Schöpfungsabfolge durch die vier Welten   Teil III

Wir haben einen GastArtikel von der Damhain Alla gespendet bekommen. Vielen Dank fürs Gustostückerl für unser FeinStoffliches
. Sichelwiesel wirft einen grundlegenden Blick auf die kabbalistische Weltsicht und lässt uns daran teilhaben.

In Briah, der Welt der Schöpfungsformen, kommt es also zur Bildung von Sohn- und Tochterschaft. Eine Generationenfolge der mannigfachen Gottheit (ELOHIM) erzeugt zur linken Hand Schöpfersöhne/-töchter, die B'NAI ELOHIM, während parallel, zur rechten Hand, Vertreter der Lebensgesetzte JHWH's als gerechte Richtschnur ausgestrahlt werden. Ein größeres Netzwerk göttlicher Verbindungen entsteht so. Die Söhne und Töchter bilden in diesen mittleren Himmeln die höheren Engelsorden: die CHERUBIM, die ELIM, die OPHANIM und viele andere, welche die Gedankenformen aus Atziluth weiter verarbeiten, konkretisieren, modulieren und nach Jetzirah, der nächst unteren Welt, ausstrahlen. Auch ihnen wohnen schöpferische Kräfte inne und es scheint, dass es in diesem Bereich schon zu einer erhöhten Eigenmächtigkeit der linken Hand kommt. Warum sonst ersteht an der Schwelle Briahs ein erstgeborener Sohn: CHRISTOS MESHIAH, eine Sohnschöpfung direkt aus der Mitte, die eins mit dem Vater ist und die mit einem messianischen Amt betraut ist – nämlich den desorientierten Schöpfungen Jetziras und Assiahs einen Rückweg in die höheren Sphären zu offerieren. Entsprechende Erlösungspläne setzen sich im Buddhismus die Bodhisatvas – sie hingegen aufsteigend aus Assiah – zum Ziel.

Es scheint so, dass es in Briah zu einem offenen Interessenkonflikt zwischen den verschiedenen Generationen kommt. Die einen berufen sich weiter auf die Gesetze des Vaters JHWH, die anderen suchen größere Bewegungsfreiheit und Eigenverantwortung.

Dieser Konflikt verstärkt sich erheblich noch in Jetzirah, der Welt der Transformation. Ihre Bezeichnung stammt daher, dass diese Transformation – von oben betrachtet – weitgehend die einer fortschreitenden Verstofflichung der Ideen und Gedankenvorlagen ist. In Jetzirah finden wir den Mikrokosmos der Natur: Teilchenbeziehungen auf atomarer und subatomarer Ebene, sowie Kristallisierungs- und Oszillationsvorgänge, die fortwährend im Gange sind. Sie bilden ihre eigenen, beständigen Universen, welche der SCHECHINAH, der Gegenwart Gottes, unterstehen - ihr, welche seine Gedanken manifestiert. Umgesetzt werden in Jetzirah auch die Ideen, die von jenen B'nai Elohim stammen, die vom ursprünglichen Plan abgewichen sind.

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Bild 5): Der mutter- und vaterlose Melchizedek des Alten Testaments als Kidr. Der Kidr (auch Khidr oder Al Chidr, je nach Umschrift) ist eine mystische, vorislamische Figur im Sufismus, ein Gesandter Gottes, der einem Suchenden in der Wüste erscheinen kann und als UNSTERBLICH gilt. Nach dem Sufismus hatte er bereits Einfluss auf Abraham und dann auch auf Moses. Das passt erstaunlich gut auf die Figur Melchizedek, umso mehr, da er in obiger Darstellung als Wüstenscheich/könig dargestellt ist.

Das Gleichgewicht der Kräfte in Jetzirah ist labil. Gemäß der Sophia-Gnosis1 sendet das Erste Mysterium MICHAEL, die Kraft des Schutzes, und GABRIEL, die Kraft der Trompete (Vibration, Schall), herbei. Die Hohe Hierarchie ­– in Atziluth verwurzelt – setzt, verbunden mit dem Christusamt, das Amt MELCHIZEDEK (Melek = König; zedek = gerecht) ein und bildet kollektive Christus- und Melchizedek-Orden. Melchizedek ist erzieherische und richterliche Gewalt gegeben und es verwundert nicht, dass es im NT Hebräerbrief 5:6-7 heißt, der Christus sei Priester nach der Weise Melchizedeks. Die nur spärlich in der Schrift belegte Figur Melchizedeks ist hoch interessant, weil sie als mutter- und vaterlos gilt und losgelöst von Juden- und Christentum auftritt – von ihnen hingegen gleichwohl als maßgebende Autorität anerkannt wird. So auch von Stammvater Abraham in Gen. 28. Anna Katharina Emmerick, eine große Seherin des frühen 19. Jahrhunderts, hat Melchizedek als nicht menschlich, sondern als Wesen höherer Art erblickt.

An der Schwelle zu Assiah, der Welt der physischen Formen, zeigt sich folgende Situation: Die ursprünglichen Schöpfungsprogramme aus Atziluth müssen geschützt werden. Wo ein Richter, da gibt es Verstöße; wo ein Retter, da gibt es Bedrängte; wo ein Lehrer, da herrscht Lernbedarf. Die Hohe Hierarchie stabilisiert durch machtvolle Trinitisation das Gefüge und platziert am Tor zu Assiah JOSHUA JAWEH, den Erlöser der da kommt im Namens JHWHs. Den abgespaltenen, lokalen Mächten sind Kompetenzen und (Licht-)Mittel entzogen worden, wohingegen doch der Nährboden der Gedankenschöpfungen – das Ain Soph-Licht – für alle weiterbesteht. So werden folglich von den Archonten – so nennt die Gnosis die abgefallenen, lokalen Kräfte ­ – mittels Experimenten neue Wege gesucht, mit begrenzten Mitteln und Teilwissen die eigenen schöpferischen Pläne zu verwirklichen. Aber Assiah erfährt eine grundlegende Begrenzung. Die Lichtspektren des Ain Soph gleichen sich der jeweiligen Welt offenbar an. Möglicherweise interagieren sie mit der materiellen Dichte und im Zusammenspiel erhöhter Gravitation. Wie dem auch immer sei, nun werden sogenannte Raumzeitzonen aus der permanenten Schöpfung ausgegliedert. Der RAUM, die Ausdehnung die alles Physische beheimatet, wird der ZEIT unterworfen – der TOD ist geboren! Unser Universum ist eine von vielen Raumzeit- oder Bewusstsein-Zeitzonen (Vgl. Bild 4) in Assiah. Nun beherrscht eine völlig veränderte Szenerie das Bild: Die Schöpfungsbemühungen der Archonten werden, gemäß ihrer unvollkommenen Natur, zu bloßen Entwürfen. Der Verwirklichungen ihrer Gedankenformen ist eine bestimmte Laufzeit beschieden. Nichts ist mehr von Bestand. Das Leben unseres Planeten zum Beispiel ist vollumfänglich von einer wenig stabilen, sterblichen Sonne abhängig. Zeitalter und Zyklen ticken wie eine Uhr – einem jeden und allem – bis die Stunde schlägt. Alles, was wir am Nachthimmel sehen, wird zu einem Ende kommen... ...und auch der Zyklus unserer Inkarnationen.

Auch die Hohe Hierarchie der Lichtwelten muss sich diesen veränderten Bedingungen anpassen. Durch die Verwirklichung des LOGOS (des Wortes) (männl.) durch die Welten der Schechina (weibl.) ist die Göttliche Gegenwart weiter präsent. Die Ehrfurcht, die wir vor der geweihten Natur der Erde empfinden, spricht von ihr. Es ist Gebot, ihre Heiligkeit zu achten und zu schützen. Auch sie hat Anteil am Postulat des Friedens, das durch den NASI SHALOM (Prinz des Friedens) in Assiah erscheint und eng mit der Liebesbotschaft des Christus verkoppelt ist. Friede ist nicht nur ein wichtiges und nötiges Instrument dieser Welt, um das Karma auszuhebeln, sondern: Voraussetzung einer jeglichen höheren Bewusstseinsentwicklung.

1 Eine gnostische Schrift des zweiten Jahrhunderts. Aktuelle Ausgabe: Pistis Sophia - Eine koptische Schrift der Gnosis, mit Kommentar v. D. und J. J. Hurtak, Basel 2002.

Ende Teil III

 


Sichelwiesel


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