Karmische Verbindungen - Wie sie unsere Beziehungen und unser Leben beeinflussen

Warum suchen wir uns einen bestimmten Partner aus? Warum zieht es uns immer wieder zu einem bestimmten Menschen hin? Und was passiert beim Geschlechtsverkehr auf der höheren Ebene? Eine Antwort auf diese Fragen bietet die Lehre über die karmischen Verbindungen.

Woher stammt die Lehre über die karmischen Verbindungen?

Die Lehre der karmischen Verbindungen stammt aus den östlichen Lehren, wahrscheinlich aus dem Jainismus, der wie der Buddhismus seinen Ursprung im Brahmanismus hat, der die Vorgängerreligion des Hinduismus ist. Die Jainisten führen den Begriff des Karmas nicht auf Ursache und Wirkung zurück, sondern sehen Karma als Substanz, als so genannte Karma-Partikel (karma vargana) oder „karmischer Materie“ (karma pudgala).

Insgesamt 148 Arten dieser verschiedenen Karma-Partikel kennen Jainisten und sie unterscheiden außerdem zwischen neun verschiedenen Wirklichkeiten, aus denen der Kosmos besteht.

Zwischen den Seelen und dem Karma besteht außerdem ein Spannungsverhältnis, das wiederum für die Wiedergeburten verantwortlich ist.

Dem jainistischen Glauben nach ist alles beseelt, also, Wiesen, Blumen selbst Berge, Felsen und Steine. Und alle diesen Seelen streben nach einer Reinkarnation als Mensch, denn nur so können sie zur vollständigen Erlösung kommen. Doch bevor sie diese Erlösung erreichen können, müssen sie sich mit der Ursache der karmischen Bindungen auseinandersetzen. Nur dann sind sie befreit, können zu so genannten Siddhas, zu Erlösten werden.

Zu den Ursachen karmischer Bindungen zählen die Jainisten neben der Unwissenheit auch Unachtsamkeit, fehlende Selbstkontrolle, Gier, Zorn oder Hochmut.

Das Ziel des Menschen, der zur Erlösung kommen will, muss es nun sein, einerseits zu verhindern, dass er kein neues Karma ansammelt sowie altes Karma los wird. Letzteres kann durch äußerliche Askese (Fasten, körperliche Schmerzen, ruhiges Sitzen) und innerlicher Askese (Demut gegenüber Mönchen, Nonnen, Leidenden, älteren Menschen, Meditation, Studieren der Heiligen Schriften) geschehen.

Mit den karmischen Bindungen setzte sich in europäischen Breiten Dion Fortune als erste Autorin und  Okkultistin auseinander. In ihrem Buch „Das karmische Band“ (englischer Titel „The secret Doctrine of Love and Marriage“) schreibt sie detailliert darüber, wie karmische Verbindungen entstehen und wie sie gelöst werden können.


Wer war Dion Fortune?

Mit bürgerlichem Namen hieß sie Violet Mary Firth und wurde am 06.12.1890 geboren. Ihre Eltern gehörten den „Christian Scientists“ an. Ihr Interesse an der Erforschung der menschlichen Psyche wurde im Alter von 29 geweckt. Damals arbeitet damals an einer Schule. Mit der Direktorin ist sie ständig im Streit.

Als Dion schließlich kündigt, wirft ihr die Direktorin vor, dass sie für den Job nicht geeignet sei und kein Selbstbewusstsein besitzt. Dion Fortune meint später, die Direktorin hätte bestimmte Techniken des Hypnotismus und Yoga benutzt, um sie für die nächsten drei Jahre zum psychischen Wrack zu machen. Während dieser Zeit studiert Dion Fortune Psychologie und beschäftigt sich hier mit den Werken von Freud und Jung. Vor allem von Jungs Veröffentlichungen fühlt sie sich darin bestätigt, dass die Antworten zur Komplexität des menschlichen Geistes im Okkulten liegen müssen. 1919 tritt Dion Fortune der „Alpha and Omega Lodge of the Stella Matutina“ bei, einer äußeren Loge des “Hermetic Order of the Golden Dawn”.

Sie gerät aber in Streit mit Moina Mathers, der Frau von MacGregror Mathers (Gründer des Golden Dawn). Dion Fortune fühlt sich von Mona Mathers bedroht und abermals psychischen Attacken ausgesetzt. So verlässt sie 1924 die Stella Matutina und gründet in London die „Community (später Fraternity, heute Society) of the Inner Light“. Sie arbeitet als Psychologin und lernt so über andere Fälle psychischer Attacken. Eine zeitlang lebt Dion Fortune in Glastonbury und beschäftigt sich mit den Legenden König Arthurs. Ihre Erkenntnisse schreibt sie im Buch „Avalon of the Heart“ nieder. Es folgen einige Bücher, unter anderem „Psychic Self Defense“ (1930), „Through the Gates of Death“ (1932), oder auch Romane wie „The Demon Lover“ (1927) oder „The Secrets of Dr. Taverner“ (1926). Das Bekannteste ihrer Bücher ist wahrscheinlich die „Mystical Qabalah“ (1935).  Dion Fortune stirbt am 08.01.1946 im Alter von 55 Jahren in London an Leukämie.

Bevor man sich mit dem Thema, also den karmischen Bindungen befasst, müssen die Zeit und die gesellschaftlichen Umstände in Betracht gezogen werden, in sie „Das karmische Band“ geschrieben hat. Die Menschen durften zwar wählen, wen sie heiraten wollten, allerdings hatte die Familie immer ein entscheidendes Wörtchen mitzureden. Der erste Geschlechtsverkehr fand meistens erst in der Ehe statt und eine Scheidung war schwierig.

In den ersten Kapiteln ihres Buches schreibt Fortune über die Entwicklung des Menschen: Hier geht sie vom so genannten siebenfachen Menschen aus.

Vereinfacht gesagt: Ein Mensch besteht aus sieben Ebenen, wobei die erste Ebene der eigene physische Körper und die letzte Ebene die Verbindung zum Universum ist – jene Ebene des All-Einen ist, es kein Ego mehr gibt.

Die siebente Ebene, auch bekannt als die obere spirituelle Ebene, als Ebene des reinen Geistes oder Ebene des abstrakten Geistes, ist die erste Phase der Manifestation; sie gewinnt ihre Substanz und Energie direkt aus dem großen Unmanifesten, das man sich als direkt über der Siebten Ebene liegend vorstellen kann, ein Speicher der unendlichen, potenziellen Energie. Auf dieser Ebene gibt es nicht die geringste Differenzierung, sie ist die Ebene, auf der ‚Alle Eins sind und Eins Alles ist’“.

Die sechste Ebene ist die untere spirituelle Ebene oder Ebene des konkreten Geistes. Im Laufe der Zeitalter der kosmischen Zeit bringt die Entwicklung eine Seele zur Phase der Sechsten Ebene. Diese Ebene ist die oberste spirituelle Entwicklung, die ein Mensch erreichen kann.

Die fünfte Ebene, die obere mentale Ebene oder Ebene des abstrakten Denkens, sorgt für die Entwicklung von Qualitäten bei der einzelnen Seele.

Die vierte Ebene, die untere mentale Ebene oder Ebene des konkreten Denkens, wird durch die Endlichkeit gekennzeichnet. Es ist die Ebene des konkreten Gedankens, ihr Merkmal ist das Gedächtnis.

Die dritte Ebene oder obere Astralebene ist die Ebene der Gefühle und wird gekennzeichnet durch die Reaktion auf Reize, den Wunsch nach Vereinigung.

Die zweite Ebene, untere Astralebene oder psychische Ebene, ist die Ebene der Instinkte und Leidenschaften und wird gekennzeichnet durch den Wunsch, Anziehung auszuüben oder zu besitzen.

Die erste oder physische Ebene ist die materielle Welt, wie Menschen sie erkennen, die in Körpern aus Fleisch und Blut leben.

Das Ziel eines Individuums ist nun, diese Ebenen auszubilden, wobei etliche Leben vergehen können, bevor eine dieser Ebenen so weit ausgebildet ist, damit diese auch weiter entwickelt werden kann.

Ein Beispiel: Laut Dion Fortune ist der physische Körper die einzige Ebene eines Menschen, die bei einem normalen Menschen bereits eine zweifache Entwicklung erreicht hat. „Er funktioniert und ist sich auch seiner Umgebung bewusst“, schreibt sie. Seltener ist, dass ein Körper auch in der Lage ist, abstrakt zu denken, also in der fünften Ebene ausgebildet ist. Eine entwickelte spirituelle Natur, die der sechsten Ebene zugeschrieben wird, sei noch seltener. Das Ziel der menschlichen Entwicklung ist, das Bewusstsein mit dem Körper in Einklang zu bringen – zum Beispiel durch Trance, was aber laut Fortune nur ein vorübergehendes Hilfsmittel ist.

Die Entwicklung eines Individuums geht über viele Wiedergeburten vor sich: Es wird eine Persönlichkeit gebildet, die notwendig ist, um die Erfahrungen, die für ein Leben wichtig sind, zu machen.

„Sie wird abgelegt, wenn sie sich abgenutzt und ihre Brauchbarkeit sich verringert und die Erfahrungen, die sie gemacht hat, werden von der Individualität aufgenommen als Nahrung für die weitere Entwicklung.“

Die Person, die im nächsten Leben aus der alten hervor geht, ist dabei weiter entwickelt als die im vorangegangenen Leben. Aus dieser Lehre der Reinkarnation schreibt Dion Fortune weiter über den Begriff des Schicksals, das vergleichbar ist mit der Lehre des östlichen Karmas. Er steht für Dinge, die eine Person in den vergangenen Leben bewirkt hat und die auch noch in diesem Leben Einfluss haben. Dennoch sei der Begriff „Schicksal“ nicht so zu verstehen, dass es sich dabei um etwas Unausweichliches handelt. Lediglich einige Dinge könnten nicht durch den Willen abgewendet werden – sie kehren so lange wieder, bis sie ihre Kraft aufgebraucht haben, so die Autorin. Dennoch habe ein Mensch immer die Möglichkeit zu bestimmen, wie diese unabwendbaren Ereignisse auf ihn wirken – ob sie ihn zerstören oder ob er aus ihnen lernen kann.

So habe ein Mensch laut der esoterischen Wissenschaft keinen freien Willen, sondern lediglich die Möglichkeit, sich mit den Problemen, die ihm ein Leben bereit stellt, zurecht zu finden, sie zu lösen und für die Zukunft die Weichen zu stellen.

Im Abschnitt „Der esoterische Begriff der Sexualität“ kommt die Fortune auf den Geschlechtsverkehr zu sprechen. Esoteriker, sagt sie, würden diesen Begriff anders verstehen als normale Menschen. Für sie sei Lebenskraft und daher göttlich, heilig. Anders als beim Menschen gibt es im Bereich der Körperlosigkeit kein Geschlecht. Jedoch ist auch bei der Körperlosigkeit eine männliche und weibliche Seite vorhanden, die Seele ist androgyn.

Die interessanteste der spirituellen Ebenen ist laut Fortune die siebte Ebene, also die Ebene des reinen Geistes: Hier befinden sich jene Wesenheiten, die „in ihrer Entwicklung erst wenig über ihren Ursprung hinausgekommen sind und die sich auf der abwärts führenden Kurve der Evolution befinden; und jene, die nach der Vollendung ihrer Evolution wieder zur Höhe ihres Ursprungs hinaufgelangt sind.“

Es ist die Ebene, auf der es keinerlei Form gibt und alles eins ist – ein Zustand voller Liebe und Harmonie. Es gibt keinerlei Differenzierung zwischen einer positiv männlichen und negativ weiblichen Kraft – diese Differenzierung wird erst auf der sechsten Ebene geprägt.

Auf der irdischen Ebene hingegen gibt es die ideale Partnerschaft oder Ehe – so wie sie auf der siebten Ebene fast natürlich vorkommt – nur äußerst selten.

„Viele Ehen basieren ausschließlich auf gegenseitiger Duldung; viele Paare werden nur durch den Druck der öffentlichen Meinung zusammengehalten; manche sind einander nur durch das Band der gegenseitigen Bequemlichkeit verbunden; und doch wurde jeder von ihnen durch ein Bedürfnis in die Ehe geführt, das nur die Vereinigung mit einem anderen hätte erfüllen können.“

Was den Geschlechtsverkehr an sich betrifft, ist demnach jede Vereinigung mit einem Partner unvollständig, wenn nicht jeder der in einer Reinkarnation ausgebildeten Körper daran beteiligt ist. Wenn bei einer Vereinigung mit einem Partner eine der Ebenen nicht unbeteiligt bleibt, wird der Mensch seinen sexuellen Hunger behalten und weiter nach einem geeigneten Partner suchen.

Bei einem wenig entwickeltem Menschen, schreibt Fortune, sind nur die ersten drei Körper fähig, auf die Suche nach so einem Partner zu gehen. Dies betrifft den physischen Körper, den Instinktkörper und den der Emotionen. Eine ideale Beziehung wird zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen, bei denen alle Körper gleich ausgeprägt sind – also zwei oder drei. Warum die meisten Ehen unglücklich verlaufen, führt sie darauf zurück, dass es viele ungleiche Beziehungen gibt.

Laut Dion Fortune gibt es verschiedene Entwicklungsstadien dieser beschriebenen Körper: In einer vollendeten Ehe erleben beide Partner den höheren Körper, sobald dieser sich ausbildet, gemeinsam. Sie erwerben sich gemeinsam ein Wissen, eigene spirituelle Ziele und Ideale.

„Bis schließlich das Bewußtsein zur Höhe des reinen Geistes emporgestiegen ist, die so zwischen zwei Seelen entstandene reine Liebe alle Begrenzungen übersteigen und das ganze Universum in den Bund ihrer Einheit einbeziehen wird. Wenn dies erreicht ist, wird sich, so sagen die esoterischen Philosophen, der höchste Stimulus, der von der physischen Ebene ausgehen kann, auf die Evolution auswirken. Jene beiden, die so auf allen Ebenen verbunden sind, ‚treten in das Licht ein und gehen nicht wieder’ als getrennte Wesen daraus hervor, sondern werden zu einem einzigen Individuum mit einer zweiseitigen Natur, in sich selbst vollendet und sich selbst erfüllend.“

Die idealen Gesetze einer Partnerschaft erklärt die Autorin wiederum mit der Lusterfüllung durch die Körper zusammen: So ist die Erfüllung auf der ersten Ebene durch den Akt des Geschlechtsverkehrs gegeben, auf der zweiten Ebene durch die Vereinigung, das Hervorrufen der Lustgefühle, auf der dritten Ebene durch die Sympathie, die beide füreinander empfinden. Auf der vierten Ebene geht es schließlich  um die gemeinsamen Interessen, auf der fünften beginnt die Vereinigung des Intellekts und auf der sechsten geht es um die gemeinsam spirituellen Ideale. Auf der siebten schließlich, wo alles eins ist, ist keine nähere Einheit mehr möglich.

Sie zieht eine Grenze zwischen Ehe und Partnerschaft: Ehe, schreibt Fortune, sei nichts weiter als eine juristische Verbindung, ein Vertrag. Die Partnerschaft auf der physischen Ebene an sich besteht im Augenblick des Geschlechtsverkehrs, auf der zweiten Ebene sei sie so lange vorhanden, so lange auch die Leidenschaft anhalte, auf der dritten Ebene so lange, so lange die Zuneigung vorhanden ist. Treffen zwei Partner der vierten Ebene aufeinander, dauert diese Partnerschaft eine ganze Reinkarnation, auf der fünften Ebene sogar darüber hinaus. Eine Vereinigung auf dieser Ebene führt dazu, dass die Seelen in unterschiedlichen Reinkarnationen aufeinander warten und sich auch wiederfinden, und „jenes wunderbare Band knüpfen, das, wenn es einmal besteht, sie von den gegenüberliegenden Seiten der Erde zueinander bringt und alle anderen Ketten durchbricht.“

Besteht diese Einheit schließlich auch auf der sechsten Ebene, so durchschreiten die Partner das Licht und kehren nicht mehr wieder.

Dennoch sind diese Partner nicht das, was man in der esoterischen Philosophie unter dem Begriff „Zwillingsseelen“ versteht. Laut Fortune sind es Partner, „die beide aufblühen und größere Entwicklungsmöglichkeiten für sie erreichbar scheinen, als sie allein hätten erreichen können, während sie gleichzeitig von einer wunderbaren Freude und Ausstrahlung umgeben sind.“

Während einer Trennung könne sich keine der beiden Seelen zu ihrer vollen Größe erheben, beide Seelen sind traurig. Und wenn eine Seele leidet, leidet die andere, während sich beide gleichzeitig freuen.

Zwillingsseelen sind aber nicht zwei für einander bestimmte Seelen, wie man meinen möchte. Es sind vielmehr zwei selbstlose Seelen. Und das sei sehr schwierig, schreibt Fortune, weil es nur wenige Seelen gibt, die zu so einer Selbstlosigkeit fähig sind. Denn meistens ist es so, dass die eine Seele alles gibt, während die andere alles nimmt. Für so eine Verbindung sei es jedoch nicht einmal ausreichend, dass beide alles geben. Sondern man spricht dann von einer Zwillingsselen-Partnerschaft, wenn die Seelen in dem Moment genau das geben, was der Partner braucht. Sonst ist das Opfer wertlos.

Die meisten Ehen sind jedoch nur gute Kameradschaften, eine Freundschaft, die dann entsteht, wenn die Leidenschaft abgenommen hat. Die Liebe zwischen Zwillingsseelen hingegen wurde schon in vergangenen Reinkarnationen entwickelt. Die Partner suchen und finden sich. Dennoch sei diese Form der Liebe sehr selten, da die meisten Menschen nur ihre eigenen Gelüste befriedigen wollen. Sehr leicht wird diese hitzige Leidenschaft mit etwas verwechselt, was über das normale Maß an Liebe hinaus geht.

Dion Fortune beschreibt auch, dass die meisten Menschen dazu fähig sind, mit einem Partner auf harmonische Art zusammen zu leben – voraus gesetzt, dieser Partner befindet sich auf demselben Strahl. Begegnet ein Mensch einem anderen, der sich auf demselben Strahl befindet, wird er ein Gefühl der Harmonie verspüren.


Das karmische Band

Der Ausdruck „karmisches Band“ ist aus den östlichen Lehren entlehnt und bezeichnet die positiven und negativen Kräfte vergangener Reinkarnationen. Diese Bänder bestehen durch die Anziehung aus früheren Leben. Dabei kann es auf jeder dieser sechs Ebenen, auf jeder der sechs Körper, Anziehungskräfte geben. Eine emotionale Anziehung gibt es erst auf der zweiten Ebene.

Das heißt, das durch reine körperliche Nähe kein Band entsteht, sondern immer die Emotion mitspielen muss, damit es zur Entstehung eines körperlichen Bandes kommt. Beispielsweise kann bei einem Geschlechtsverkehr mit einer Prostituierten kein karmisches Band entstehen, da hier in der Regel keine beiderseitigen Emotionen im Spiel sind.

Dion Fortune schreibt: „Die Tatsache, dass sich eine Person zu einer anderen hingezogen fühlt, verbindet die beiden nicht miteinander. Nur wenn das Objekt dieses Gefühls darauf reagiert, entsteht diese Verbindung, denn dann hat diese Person die Kraft, die von der anderen ausgeht, sozusagen in sich aufgenommen und bildet so eine substantielle Kontinuität, allerdings nur eine ätherische. Mit Hilfe dieses unsichtbaren Bandes wird im praktischen Okkultismus, sowohl der schwarzen als auch der weißen Art, die meiste Arbeit geleistet.

Wenn eine Person eine andere liebt und diese Liebe erwidert wird, bildet sich eine Verbindung; wenn eine Person eine andere liebt und die Liebe wird durch Haß, Vorwürfe, Ablehnung oder irgendeine Form von Abneigung oder Unfreundlichkeit erwidert, entsteht auch eine Verbindung, und für den Rest ihrer Inkarnation werden diese Bindungen ihre Leben beeinflussen, in einer Bindungsstärke, die proportional zu den empfundenen Gefühlen ist. Nur völlige Gleichgültigkeit verhindert die Entstehung einer Verbindung, jede Gefühlsreaktion bewirkt eine Bindung.“

Durch eine Aktion und die darauf erfolgende Reaktion entsteht eine Bindung, entweder auf der zweiten Ebene durch die Instinkte oder auf der dritten Ebene durch die Gefühlsebene.

Diese Bindungen können lange anhalten oder auch nur ein kurzer Kontakt sein, der zwar sofort vergessen wird – aber so lange ein bestimmtes Gefühl zurück bleibt, eine Erinnerung zurück bleibt, ist auch die Bindung da. Wenn eine Person, zu der eine solche Bindung vorhanden ist, stirbt und das karmische Band nicht davor aufgelöst wurde, bleibt diese Bindung so lange bestehen, bis sie in einer neuen Reinkarnation wieder aufgenommen wird.

Dieses karmische Band verliert auch nichts an ihrer Kraft, sondern sie reagiert immer wieder auf dieselben Trigger. Genau so beschreibt Dion Fortune das berühmte Gefühl der Liebe auf den ersten Blick oder das Gefühl von Verständnis und Nähe, wie es Zwillingsseelen erleben.

Das karmische Band wird immer stärker, je öfter es wieder aufgenommen wird.

Normalerweise sollte es so sein, dass sich die Partner gleichzeitig weiter entwickeln, die Partnerschaft auf spiritueller Ebene eingehen. Wenn es ihnen das jedoch nicht gelingt, ist das karmische Band zwar auf den tieferen Ebenen stark ausgeprägt, allerdings bleiben dann die höheren Ebenen unbefriedigt. Dies könnte im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Mensch den Partner und sich selbst für diese Erwiderung der Gefühle auf den tieferen Ebenen hasst, sich aber dennoch nicht davon befreien kann. So erklärt Dion Fortune Verbrechen in einer Partnerschaft, Verbrechen am Partner.

Nur im Zustand zwischen den Reinkarnationen befinden sich diese beiden Seelen dann auf einer Ebene und können diese Zeit zwischen den Inkarnationen gemeinsam verbringen. Durch das karmische Band werden sie wahrscheinlich zur selben Zeit und so wieder inkarnieren, dass sie einander finden können.

Viel öfter werden karmische Bänder auf den unteren Ebenen geschlossen, also auf der zweiten und dritten Ebene, von denen ein Mensch im Laufe einer Reinkarnation sehr viele schließen kann. Diese karmischen Bindungen dauern nicht sehr lange an.

So kann zum Beispiel eine Verbindung auf der zweiten Ebene – die ja die Ebene der Leidenschaft ist – bewirken, dass eine Person, die diese Leidenschaft einmal mit einer anderen Person geteilt hat, dasselbe noch einmal empfindet, wenn sie wieder auf diese Person trifft. Auch dieses Band bezeichnet Fortune als eines, das nicht sehr lange andauert.

Ein stärkeres Band wird jedoch auf der dritten Ebene geknüpft – also die Ebene, die auch den Charakter beeinflusst. Auch hier können mehrere Bänder innerhalb einer Reinkarnation geknüpft werden.

Zwillingsseelen hingegen werden nach der esoterischen Wissenschaft erst durch die Treue innerhalb verschiedener Reinkarnationen geschaffen – zwei Menschen werden nicht als Zwillingsseelen geboren, sondern sie entwickeln sich dazu. Sind diese beiden Seelen gleich entwickelt, so sind sie auch auf der höheren Ebene ein Paar.


Wie Seelen ihre Partner finden

Laut Fortune gibt es hier drei Arten:

  1. durch die Anziehung der Sexualität
  2. durch die Erneuerung eines karmischen Bandes aus einem früheren Leben
  3. durch das kosmische Band

Besonders mit dem Erreichen der Pubertät kann das erste Band leicht gebildet werden. Vor allem zu diesem Zeitpunkt werden Beziehungen ohne irgendeine Überlegung, rein aus der sexuellen Leidenschaft heraus eingegangen.

In der Zeit, zu der dieses Buch geschrieben wurde, war die Ehe die einzige Möglichkeit, um Geschlechtsverkehr haben zu dürfen. Nahezu fassungslos bemerkt die Autorin, dass sich viele junge Menschen Hals über Kopf in die Ehe stürzen, um den sexuellen Druck los zu werden. Und dadurch entstünden erst die richtigen Probleme, wenn sie entdecken, dass sie ihr ganzes Leben lang an einen Partner gebunden sind und so eine Partnerschaft auch durchaus Anforderungen mit sich bringt.

Dion Fortunes Rat an ihre Leser: Warten, bis der geeignete Partner kommt. Die Gefahr dabei ist jedoch, dass dieser karmische Partner niemals kommt. Also eine Person lieber eine Bindung auf einer niedrigeren Ebene außer Acht lässt, ohne die Bindung auf der höheren Ebene zu erlangen. Und das, obwohl dieser Mensch auf der niedrigeren Ebene vielleicht hätte eine glückliche Beziehung führen können.


Wie entsteht eine karmische Verbindung?

Ein karmisches Band entsteht überall dort, wo Emotionen im Spiel sind.

Beispiel: Ein Typ schnappt mir vor der Nase meinen Parkplatz weg. Ich brüll den an „Du Trottel“ – und schon ist ein karmisches Band entstanden.


Wie lange bleibt so ein karmisches Band bestehen?

Das ist eine Frage, die nicht so leicht beantwortet werden kann, weil es auf die Stärke des Bandes ankommt.

Das Band, das mit dem Menschen entstanden ist, der mir einen Parkplatz wegschnappt, ist eines, das nur die Stärke eines Haares hat und vermutlich nicht lange Bestand hat.

Anders sieht es mit karmischen Verbindungen zu Partnern aus – also mit Menschen, zu denen man Geschlechtsverkehr hatte. Hier hält das karmische Band – je nach Stärke – mindestens eine Reinkarnation lang, wahrscheinlicher ist aber, dass sie auch noch in den nächsten Reinkarnationen vorhanden ist.


Müssen karmische Verbindungen immer nur negativ sein?

Nein! Sie sind ein Indiz dafür, dass mit einem bestimmten Menschen noch etwas offen ist, sozusagen eine Rechnung zu begleichen ist.

Was kann darüber hinaus geschehen, wenn zu einem Menschen eine karmische Verbindung besteht?

Es kann sein, dass der andere über diese Verbindung Energie abzieht.

Weiß denn ein Otto-Normalmensch, ob eine Verbindung schon bestanden hat oder ob sie erst neu geknüpft wurde?

Das ist sehr schwer heraus zu finden. Als Grundsatz kann man davon ausgehen, dass sich disharmonische Bindungen aus früheren Leben abschwächen oder ausgleichen, harmonische verstärken.

Es gibt zu dieser Frage leider keine Pauschalaussage. Wenn man einen guten Kontakt zu seinen Krafttieren hat, können die einen Einblick geben. Man kann auch versuchen, es mittels Tarotlegungen heraus zu finden oder einen hellsichtigen Dritten bitten, die Antworten zu erfragen. Kurzum: Es ist für jemand, der keinerlei magische Übung hat unmöglich, hier eine Antwort zu erhalten.

Kann ein karmisches Band auch zu einem Tier geknüpft werden?

Ja!


Kann ein karmisches Band einseitig geknüpft werden?

Nein!


Gibt es eine Möglichkeit, karmische Verbindungen zu fühlen?

Wenn man sich darauf konzentriert, zum Beispiel in der Meditation geübt ist, ja!

Müssen denn am Ende eines Lebens alle karmischen Verbindungen gelöst sein?

Nein – das ist gar nicht möglich! Ziel sollte sein, dass die Verbindungen lose hängen, also keiner der beiden Menschen am Ende dieser Verbindung vom anderen Energie ziehen kann. Denn andernfalls ist das Band nicht gelöst und die Menschen werden sich wieder begegnen.

Was passiert, wenn ein karmisches Band besteht und einer der beiden stirbt?

Das karmische Band ruht – es ist nicht ausgeglichen, allerdings für denjenigen, der noch in dieser Reinkarnation ist, nicht mehr spürbar.


Kann man daran arbeiten, karmische Verbindungen zu lockern?

Ja, aber das ist keine Sache von einem schnellen Ritual, sondern dauert in der Regel Monate lang, bis eine leichte Lockerung erreicht wird. Wird ein karmisches Band gelockert, kann der andere nicht mehr dran ziehen, das Band bleibt allerdings bestehen.


Wie lässt sich eine karmische Verbindung lockern?

Ja - zum Beispiel mit Reiki: Dazu schickt man Sei Heki und das Hon Sha Ze Sho Nen in eine bestimmte Situation, in der diese karmische Verbindung entstanden ist.

Eine andere Möglichkeit wäre, seinen Guides oder Krafttieren die Aufgabe zu stellen, herauszufinden, wie eine bestimmte Verbindung gelockert werden kann.


Gibt es eine Möglichkeit eine karmische Verbindung vorzeitig zu lösen?

Jede karmische Verbindung wird in der Regel irgendwann im Laufe der Reinkarnationen ohnehin ausgeglichen. Das heißt, spätestens dann, wenn eine Seele von sich aus bereit ist, auf eine andere Existenzebene zu wechseln, sind auch die karmischen Verbindungen ausgeglichen.


Isis


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