Vorgaben in Büchern
und wie ich sie handhabe. Hier findet ihr praktische Tipps und Anleitungen, die sich für mich in der Ausübung von Magie als hilfreich erwiesen haben.

Ritualbekleidung
In vielen alten Grimoires steht geschrieben, der Magier solle sich in eine Robe aus feinstem weißen Linnen kleiden. Meine Meinung ist, dass ein weißer Frotteebademantel oder einfach ein weißes Leintuch völlig ausreichend ist. Ein Zweck von Ritualkleidung ist, die Schutzfunktion, die sie hat. Da mit herbeigerufenen Kräften und geöffneten Toren zu nichtalltäglichen Bereichen sorgsamer Umgang zu beachten ist.
Hier ergibt sich die Frage: Wie wichtig ist ein Schutz bei Ritualen? Einen Schutzkreis oder Schutzamulette und entsprechende Kleidung zum Ritual zu benutzen ist eigentlich nichts anderes, als einen handelsüblichen Griller samt Grillbesteck zu verwenden. Es zeigt von Verantwortungsbewusstsein, das Grillgut nicht an einem unkontrollierten Feuer zuzubereiten, und nicht mit den Fingern in die Flammen zu greifen. Man schützt damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere vor möglichen „Brandkatastrophen“.

Zum anderen dient Ritualkleidung oder ein Ritualgegenstand dazu, sich in die entsprechende Stimmung zu versetzen und sich die magische Handlung bewusst zu machen, indem dieser ein gegenständlicher Ausdruck verliehen wird. Mag sein, dass manche Leute nur in Kleidung aus edlem Linnen oder aus Samt und Seide und mit Ritualrequisiten aus Gold und Silber in Stimmung kommen (diesen Eindruck erwecken manche Grimoires bei mir jedenfalls). Ich habe meine Rituale oft genug mit alltäglichen Gegenständen, teils mit improvisierten Requisiten durchgeführt und damit die besten Ergebnisse erzielt.
So verhält es sich auch mit dem nächsten Tipp...


Jungfräuliches Pergament
In Zauberbüchern steht manchmal geschrieben, dass der Magier seine Sigillen oder magischen Symbole auf jungfräuliches Pergament zeichnen solle. Die Erfahrung zeigt noch eine andere Möglichkeit auf: Ein sauberes Blatt Papier vom Notizblock erfüllt den Zweck vollkommen. Natürlich könnt ihr auch, wenn ihr euer Ritual ausschmücken wollt, ein Stück Pergament oder handgeschöpftes Büttenpapier verwenden. Der wesentliche Inhalt und die Aussagekraft dieser Handlung liegen darin, daß ganz buchstäblich ein unbeschriebenes Blatt für den Zauber verwendet wird.


Altarkerzen
Da in der heutigen Zeit alles in die Richtung „Schneller, größer, weiter...“ drängt, möchte ich hier vermerken, dass der Magier, wenn er sich eine noch größere Ritualkerze verschafft hat, mitunter einige Tage dabei verbringen kann, auf die Fertigstellung seines Spells zu warten, da in zahlreichen Büchern vorgegeben wird, ein Ritual mit dem Herunterbrennen der Kerzen zu beenden. Der Sinn besteht für mich darin, einen Abschluss der magischen Arbeit zu definieren und bewusst zu machen. Hierzu empfehle ich, denn weniger ist oftmals mehr, kleinere Kerzen, wie z.B. Christbaumkerzen oder Tortenkerzen zu verwenden, da diese im Ernstfall die Dauer eines Rituals um einige Tage verkürzen können.
Der Abschluss des Rituals bringt uns zu einer weiteren Frage: Die Gegenstände räume ich wieder in die Schublade, die Kleidung kommt in den Schrank (bei Hard-Core-Magiern in eine Truhe oder ein Behältnis, das bei bestimmten Planetenständen und aus speziellen Materialien gefertigt sein muss), soweit okay - aber wie verfahre ich mit den Überresten?


Fliessende Gewässer
Nicht allein der Abschluss eines Rituals wird in der Magie definiert und veranschaulicht, auch wie weiter verblieben wird, ist zu beachten. Die Reste eines Rituals sind meistens abgebrannte Kerzen, Asche von verbranntem Papier/Pergament, verwendete Pflanzenteile oder Früchte oder geopferte Speisen (z.B. Ritualbrot). Diese Reste werden entfernt, teils aus praktischem Zweck, denn wer lässt schon gerne Müll in seiner Wohnung herumliegen. Der magische Aspekt daran ist das Loslassen des Rituals und der darin enthaltenen Gedanken und Wünsche. Nur durch das Auslassen derselben wird Energie freigesetzt, die das gewünschte Ergebnis bringen kann. Die Wünsche und Absichten des Rituals werden je nach Weltanschauung dem Unterbewusstsein, der Göttin, dem Gott, anderen spirituellen Entitäten oder dem Universum überantwortet. Um das anschaulich und begreifbar zu machen, trennt man sich von den verbliebenen Materialkomponenten.
In vielen Zauberbüchern steht, dass man die Überreste eines Rituals oder Spells in ein fliessendes Gewässer entsorgen soll. Meine Interpretation dazu ist: fliessendes Wasser kann als Bild für den Lauf der Zeit oder auch für das Unterbewusstsein gesehen werden. Und genau diese beiden Dinge braucht ein Zauber um in Erfüllung zu gehen. Mit dieser Aussage will ich allerdings nicht gegen die Bemühungen von diversen karitativen Organisationen zum Schutze der Natur arbeiten, sondern vielleicht nur einen Denkanstoss geben. Ihr könnt Euer Ritual entweder um einen Ausflug in die Natur erweitern, oder auf die nächstliegende Verbindung zu einem fließenden Gewässer zurückgreifen, indem ihr sozusagen den „Magick Waste“ im Klo runterspült und somit umweltfreundlich über die nächstgelegene Kläranlage seinem Bestimmungsort zuführt.

In nächster Nähe zu diesem fürchterlich praktischen Gimmick des Industriezeitalters findet ihr hoffentlich auch das moderne Equivalent einer Quelle, nämlich einen Wasserhahn, an dem ihr gegebenenfalls Eure Edelsteine aufladen könnt...


Magie am Arbeitsplatz
Damit ihr auch am Arbeitsplatz nicht auf das gewohnte Umfeld einer spirituell und magisch angereicherten Atmosphäre verzichten müsst, empfehle ich folgendes:

Legt euch einen Rosenquarz irgendwo auf euren Arbeitsplatz, vorzugsweise vor den Monitor (falls vorhanden). Dieser „schluckt“ durch seinen Ionenaustausch die negativen Schwingungen, ob diese nun vom Computerbildschirm, vom Chef oder von sonstwo kommen und sorgt für ein angenehmes spirituelles Klima. (Die Aufladung findet – wie schon erwähnt - an einer Quelle oder am Wasserhahn statt)
Für den eingefleischten Magier gibt es die Möglichkeit, den Arbeitsplatz in einen Altar umzufunktionieren, indem er auf seinem Schreibtisch in jeder Himmelsrichtung einen Gegenstand für das jeweilig passende Element aufstellt.

Osten: Luft z.B. eine Feder, ein kleines Flugzeug oder das Bild eines Vogels
Süden: Feuer z.B. ein kleiner Drache, eine Kerze oder eine Duftlampe
Westen: Wasser z.B. ein kleiner Kelch, ein Aquarium, im schlimmsten Falle reichen auch Standard-Ausrüstungsgegenstände wie etwa ein Kaffeehäferl
Norden: Erde z.B. ein Bergkristall, ein Blumenstock oder Kakteen

Diverseste Gegenstände die hierfür verwendet werden können, findet ihr in allen möglichen Geschenkartikelläden.
Falls ihr das Bild einer Gottheit, der dieser Altar geweiht werden soll, einbringen möchtet, empfiehlt sich eine diskretere Aufbewahrung in einer der Schreibtisch-Schubladen, denn schließlich muss man ja seine Geheimnisse nicht „offen auf den Tisch“ legen.
Wenn ihr euren Arbeitsplatz spirituell reinigen oder aufladen wollt, unternehmt ihr das am besten zeitig in den Morgenstunden oder nach Büroschluss, wenn ihr nicht in Gefahr lauft, von neugierigen Kollegen unterbrochen zu werden. Nehmt ein Glas oder einen Kelch mit frischem Wasser (Leitungswasser ist OK), fügt eine Prise Salz hinzu, wendet die Formeln an, die ihr normalerweise bei solchen Riten auch verwendet und versprengt etwas Wasser in die vier Himmelsrichtungen. Das restliche Wasser wird getrunken und somit in weiterer Folge spätestens einige Stunden später einem fließenden Gewässer zugeführt.


Der Magier auf Reisen
Um nach dem alten Motto, welches schon die Pfadfinder verwendeten, „allzeit bereit“ zu handeln, und somit auch immer bereit für spirituelle Notfälle zu sein, empfiehlt es sich, immer eine gewisse Grundausstattung am Mann/an der Frau zu haben, nämlich:

Ein Schweizer Messer = dient als Ritualdolch
Teelicht und Feuerzeug/Zünder = zur Simulation einer Altarkerze
Kompass = zur korrekten Anrufung der Himmelsrichtungen und Elemente
Notizblock und Kugelschreiben/Bleistift = zum Zeichnen von Sigillen oder Niederschreiben von Formeln
Ein Päckchen Tarot-Karten (möglichst kleines Format) = zur jederzeitigen Befragung der Orakel
Optional kann auch ein kleiner Spiegel, ein Pendel und Salz mitgenommen werden

Auch dieser Artikel schliesst mit Danksagungen, und zwar an Erik und Mad Mat für die Mitgestaltung des Textes und an Magda die Weise für intuitive Erkenntnisse.


Silberwolf


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