Betreut von Anufa
Die Macht der Symbole   Teil I
Symbole begleiten uns unser ganzes Leben lang.
Sie sind uns so selbstverständlich, dass sie oft gar nicht mehr auffallen und dennoch so allgegenwärtig, dass es unmöglich ist sie zu ignorieren, oder gar auf sie zu verzichten.

Das Wort Symbol leitet sich aus dem griechischen symballein ab, das so viel wie "zusammenwerfen" bedeutet. Ursprünglich stellten sie Erkennungszeichen dar, die sich aus dem Zusammenfügen zweier Bruchstücke einer Schale ergaben. Symbole sind Sinnbilder oder Kennzeichen, die stellvertretend für ein Objekt, eine Person oder einen Begriff verwendet werden.
Die klassischen Symbole aus dem Alltag sind so gut wie jedem vertraut: Verkehrszeichen, Symbole für Restaurants, Sanitäranlagen, etc. um nur einige zu nennen. Doch es gibt auch weit geheimnisvollere Zeichen in der Welt der Symbole, die oft einer viel diffizilere und weitreichendere Rolle spielen, denn Symbole liefern eine Botschaft an das Unbewusste.

Nach Jung stellt ein Symbol nicht etwas aus dem persönlichen Kontext Erworbenes dar, sondern ist eine emotionsgefärbte Botschaft aus dem kollektivem Unbewußten. Es taucht aus einer transpersonalen, höheren Ebene des Bewußtseins in der Psyche auf. Es ist die Sprache der Psyche mit der sie noch Unbekanntes, meist Archetypisches dem Bewußtsein mitzuteilen versucht. Es sind "kollektive Vorstellungen", die auf frühesten Menschheitsträumen und schöpferischen Phantasien beruhen. Sie sprechen eine tiefe Ebene der Psyche an, die Ebene der Archetypen. Und so ist es kein Wunder, dass vor allem Menschen, die mit Magie arbeiten der Macht der Symbole häufig zugetan sind.
In diesem Zusammenhang möchte ich einige der am häufigsten verwendeten und interessantesten Symbole darstellen:


Das Pentagramm
Das Pentagramm (grch.: pentágrammos = "mit fünf Linien") ist beinahe jedem bekannt. Es handelt sich dabei um einen fünfeckiger Stern, der sich ergibt, wenn die Diagonalen eines regelmäßigen Fünfecks nachgezogen werden. Im Volksmund wird es auch gerne Fünfstern genannt und gilt als Bannzeichen für das Böse. So soll z.B. ein auf die Türschwelle gezeichnetes Pentagramm böse Geister daran hindern sie zu überwinden.
Das erste Mal tauchte der Fünfstern vor beinahe 3000 Jahren in Mesopotamien als Piktogramm für "Ecke" bzw. "Winkel" auf. Seit dem begann eine lang andauernde Erfolgsstory des kleinen Zeichens, und seine Gestalt zieht sich mit wechselnder Bedeutung durch die Geschichte der Menschheit. So benutzen die Griechen das Pentagramm als Zeichen für Gesundheit. Da man es in einem Zug zeichnen kann wurde es auch gerne als Symbol für den Kreislauf des Lebens verwendet.
Weiters steht es sowohl für den Planeten, als auch für die Göttin Venus: Der Planet grenzt innerhalb von acht Jahren ein Pentagramm am Himmel ab, während es der Göttin auf Grund seiner Fünfstrahligkeit, die es mit der fünfblättrigen Rose in Verbindung bringt, zugeordnet wird.

Auch der bekannte Mathematiker Phytagoras verwendete den Fünfstern als sein Zeichen, wenngleich ihn auch mehr der mathematische Aspekt interessierte: In jedem perfekten Pentagramm lässt sich der goldene Schnitt finden. Abraxxas, Gott der Gnostiker, wurde ebenfalls mit einem Pentagramm symbolisiert, vermutlich, weil er angeblich fünf Urkräfte in sich vereint.

Magier, wie z.B. Agrippa von Nettesheim zeichneten in das Pentagramm die Gestalt des bewussten Menschen: In die vier unteren Strahlen (Dreiecke) Arme und Beine, so ausgebreitet, als wolle der Dargestellte die Welt umfangen, in den Spitz nach oben den Kopf.
Der Stern wird darum dem Zeichen der "Adepten", der "Magier" zugeordnet, die durch ihr Wissen um die Gegebenheiten und Gesetze der meistens als Vierheit dargestellten Welt einen Weg zum glücklichen Dasein gefunden haben. Die fünf Ecken repräsentieren Geist und die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, oder auch Äther und die vier Himmelsrichtungen Norden, Süden, Westen und Osten.
Lévi fasste zusammen:

„Das Pentagramm, das man in den gnostischen Schulen den flammenden Stern nennt, ist das Zeichen der Allmacht und der geistigen Selbstherrschaft."

Das G der Freimaurer in der Mitte, des Pentagrammes geschrieben steht für Gnosis und Generatio, die zwei heiligen Worte der alten Kabbala.
Das Pentagramm wird in Heidenkreisen gerne als das Erkennungszeichen schlechthin verwendet.


Der Drudenfuß
Der Drudenfuß, oder auch Alfenfuß genannt, ist ein im geometrischen Sinne um 180° gedrehtes Pentagramm. Sein Name leitet sich daraus her, dass angeblich Druden, also nächtliche Kobolde, einen Fußabdruck hinterlassen, der einem umgedrehten Pentagramm gleicht. In mittelalterlicher und nachmittelalterlicher Zeit wurden Druden gerne als Symbol für die fünf Wunden Jesu Christi verwendet.

Später wurde das ursprünglich heidnische Symbol, als Zeichen des Teufels umgedeutet : Das Fünfeck sollte von da an für den Kopf einer Ziege, des Baphomets oder des Teufels stehen, wenn es auf einer der Spitzen steht (Die beiden nach oben gerichteten Zacken sollen die Hörner des Teufels andeuten)
Dies ist einer der Gründe warum das verkehrte Pentagramm gerne in der Satanistenszene, in der Metal und Black Metal Szene verwendet wird.


Die kosmische Schlange
Die Schlange, die sich in den Schwanz beisst, also unendlich ist, stellt den Kreislauf des Universums, oder auch der Zeit dar. Sie umgibt die Welt, die sich in der indischen Symbolik, als Lotusblüte in der Mitte des Ozeans entfaltet, oder auch im Bilde einer sich langsam durch die Ewigkeit bewegenden Schildkröte.
Unter dem Namen Ourborus taucht auch im Griechischen die kosmische Schlange auf. Von dort aus drang sie auch in die Mystik der Alchemie ein. Die Schlange der Ewigkeit wird manchmal mit vier Beinen dargestellt, die oft als Anspielung auf die vier Elemente verstanden werden.
Manchmal besitzt sie auch Flügel, was auf die dauernde Bewegung der Energien der Welt anspielt. Im Grunde genommen liegt hier schon ein Drache vor.
Im Tantrismus erscheint die Schlange als die Lebenskraft im Menschen (Kundalini).
Nicht nur ihre Fähigkeit sich zu einem Ring zusammenzulegen, sondern auch ihre Eigenschaft, sich durch Häuten "erneuern" zu können, liess das Tier zum Symbol für den ewigen Kreislauf der Energien in der Welt und im Menschen werden.


Ende Teil I


Dimnara


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