Betreut von Leilani
Die Kunst des Räucherns  Teil II
Wie im ersten Teil des Artikels über die Kunst des Räucherns versprochen, folgt nun im zweiten Teil nun eine kleine kommentierte Auswahl an bekannten Räucherstoffen und eine einfache Räucherzeremonie mit einer selbsthergestellten Mischung.

Benzoe
Das dunkle Harz stammt aus Sumatra, Thailand und Siam.
Beim Räuchern entfaltet es seinen süß-balsamischen Duft nach Vanille, da es dieselben Inhaltsstoffe wie Vanille enthält. Benzoe aus Siam duftet in der Regel süßlicher als das etwas herbere Harz aus Sumatra und ist von goldener Farbe, während Sumatra-Benzoe braun-grau ist. Benzoe sollte nicht alleine verräuchert werden, da es einen beißenden Rauch entwickeln kann.Ich verwende Benzoe in Mischungen zur Entspannung, aber auch um Phantasie und Inspiration anzuregen. Benzoe ist einer meiner Lieblingsseelentröster! Der süße Duft des Harzes lässt wieder an die Süße des Lebens erinnern! Mischt sich gut mit Sandelholz, Rosenblüten, Zedernholz.


Holunder
Zum Räuchern werden die getrockneten Blüten des in Mitteleuropa weit verbreiteten Holunderstrauches verwendet.
Holunderblüten sollten, wie die meisten Kräuter nur in Verbindung mit Harzen geräuchert werden, vorallem in geschlossenen Räumen kann die starke Rauchentwicklung als störend empfunden werden. Holunder regt die Traumtätigkeit an, lässt dabei aber nie den Kontakt zur Erde verlieren. Ich verwende Holunder besonders gerne in Verbindung mit Salbei, Nelkenwurzel, Lavendel und allen europäischen Nadelbaumharzen.


Lavendel
Die hübschen blauen Lavendelblüten, entweder aus dem eigenen Garten oder etwas nobles aus der Provence, sind der Farbtupfer in vielen meiner Räuchermischungen.
Über den dekorativen Effekt hinaus hat der Lavendel einen belebenden, klärenden und reinigend Effekt. Wer den Duft ein wenig verstärken möchte, kann der Mischung auch noch naturreines Lavendelöl beifügen, da die Blüten oft nicht sehr stark riechen... Ich persönlich mische Lavendel sehr gerne mit Sandelholz, Benzoe, Rosenblüten oder Salbei.


Mastix
Die transparenten Harztränen des Mastixbaumes stammen vorwiegend von den griechischen Inseln.
Dem Mastix ist ein sehr feiner Duft zu eigen. Verräuchert man Mastixharz alleine (das lohnt sich!!!), bemerkt man eine zarte Nebelschicht in der oberen Hälfte des Raumes, die die Atmosphäre des Raumes klärt, lichtet und ausgleicht. Mastix mische ich selten mit anderen Stoffen, da ich seinen feinen balsamischen Duft sehr schätze.Vorsicht beim Kauf von Mastix: Das Harz muss auf jeden Fall transparent sein. Oft wird Weihrauch zu einem teuren Preis als Mastix verkauft!


Myrrhe
Das Myrrheharz verströmt beim Verräuchern einen schweren, anregenden und sinnlichen Duft. Aufgrund dessen wird es auch häufig für erotische, würzige und anregende Mischungen verwendet. Sofern man davon sprechen kann, ein ausgesprochen weiblicher Räucherstoff.


Nelke
Neben ihrer bekannten Wirkung als Insektenvertreibungsmittel wird die Nelke auch als anregender und aphrodisierender Räucherstoff verwendet. In Verbindung mit Zimt verleiht sie jeder Mischung eine würzig-warme Note. Verwendet wird die getrocknete Blütenknospe, die, wie alle anderen Stoffe auch, im Mörser fein pulverisiert werden sollte.


Rosenblüten
Der Duft der Rose entfaltet sich besser im Rosenwasser und im reinen Rosenöl. Aus diesem Grund beträufle ich die getrockneten Rosenblüten immer mit ein bis zwei Tropfen Rosenöl (nur naturreines Öl verwenden! Auch wenn es sehr kostspielig ist - es zahlt sich aus!) Der Duft der Rose hat eine herzöffnende und zarte Wirkung. In Verbindung mit Styrax ergibt sich eine warme, sinnliche Duftwolke die nicht nur dich selbst schwach macht! Einer meiner Lieblingsräucherstoffe!


Salbei
Der Salbei ist einer der am weitest verbreiteten Räucherpflanzen überhaupt. Bei uns ist der "Salvia officinalis" die am bekannteste Unterart. Er wirkt sehr reinigend und kann auch alleine zum Ausräuchern von Räumen verwendet werden. Salbei ist einer der wenigen Räucherstoffe, die auch ohne Kohletabletten oder Kerzen verbrannt werden kann. Lege dazu einige Salbeiblätter in ein feuerfestes Gefäß, zünde die getrockneten Blätter an und blase vorsichtig, um einen guten Funken zu entwickeln.


Sandelholz
Sandelholz wird in Splitter- oder Pulverform angeboten. Man unterscheidet im Groben rotes, weißes und braunes Sandelholz, wobei letzteres von höherer Qualität, aber auch teurer ist! Rotes Sandelholz erhältst du meist in Holzsplittern - es raucht beim Verbrennen manchmal sehr stark und daher bevorzuge ich die Pulverform. Es verströmt einen warmen, würzigen Geruch und hat einen entspannenden Effekt.


Styrax
Styrax wird in Form von Harzstückchen oder als Balsam angeboten. Sein Duft ist von blumiger, süßer und balsamischer Intensität und verbreitet eine verführerische, sinnliche Atmosphäre. Durch seine dunkle, ja schwarze Farbe gibt er der Räuchermischung auch ein interessantes Aussehen. Fügst du noch ein paar Rosenblüten bei, hast du ein wunderschönes Farbspiel zwischen Schwarz und Rot.


Weihrauch
Wahrscheinlich der Räucherstoff, um den sich die meisten Geschichte und Legenden ranken. Schon die heiligen drei Könige brachten dem Jesuskind Weihrauch als Geschenk mit und noch heute wird er in Kirchen verräuchert. Ein sehr klärender Duft, mit männlichem Aspekt. Um eine Räuchermischung mit männlicher und weiblicher Energie zu imprägnieren, füge ich immer ein bisschen Weihrauch und Myhrre hinzu, je nachdem, welche Aspektierung ich der Mischung geben möchte.
Weihrauch kann auch eingenommen werden. Schlucke jeden Tag ein Weihrauchkügelchen von guter Qualität, das ist nichts anderes als die teuer angebotenen Weihrauchkapseln!


Zimt
Die getrocknete Rinde des Zimtbaumes gibt der Räuchermischung ein warmes und entspannendes Aroma, das jedes Herz weit werden lässt. Auch die Zimtblüte kann pulverisiert und verräuchert werden. Du kannst auch herkömmliches Zimtpulver verwenden, da das Zermörsern von Zimtrinde nicht so einfach ist. Solltest du allerdings die Rinde vorziehen, achte darauf, sie wirklich gut zu zerkleinern, denn sonst raucht sie sehr stark!


Eine einfache Räucherzeremonie
Dafür brauchst du:

Feuerfestes Räuchergefäß, gefüllt mir Sand, Erde oder Salz.
Kohletabletten
Mörser
Einige Räucherstoffe

Nimm dir für die Räucherzeremonie Zeit - das braucht sie auch. Ein Räucherstäbchen ist schnell entzündet und braucht weder Zeit noch Aufmerksamkeit. Eine selbstgemachte Räuchermischung und ihr Abbrennen sehr wohl.
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, auf gute Mischungen zu stoßen. Du kannst die Zutaten nach einem Buch auswählen oder nach ihrem Geruch im Rohzustand. Du zermörserst dir einige Zutaten und legst ein Pulver nach dem anderen auf die Kohlen und spürst, was der aromatische Duft für eine Wirkung auf dich hat. Für diese kleine Zeremonie halten wir es so!

Beginne alle von dir ausgewählten Räucherzutaten zu zermörsern. Hier gilt: Je kleiner, desto feiner verbrennt die Mischung! Zuvor kannst du schon die Kohle entzünden, am besten auf nur einer Seite. Eine große Tablette braucht in der Regel 25 Minuten bis sie wirklich gut durchgeglüht ist. Es ist wichtig, die Mischung nicht auf die sehr heiße Kohle aufzulegen, so verbrennen die Stoffe viel zu schnell, rauchen und verbreiten nicht ihr gesamtes Aroma und Heilpotential.
Betrachte jeden Stoff, bevor du ihn in den Mörser legst, welchen Aspekt hat er, wie sieht er aus, wie riecht er im Rohzustand? Bedanke dich bei der Pflanze, dass sie dir ihre heilenden Kräfte, ihre Weisheit zur Verfügung stellt.
Arrangiere anschließend alle zermörserten Zutaten auf ein hübsches Teller oder Tablett und betrachte deine bunte Farbpalette... Lege nun eine Brise jeder Zutat auf und öffne dich für ihren Duft. Atme ihn so tief ein, wie du möchtest - lass dich von ihrem Duft tragen und spüre, was er mit deinem Körper, deinem Geist, deinen Emotionen macht.
Wenn du alle Räucherstoffe durchprobiert hat, beginne, die Stoffe miteinander zu kombinieren.

Räuchern ist ein kreativer Prozess. Auch wenn er mit dem Wissen um die Stoffen, ihrer Geschichte und ihrer Wirkung zu tun hat, so kennt er doch keine Grenze der Kreativität. So kann deine Räucherzeremonie so lange dauern, bis du eine Mischung gefunden hast, die dich auf allen Ebenen anspricht...sei offen fürs Ausprobieren...der Rauch wird dich leiten!
In diesem Sinne viel Freude mit dem heiligen Rauch und genieße seine Weisheit!


Brighid


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