Divination als Kommunikation zwischen Göttern und Menschen   Teil III

Manche holen sich divinatorischen Rat bei anderen, manche machen's lieber selbst -- und wieder andere nutzen gar keine Divination in ihrer Praxis. Ich betreibe Divination selbst, und in ein paar ganz seltenen Fällen habe ich auch schon einmal andere befragt.Vorspann

Lass die Gottheit das Thema wählen

Das ist wichtig. Viele von uns betrachten Divination als ein Mittel, spezifische Fragen zu einem bestimmten Thema zu fragen, und darauf mehr oder weniger spezifische Antworten zu erhalten. Ich habe das mit Loki probiert, und es hat zu einer der bewegendsten Erfahrungen geführt, die ich mit Ihm bislang erleben durfte. Er antwortete -- aber wie.

Die Karten, die ich bekam, enthielten tatsächlich eine Antwort auf meine Frage -- ohne Trollen -- aber sie enthielten auch die Antwort auf die Frage die ich stattdessen hätte stellen sollen, und zwar gleich in mehreren Ebenen: eine individuelle Ebene, eine Gemeinschaftsebene und eine abstraktere, Big-Picture-Ebene. Ein anderes Mal waren die Bedeutungsebenen anders kategorisiert (diesmal in einen spirituellen, einen alltagsweltlichen und einen psychologischen Aspekt). Und bei wiederum einem anderen Versuch, kamen nochmal andere Schichtungen als Nachrichten an. Es war wunderschön zu lesen, und Ehrfurcht erregend.

Was ich damit ausdrücken will ist: einen Gott kann man nicht auf ein Konzept festnageln. Man kann schon Fragen stellen, aber man sollte keine spezifische Art von Antwort erwarten.

Loki ist nicht gerade überraschender Weise ein Experte, wenn es um Wortgewandtheit geht, und er "spricht" Tarot fließend und virtuos, wenn Du Ihm nur Seinen eigenen Umgang damit lässt.

Eine andere Art, Ihn, bzw. Deine Gottheit das Thema wählen zu lassen, ist es, einfach keine Frage zu stellen (ich weiß, Divinationspuristen werden sich bei diesem Vorschlag die Haare zu Berge stellen). Trotzdem: ich habe das jetzt schon eine Weile lang so gemacht, mit zunehmender Fähigkeit, Ihn und Seinen Willen wahrzunehmen und in meinem Leben zu gestalten.

Wenn ich keine Frage stelle, evaluiere ich einfach die Karten, die ich bekomme unter dem Aspekt, das, was ich direkt von Ihm empfangen/empfunden habe, nochmals zu hinterfragen bzw. ergänzen. Für jemanden wie mich, der stark dazu neigt, alles, was in meinem Kopf stattfindet (und das schließt Götterkommunikation ein!) zu hinterfragen, können blind gezogene Karten, die genau das Gehörte widerspiegeln, einfach eine große Hilfe sein, mich in Lokis Sinne in Bewegung zu setzen.


Lass die Gottheit den Ton und Inhalt der Nachricht bestimmen

Ich habe eingangs mein "kleines schwarzes Buch" erwähnt, das während der Deutung der Legung zum Einsatz kommt. In diesem Buch habe ich zu jeder Karte Assoziationen und "Grundbedeutungen" aufgeschrieben.

Ich benutze es, wie ich etwa ein Wörterbuch für eine Fremdsprache benutze, mit der ich sehr vertraut bin (Englisch zum Beispiel): Immer, wenn ich ein Wort nachschauen muss, geht es (auch bzw. hauptsächlich) um die Frage der Nuance. Mit Tarot und Loki ist das genau so. Wenn ich eine Karte nachschlage, gibt es meist eine Handvoll Assoziationen, die sofort beginnen zu leuchten und sich mir förmlich aufdrängen, während die Mehrzahl einfach nur Worte bleiben. Diese "Leuchtschrift" zu erkennen braucht ein bisschen Übung, und wahrscheinlich wird man sich anfangs an allen Ecken und Enden hinterfragen... aber es wird irgendwann einfacher.

Die Gesamtheit der Phrasen bzw. Assoziationen, die einem entgegenspringen, bestimmen den generellen Ton der Nachricht -- der kann genau das sein, was man sich erhofft hat, oder aber auch nicht. Niemand mag gerne die Leviten gelesen bekommen, aber wenn das der Fall ist, dann ist es wirklich wichtig, dass man trotzdem zuhört, egal wie unangenehm und bisweilen schmerzlich das ist. Es bedeutet, dass deine Gottheit dir etwas mitteilt, und wenn Du Sie ignorierst, dann hat die ganze Übung gar keinen Sinn. Letztlich setzt Du damit die Kooperationsbereitschaft der Gottheit und die Funktion des Divinationswerkzeugs aufs Spiel.

Der Sinn dieser Phase ist es, sich mental für die Nachricht zu öffnen, die man erhalten wird. Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn Du geistig an gewissen Formulierungen hängst, die Du irgendwo mal gelesen hast, oder selbst erstellt hast: die Gottheit wird damit arbeiten. Du brauchst dir auch keine Gedanken machen, wenn nicht sofort etwas "passiert". Es gab da mal eine Legung, für die ich wirklich Tage gebraucht habe, bis ich mich drauf eingestellt hatte (teilweise weil ich es einfach nicht sehen wollte, und dazu hatte Loki auch ein paar sehr direkte Worte zu sagen).

Wenn ich erst einmal ein Gefühl für den Ton und das ganz allgemeine Thema der Nachricht habe, lasse ich Loki einfach reden. Es fällt mir ein bisschen schwer, zu beschreiben, was in dieser Phase passiert. Ich begebe mich in einen leichten Trancezustand und höre Ihm zu, während ich gleichzeitig aufschreibe, was Er mitteilt.


Wenn Du's nicht raffst, frag einfach

Aber was macht man, wenn sich einfach kein "Aha"-Moment einstellt? Die gute Nachricht ist: man kann immer nach zusätzlichen Klarstellungen fragen. Die andere gute Nachricht ist, dass wenn Du wirklich gerade "das Doofe" machst (also sehen, aber nicht sehen wollen), dann wirst Du einfach noch mehr verwirrendes Zeug erhalten, was letztlich dann umso mehr Sinn ergeben wird, wenn Du die "Doof-Brille" ablegst.

Aber manchmal kommt es schon vor, dass die Karten einfach in dem Moment nicht genügend hergeben. Zum Beispiel könnte es sein, dass Du einfach in eine ganz andere Richtung denkst, als das, was die Gottheit dir zeigen möchte.

Generell wähle ich Klarstellungskarten genauso, wie ich auch alle anderen Karten wähle: ich lasse wählen. Es gab ein paar Legungen, bei denen mir Klarstellungen echt weitergeholfen haben (und das, obwohl Loki unter dem Ruf steht, entweder total unsubtil oder total Troll zu sein -- stimmt aber nicht, offenbar).


Divination für andere

Divination für andere betreibe ich generell eher nicht. In Ausnahmefällen kann es schon einmal vorkommen, aber wenn, dann findet es auf persönliche Anfrage und mit Lokis Einverständnis statt. Innerhalb der letzten drei Jahre ist das eine knappe Handvoll Male passiert, also wirklich selten.

Für andere benutze ich ein anderes Kartendeck, aber im Grunde genommen die gleiche Methode. Insgesamt aber gilt: ich arbeite nicht als Orakel; meine Arbeit mit/für Loki dreht sich nicht primär darum, Menschen Nachrichten zu überbringen, und darum bin ich eigentlich wirklich froh.

Meine Divination ist sehr polytheistisch im spezifischen Sinne -- ich sehe Lokis Kommunikation strikt als die Kommunikation eines eigenständigen Wesens mit einem Willen und einer Existenz außerhalb meiner selbst. Das ist es, was mir die Karten zeigen, und nicht etwa Aspekte meines eigenen Wesens. Weiterhin ist diese Divination auch sehr "Lokianisch" -- sie spielt sowohl Ihm als auch mir in die Hände (Ihm, indem Sie Ihm Freiheit und reichhaltige Möglichkeiten gibt, Seine Wortgewandtheit einzubringen, und mir durch die relativ klare Methodik und den einfachen Zugang zum Spirituellen über das Intellektuelle).

Und schließlich ist Divination für mich ein Mittel, meine Beziehung zu Loki zu vertiefen -- und das ist generell (Ausnahmen bestätigen die Regel) auch das einzige Ziel, das ich damit verfolge. In diesem Rahmen hat mir Divination in den letzten drei Jahren und ein paar Zerquetschten sehr gute Dienste geleistet, und ich hoffe, dass meine Erfahrung für den einen oder die andere von Nutzen sein wird.


Myriad Hallaug Lokadís


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