Betreut von Anufa
Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ist ein Ozean

Um Wasser ranken sich viele Mythen. Sehr alte, aber mittlerweile auch sehr aktuelle, denn kaum ein Medium gibt unter Forschern derart viel Anlass zu Streitigkeiten und Widersprüchen wie Wasser. Kein Wunder, denn Wasser als Element weist ganze 40 Anomalien auf.

Der momentan berühmteste Wasserforscher ist der Japaner Masaru Emoto, der mit seinen Wasserkristallbildern in den 90er Jahren für großes Aufsehen sorgte. Seine These: Wasser speichert Information. Nicht nur chemische, sondern auch emotionale und geistige. Je nachdem wie “negativ” der Einfluss auf das Wasser war, bildet sich entweder ein schöner ebenmäßiger Eis-Kristall, wenn es gefriert oder ein deformierter, “kaputter”.

Emoto ist aber nicht der erste Wasserforscher, bereits der Franzose Jacques Benveniste stellte die Behauptung auf “hochgradig verdünnte Antigene könnten über einen „Gedächtniseffekt“ des Wassers weiße Blutzellen (Leukozyten) beeinflussen.” Zwar konnte diese These wissenschaftlich nicht eindeutig bewiesen werden, jedoch handelt es sich hier im Wesentlichen um das Grundprinzip der Homöopathie. Ein Stoff, der aufgrund der hohen Verdünnung mit Wasser chemisch praktisch nicht mehr nachweisbar ist, ist aber aufgrund der besagten “Gedächtnisfähigkeit” als Information im Wasser vorhanden.

Eine besondere Bedeutung kommt in der Wasserdiskussion den Wasserclustern zu. Die Molekularstruktur von Wasser ist alles andere als starr und festgelegt, sondern einer fortwährenden Dynamik unterworfen. “Wasser hat einen für seine Molekülmasse ungewöhnlich hohen Schmelz- und Siedepunkt, der mit den, im Vergleich zu anderen intermolekularen Kräften, sehr starken Wasserstoffbrückenbindungen erklärt wird. Durch sie werden die Wassermoleküle verbunden, was zu Eigenschaften führt, die meist nur wesentlich schwerere Substanzen besitzen. […] Allerdings sind die genannten Gebilde instabil und keinesfalls fest gefügte Molekülverbünde. Bei den Wassermolekülen, die durch Wasserstoffbrückenbindungen aneinander gebunden sind, herrscht eine ständige Fluktuation.” (Quelle: Wikipedia)

An diesem Punkt scheiden sich die Geister der Esoteriker und Naturwissenschaftler unter den Wasserforschern. Während für die Naturwissenschaftler diese Molekulareigenschaften ein weitgehend zu vernachlässigender, höchst instabiler Zustand sind, gründen die Parawissenschaftler darauf ihre Theorien von der Speicherfähigkeit des Wassers.

Eines ist jedenfalls außer Zweifel, Wasser kann Molekularstrukturen annehmen, die zu stoffuntypischen Aggregatszuständen führen. Was diese Molekularstrukturen noch bewirken, darüber gibt es bislang keine eindeutigen Belege. Ein aktuelles Forschungsprojekt, an der Uni Stuttgart, das auch im Rahmen der Ausstellung “Die Welt in einem Tropfen” vorgestellt wurde, sorgt hier jedoch neuerdings wieder für Aufsehen.

“Brisant wird die Ausstellung allerdings nicht durch die ästhetischen Bilder, sondern durch die Botschaft, die diese vermitteln sollen.” schreibt die Zeit (Nr. 36/99) “Kröplin und seine Mitarbeiter sind überzeugt, dass Wasser die seltsamsten Eigenschaften besitzt, die dem naturwissenschaftlichen Weltbild zuwiderlaufen: etwa die Fähigkeit, Informationen zu speichern, auf menschliche Gefühle zu reagieren oder gar mit anderen Flüssigkeiten zu kommunizieren. All das ließe sich leicht als Esoterik abtun, wäre da nicht eine irritierende Tatsache: Bernd Kröplin ist kein durchgeknallter Wirrkopf, sondern ordentlicher Professor an der Fakultät für Luft- und Raumfahrt der Universität Stuttgart. Und bislang fiel er eher durch wissenschaftliche Exzellenz auf – für seine Arbeiten erhielt er 1999 den mit 750000 Euro dotierten Körber-Preis.”

Die Aufnahmen von unterschiedlich beeinflussten Wassertropfen mittels Dunkelfeldmikroskopie lassen kaum noch Zweifel zu an der These, dass Wasser auf Einflüsse wie Handystrahlung, Musik, Röntgenstrahlung, Sonnenlicht, geographische Gegebenheiten usw. deutlich reagiert. Das Erstaunlichste: Wasser reagiert auch auf die Person, die mit dem Wasser hantiert. Und da auch unser Organismus zu 97% aus Wasser besteht ist davon auszugehen, dass nicht nur wir Wasser beeinflussen, sondern Wasser auch uns beeinflusst.

Wie genau uns Wasser beeinflusst und welche Umgebungseinflüsse für Wasser dabei eine entscheidende Rolle spielen ist im Moment aus rein wissenschaftlicher Sicht noch Spekulation. Aber hier können vielleicht gerade die alten Traditionen und Kulturen wichtige Wegweiser sein. Weihwasser, Heilquellen, Nymphen, Wassergottheiten und Wasserriten sind traditionelle Inhalte die erahnen lassen, dass die außergewöhnliche Kraft des Wassers schon lange vor Emoto und Kröplin bekannt war.

Gerade auch in der kemetischen Kultur findet sich ein vielschichtiges Bedeutungsspektrum des Wasser, das weit über die kulturellen Grenzen Kemets hinausgetragen wurde. Es ist – damals wie heute – Mittel zur Reinigung nicht nur von materiellen Verunreinigungen sondern auch magisch-spirituelles Reinigungsmedium für den Kult. Die Menschen, also die “remetiu” heissen “Tränen der Götter”, wir sind als mythisch gesprochen die Wassertropfen aus dem Urmeer. Die Tränen der trauernden, liebenden Isis sind jenes Medium, welches den toten Osiris wiederbelebt, mit einem neuen Ka versieht und ihn dadurch unsterblich macht. Toten wird – diese Mythen erinnernd – daher auch Wasser geopfert. Und nicht zu vergessen, die alljährlich wiederkehrende Nilflut – auch als Ka des Osiris bezeichnet – der Lebensader Nil, die für die schier unerschöpfliche Fruchtbarkeit mitten in der nordafrikanischen Wüste sorgte.

Auch im Bereich der Osteopathie insbesondere der Cranio-Sakral-Therapie spielt Wasser eine tragende Rolle. Der menschliche Körper besteht zum größten Teil aus Wasser. Jede Zelle enthält Wasser, aber auch zwischen den Zellen befindet sich intrazelluläre Flüssigkeit. Durch die Adern fließt natürlich ein wichtiges flüssiges Medium, nämlich das Blut, dass in der Medizin auch als “flüssiges Organ” bezeichnet wird.

Eine ganze besondere Bedeutung kommt aber der Flüssigkeit zu in die das zentralen Nervensystem, also das Gehirn und das Rückenmark eingebettet liegt: der sog. Liquor cerebrospinalis. Der Liquor ist ein Ultrafiltrat aus dem Blut, das bedeutet, das Blut wird durch einen “intelligenten” Filter im Gehirn (Blut-Hirn-Schranke) gepresst, der durch chemische Kommunikation “entscheidet”, welche Stoffe durch dürfen und welche nicht. Liquor ist wasserklar und farblos und enthält nur ein paar weiße Blutkörperchen und ein paar Spurenelemente. Das faszinierende ist, Blut kann transfundiert werden, wenn die Blutgruppe passt, Liquor jedoch nicht!

Der Großteil des Liquors befindet sich in einem Hohlraumsystem des Gehirns dem sog. Ventrikelsystem. Der größte und wichtigste Ventrikel ist dabei der in der Mitte liegende 3. Ventrikel. Jeweils an beiden Enden des 3. Ventrikels befinden sich zwei sehr wichtige Hormondrüsen, die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und die Zirbeldrüse (Epiphyse). Beide erzeugen wichtige chemische Botenstoffe, die eine komplexe chemische Kommunikation im ganzen Körper ermöglichen, hierzu verwenden sie verschiedenste Nährstoffe, wie Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren.

Obwohl im Nervensystem nur etwa 120-200ml Liquor Platz haben bildet der Mensch täglich etwa 500-700ml dieser Flüssigkeit. Der Liquor muss also ständig wieder rückresorbiert werden. Bei Tests mit Kontrastmitteln wurde festgestellt, dass der Liquor im ganzen Körper wiederzufinden ist.

Warum ist das so wichtig? Einige Cranio-Sakral-Therapeuten vertreten die Annahme, der 3. Ventrikel mit seinen beiden Drüsen sei so etwas wie das körpereigene Chemie-Labor. Von hier aus, sei der Körper in der Lage alle “Medikamente” die er benötigt, in homöopathischer Form selbst zu bilden. Dazu nutze er die Speicherfähigkeit des Hirnwassers. Da die Zirbeldrüse ähnliche Zellen wie die Netzhaut im Auge aufweist und über den Sehnerv mit dem Auge in Verbindung steht, reagiert sie auf Licht. Schulmedizinisch gesichert ist die dadurch ausgelöste Ausschüttung des Hormons Melatonin, das auch als “Schlafhormon” bezeichnet wird, etwas vernachlässigt wird  jedoch die Tatsache, dass die Zirbeldrüse damit eine tragende Rolle für die Rhythmik der physiologischen Zyklen des Hormonhaushaltes und damit nichtzuletzt für die emotionale Situation des Körpers spielt. Die Hypophyse bildet wichtige Botenstoffe, die das gesamte Schilddrüsensystem, die Stressachse, das Fight-or-Flight-System, die Stimmungslage, den Appetit und den Stoffwechsel lenken, kurzum nahezu alle chemischen Prozesse im Körper.

René Descartes (1596−1650) war schon der Meinung, die Zirbeldrüse sei der Sitz der Seele. Bei den Hindus gilt die Zirbeldrüse als das 6. Chakra, das mit Wahrnehmung, Intuition und Erkenntnis in Verbindung gebracht wird. Die Taoisten bezeichnen die Region zwischen Zirbeldrüse und Hypophyse als “Kristallpalast”. Hippokrates war der Ansicht, die Zirbeldrüse habe Einfluss auf Brustkrebserkankungen, eine Vermutung, die 1978 auch M. Cohen äußerte und mit der Verkalkung der Zirbeldrüse in Verbindung bringen konnte.

Andrew T. Still der Begründer der Osteopathie sah im Wasser den Träger der Lebenskraft. Wenn Wasser, wie eingangs beschrieben, auch als Speicher für geistige, emotionale und spirituelle Inhalte verstanden werden kann, ist weniger das Nervensystem als vielmehr das Wasser selbst darin als das eigentliche Speichermedium zu sehen. Man könnte also vielleicht tatsächlich sagen, im Wasser liegt die Schnittstelle zwischen der non-physischen und der physischen Sphäre, es bildet das Medium, in dem sich  das ”Informationsfeld Mensch”  mit allen emotionalen, geistigen und spirituellen Inhalten manifestiert und physischen Ausdruck erhält. Da der Liquor jeden Winkel des Körpers erreicht, ist also auch das was man als “Seele” oder “Geist” bezeichnen mag, letztlich in jedem Teil unseres Körpers zu finden – als homöopathische Information.

Fotos: © Rothani, Quellen: Wikipedia
Die Zeit: http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser
Lippert, Lehrbuch Anatomie
Pschyrembel Klinisches Wörterbuch
Link zum Wasserforschungsprojekt am Institut für Statik und Dynamik der Luft- und Raumfahrtkonstruktionen (ISD) der Universität Stuttgart unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Bernd Kröplin http://www.weltimtropfen.de/forschung.html
Titelzitat, Isaac Newton


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