Betreuung gesucht für WurzelWerk's
Gesundheit und Spiritualität
Der Kongress präsentierte das alte Wissen verschiedener gesundheitlicher Systeme und Kulturen. In Verbindung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen wird ein neues Bewusstsein gegenüber der Erde und dem Menschen als Ganzheit erweckt. Verantwortungsbewusste Präventivmaßnahmen jedes Einzelnen bilden die Basis, damit das staatliche Gesundheitssystem entlastet und neu geformt werden kann.

Ziel des Kongresses
Schamanen, Heiler und Wissenschaftler aus Afrika, Amerika, Asien, Australien und Europa werden zusammenkommen, um einen interkulturellen Austausch anzuregen und zu fördern. Das Verständnis für Körper und Gesundheit wird durch die Einbeziehung der spirituellen, emotionalen und sozialen Aspekte des Menschen neu gestaltet. Gegenseitige Befruchtung und Neuentwicklung setzt grundsätzlich die Kenntnis des “Eigenen” und des “Fremden” voraus.
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Gehirnforschung werden diesen Prozess begleitend unterstützen. Wir wählten die Repräsentanten einer Tradition nach dem Kriterium der Authentizität und der Unverfälschtheit. Das Wissen über die Zusammenhänge von Mensch – Natur – Gesundheit – Spiritualität soll einfach und aus erster Hand vermittelt werden.

Soweit die Infos des Vereines „Pacha Mama“. Stattgefunden hat der Kongress in Wien, auf der Baumgartner Höhe, vom 23. – 26. Juni 2005 und ich konnte mir dieses Ereignis natürlich nicht entgehen lassen. Hier möchte ich nun mit euch ein paar Gedanken und Erlebnisse teilen. Es wird mir zwar kaum gelingen die Fülle dessen, was an diesen vier Tagen von jedem einzelnen Vortragenden vermittelt wurde auch nur zu streifen. Also beschränke ich mich auf meine ganz persönlichen Highlights ...

Die Eröffnungsrede des Kongresses wurde von Prof. Dr. Manfred Kremser gehalten, den einige von uns ja schon durch Vorträge an der Uni Wien kennen. Juan Camargo Huaman, ein Quechua-Indianer aus Peru, der auf Anweisung seiner Meister Philosophie und die Mystik der Erde hauptsächlich in Europa lehrt, bestritt den ersten Vortrag „Der Mensch als Einheit von Himmel und Erde“. Ein Satz ist mir dabei sehr lebendig im Gedächtnis geblieben:

„In Quechua gibt es kein Wort für „Liebe“ – sie wird gelebt und dazu gibt es keine Theorie, sondern nur das, was wir tun.“.


Der Met der Begeisterung von Dr. Christian Rätsch
Ein sehr beeindruckender Nachmittag sollte mich erwarten ... Da alle Übersetzer ausgelastet waren, Uncle Les (ein Ältester der Maui) aber mit zu Christians Workshop kommen wollte, erklärte ich mich spontan bereit für ihn zu übersetzen – was sich als sehr spannend herausstellen sollte.
Christian rollte die germanische Geschichte unter anderem von Tacitus her auf. Langsam aber sicher kristallisierte sich heraus, dass er und Uncle Les bereits am Abend vorher im Hotel auf einige mehr als interessante Ähnlichkeiten in der Kultur der indigenen Einwohner Hawaiis und der, durch römische Geschichtsschreibung und Archäologie nachvollziehbaren Kultur der germanischen Stämme, gestoßen waren. Nur ein kleines Schmankerl davon:
Die Berserker (Krieger der Germanen, die in Bärenfelle gehüllt schon durch ihren bloßen Anblick die Römer in die Flucht schlugen und denen nachgesagt wurde, dass sie sich in der Schlacht in Bären und Wölfe verwandeln würden, die aber selbst nicht angreifen durften, sondern nur der Verteidigung des Stammes dienten) finden in den Kriegern Hawaiis ein Ebenbild. Hawaiianische Krieger greifen ebenfalls niemals an (auch nicht nach Provokation) und es wird ihnen nachgesagt, sich im Schlachtgetümmel in Hunde zu verwandeln. In beiden Kulturen war also das Soldatentum völlig unbekannt, die Krieger waren nur der Verteidigung dienlich und bedienten sich der Kraft und Gestalt bestimmter Tiere.

Aber auch abgesehen von diesen völkerübergreifenden Erkenntnissen kam die Information wahrlich nicht zu kurz. Christian beleuchtete viele Zusammenhänge zwischen Pflanzen, Verwendungszwecken und Überlieferungen. Etliche dieser Themen sind in seinem Buch „Der Heilige Hain“ nachzulesen – leider nur eben ohne die fesselnd persönliche Darstellung des Themas, die sich nur durch das gesprochene Wort ergibt.


Magisch-religiöse Heilrituale im Alpenraum von Kurt Lussi
Diesen Workshop, den ich erst sonntags besuchte, ziehe ich nun vor, weil er sich thematisch mit demjenigen von Christian wunderbar ergänzt. Er war für mich sozusagen der krönende Abschluss der Veranstaltung.
Wieder waren sowohl Uncle Les als auch Christian (der die Übersetzerfunktion übernommen hatte) Zuhörer und diesmal waren es Bräuche aus der Schweiz, die sich mit Sichtweisen aus Hawaii deckten. In beiden Kulturen gibt es sogenannte Totenwege, auf denen die Toten, die keinen Eingang ins Jenseits gefunden haben, wandern. In der Schweiz wird gesagt, dass jeder, der diese Wege kreuzt entweder krank wird oder stirbt. In Hawaii kann das aber durch das „Aufsagen des Familienstammbaumes“ verhindert werden.
Besonders für mich waren einige der Relikte aus dem Volksbrauchtum, die Kurt mitgebracht hatte, von großem Interesse. Jedes Stück konnte nicht nur, sondern es sollte sogar in die Hand genommen und ausgiebig betrachtet werden!! Ob Hexenschlüssel oder Lochstein, Hufeisen oder „Bettelarmband“, Lorettokindel oder Amulette – im Buch „Im Reich der Geister und tanzenden Hexen“ lässt sich ein kleiner Teil davon nachlesen.

 
Anufa Ellhorn, Kurt Lussi

Besonders beeindruckend fand ich einen Ausflug in die Thematik des Sterbens und des Sterbeprozesses. Vieles, was er aus seiner Sicht erfahren hatte, konnte Uncle Les (der seine eigenen Erfahrungen beisteuerte) unterstützen. Wie schon bei Christians Workshop konnte ich mich der Magie des Augenblicks nicht entziehen – es war mehr als deutlich zu fühlen, dass hier viele Unterschiede der Kulturen durch die Gemeinsamkeiten des Menschseins und bestimmter spiritueller Erfahrungen so gut wie aufgehoben waren.


Ein Tantrischer Pfad des Yoga von Dr. Mishra Jamuna
In diesem Workshop wurden mir wieder einmal die Begrenzungen meines eigenen Körpers (oder besser meiner eigenen Kondition) so richtig schön vor Augen geführt. Theorie war eher Nebensache und so waren wir angehalten, die Qualität der Körperübungen am eigenen Leib zu erfahren. Naturgemäß ist es fast unmöglich, diesen Workshop in Worte zu fassen und bei Interesse kann ich nur jedem empfehlen, diese ganz besondere Art des Yoga am eigenen Körper zu erfühlen. Allerdings ist hier wohl für den "Szenemenschen", der mit Tantra in den meisten Fällen etwas "Sexuelles" verbinden wird, eine Warnung sinnvoll: es handelt sich um spirituelles Tantra – Yogaübungen, die Körper, Geist und Seele wieder in Einklang bringen und dadurch zu einer Erfahrung von Einheit verhelfen sollen.


Tranceheilerfahrung durch die Samentrommel von Ailo Gaup
Das war mein großer Wunsch gewesen - einen Schamanen des europäischen Kulturkreises einmal an der Trommel zu erleben. Er sollte in Erfüllung gehen!!
Ailo, Schamane in der Tradition der Samen, trommelte für uns zwei Reisen. Eine davon führte uns zurück an den Zeitpunkt unserer Empfängnis, um den Erbteil der Eltern und auch unser eigenes Potential und dadurch unsere Aufgabe besser verstehen zu lernen. Auch hier würde eine Beschreibung in Worten wieder sehr dürftig ausfallen, weil ich nicht im Stande bin, das innere Geschehen und Erleben adäquat in Worte zu kleiden. Also belasse ich es bei der rudimentären Beschreibung des Inhaltes.
Die zweite Reise diente dazu um unser Familienkrafttier zu finden. Dabei möchte ich noch ergänzend anmerken, dass einer der massivsten Unterschiede zwischen den Schamanen, die ich bisher (meist nur über Publikationen oder Medien) kennen gelernt hatte und denjenigen, die bei diesem Kongress anwesend waren, für mich in ein Wort gefasst werden kann; Familie. Soweit ich sehen und hören konnte, gingen alle Anwesenden von der Basis der Familie aus. Wenn also eine Person Heilung erfahren sollte, dann war es unbedingt nötig auch (in einigen Fällen sogar vorrangig) die Familie zu heilen. Wenn ein Mensch aus dem Gleichgewicht ist, dann wäre die Quelle dessen sehr oft in einem Ungleichgewicht seiner Familie (und seines Umfeldes) zu suchen. Ohne die Beseitigung dessen, wäre also tatsächliche, dauerhafte Heilung für die Einzelperson nicht möglich. Ein Ansatz, der mir dann doch – besonders auf unsere westliche Gesellschaft umgelegt – sehr zu denken gegeben hat.


Blick zurück und in die Zukunft
Die manchmal sehr tiefgründigen abendlichen Gespräche aber auch der Spaß auf den sonnengewärmten Stufen vor dem Renaissancetheater, manchmal von den Klängen von Uncle Les´ Ukulele untermalt, haben bei mir ebenso tiefen Eindruck hinterlassen, wie einige Dinge, die während des Kongresses thematisiert zur Sprache kamen. Besonders deutlich war zu merken, dass wo Verstehen und Kommunikation vorherrschen, der Frieden nicht lange auf sich warten lässt.
So bleibt zu hoffen, dass dieser Funken Frieden sich langsam aber sicher zu einem Feuer ausweiten wird, an dem sich all diejenigen wärmen können, die schon fast erfroren waren ...


Anufa


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Hexenkraft und Chaosmagie - Teil I     LadyPurple, 01.10.2005
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Kritische Reflexion zum Schamanenkongress in Wien     LadyPurple, 23.07.2005
Gesundheit und Spiritualität     Anufa, 02.07.2005
Das war das MerryMeet Festival 2005     Shina Edea, 21.05.2005
Riharc Smiles     LadyPurple, 26.03.2005
Göttin - Hexe - Heilerin     Pferdekrähe, 15.01.2005
WurzelWerk's YuleMarkt 2004     Anufa, 01.01.2005
Das 4. Parlament der Religionen der Welt     Frederic Lamond, 02.10.2004
Daya Putih - Ein Besuch beim Workshop     LadyPurple, 04.07.2004
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