Betreut von Anufa
Spirituelle Übungen
Wer magisch tätig ist, braucht auch Übungen für Geist und Seele. Magie ist eine Sache von Kreativität und Flexibilität. Es ist gut, sich selber zu kennen und auch mal neue Wege zu gehen. Ich schlage vor, spirituelle Übungen in den Tagesablauf einzufügen, weil sie das Wohlbefinden fördern und Magie in den Alltag bringen.

Allerlei Übungen, die in der Esoterik-Szene angeboten werden, sind mit körperlichen und/oder finanziellen Strapazen, schwierigen Verrenkungen und dem Aufsagen oder Singen von merkwürdigen Worten oder Formeln verbunden. Silberwolf meint daher: Bevor ihr schwierige Übungen macht, versucht es mal mit einfachen!


Sage einmal täglich das Wort "Willkommen"
Diese Affirmation wird dir einen positiven Impuls geben. Sei dies beim Aufstehen (oder auch später) in dem du sagst:„Der heutige Tag ist mir willkommen!“. Sollte eine unangenehme Situation auftauchen, dann sage statt zu jammern:„Diese Herausforderung ist mir willkommen!“ (Dies ist allerdings auch nicht zu übertreiben...)
Ich habe diese Übung in einem Seminar für Kommunikationstraining gelernt. Sinn und Zweck der Sache ist, dass das Wort „Willkommen“ negative Gedanken neutralisiert und Befürchtungen vor dem was kommen könnte werden ersetzt durch Gedanken an die Chance etwas zu lernen, Probleme zu lösen und an den Herausforderungen zu wachsen. Die Methode hat sich bei mir bestens bewährt und mir zu einer optimistischeren Einstellung verholfen.


Wie wäre es, die Dinge aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten?
Das geht ganz leicht. Du brauchst nur mal zu versuchen, eine Woche oder auch länger ohne ein bestimmtes Wort auszukommen. Ich habe zum Beispiel für einen Monat das Wort „aber“ aus meinem Wortschatz gestrichen und eine interessante Zeit damit verbracht, in neuen Wegen zu denken, zu argumentieren und zu diskutieren. Wenn sich das Reden in anderen Bahnen bewegen muss, dann geschieht das unterbewusst auch nach und nach mit dem Denken und Handeln. Auch andere Worte können auf diese Weise aus dem Vokabular entfernt werden um eine interessante Woche zu verbringen: „warum“ und „weil“, „muss“ und „soll“ etc.
Ich habe schon erlebt, wie Freunde Übungen machten, die darin bestanden, ein Wort wegzulassen. Als ich mal hörte, wie ein Motivationstrainer meinte „Das Wort aber sollte in unseren Wortschatz nicht vorkommen“, beschloss ich das gleich in die Tat umzusetzen.

Auch die Aussage „Das gibt es nicht!“ kannst du zum Beispiel durch die Phrase: “Das ist unwahrscheinlich.“ ersetzen. Oder verzichte auf den Satz: „Das geht nicht“. Ich bin draufgekommen, dass sich der Satz: „Das gibt’s nicht.“ sehr leicht anbietet, jedoch zu sagen: „Das kann ich mir nicht vorstellen.“ ist ehrlich mir selbst gegenüber und trifft den Kernpunkt der Sache. Wie oft haben Menschen schon Dinge für unmöglich erklärt, nur weil sie sich das nicht vorstellen konnten? Ein ehrlicher Blick auf uns selbst, die Gesellschaft und ins Geschichtsbuch macht dies deutlich.


Überlege dir für jeden Tag, worauf du dich an diesem freust
Jeder Tag hat seine lichten Seiten, wenn du weißt, wo sie zu finden sind, also bemühe dich auch, sie wirklich zu finden. Wenn du an den nächsten oder übernächsten Tag denkst, dann frage dich auch gleich, welche erfreulichen Ereignisse zu erwarten sind. Wie bei den weiter oben beschriebenen Übungen wird auch hier der Standpunkt zu den Dingen geändert. Denn ich kann nicht immer alles um mich herum verändern, ich kann dafür jederzeit meine Einstellung zu meiner Umgebung neu gestalten.


Befrage für jeden Tag ein Orakel
Lege dir Tarot-Karten oder Runen auf den Nachttisch. Wenn du aufstehst, sagst du: “Der heutige Tag ist mir willkommen - was sagen die Karten (oder Runen)?“ Trag die Tages-Tarot-Karte oder Tages-Rune in ein Notizbuch oder einen Kalender, damit du das Orakel nicht vergisst (moderne Praktizierende können die gezogene Karte/Rune auch in einem Organizer speichern).
Achte darauf, was im Laufe des Tages geschieht. Du kannst dadurch Rückschlüsse auf die Bedeutung der Karte oder Rune ziehen und wirst dein Orakel dadurch besser kennen lernen. Dadurch habe ich erkannt, was Tarot-Karten und Runen für mich persönlich bedeuten, und das muss nicht immer die Standard-Zuordnung sein. So habe ich z B. die Erfahrung gemacht, dass die Uruz-Rune an Tagen auftauchte, wo gesunde Ernährung, Heilung, Diät oder ein Sauna-Besuch aktuelle Themen waren. Somit habe ich bei Uruz die Bedeutung „körperliches Wohlergehen und Gesundheit“ aufgrund meiner eigenen Erfahrungen zugeordnet. Bei der Interpretation von Runensteinen und Runenkarten habe ich seitdem für Uruz interessante neue Gesichtspunkte erkannt.


Führe ein Traumjournal
Leg dir ein Notizbuch auf den Nachttisch. Beim oder unmittelbar nach dem Aufwachen, wie lange das Aufwachen im speziellen dauert, sei der Tagesverfassung überlassen (oder auch einfach nur dem Charakter), schreibe deine Erinnerung an die Träume auf. Durch kontinuierliche Aufzeichnungen kann später noch der Inhalt des Traumes nachvollzogen werden, und du kannst dann auch nach längerer Zeit immer wieder nachlesen, welche Trauminhalte wie oft und in welchen Variationen vorkommen. Auch wird das Träumen deutlicher erlebt, wenn du dich bewusst damit auseinandersetzt. Außerdem werden dadurch die unterbewussten Bilder und Symbole besser zum Verständnis gereicht.
Nachdem ich ein halbes Jahr lang meine Träume aufgeschrieben hatte, fiel mir beim Durchsehen des Notizbuches auf, dass etliche Ereignisse und Situationen aus meinen Träumen inzwischen eingetroffen waren. Ohne Aufzeichnungen wäre mir das nicht so leicht aufgefallen. Nach ca. 9 Monaten kontinuierlichem Traumjournal geschah es mir einmal, dass ich in einem Traum mit einem Aktenkoffer unterwegs durch ein Bürogebäude war. Ich träumte dann, dass ich in einen Zug einstieg und feststellte, dass der Aktenkoffer nicht da war. Mir wurde bewusst, dass es sich um einen Traum handelte, und ich sagte mir:“Okay, es heißt doch, man könne seine Träume willentlich verändern.“, also ließ ich die Geschichte wie einen Film auf dem Video-Recorder rückwärts laufen, gelangte zu der Szene, in der ich den Aktenkoffer stehen gelassen hatte, nahm den Koffer auf und ließ dann die Handlung wieder vorwärts laufen bis zum Bahnstation. Dort stieg ich in den Zug ein und die Geschichte ging weiter. Bis dato hatte ich über die Kontrolle von Träumen nur gelesen, und diesmal erlebte ich es aus eigener Erfahrung, und das war allemal interessanter.

Dies sei allerdings nur ein Anhalt beziehungsweise ein Impuls. Keinesfalls will ich mir anmaßen, verbindliche Vorschreibungen zur Durchführung zu geben. Die beschriebenen Methoden halfen mir, was jedoch nicht bedeutet, dass sie auch mit absoluter Sicherheit jedem anderen nützen, da wir alle unsere eigenen Wege haben, unsere Magie zu praktizieren und zu wirken.

Mein besonderer Dank ergeht diesmal an:
Mad Mat für die Mitgestaltung des Textes
Jürgen den Philosophen für Freundschaft, Kritik und Denkanstösse


Silberwolf


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