Die Churburg - Ritterspiele in Südtirol

Die Ritterspiele Südtirol auf der Churburg werden vom selben Veranstalter wie jene auf der Ehrenberg abgehalten, was auch eine gute Möglichkeit ist die beiden mal miteinander zu vergleichen, damit man weiß, was einen erwartet und nicht unbedingt 2mal das selbe sehen muss, ohne damit gerechnet zu haben.

Churburg

Der Veranstalter

Wie bereits gesagt haben die Ritterspiele Ehrenberg und Churburg denselben Veranstalter, was schon mal darauf schließen lässt, dass es dort ein ziemlich ähnliches Programm geben wird. Und genauso ist es auch. Die Turniere und Veranstaltungen sind genau die selben wie auch auf der Ehrenberg, mit dem Unterschied, dass es heuer auf der Churburg weit weniger voll war als in Ehrenberg und man somit viel mehr vom Programm mitbekommen konnte, denn es waren immer noch irgendwo Plätze frei, von denen man gute Sicht hatte. Was allerdings natürlich in Südtirol seitens des Veranstalters angebracht ist, ist ein Programm in Deutscher als auch Italienischer Sprache, was es manchmal ein bisschen langatmig macht zu folgen, wenn für die Italienischen Besucher übersetzt wird, oder andersherum.
Auch zwischen den großen Veranstaltungen war etwas weniger los, als auf der Ehrenberg. Keine Ahnung, ob es daran lag, dass die Ritterspiele Churburg mehr Platz zur Verfügung hatten und sich kreisförmig um die Bühne zogen, im Vergleich zu Ehrenberg, wo man entlang des Weges aufbauen muss und natürlich alles von Menschenmassen überschwemmt wird, wenn eine Veranstaltung endet. Aber nun mal ein bisschen mehr Hintergrundwissen um die Churburg, damit ihr wisst, worum es eigentlich geht.


Die Churburg

„Die Churburg (it. Castel Coira) ist eine hochmittelalterliche Burg oberhalb der Gemeinde Schluderns nahe des Reschenpass in der Provinz Bozen, Region Trentino-Südtirol. Die Churburg ist die am besten erhaltene und am meisten besuchte Burg in Südtirol.Erbaut wurde die Burg in der Zeit um das Jahr 1250 durch den Fürstbischof von Chur, Heinrich von Montfort. Bereits im Jahr 1297 war die Anlage im Besitz der Herren von Matsch, mit denen das Fürstbistum Chur in ständiger Fehde lag. 1504, nach dem Tod des letzten Vertreters derer von Matsch, gelangte die mittlerweile stark ausgebaute Anlage in die Hände der Grafen Trapp. Im Jahr 1516 war Kaiser Maximilian I. auf der Churburg zu Gast. 1537, nach Erbstreitigkeiten, ging die Burg auf Grund des Polheimschen Vertrages endgültig in den Besitz der Familie Trapp über, welche sie noch heute besitzen.“
(Quelle: Wikipedia.de)


Was habe ich bei den Ritterspielen erlebt?

Im Gegensatz zu den Ritterspielen auf Ehrenberg, waren die Tribünen hier nicht ganz so voll, und so konnte ich mir endlich die Shows auch ansehen statt nur anhören. Und ich muss wirklich sagen, dass da riesige Mühen und Kosten dahinter stecken, denn die Schauspieler waren alle vollkommen sattelfest, auf den Pferden und ihren Rollen, es wurde mit Feuer gearbeitet und das nicht zu knapp, und natürlich gab es auch hier wieder ein Feuerwerk, am letzten Abend des Festes. Ein kleines Manko war, dass eines der Mikrofone nicht richtig zu arbeiten schien, und man somit einen der Ritter nur teilweise verstand, trotzdem war es ein schönes Spektakel.

Brennender Reiter


Der Kessel des ewigen Lebens

Das war der Name des Theaterstücks, das in der Arena abendlich aufgeführt wurde, und wahrscheinlich nicht nur Kinder in seinen Bann zog.  Man erzählte das Märchen der Elfenprinzessin, die böse Königin hatte ihr Volk getötet, um an den Kessel des ewigen Lebens zu kommen, der den Elfen ihre Unsterblichkeit zusichert. Die Prinzessin überlebt als einzige und schwört Rache, sie will sich auf die Reise begeben, natürlich braucht sie dazu einige Begleiter. Schon bald findet sie einen seltsamen Zauberer, der irgendwie kein Glück mit der Magie zu haben scheint. Zuerst will er eine Armee herbeizaubern, und eine Amazone betritt die Arena. Weiters folgen dem ein Barde und ein Ritter. Gemeinsam zieht diese Gruppe aus, um zuerst gegen die Dämonenreiter der bösen Königin zu kämpfen, und dann den Kessel von ihr zu holen. Natürlich wird hier in Form von spektakulären Turnieren gekämpft, es gibt viel Feuer- und Lichteffekte, heroische Musik diverser Kinofilme aus dem Lautsprecher, um das zu untermalen und auch Möglichkeiten für das Publikum, entweder den Hass oder den Jubel von Schluderns zu beweisen.
So haben wir etwa gelernt, wie der Jubel des Kaisers Maximilian geht: Als erstes trappelt man mit den Füßen in den Boden, dann schlägt man die Hände ineinander bis sie bluten, und danach tun die Frauen das, was sie (laut Ansager) am besten können: Sie kreischen. Um das ganze abzurunden, wirft man am Höhepunkt des Jubels die Kinder in die Luft.


Die Schlacht

Natürlich sollte auch hier eine Schlacht dargestellt werden, die so genannte Calven- Schlacht. Laut der Homepage der Ritterspiele, soll dies eine sehr blutrünstige Schlacht gewesen sein, da die Erwachsenen rund um Glurns bereits zu einem großen Teil getötet waren und die Soldatesken nun Kinder in den Krieg schickten. Die kaiserlichen Verteidiger verloren die Schlacht, der Kaiser kam mit seiner Verstärkung zu spät. Als der Kaiser Maximilian schlussendlich am Kampfplatz ankam, und die Situation erkannte, soll er bitterlich geweint haben.

Natürlich ist es nicht möglich diese Schlacht historisch dazustellen, da die Schauspieler Erwachsene sind, was auch wichtig ist, da die meisten von ihnen, beispielsweise die Deutschen Landsknechte auf Waffendrills besonders dafür ausgebildet werden. Trotzdem soll die Nachstellung dieser Schlacht neben einem historischen Einblick aber auch als Mahnung stehen bleiben, damit so etwas nicht mehr passiert.

Calvenschlacht


Weitere Attraktionen

Wie auf Ehrenberg gab es natürlich einen großen Markt, und das Spießgericht der Landsknechte, sowie täglich einen Festumzug, entweder durch die Stadt Schluderns oder durch das Festgelände selbst. Dieses Jahr gab es am Freitag ein besonderes Zuckerl für alle eingefleischten Mittelaltermusikliebhaber, die Streuner spielten auf. Leider mussten sie so schnell sie gekommen waren auch wieder abreisen.

Eine weitere super Band waren „Elster Silberflug“, die sich einfach mitten am Weg vor der Arena aufbauten und unplugged spielten. Jedes Mal umringt von einer riesigen Menschenmasse, mit viel Aktion und Applaus.

Ein weit traurigeres, musikalisches Auftreten gab es dagegen von der Gruppe „Heidenlärm“. Ich als Heidin hab natürlich den Namen gelesen und wollte sofort hin, vielleicht trifft man ja wirklich Heiden. Allerdings muss ich sagen, dass ich sehr enttäuscht war, von dem, was ich schlussendlich sah. Außer Lärm, nicht viel Heidnisches zu hören, die Lieder waren größtenteils bereits von anderer Quelle bekannt, nur umgestellt. Die Witze und Reden zwischen den Liedern teilweise richtig publikumsfeindlich und manchmal sogar fast schon ins Makabere gehend. Nach einem Nazikommentar war dann endgültig Schluss mit meiner Geduld, ich muss sagen ich bin zutiefst enttäuscht von der Gruppe, und kann sie deshalb nicht positiv bewerten. Aber wenn ihr wollt, horcht sie euch selbst an und bildet euch ein Urteil.

Im Großen und Ganzen fand ich das Spektakel aber positiv, das Wetter war wunderbar, die Landschaft ebenso, wie auch die Leute, die man leider manchmal nicht verstehen konnte, weil Italiener. Das ist der große Haken am fest. Am besten lest ihr euch ein bisschen ins Italienische Vokabular ein, wenn ihr nächstes Jahr nach Schluderns kommt, ansonsten könnte es euch passieren, dass ihr Standler oder Personal nicht verstehen könnt. Ansonsten aber ein super Fest, zu sogar billigeren Preisen als auf der Ehrenberg und nicht ganz so überlaufen.

Der Berg ruft

Wer zu den Ritterspielen auf der Churburg gehen möchte, dem kann ich sie nur empfehlen. Und wenn ihr schon mal da seid, geht auf jeden Fall auch mal in die Burg, denn sie besitzt die weltweit größte private Rüstungskammer, mit echt sehenswerten Stücken.


Quellen und Links:
http://www.churburg.com/
http://de.wikipedia.org/wiki/Churburg
http://www.ritterspielesuedtirol.com/


Shina Edea


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