Magick   Teil II
Versuch einer Annäherung an den Begriff Magie über Aleister Crowley

Sucht man im Internet nach Magie oder fragt man magisch Interessierte, stellt man schnell fest, es gibt eine Vielzahl von Erklärungen und Unterbegriffen.

Somit gewänne Magie einen Gesichtspunkt der Selbsterkenntnis, ja mehr noch: Er wäre der wichtigste Aspekt der magischen Arbeit. Dass Wissen um die eigene Bestimmung, die Rolle in diesem Leben wäre das wesentliche Fundament, um magische Erfolge zu erzielen.

Steht in einem der vielen Bücher über die „weiße Hexenmagie“, man muss eine rote Kerze anzünden, um einen Liebeszauber sprechen zu können, könnte man argumentieren, dass die Wahl der Farbe gleichgültig ist. Ob man nun eine rote, eine blaue oder weiße Kerze nimmt oder ob man sie in einem Ritual weglässt, wäre egal, solange man nur den Willen über das Ritual bekräftigt und somit Energien freilegt, die helfen sollen diesen Willen umzusetzen.

Dem entgegen steht der kabbalistische Ansatz, wonach jedes Wort einen bestimmten Zahlenwert ergibt. Alle Elemente, die in einem magischen Ritual enthalten sind, könnte man dementsprechend einen Zahlenwert zuweisen und man könnte sie somit mathematisch in Relation setzen. Mancher Kabbalist wird vielleicht argumentieren, dass rot einen anderen Wert ergibt als weiß und somit ein Ritual mit roten Elementen anders wirken würde, als mit weißen und man vielleicht rote Kerzen neben grüne stellen muss, da die beiden Zahlenwerte zusammengerechnet vielleicht eine bestimmte Zahl ergeben würden, dass mit dem hebräischen Begriff für das Ziel ident ist und anders die Zahlen nicht harmonieren würden.

Der Chaosmagier würde argumentieren, dass die vier Variablen der Formeln der Magie optimiert werden müssen, der Asatru, ob man die Götter richtig angerufen, ausreichend geopfert und die richtigen Runen geraunt hätte…

Die Idee des „True Will“ wäre jedoch auch ein Grund, warum man Religion und Magie nicht trennen könnte. Immerhin stellen sich bei der Frage des True Wills, automatisch auch viele religiöse Fragen, wie z.B. „In wiefern wird dieser Wille durch das Vorleben bestimmt?“ und „Was passiert mit mir nach meinem Tod sollte ich den wahren Willen (nicht) erfüllen?“

Einer der klassischen Aussprüche Aleister Crowleys ist übrigens „Our aim is religion, our method is science“, wodurch zwei oft widersprüchliche Komponenten verbunden werden würden. Um den wahren Willen erkennen zu können, schlägt Crowley vor, sich das Wissen unter anderem über Astrologie, Tarot und die Kabbala anzueignen. In seinem Buch „Magick without Tears“ gibt er verschiedene Anleitungen, wie man das Wissen in diesen Gebieten mehren kann. In demselben Buch gibt er auch ein Beispiel an, wie die magische Arbeit im täglichen Leben aussehen sollte.

„It is also desirable before beginning a formal meal to go through the following dialogue: Knock 3-5-3: say, „Do what thou wilt shall be the whole of the Law.“ The person at the other end of the table replies: “What is thy Will?” You: “It is my Will to eat and drink.” He: “To what end?” You: “That by body may be fortified thereby.” He: “To want end?” You: “That I may accomplish the Great Work.” He: Love is the law, love under will.” You, with a single knock: “Fall to”. When alone make a monologue of it: thus, Knock 3-5-3. Do what, etc. It is my Will to, etc. that my body, etc., that I may, etc. Love is, etc. Knock: and begin to eat.

Je regelmäßiger Rituale eingehalten werden, desto besser. In seinem Buch „Eight Lectures on Yoga“, vertritt er der Meinung, dass es besser ist jedes Ritual pünktlichst zu beginnen und zu beenden, als unregelmäßig aber dafür länger zu arbeiten.

Um auch ein wenig auf die praktische Arbeit in Ritualen einzugehen, möchte ich auch noch das Boleskin working kurz ansprechen. Im Boleskin House, dass bei Loch Ness liegt, versuchte Crowley seinen „Holy Guardian Angel“ zu kontaktieren, indem er ein Ritual von „Abramelin the Mage“ vollzog, in dem er finstere Mächte beschwor, um sie unter die Führung des Lichts zu stellen. Boleskin House wurde von Crowley ausgewählt, weil die Lage des Eingangs passte, weil er Sand am See zur Verfügung hatte(Dort wollte er die Fußspuren der Wesen, die er herbeirief, lesen) und er vor allem ungestört war.

Der Kontakt zum „Holy Guardian Angel“ ist demnach ein zentrales Element in dem System Crowleys. Crowley brach das Ritual jedoch nach ein paar Monaten ab, weil er von seinem späteren Erzfeind Mathers nach Paris gerufen wurde und er sich von ihm Zugang zu den „Secret Chiefs“ des Ordens OTO erwartete. Viele Menschen glauben, dass der wahre Grund für das Mysterium Monster von Loch Ness der ist, dass Crowley nicht alle Dämonen, die er beschwor, gebannt hatte. Den Kontakt zu seinem „Holy Guardian Angel“ erlangte er übrigens dann in Kairo, als er Kontakt mit Aiwass aufnahm, woraus das „Book of the Law“ hervorgegangen ist.


Fazit:
Ich hoffe mit diesem Artikel den Lesern, die Crowleys Arbeiten nicht kennen, einen kleinen Einblick in sein System gegeben zu haben. Um den Rahmen nicht zu sprengen, bin ich nicht auf die Persönlichkeit des „Mega Therions“ eingegangen, über die man Bücher schreiben könnte und die sich nicht nur Löbliches enthalten würde.

Es gibt zahlreiche Anhänger magischer Systeme, die Aleister Crowley verherrlichen als wäre er der Messias einer neuen Religion, andere wiederum verachten seine Unmenschlichkeit. Viele Biographen werfen „dem großen Biest“ vielleicht nicht ganz zu Unrecht vor, er wäre über Leichen gegangen und hätte unzählige Existenzen zerstört.

Man kann zu Crowley stehen wie man will. Er hat ein Fundament geschaffen, seine Definition von Magick und auch weitere Arbeiten sind für viele eine Basis ihrer Arbeit und viele weiterführende Theorien. Auch viele neue Systeme, wie z.B. die Chaosmagie, bauen stark auf Crowley auf und so wäre es falsch, auch wenn man seine Taten verachten würde, ihn zu ignorieren.


Quellen:
Magick without Tears,
Magick in Theory and Praxis
Documention - Aleister Crowley - The Other Loch Ness Monster
Eight Lectures on Yoga
Liber LXXVII - The book of Oz,
Leben und Werk des Tieres Aleister Crowley


Freyjatru


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