dichtete in seinem Gartengedicht „Hortulus" über den Kürbis:

„Abwärts gebogen an schmächtigem Stiele hängen die Früchte,
tragen am schlanken, länglichen Halse gewaltige Körper;
riesenhaft dehnt sich die Fülle sodann zum gewichtigen Leibe,
Alles ist Bauch, und alles ist Wanst. Und im Kerker der Höhlung
Nähren, geordnet in Reih und Glied, sie zahlreiche Kerne
Fruchtbar verheißen sie dir entsprechend üppige Ernte."

Dioskorides empfahl das rohe oder gekochte Kürbisfleisch äußerlich aufgelegt zur Linderung bei Fieber, Geschwüren, Gichtschmerzen. Wein aus einem ausgehöhlten Kürbis genossen, habe eine abführende Wirkung.
Auch Hildegard von Bingen würdigte den „Kurbesza" als wertvolles Gewächs.
Im "Capitulare de villis" ist der Kürbis ebenfalls aufgelistet

In China haben verschiedenste Kürbisarten eine symbolhafte Bedeutung. Ein symmetrisch geteilter Kürbis symbolisiert Yin und Yang. In China und Korea gibt es in ländlichen Gegenden viele von Kürbis überrankte Lauben. Man sagt dort:

„In einer Kürbislaube findest du leichter die vollkommene Harmonie als in einem großen Palast".

Da Kalebassen vielfach Aufbewahrungsgefäße für Medizin waren, wurden sie in China zum Emblem der Ärzte und Apotheker und übertragen zum Symbol der Langlebigkeit. So werden z. B. Neujahrskarten mit Kürbisdarstellungen verschickt.

In Schwarzafrika gilt der Kürbis wegen Form und Samenmenge als Symbol für Gebärmutter und Fruchtbarkeit. Der Kürbis, der rasch wächst und dicke, aber oft hohle und nicht nahrhafte Frucht trägt, ist aber auch ein Symbol für Dummheit und Emporkömmlinge, die sich aufblähen, aber schnell vergehen.

Kürbis wird zwar als Gemüse bezeichnet, Botaniker ordnen ihn aber der Beerenfrucht zu - die größte Beere der Welt! Sein Fruchtfleisch enthält reichlich Wasser und Ballaststoffe und fördert damit die Verdauung. Der Mineralstoff Kalium spielt eine entscheidende Rolle für den Wasserhaushalt im Körper. Kalium wirkt entwässernd und harntreibend. So werden Wasseransammlungen und Giftstoffe leichter ausgeschwemmt.
Kürbisfleisch enthält auch Phytosterine, das sind sekundäre Pflanzenstoffe, denen gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden: Phytosterine sollen zum Beispiel Prostataleiden lindern und den Cholesterinspiegel senken. Das Fruchtfleisch des Kürbis enthält wie alle anderen roten und gelben Gemüse reichlich Carotinoide. Dabei ist die Zusammensetzung aus Alpha- und Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin besonders wirksam.
Alpha- und Beta-Carotin haben den Vorteil, dass ihnen das Erwärmen nicht wirklich schadet. Kürbis kann man also, wie übrigens auch alle anderen roten und orangefarbenen Gemüse- und Obstsorten, getrost gegart essen. Durch seine Carotinoide liefert Kürbis reichlich Vitamin A, stärkt dadurch das Immunsystem und besitzt eine krebshemmende Eigenschaft. Außerdem werden Carotinoide zur Behandlung von Funktionsstörungen der Blase und der Harnwege eingesetzt. Das Vitamin E im Kürbis stärkt das Immunsystem, ebenso die Zellwände und wirkt gegen freie Radikale. Dadurch kann er vor Krebs, Schlaganfall und Herzinfarkt schützen.


Kräutermagie mit Kürbis -Cucurbita pepo-
Kürbisse sind Symbol der Fruchtbarkeit und wirksamer Schutz gegen Hexen, böse Geister und andere übelwollende Wesen. Kürbiskerne sollte man am Karfreitag säen. Kürbis wird am Halloween schlecht gemacht ist aber positiv. Man sollte nie auf einen Kürbis Pflanze mit dem Finger zeigen, das soll Unglück und schlechte Ernte bringen.

Ein kurzer Ausflug in die Geschichte und nach Halloween
Unsere Heimat ist uraltes Besiedelungsland und viele Spuren zeugen davon. 800 bis 450 vor neuer Zeitrechnung, ältere Eisenzeit (Hallstattzeit), wird mit dem Aufkommen der Kelten in der Geschichte verbunden. 450 bis 15 zeigt die aus dem westlichen Hallstattkulturkreis (Raum von Ostfrankreich, Südwestdeutschland und Nordschweiz) hervorgegangene keltische Latènekultur "Modeerscheinungen", die offenbar friedlich im Soge des Salzhandels übernommen wurden. Nach 15 setzt mit der Annektierung Norikums durch die Römer die Romanisierung und Verbreitung städtischer Zivilisation ein.
Die sogenannten Kelten feierten mehrere Feste. Sie kennzeichneten den Ablauf des Jahres und eines dieser Feste war Samhain oder wie es heute genannt wird Halloween. Es markiert das Ende des Sommers, und des keltischen Jahres. Es bedeutet übersetzt das "Ende des Sommers". Das Fest findet entweder am 31. Oktober oder beim ersten Vollmond im Skorpion statt. An diesen Tagen wird das neue keltische Jahr und zugleich der Beginn des Winters gefeiert. Auch wurden die Verstorbenen an diesen Tagen geehrt. Der Sommer endete am 31.10., das neue Jahr begann allerdings erst am 1.11., so dass in dieser Nacht eine Zeitlücke entstand. In dieser Nacht war die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits besonders durchlässig, so dass die Seelen der Verstorbenen zurückkehren konnten. Die Schleier zwischen den Welten waren in dieser Nacht am dünnsten, deshalb gilt sie noch heute als hervorragende Zeit für Weissagungen. Es ist eine Zeit, um Probleme zu lösen, sowie um alte Ideen und Einflüsse über Bord zu werfen.
Als später die Kelten unter der Herrschaft der Römer standen, wurden ihre Bräuche christianisiert: Papst Gregor IV führte im Jahr 837 den Tag aller Heiligen ein und legte ihn – was Wunder – auf den 1. November.

Wir gedenken zu dieser Zeit der Toten, denn wir sollen uns auch an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern. Sterben und Vergehen in der Natur ist die notwendige Voraussetzung für neues Leben - und per se kein Unglück. Jetzt ist die Feld- und Gartenarbeit getan, auch Kohl, Rüben und Kürbisse werden um diese Zeit geerntet.
Dazu ein paar Rezepte!

Kürbisgemüse Hegymagas
(Zutaten für 4 Portionen)

1,5 kg Hokkaido Kürbis
1 St Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
2 TL Olivenöl
125 ml trockener Weißwein
125 ml Gemüsebrühe
1 Prise Salz
1 Prise rote Paprikapulver
1 scharfe grüne Paprika (Peperoni)
1 Prise Cayennepfeffer
100 g Curry
1 Tomate
1 dl Sauerrahm
2 TL helles Vollkornmehl

Zubereitung
Vom Kürbis die Schale waschen, aber nicht abschneiden; wir kochen die Schale mit! Die Samen entfernen, grob würfeln. Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Zuerst die Zwiebel in Öl anschwitzen. Dann Knoblauch zugeben. Darauf rotes Paprikapulver und die aufgeschnittene Tomate geben. Mit dem Wein ablöschen. Die Kürbiswürfel und Curry zugeben und fünf Minuten auf mittlerer Flamme dünsten. Anstatt umrühren den Topf schütteln, wenn es notwendig ist. Mit der Gemüsebrühe auffüllen und 15 - 20 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken. Anschließend Sauerrahm mit Mehl mischen und vorsichtig in die Gemüse geben. Warm oder lauwarm servieren.


Kürbislikoer

700 g Kürbis
1 Zitrone (Saft und Schale)
740 ml Rum
170 g Zucker

Zubereitung
Den Kürbis in kleine Stücke schneiden und mit dem Zitronensaft und der Schale zum Kochen bringen. Garen bis der Kürbis weich ist. Durch ein Sieb passieren. Den Rum und den Zucker zugeben und eine Woche zugedeckt stehen lassen. Die Flüssigkeit filtern und in Flaschen füllen.


Kürbisbowle

ca. 4 Kg Speisekürbisfleisch
2 Zitronen
1 Kg Kristallzucker
4 l Weißwein
0,2 l Marillenlikör
0,1 l Marillenbrand
0,7 l Sekt

Zubereitung
Zucker mit 2 l Wein aufkochen. Kerne und weiches Fruchtfleisch entfernen und das feste Fruchtfleisch würfelig schneiden. Die Kürbiswürfel im heißen Wasser bissfest (nicht zu hart und nicht zu weich) blanchieren und etwas abkühlen lassen. Anschließend den Zuckerwein mit dem restlichen Wein, dem Marillenlikör und dem Marillenbrand mischen. den Saft von 2 Zitronen und das Kürbisfleisch dazugeben und dann einige Zeit (mind. 2 Std.) ansetzen.
Die Bowle gut kühlen und mit 1 Flasche Sekt, vor dem Servieren aufgießen


Kürbis als Beilage

1/2 kg Kürbisfleisch, geschält und entkernt
1 kleine Zwiebel
2 große Fleischparadeiser
3 dag Butter
1/8 l Sauerrahm
1 EL Mehl
1 EL frische Dille, gehackt
etwas Essig oder Zitronensaft

Zubereitung
Kürbisfleisch grob raffeln. 10 Minuten stehen lassen und dann leicht ausdrücken. Zwiebel schälen und fein schneiden. In zerlassener Butter anschwitzen, Kürbis zugeben, kurz mitrösten und zugedeckt bissfest dünsten.
Paradeiser würfelig schneiden. Sauerrahm und Mehl mit etwas Wasser glatt rühren und zügig in das Kürbisgemüse einrühren.
Paradeiser dazu, kurz aufkochen, mit Salz, Pfeffer, Dille, Zitronensaft oder Essig abschmecken.


Kürbiskern-Parmesan-Kräcker
(Zutaten für zwei Personen)

2 EL Mehl
1 EL weiche Butter
1/2 EL geriebener Parmesan
Salz
2 EL Kürbiskerne

Zubereitung
Mehl, Butter, Parmesan, Salz und 1 EL Wasser rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten, in Klarsichtfolie einwickeln und 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Anschließend den Teig auf einer mehlierten Arbeitsfläche 1 cm dick ausrollen, Kreise ausstechen (5 cm Durchmesser), auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backbleck legen, mit Kürbiskernen spicken und bei 180 Grad circa 10 bis 12 Minuten backen


Karamellisierte Kürbis - Nachspeise
(Zutaten für zwei Personen)

160 g Kürbisfleisch in mittlere Würfel geschnitten
1/2 EL brauner Zucker
0,2 l Apfelsaft
1 EL Honig
1/2 Aprikosenmarmelade
1 Schuss Birnenschnaps
2 Kartoffeln
3 EL Butter
6 EL Zucker
1 EL Backpulver
6 EL Mehl
Zimtpulver

Zubereitung
Den braunen Zucker in einem Topf karamelisieren, den Kürbis hinzu, mit Apfelsaft ablöschen und fast komplett einkochen lassen. Dann Honig und Aprikosenmarmelade hinzu geben und den Kürbis in eine ausgebutterte Auflaufform geben, mit Birnenschnaps beträufeln.
Die Kartoffeln kochen, pellen, auskühlen lassen, fein zerdrücken, mit Mehl, Zucker, Butter, Backpulver und Zimtpulver zu Streuseln verkneten und auf dem Kürbis verteilen. Bei 180 Grad circa 25 Minuten backen. Anrichten und kurz vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.


Madame Mim


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