WurzelWerk's SommerFest 2007   Teil II
Diesmal geschehen Zeichen und Wunder: kaum sind wir vom SommerFest zu Hause, trudeln auch schon die ersten EventBerichte ein! Dank Savah und Funkelchen können wir Euch nicht nur an optischen Impressionen sondern auch am persönlichen Eindruck teilhaben lassen.

 






Hier trenne ich mich von der Gruppe. Fledermaus möchte zum Bankomaten, da sie noch WurzelWerk-Einkäufe begleichen muß. Babs wird als Fahrer benötigt und ich weiß wo im Moor die Torfstichstelle ist. Damit wir Frauen nicht so alleine sind, begleitet Alex uns. Nach einer kleinen Rundfahrt durch Gmünd (da gibt es übrigens keinen Mc Donalds) kommen wir wieder zum Parkplatz. Vor uns ein Auto mit Wiener Kennzeichen, dessen Fahrer bei Einheimischen nach dem Weg fragt. Da er zielstrebig denselben Weg ins Moor nimmt, fragen wir ihn, ob er eventuell das WuWe sucht. Die kryptische Antwort lautet, dass er mystische, dunkle Wälder suche, da der zuvor besuchte Wald nicht dunkel genug war. Bis zur Himmelsleiter begleitet er uns und steigt dann hinauf um dort die Aussicht zu genießen. Ich höre später, dass unsere große Gruppe das auch getan hat. Fledermaus meint scherzhaft, dass wir damit unseren „Wiener Axtmörder“ auch los sind. Ja, ich gebe zu, dass uns der Mann etwas suspekt war.
Ich führe mein kleines Grüppchen weiter durch das sonnige Moor und verspreche dann, dass es nicht mehr weit ist. Zur Bestätigung hören wir laute Stimmen und Kichern und Gelächter wie bei einem Haufen Teenager. Auf Fotos habe ich verzichtet, also kann ich euch den Anblick nur schildern. Fast die Hälfte der Gruppe war eindeutig im Torfstich. Schlammbedeckte, schwarze Menschen stehen im Hochmoor und kichern. Wer sauber ist, versucht Abstand zu halten von den nackten Moorleichen. Trotz notdürftiger Säuberung, damit sie die Unterwäsche anziehen können, sehen sie grauenvoll aus. Was mögen sich die Spaziergänger gedacht haben, als die notdürftig gekleideten, schlammverschmierten Erdferkel an ihnen vorbei Richtung Teich wanderten.

Merlin führt die kleinen Schlammspringer zurück zum Teich, wo sich herausstellt dass man Moorschlamm abschrubben muss. Nur durch Baden geht er nicht von der Haut. Babs bemüht sich sichtlich, einen verklebten Dunklen Clown abzuschrubben, der das mit lauten Schreien dankt. Er war sich sicher, dass sie versucht hat, die Haut mit abzuschrubben. Böse Zungen behaupten, es wäre Merlins Hundebürste gewesen, die er uns da zur Verfügung stellte.
Nachdem alle wieder halbwegs sauber sind, wird der Aufbruch zur Waldarena beschlossen. Jetzt kann man die Schlammmonster ja wieder in ein Auto lassen. Kurzfristige Hektik macht sich breit, da Perduil verschwunden ist und den Kindersitz von Liban im Auto hat. Dabei war er nur kurz im Wald verschwunden und hatte das Zeitgefühl verloren.

Als wir zurückkommen, begrüßen wir die Neuankömmlinge in der Arena und Brighid muss für die halbverhungerten Moorbesucher die Essensplanung vorverlegen. Obwohl etliche Leute den Namen von Brighid´s Kesselgericht eigenartig fanden - „Alte Fetzen" ist keine übliche Bezeichnung, schon gar nicht für ein so gutes und sättigendes Gericht. Da mein Pullover abends immer noch feucht ist (er lag an der Außenseite des Zeltes in der Nacht), beschließe ich, das WuWe Merchandise zu nutzen und erstehe eine Zippweste mit Kapuze, da die Temperatur am Abend wieder merklich abfällt.


Die Singvøgel
Um 21 Uhr beginnt einer der Höhepunkte des SommerFestes. Die Singvøgel beginnen mit dem Konzert. Bekanntes zum Mitsingen, neues zum Anhören und alles wird begeistert zum Tanzen genutzt. Neben der Bühne etwas abseits bemerke ich Kalynia und Sonnenstrahl, die sich für die Show warm machen.
Bei der Ankündigung der Feuershow wird die Tanzfläche geleert und die Spannung steigt. Wir sehen die extra einstudierte Show zu dem Lied „Feuer für den Stamm“. Am Ende der Show streikt der Fotoapparat. Das letzte gemeinsame Feuerspucken der Beiden als Abschluss war zu viel. Kalynia und Sonnenstrahl strahlen über das ganze Gesicht, schweißüberströmt, verrußt und zitternd. Am nächsten Tag erzählt mir Sonnenstrahl, dass Kalynias Pois 60 kg Zugkraft entwickeln und jetzt bewundere ich die Beiden wirklich, weil mir vorher nicht klar war, wie körperlich anstrengend so etwas ist.

Dann wieder ein Höhepunkt, auf den die meisten gewartet haben. Bei den ersten Takten vom Feuersang finden sich viele auf der Tanzfläche ein. Uns schwingend, haltend und stützend singen wir gemeinsam mit. Ich stehe zwischen Dunkler_Clown und Morgane und spüre die Emotionen die bei diesem Lied geweckt werden und werde mitgerissen. So manchen treibt es dabei die Tränen in die Augen.
Archimedes taucht die Bühne in neues Licht als er uns mit buntem Feuer erfreut. Aus einem bestimmten Blickwinkel scheint Duke in grünes Feuer getaucht. Nach dem wunderbaren Konzert geht es am Lagerfeuer mit Feuershows und Trommeln weiter. Natürlich wird auch wieder gesungen.

Gegen drei Uhr Morgens stapfe ich zu meinem Zelt, um zu schlafen und werde den Weg hinauf vom Klang der Trommeln begleitet.
Perduil erzählt mir am Morgen, dass die letzte Gruppe bis um sechs Uhr blieb und Distelfliege erklärt, dass sie irgendwann des morgens Lieder der Ärzte gesungen haben. Mein Dank an meinen „Damianadealer“ an diesem Abend, die herrliche Mondelfe.


Sonntag
Um acht Uhr wird es heiß in meinem Zelt und da ich nicht mehr schlafen kann, beschließe ich nachzusehen, ob unsere Kaffeeversorgerin Bettina schon wach ist. Das Lagerfeuer raucht noch und davor sitzt Altair. Eindeutig ein Frühaufsteher. Wegen Kaffeemangels beschließe ich erst mal ein RedBull zu trinken, da mir klar ist, dass ich immer noch nicht ansprechbar bin. Dabei beobachte ich Altair wie er rund um die Feuerstelle beginnt, Becher und Flaschen einzusammeln. Danke Altair.
Bettina tritt ihren Frühstücksdienst an und stellt erst mal einen riesigen Kübel mit Kaffee her. Gemeinsam deckt das Barteam für das Frühstück auf und mit meinem Kaffee in der Hand habe ich Zeit, die Leute zu beobachten, die sich langsam einfinden. Von der Bar aus überblickt man sowohl den Weg zu den Zelten, als auch den Weg vom Saloon, also nutze ich diese Möglichkeit mit dem Fotoapparat. Als Babs auftaucht wird sie von Anufa zu warmem Wasser verurteilt und von mir wieder in den Schlafsack geschickt. Es ist etwas Schönes, die lächelnden und dankbaren Gesichter zu sehen, wenn man den Leuten zeigt, wo es Kaffee gibt.

Rothani leidet unter starken Rückenschmerzen und wird von Fledermaus hinter die Bar geschleppt und auf einem Tisch gelegt, um bearbeitet zu werden. Kurz darauf höre ich gequältes Gestöhne von hinten. Ich riskiere einen Blick und sehe, dass mittlerweile nicht nur Fledermaus, sondern auch Anufa die stöhnende Rothani bearbeiten. Es hört sich etwas grausam an, aber danach geht es ihr merklich besser. Allerdings ist sie nicht sehr glücklich darüber, zu dunklem Brot verurteilt worden zu sein.
An der Bar ergeben sich die heidenüblichen Gespräche. Wir beginnen beim Necronomicon und landen bei He-man, John Sinclair und Heidi. Die Biene Maja nicht zu vergessen. Bettina nutzt in der Zwischenzeit zwei Scheiben ihrer Frühstücksgurke, um sie auf ihre Augen zu legen.

Perduil erzählt mir im Austausch für Kaffee, dass Zelt Nummer 9 (das mitten im Wald mit der Fahne davor) es geschafft hat fünf Leute in einem Zweimannzelt unterzubringen. In der Nacht davor waren es nur vier Leute gewesen.
Sonnenstrahl erklärt Venayra, dass in Österreich das schöne Waldviertel der Landesteil ist wo die ganzen Verrückten hinziehen und fragt, ob es so was in Deutschland auch gibt. Leider habe ich ihre Antwort verpasst. Merlin bestätigt mir nachher, dass die Verrückten ins Waldviertel ziehen. Babs taucht gegen Mittag wieder aus dem Saloon auf und diesmal geht es besser.

Spontan beginnen einige Musik zu machen, während die ersten Gäste aufbrechen und es beginnen langwierige Verabschiedungen und herzliche Umarmungen. Rothani beginnt die Bestandzählung der „Küchenausrüstung“ bevor jemand übereifrig etwas im Auto verstaut, was noch nicht gezählt wurde. Dann beginnt das große Putzen und Müllsammeln. Der Schmuck um die Quelle wird entfernt und die Zelte werden abgebrochen.
Ich beginne fasziniert Gwynnin zu beobachten, der vor einem großen Haufen Gepäck steht, der noch in Anufas kleines Auto muss. Nach fünf Minuten gibt er auf und wendet sich etwas anderem zu. Ich bekomme die Gelegenheit, die selber gemachte Tasche für die Trommel von Distelfliege zu bewundern, die sie in ihrem Artikel über das quilten erwähnt.
Fledermaus treibt die letzten Schulden der „Arsch verkauft“ Liste ein und ist erst mal mit der Abrechnung beschäftigt. Perduil erklärt mir, dass er nur so lieb aussieht und tut und versucht ein böses Grinsen. Es ist im allerdings nicht gelungen, mich davon zu überzeugen. Langsam haben alle eine Mitfahrgelegenheit und niemand muss hier zurückbleiben. Das zuviel eingekaufte Brot wird verteilt, verschiedene Leute umarmen mich herzlich. Immer wieder höre ich die Frage: Sehen wir uns am BB&C?

Die Waldarena leert sich nun schnell bis nur mehr Anufa, Gwynnin, Babs, Bettina, Fledermaus, Alex, Rothani, Dunkler_Clown und ich anwesend sind. Ein letzter Rundgang, ob alles eingesammelt und verstaut ist und dann widmet sich Anufa (zu unser aller Vergnügen) den Rückenschmerzen vom Dunklen_Clown. Begleitet wird das Ganze von den Meldungen des Publikums: „lass locker“, „Sehnen sind eh angewachsen“. „Streck die Knie durch“ und der wichtigsten Anweisung: „Du sollst atmen“.
Fledermaus hält noch eine kurze Ansprache und dankt dem Barteam, das jetzt noch da ist. Und nach Gwynnins letzter Zigarette, die dann doch zwei oder drei wurden, verabschieden sich auch Anufa und Gwynnin. Wir wollen auch gerade aufbrechen, als Merlin kommt. Na dann müssen wir natürlich schon noch etwas bleiben und uns von Merlin einige Geschichten erzählen lassen über Schamanen, Gurus, verrückte Nachbarn und die Menschen im Waldviertel. So etwas darf man sich nicht entgehen lassen.

Und dann brechen wir doch auf. Babs sammelt noch alle unsere Wegweiser ein, und ich mache mich auf den Weg nach Wien, wo ich erst um 21 Uhr ankomme, da ich noch Kind und Hund einsammeln musste. Während der Fahrt fällt mir ein, dass ich vergessen habe Sonnenstrahl und Kalynia zum Geburtstag zu gratulieren. Beide Geburtstage fielen genau auf dieses Wochenende. Zu Hause führt mein erster Weg unter die Dusche und dann muss ich mir unbedingt noch die ca. 300 Fotos ansehen die ich am Wochenende gemacht habe.
Es war ein wunderbares Wochenende, auch wenn ich viel zu wenig geschlafen habe. Aber da war ich vermutlich nicht die Einzige.


Ende Teil II


Savah


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