Betreut von Anufa
Wir erschaffen die Götter und die Leere   Teil III

Durch einen der mir wohlbekannten Zufälle habe ich im Profil eines guten Freundes ein paar Auszüge aus einem Artikel gelesen, den ich euch nicht vorenthalten wollte. Gwydion, der Autor war so nett, mir die Erlaubnis zu geben, seine Gedanken zu übersetzen und mit euch zu teilen.

Was auch immer der Anlass für den Urknall war und für seinen darauffolgenden Drang zur Schöpfung, es ist in unserer DNA verankert. Wir haben ein ursprüngliches Verlangen zu überleben und um das zu erreichen, wissen wir, dass wir Wärme brauchen, Nahrung , Wasser, Unterschlupf, Gemeinschaft, Fortpflanzung etc.

Unsere Ahnen haben die Zeiten festgehalten und sich daran erinnert, wann die Tiere am fruchtbarsten waren, was sie taten und wie sie sich benahmen; oder wo und wie oft essbare Pflanzen wuchsen,  wie sie aussahen und ob sie noch andere Nutzen hatten etc. Sie hatten die Sterne angesehen um herauszufinden, wie die Dinge auf der Erde laufen würden. Sie haben ihnen Namen gegeben und ihnen Geschichten zugeteilt um sich erinnern zu können. Manchmal gaben sie ihnen auch menschenähnliche Eigenschaften. Weil die Position der Sterne ihnen auch über zukünftige Ereignisse auf der Erde Auskunft geben würde, wurden diesen gottähnlichen Wesen irdische Qualitäten zugeschrieben. Aber wie wir wissen, nichts ist so einfach gestrickt. Es gibt viele Schichten in diesen Geschichten, und das was ich hier beschrieben habe, wäre sicher nicht in Isolation geschehen. Es hätte sich über die Zeit weiterentwickelt, das Überleben wäre vorrangig gewesen. Jede nur mögliche Technik wäre eingesetzt worden um den Erfolg zu sichern. Es wäre eine Kombination aus Praktischem und Mystischem gewesen. Je mehr etwas zu funktionieren schien, desto öfter wurde es wiederholt. Das könnte unter Umständen etwas den Weg geebnet haben, das wir heute als Religion ansehen würden.

Unsere frühen Ahnen konnten sehen, dass das Pflanzen, Wachsen, Füttern und Sammeln am besten zu ganz bestimmen Zeiten des Jahres passierte. Auch bestimmte Seiten des Jagens und Sammelns wurden am besten zu bestimmten Zeiten des Tages oder der Nacht erledigt. Es konnte nicht lange dauern, bis die Vorbereitung auf diese Dinge sich zu ritualisierten Festen entwickelte. Unweigerlich hätten diese Feste dann wahrscheinlich irgendeine Art von Gott oder Göttin, die ihm vorstehen würde.


Rituale

Ob die Rituale der Vergangenheit aus der Notwendigkeit geboren worden waren oder nicht, sie können immer noch auf uns bezogen werden. Rituale können Werkzeuge für Erforschung auf psychologischem Gebiet sein, um Bewusstsein oder Verstehen auszudehnen oder um wieder einen Rapport zu unseren Umwelt herzustellen. Könnte es sein, dass Rituale, die das Überleben sichern sollten unabsichtlich ein Tor, durch das wir in einen andere Dimension schauen können, für uns geöffnet haben?
Wir beobachten den Sonnenaufgang am Morgen, wie die Pflanzen und Tiere darauf reagieren. Wir sehen, dass wenn man von Zeit zu Zeit Regen hinzufügt, Pflanzen schneller wachsen. Abhängig von der Jahreszeit, wissen wir ungefähr, wie viel Zeit wir hatten um unsere Nahrung zu sammeln und Material herzustellen, bevor wir wieder nach Hause zurückkehren. Wir wissen, dass nach Sonnenuntergang unser Heim warm und sicher sein musste. Endlich wäre dann da eine bestimmte Zeitspanne um zu schlafen und sich auszuruhen, bevor die Sonne wieder aufgehen würde.

Schon bald haben wir die Basis für ein Ritual.
Das spricht erst die Erde an um zu sehen, was mit dem neuen Licht enthüllt werden wird, um zu sehen, was getan werden muss. Der Osten würde die Anfänge einer Idee oder Inspiration repräsentieren, wie die Sonne aufgeht.
Darauf sprechen wir den Süden an um unsere Intention zu unterstreichen, wie und auf welche tatsächliche Weise wir zu Werke gehen wollen um greifbare Resultate zu erzielen. Die Sonne wird ihren Höhepunkt erreichen, wenn sie nach Süden reist. Der Süden könnte unser mutiges und kreatives Verlangen repräsentieren, das durch die Wärme und Kraft der Sonne herübergebracht wird.
Dann, wie die Sonne untergeht, wird der Westen angesprochen, es wird die Zeit markiert, zu der die Heimreise zu unserer Bleibe anfängt, bepackt mit unseren Gewinnen um unser Heim bequemer zu machen und um das was wir erreicht haben mit unserer Familie oder unserem Stamm zu teilen.
Endlich sprechen wir den Norden an. Die Sonne ist schon völlig verschwunden und wenn es sich alles und jeder gemütlich gemacht hat, dann ist es Zeit um bis zu den Anfängen des neuen Tages zu rasten. Natürlich wäre all das abhängig von der Hälfte der Erde auf der wir leben.

Der Mond wäre ebenfalls beobachtet worden und natürlich wäre bemerkt worden, dass er sich scheinbar in Größe und Form verändert. Es wäre bemerkt worden, dass wir bei Nacht jagen konnten, wenn der Mond voll war und dass er die Gezeiten des Meeres und die Persönlichkeiten bestimmter Tiere zu beeinflussen schien.

Wir können uns entschließen solche Rituale zu machen um unsere Intention einer gewählten Gottheit gegenüber zu unterstreichen oder nur als Bestätigung für uns selber. Wir können in unseren Ritualen erfinderisch sein, bestimmen ein Sonnenritual des nachts zu machen und dem Mond von unseren Vorhaben für die folgenden Tage oder Wochen erzählen, damit der Mond der Sonne von unseren Träumen erzählt und diese hoffentlich wahr werden lässt. Das könnte als Lehrmethode verwendet werden und als beobachtbare Demonstration der Interaktion von Bewusstsein und Unterbewusstsein.


Zum Schluss

Echos dieser offensichtlichen Rituale finden sich in Staatsreligionen und genauso in Religionen von Minderheiten. Rituale können in Länge und Komplexität voneinander abweichen. Es kann gut sein, dass ihr keine Notwendigkeit seht solche Rituale zu erschaffen oder dass ihr alle Namen von Göttern oder Göttinnen für alles verwendet.
Auf der anderen Seite könnte ihr fühlen, dass die Kommunikation  mit dem, was ihr als höhere Macht anseht, als Gott, viele Götter oder Göttinnen, euer Leben aufwertet, sofern wir im Gedächtnis behalten, egal ob wir Gott, Göttin, menschlich, tierisch, pflanzlich oder mineralisch sind, wir alle teilen denselben Funken, den, der aus der Leere kam.

Was auch immer ihr glaubt, möge es euer Leben verbessern und euren Geist bereichern!


Das WurzelWerk bedankt sich bei Gwydion ganz herzlich für die Erlaubnis seinen Artikel übersetzen und präsentieren zu dürfen!


Gwydion


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