Baba Jaga 2010   Teil II

Alte Wege neue Wege - Mein erstes Baba Jaga.

Und deshalb...zurück zur spirituellen Weiterbildung


Als nächster Programmpunkt stand ein Seidr Ritual von und mit Lady Purple auf dem Programm. Seidr ist eine Glaubenstradition mit starken indoeuropäischen Wurzeln, von der man allerdings nicht weiß wann oder wo sie entstanden ist. Das ist aber auch nebensächlich, denn Hauptsache es wirkt. Der Inhalt des Rituals war es, gemeinsam im Kreis zu lärmen, musizieren, rasseln und trommeln und eine Trance aufzubauen. Sechs Frauen wurden die Rollen der Seherinnen zugewiesen, die sich in Trance tanzen sollten und dann auf einen eigenen Hochsitz klettern sollten um dort weiß zu sagen. Jeder, der oder die wollte konnte dann zu einer Seherin hinkommen und sich eine persönliche Deutung auf eine Frage geben lassen. Die Seherinnen wechselten ihre Plätze je nach Empfinden und so mischte sich alles sehr gut durch. Nachdem sich die Mutigen getraut hatten sich eine oder mehrere Fragen beantworten zu lassen, kam der Kreis langsam zu Ruhe und das Trommeln zum erliegen.


Parapsycho – Logisch

Archimedes war nun an der Reihe sein Wissen und Können unter Beweis zu stellen. Als begeisterter Wissenschaftler hat er es sich zur Aufgabe gemacht parapsychologischen Phänomenen nachzujagen, nach einer Erklärung zu suchen und auch Experimente in diese Richtung zu machen. Genau dies wollte er im Rahmen so vieler Festivalteilnehmer machen, eine einmalige Chance mit einem vielleicht bahnbrechenden Outcome. Nach einem einleitenden Vortrag begannen wir Experiment Nummer eins. Im Raum waren in jeder Himmelsrichtung verschiedene Symbole angebracht. Durch eine Zufallsziehung per Würfel sollte eines davon genannt werden und unsere Aufgabe war es dieses schon im Vorhinein zu erraten oder vorherzusehen. Das sorgte für viel Spaß und Begeisterung und eine Teilnehmerin schafft sogar die volle Punktezahl – kein schlechtes Ergebnis!

Energie  
Energie

Nach dem Essen – Gläserrücken


Das zweite Experiment war etwas aufwendiger. Alle Teilnehmer wurden in Gruppen bis zu sechs Personen geteilt und begaben sich in dieser Formation in ihre Zimmer um dort Gläser zu rücken. Aber nicht ganz normal, denn immerhin wollen wir ja einen Versuch wagen, und somit wurden allen Teilnehmern die Augen verbunden. Um schlussendlich noch zu wissen, ob dabei sinnvolle Antworten herauskommen können wurde jede dieser Versuchsgruppen auf Video aufgenommen und sollte dann später von Archimedes und seinem Team ausgewertet werden. Nach so viel Aufregung war den meisten nach Party – und die gab's auch zu Livemusik von den Joculatores. Und so endet ein weiterer Tag des Baba Jaga Festivals.



Tag Drei – Samstag und Regen

Nach einer langen Nacht fiel die morgendliche Runde beim Kundalini Yoga schon etwas kleiner aus. Aber nichts desto trotz waren viele begeistert sich nach dem Frühstück ein bisschen Power durch langsame Streckübungen zu holen. Das Wetter war an diesem Tag leider weniger sonnig, genauer gesagt begann auch hier wie im Rest Österreichs die Sintflut einzubrechen und es regnete in Strömen. Kein gutes Vorzeichen für eine Kräuterwanderung, die nun auf dem Programm stand, aber die Begeisterung bliebt nicht aus. Immerhin gibt es kein wirklich schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! Und so führte Ökologin Elaria hinaus in die Welt der Pflanzen.


Mehr Heilung

Voller Kraft dann zum nächsten Workshop - „Jeder kann heilen“. In diesem sollten wir eine intuitive Heilung durch einen Übungspartner erfahren, und um die bestmöglichen Kombinationen herauszufinden wurde der Partner per Los entschieden. Da wir in unserer Gesellschaft nicht so viel Wert auf freundschaftliche Berührung legen und oft ein sehr distanziertes Verhältnis zur Berührung von Fremden haben, war es für viele nicht einfach jemandem die Hände zur Heilung aufzulegen oder dadurch Energie zu geben, doch die anfängliche Scheu wurde sehr schnell abgebaut. Der Gedanke jemandem - auch wenn man ihn nicht kennt - als Menschen etwas von sich zu geben, das ihm helfen kann, ist eine sehr emotionale Sache, und genau auch deshalb und für den Mut das zu versuchen sollte jeder von uns seinem Übungspartner auch Danke sagen. Es begann also damit, dass sich die beiden Partner einander vorstellten, falls sie sich noch nicht kannten. Dann den Namen des anderen sagten, um ein Gespür für ihn zu bekommen - seine Hand zu halten, um seine Wärme zu spüren und einfach hinein zu fühlen, wer der andere denn ist. Dann entschieden die beiden sich, wer beginnen sollte und einer begann dem anderen Energie zu geben.


Erinnern, spüren und fühlen

Nachdem einer der beiden Partner durch den anderen eine Heilung erfahren hatte, sollte der Gebende sich durch den Raum auf die Suche nach jemandem machen, dem er in einer zweiten Behandlung noch etwas geben könne. Wichtig ist hierbei die Intuition, man erkennt schon automatisch, zu wem man hingezogen wird und sollte diesem Gefühl auch nachgeben. Nach dieser Runde war dann der zuerst behandelte Partner an der Reihe seinem Partner Heilung zu geben, um dann wiederum auf die Suche nach einem anderen Menschen zu gehen. Für mich war es sehr spannend zu sehen, wie viele verschiedene Techniken und Ansätze des Heilens dort sichtbar wurden. Manche heilten aus Intuition heraus und ließen sich von ihrem Gefühl leiten, was ein Mensch brauchte, oder wo es ihn schmerzte. Andere gaben Reiki oder sogar Shiatsu und wandten bestimmten Techniken an, die sie gelernt hatten. Noch spannender waren natürlich die Gespräche im Nachhinein - zwischen den beiden Partnern, was sie gefühlt hatten und ob diese Bereiche des Körpers, die geheilt worden waren denn eine Krankheitsgeschichte hatten. Durch diese gemeinsame Arbeit begannen dann Bande zu wachsen, zwischen einzelnen Menschen und auch der ganzen Gruppe. Das ist sehr schön zu erleben und macht auch bewusst dafür, dass alle anderen ebenso Menschen sind und keine Symptome, dass sie auch spüren und fühlen und etwas zurückgeben können.

  Innenhof
Innenhof

Lehrreich geht es weiter...


Am Nachmittag lockte Teil 2 des Runenvortrags von Eibensang, sowie der von vielen lang erwartete Vortrag über die Tradition der Göttinnenverehrung von Frederic Lamond, welcher in eine lange Diskussion überging, die dann in einen Sharing Circle mündete. Die Idee des Sharing Circles war eine ganz neue Idee, welche dieses Jahr zum ersten mal in Einsatz kam und auch promt für Begeisterung sorgte. Am ersten und letzten Abend gab es jeweils eine große Runde aller TeilnehmerInnen um sich auszutauschen, anzukommen wie sich zu verabschieden. An den zwei Tagen dazwischen wurde die große Gruppe in kleinere getrennt – eine für Frauen und eine für Männer um ganz intim über Erfahrungen und Eindrücke zu sprechen, das Horn kreisen zu lassen, zu singen, scherzen und Freundschaften entstehen zu lassen.


Feuer und Wasser

Aufgrund des anhaltenden Regens fiel die geplante Feuerspirale leider ins Wasser. Dies ist vielleicht auch eine spannende Symbolik, wenn man bedenkt wie emotional dieses Wochende bisher schon war und auch weiterhin bleiben wird. Vom Feuer sahen wir auf jeden Fall nicht so viel, wie wir gerne hätten. Denn aufgrund des starken Regens gab es dieses Jahr nicht einmal ein Lagerfeuer draußen, sondern nur den offenen Kamin – das ist in den letzten Jahren auch noch nie vorgekommen, weder am MerryMeet noch am Baba Jaga. Von einem ordentlichen Power-Abend hat uns das aber nicht abgehalten, denn am Samstag stieg die große Party des letzten Abends und es wurde geredet, getrommelt, getanzt und gesungen bis weit in den Morgen hinein, so wie wir das kennen und lieben. Als besonderes Schmankerl durften wir Zeuge der Performance von Orryelle Defenestrate Bascule und Epic werden, ein australischer Performancekünstler aus der Chaosmagischen Ecke und ein Glasbläser, welche gemeinsam eine Geschichte erzählten - die Geschichte des Alchemisten – und mit dieser Performance die Stimmung für spätere Trommelsessions und lange Feuertänze einleiteten.


Feuer  
Feuer

Die letzten Stunden brechen an...

... und überall machte sich die Aufbruchstimmung am Sonntag bemerkbar. Da es noch immer sehr nass war vom anhaltenden Regen, kam auch das Baumeln nicht zustanden, auf dass sich viele gefreut hatten. Die Gefahr vom Ast abzurutschen war einfach zu groß und so begnügten wir uns stattdessen mit einer großen Abschiedsrunde und vielen kleinen Plaudereien. Nach so einem langen und intensiven Wochenende fällt es schwer Abschied zu nehmen, da doch sehr viele Menschen weit auseinander wohnen, aber es haben sich definitiv viele Bande gebildet, viele Menschen zusammengefunden. Ich glaube jeder, der am Baba Jaga war kann sagen etwas mit nach Hause zu nehmen, ob es neue Freunde sind, Erfahrungen und Erlebnisse, tiefe Einblicke und ein riesengroßes Stück Spiritualität.

Und wie immer muss natürlich danke gesagt werden – allen die dieses Fests zu einem großen Erlebnis gemacht haben. Also allen TeilnehmerInnen, sowie einer unermüdlichen Crew, die stetig um unser aller Wohlbefinden bemüht war und von A nach B gefahren hat, hinter uns aufgeputzt und uns das Badewasser angeheizt hat. Dem Einsatz von Lady Purple die Traditionen eines Festes neu aufleben zu lassen und mit ihrem Bemühen etwas ins Leben zu rufen, dass zwar an das alte erinnert, aber im Grunde jedes Mal wieder etwas neues ist. Dieses Fest war ein friedvolles und enges Fest, wie ich es selten erlebt habe und deshalb freue ich mich schon auf alle weiteren, die da noch stattfinden werden und ich hoffe es werden noch viele sein.


Shina Edea


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