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Ausflug in die Welt der Kelten

Dieser Ort war vor der Römerzeit Mittelpunkt des südalpinen Raumes und hat sich durch ein vitales Gesellschaftsleben ausgezeichnet. Die Besucher können die vorchristliche Götterwelt, die Pracht und Herrlichkeit und das Handwerk erleben.

Frög beantwortet die Frage, wo wir herkommen. Dass die Welt gestern und heute ähnlich funktioniert, beweisen rekonstruierte Funde. Die Hügelgräber der Anlage sind authentische Fundstellen und mit neu angelegten Wegführungen Hauptattraktion der Anlage. Der als Schaugrab gestaltete Grabhügel 120 ist ein Erlebnishöhepunkt. Mystifikationspunkte in der weitläufigen Anlage sind nicht willkürlich gesetzt, sondern von Geomanten ermittelt. In der Arena wird die Erde als Scheibe, das Weltbild des Griechen Hekataios, der 500 v.Chr. lebte, gezeigt. Tafeln und Modelle lassen im Verbund mit Originalfunden die Welt in unmittelbarer Nähe zum Gräberfeld wiedererstehen.

   
 
Mich persönlich hat die Noreia-Kultstätte
am meisten beeindruckt.
 
Die zentrale Statue ist umsäumt von diesen
Vogelholzstatuen und wirkt sehr eindrucksvoll!

27. 8. 2008
Ich war heute mit meinem Sohn in der Keltenwelt in Frög, nahe Klagenfurt und möchte euch gerne ein wenig darüber berichten.

Die geheimnisvolle Zeit der Hallstattzeit wird in der Keltenwelt Frög lebendig: Vor rund 3.000 Jahren begruben Kelten in Frög ihre Toten mit kostbaren beigaben wie Schmuck und Waffen unter riesigen Grabhügeln. Europaweit einzigartig soll der Fund eine prunkvollen Totenwagens aus Blei sein. Ein Wegesystem führt durch die Totenstätten zu einem der größten Fundgräber, das – umgebaut als Schaugrab – tiefe Einblicke in vergangene Totenkulte gewähren soll. Zu dem Wegesystem sei gesagt, dass hier auf einem Schild die Leylines knapp erklärt wurden.

Die Keltenwelt in Frög zeigt Lebensweise, Kult, Weltbild und Gesellschaftsstruktur unserer Vorfahren. Im Mittelpunkt stehen die im Frauengrab gefundenen Originalschmuckstücke. Ergänzend gibt es dort stets wechselnde Sonderaus-stellungen des Landesmuseums Kärnten, welche zusammen mit Aktionstagen experimenteller Archäologie den Besuchern die Geschichte versucht, lebhaft zu vermitteln.

Auch die Ausstellungsstücke finde ich absolut sehenswert und interessant! Leider kann ich persönlich sonst nicht so viel Auskunft geben, da mir der geschichtliche Hintergrund fehlt, aber deswegen, macht euch selbst ein Bild. Einiges Wissenswertes findet sich auch auf der Homepage der Keltenwelt.

 
Der Eingang zum Hügelgräberfeld/wald
Die zitierten Grabbeigaben Eines dieser Hügelgräber
Weben und Färben in der Hallstattzeit
Die fürstliche Hochzeit
 


Das Gräberfeld

Hier wieder der Originaltext des Museums:
Möchte man sich dieser Zeitperiode nähern, so ist man mit dem Besuch der ehemaligen Wohnstätten der Herren von Frög falsch beraten - man muss die Gräber der selben aufsuchen. Frög und damit die Elemente dieser Zeit, die hier gefunden wurden, geben einen schillernden Einblick und machen bildlich verständlich, was man im Geschichtsunterricht in der 6. Klasse einmal über die Zeit vor Jesus Christus und dem römischen Reich gelernt hat. Aber wieviel weiss man doch über die Weltmächte - und wie wenig doch über seine eigenen Wurzeln! Ägypten, Babylon, Medo-Persien, Griechenland... das sind alles entfernte Kulturen. Und doch entdeckt man die unterschiedlichsten Einflüsse derer in unseren Breiten. Sei es nun von den Entruskern kopiert oder gekauft, wertvoll ist es für unsere Reise allemal!

Die Hügelgräber im Wald und die Wege sind sehr nett, das einzige, was ein wenig störend wirkt, sind dann am unteren Rand die Häuslbauer… Eine nette Info war auch, dass ein Brauerei- und Gasthofbesitzer Anfang 19. Jhdt. diese Grabstätten entdeckt und dann weitergesucht haben soll.

Das Hügelgrab Nr. 120 Höhepunkt der Ausstellung der Keltenwelt ist der geöffnete Grabkoffer des Hügelgrabes Nr. 120, eines der größten Fürstengräber in Frög. Die Ausgrabung begann 2003 und wurde von Dr. Paul Gleirscher vom Landesmuseum Kärnten und seinem Team ausgeführt. Die Funde sind zur Zeit noch im Landesmuseum zur Untersuchung, allerdings befinden sich authentische Modelle der Funde im exakt nachgebildeten und klimatisierten Grabraum. Dies führt den Betrachter an das Denken der Angehörigen eines Verstorbenen nahe. Warum wohl hatte man soviele verschiedene Gegenstände als Grabbeigaben zum verbrannten Leichnahm hinzugefügt? Nun, je mehr Beigaben, desto schöner das Leben nach dem Tod. Das wussten allerdings auch schon zeitgleich Grabräuber...


Mein persönliches Lieblingsstück

Hier der Text zum Ausstellungsstück:
Noch im Mai 1883 kam im Bereich Rosegg am Grabhügels (Hügel 10) u. a. das Modell eines Wagens aus Blei zum Vorschein. Dieser Wagen sollte bald zum bekanntesten Fund aus dem Gräberfeld von Frög werden. Bei den sogenannten Zugtieren handelt es sich um Pferdefiguren. Mit drei Centimeter Schulterhöhe erreichten sie nur die halbe Höhe der Wagenräder, so dass schon deshalb eine unmittelbare Zusammen-gehörigkeit wenig plausibel erscheint. Zwölf Tiere lassen sich darüber hinaus nicht unter ein Joch bringen.
Beim Modell beeindruckt die Übereinstimmung mit den Wagen aus elitären Gräbern der Hallstattkultur. Die Sitte, angesehenen Toten Wagen mit ins Grab zu geben, erfaßte den Ostalpenraum als Folge etruskischer Kulturvermittlung im 7. Jahrhundert v. Chr.

Man könnte fragen, ob der Mythos gegenständlich im Grab dargestellt wurde, vor allem wenn man den Miniaturcharakter des Fröger Wagens berücksichtigt.

Menschliche Figuren erscheinen erst im Laufe des 7. Jahrhunderts v. Chr. Anhand der Geschlechtsmerkmale können vielfach Männer und Frauen unterschieden werden. Bei beiden sind die Brüste kugelförmig ausgebildet. Menschen mit erhobenen Händen werden als Beter (Oranten) angesprochen. Auch deutet sich mehrfach ein Bezug zu zeitgenössischen Darstellungen im Umfeld des Begräbniskultes an. Für sakrale Szenen spricht jedenfalls die Nacktheit sämtlicher Figuren. Männer erscheinen im weiteren als Reiter auf Hengsten mit errigiertem Phallus. In Reliefform ausgeführt sind Enten, die ein Radkreuz eingeschrieben haben können. Speichenräder erscheinen auch als Einzelelement sowie in dreieckigen Plaketten integriert. Im 7. Jahrhundert v. Chr. ersetzte man bei den Etruskern in Mittelitalien das Speichenrad in der Vogelbarke durch eine menschliche Gestalt. Und auch die Elite von Rosegg scheint diesen Prozeß anfänglich mitgemacht zu haben.

Solltet ihr noch mehr Fotos sehen wollen, so mailt mir und ich lass sie euch zukommen. Auf jeden Fall find ich´s sehenswert und interessant ist es auch - also auf jeden Fall einen Ausflug wert.

 

 

 

 

   
Der besagte Totenwagen

EuMin


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