Kartoffeln
Erdapfel, Erdnudel, Echboahn, Grundbirn, Erdbohne, Solanum tuberosum ...

Zu meinen absoluten Favoriten im Kochtopf gehört der Erdapfel, bei unseren Nachbarn auch als Kartoffel bekannt. Er ist nicht nur billig, sondern auch variantenreich einzusetzen oder nur mit Kräutern bestückt eine tolle Beilage!


Woher des Weges?
Der Ursprung liegt in den südamerikanischen Anden, noch heute werden dort Wildformen gefunden. 1588 erhielt C. Clusius zwei Knollen für den Botanischen Garten in Wien; Maria Theresia und Joseph II. förderten den Erdäpfelanbau, der um 1740 in Pyhrabruck im Waldviertel nachweisbar ist. Der Anbau wurde durch die Hungersnot 1772/73 verbreiteter.
Die Erdäpfelstaude ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse. Alle grünen Teile - auch die im Licht ergrünten Knollen - sind giftig. Wenn die Kartoffel bereits ausgetrieben hat und Verfärbungen zeigt (grün oder violett) ist sie, durch den hohen Gehalt an Solanin, giftig und somit ungenießbar. Deshalb gab es auch zu Anfang gröbere Missverständnisse im Gebrauch, weil die Menschen, die über die Verarbeitung der Kartoffel nicht genügend informiert waren, die falschen Teile zu sich nahmen. Das erklärt auch die lange Anlaufzeit, bis die Bevölkerung diese nahrhafte Speise wirklich annahm. Die Knollen (Sprossknollen) enthalten bis zu 2% Roheiweiß, das biologisch hochwertig ist, Vitamin C, immense Mengen an Kalium, Calcium und ein wenig Vitamin B1.
Bevor es zu den leckeren Rezepten geht, möchte ich noch folgender Frage nachgehen:


Was kann die tolle Knolle alles leisten?
Innerlich wirken Erdäpfel als gute Vorbeugung gegen Verstopfungen. Den Saft von frisch ausgepressten Erdäpfeln mit Honig verrühren, in warmem Wasser auflösen, morgens auf nüchternen Magen 1-2 Suppenlöffel davon einnehmen, das reguliert den Stuhlgang.
Erdäpfel fördern auch auf gesunde Weise den Kreislauf, denn sie sind reich an Ballaststoffen, B-Vitaminen, Mineralstoffen und Vitamin C.

Äußerlich kann man die entzündungshemmende Wirkung der Kartoffel bei Prellungen und Verstauchungen anwenden. (Gekochte Kartoffel auf die betroffene Stelle geben). Brennende Augen werden durch Auflegen einer frischen / rohen Kartoffel beruhigt. Bei Kopfschmerzen hilft oft auch ein Umschlag aus rohen Erdäpfel-Scheiben um den Kopf. Ein Tipp von meinem schulmedizinischen Hausarzt!: Erdäpfel helfen gegen Husten; man zerdrückt die ( mit der Schale gekochten) Erdäpfel und legt sie, in ein Leinentuch eingewickelt, warm auf die Brust. Der Umschlag muss abgenommen werden, sobald er erkaltet ist. Zum Schluß noch ein Tipp von unserem HNO-Arzt: Bei Ohrenschmerzen koche man einen Erdapfel weich, zerdrücke ihn grob und lege ihn, in ein Leinensäckchen gefüllt, auf das schmerzende Ohr.


Nun aber zu leckeren Rezepten
Erdäpfelpüree, das absolute Muss in unserer Familie...
Zutaten: 1 kg Erdäpfel (mehlig), etwa 2 Esslöffel Butter, Milch oder Schlagobers
Zubereitung: 1 kg mehlige Erdäpfel schälen, in Stücke schneiden und in gesalzenem Wasser nicht zu weich kochen. Das Wasser abgießen und die Erdäpfel mit dem Stampfer so richtig schön zergatschen. Die Butter und so viel Milch oder Schlag dazugeben, bis der Brei die nötige Geschmeidigkeit erhält. Dann mit Salz (ich verwende am liebsten das Altausseer Bergsalz) und einem Hauch Muskatnuss würzen.

Tipp: Beim Stampfen und Rühren kann man so richtig die liebevollen Gedanken und Wünsche für die Familie einrühren – dann schmeckt es noch viel besser!!!

Erdäpfelsuppe ( 4Pers.)
Zutaten: 4 - 5 Erdäpfel, 1 l Wasser, Salz, Tomatenmark, Sauerrahm, Fett, Kümmel, Majoran, Petersilie, Muskatnuss und eventuell Frankfurter oder Knacker
Zubereitung: Die Erdäpfel schälen, waschen und vierteln, etwas Öl in der Pfanne erhitzen und dann die Erdäpfel leicht anschwitzen. Mit dem Wasser aufgießen und die Gewürze dazugeben – so lange auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis die Erdäpfel gerade noch bissfest sind. Den Sauerrahm dazugeben (nicht mehr aufkochen lassen, sonst flockt er aus) und eventuell auch Wurstscheiben in der Suppe erhitzen.

Tipp: Mit Schlagobers wird es zwar üppiger, aber es kann auch nicht ausflocken; statt Wasser kann man auch passierte Tomaten nehmen.

Kartoffelteig als Grundlage für Knödel
Zutaten: 1 kg mehlige Erdäpfel, 3 dag Butter, Salz, 5 dag Grieß, 25 dag Mehl, 2 Eier
Zubereitung: Erdäpfel mit einer Tasse Wasser im Kelomat kochen, danach heiß abschälen. und mit der Flotten Lotte auf ein bemehltes Brett passieren. Die Butter in Flocken drübergeben – sie muss so richtig schön zerrinnen. Auskühlen lassen und die trockenen Zutaten dazugeben, mit gespreizten Fingern unterheben und in der Mitte der Menge eine Grube machen. Dann nacheinander die verschlagenen Eier drunterrühren. Den Teig leicht und kurz verkneten, er darf nie rasten! Anschließend zu einer Rolle formen und in Stücke einteilen – Knödel formen. Diese dann in siedendem Salzwasser kochen lassen bis sie oben schwimmen, dann abseihen und servieren. Als Verbesserung kann noch Topfen dazugemischt werden.

Tipp: Man kann die Teigstücke auch mit Marillen, Erdbeeren... füllen und nach dem Kochen in Butterbröseln schwenken!!

Erdäpfelpuffer
Zutaten: 1 kg speckige Erdäpfel, 3 Zwiebeln, Sauerrahm, 2 Eier, etwas Mehl, Salz, Muskatnuss
Zubereitung: Die Zwiebeln fein schneiden und goldbraun rösten. Die rohen Erdäpfel fein reiben und mit der Zwiebel vermengen, dann die Gewürze, die Eier und den Sauerrahm hineinarbeiten. Nur so viel Mehl zu der Masse geben, bis sie eine angenehme Konsistenz hat – ich persönlich lasse das Mehl ganz weg! Öl in der Pfanne erhitzen, mit dem Esslöffel kleine Haufen in das heiße Fett geben und auseinanderdrücken – auf beiden Seiten goldgelb anbraten.

Tipp: Dazu schmeckt Apfelmus ausgezeichnet!


Sternenelfe


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