Das Keltendorf in Diex

Geförderte Druidenausbildung in Kärnten?
Bildquelle: Wikipedia, Karl Udo Gerth
Die Ortschaft Diex in Kärnten ist die Wahlheimat eines "Keltendorfes", das unter Druidin und Vereins-Direktorin Eveline Grander errichtet wurde und laufend erweitert wird. Grafik: Mutmaßliche Verbreitung keltischer Kultur bis ins 3. Jhdt v. Chr.

Bildquelle: Wikipedia, Nyo
Spätantike Autoren wie Caesar berichteten von Druiden, geistigen und spirituellen Führern der Kelten. Bild: Basrelief aus Autun (1845). Die wissenschaftliche Welt ist sich einig, dass von der Religion und den Riten der Kelten so gut wie keine Informationen existieren. Vieles, was sich heutzutage mit der Bezeichnung "keltisch" schmückt, ist moderner Esoterik zuzuordnen, ohne auch nur im Entferntesten auf historischen Quellen zu wurzeln. So stammt der "Keltische Jahreskreis" aus der Feder des walisischen Dichters Edward Williams (1747-1826) und steht in keiner Relation zur überlieferten keltischen Zeitrechnung.

Bildquelle: Wikipedia, Johann Jaritz
Grabplatte mit dem Bildnis einer Keltin in authentischer Tracht - Kirche St. Jakob, Klagenfurt. Die Rekonstruktion von Gewändern auf historischer Basis sei nicht Ziel des Keltendorfes in Diex. Es werde dort zwar geforscht, aber nicht mit wissenschaftlichen Methoden, so sagte man uns.

Bildquelle: ORF Kärnten.
Das ORF Landesstudio Kärnten berichtete im Jahr 2007 ausführlich über das "Keltendorf". Neuzeitliche Kelten würden alte Geschichten weitertragen, keltische Rituale hätten sich bis heute erhalten. Moderne Hexen würden als Lebenslehrerinnen ihren eigenen Zugang zu alten Wissensquellen suchen. Die Regisseurin hatte nach den Dreharbeiten "das Gefühl, dass ein Stück vergessene Kärntner Geschichte lebendig geworden ist". Sie räumt ein, dass die Figuren "ganz sicher nicht historisch korrekt" und "absolut nicht archäologisch belegbar" seien.

Bildquelle: Wikipedia, Archäologie im Gleiberger Land e.V.
Klingende Münze. Das Bild zeigt die "Keltische Silbermünze aus Dünsberg", das sogenannte "Tanzende Männlein". Getanzt wird auch im Keltendorf Diex ausgiebig - die Preise der Veranstaltungen, ein "Initiationsritus" für Schulkinder um 170 Euro pro Person, lassen den Rückschluss auf viele klingende Münzen zu.


"Keltendorf" ist der Name eines Projektes in Kärnten, dessen Verantwortliche sich an Huscarl.at gewandt haben, um sich in Zusammenarbeit mit unseren Redakteuren einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Nach der Beschreibung auf der Homepage des Betreibervereins "Das Dorf" handelt es sich um ein durch und durch fundiertes, ambitioniertes Projekt. Man beschäftigt sich unter anderem mit der Rekonstruktion von keltischen Häusern, basierend auf Vorlagen von eigenen Forschungsarbeiten und in- und ausländischen Universitäten auf dem Privatgelände von Vereins-Direktorin Eveline Grander. Wir haben uns viel Zeit genommen, um herauszufinden, inwiefern es dem Verein gelungen ist, den beabsichtigten "großen Beitrag zur Rekonstruktion und Forschung der österreichisch-keltischen Wurzeln zu leisten".

Der "Verein zur Förderung traditioneller und zukünftiger Lebensweisen" hat seinen Sitz in Wien, von wo aus er bereits seit 1997 tätig ist. Im vom Verein betriebenen Keltendorf "Putzgerhof" in Diex werden von der einfachen Übernachtung bis hin zu verschiedenen Ritualen eine Reihe von Veranstaltungsmöglichkeiten angeboten. So kann man an "keltischen Jahreskreisfesten" und weiteren Sonderveranstaltungen teilnehmen. "Keltische Tauf- oder Hochzeitsfeiern" können gebucht werden. Traditionelles wird stets betont. Selbst aufgenommene Zaubergesänge und die Mitarbeit bei der Errichtung von keltischen Häusern ergänzen das Angebot.


Einheit mit der Natur

Es soll primär um eine Einheit mit der Natur, Kraftorte und "traditionelle" Feste gehen. Bei allen Dingen nimmt Direktorin Eveline Grander eine prominente Rolle ein. Hauptberuflich ist Frau Grander schon seit 22 Jahren "Druidin". Als solche will sie herausgefunden haben, dass viele Probleme und Krankheiten der Menschen auf die Geschichte zurückgehen. Sie forscht daran, eine neue, "gesunde Gesellschaftsform" zu finden und sieht sich dabei als "Mutter des Keltenstammes". Als Druidin bietet Sie eine "Aktivierung der Selbstheilungskräfte" an.

"Unser ganz besonderes Anliegen ist es, den Menschen und der Natur zu helfen indem wir den Zauber der beseelten Natur, so wie unsere Ahnen es noch wussten, wiederbeleben und erlebbar machen", heißt es auf der Seite des "Dorfes". Sind die Vereinsziele dabei auf die wissenschaftliche Erforschung vergangener Epochen ausgerichtet? Es werde zwar geforscht, allerdings nicht mit "wissenschaftlichem Anspruch", wie Tina Tegelhofer vom Verein "Das Dorf" im Gespräch mit Huscarl-Reporter Seidl betont.


Gesellschaftsexperiment

Das Keltendorf der Druidin Grander sei gedacht als "ein Gesellschaftsexperiment, mit dem sie ihren Schülern, Gästen und Kunden eine völlig andere Art des Zusammenlebens bietet: Eine Gemeinschaft, die auf persönlicher Freiheit und Symbiose zwischen Mensch und Natur basiert. Als treibende Kraft veranstaltet sie mit dem Keltenstamm Jahreskreisfeste, bietet vielen glücklichen Paaren mit keltischen Hochzeiten eine traumhafte Liebeshochzeit stärkt und fördert Jugendliche mit Initiationsriten in ihrem Selbstbewusstsein beim Erwachsenwerden, belebt unser heimisches Brauchtum und bringt die Menschen zurück zu ihren Wurzeln und der Natur."

Das alles klingt nach schöner, verklärter Romantik. Eine Beschreibung, wie er aus einem Reiseprospekt zur Belebung des Kärntner Fremdenverkehrs stammen könnte.


Vom AMS geförderte Druidenausbildung?


Zahlreiche Mitglieder der Gemeinschaft bezeichnen sich als "Druidenschüler". Die Druidenausbildung wurde nach ihren Angaben sogar vom Arbeitsmarktservice gefördert. "Die Stellen, die uns gefördert und befürwortet haben, waren immer begeistert, das AMS hat die Druidenausbildung beispielsweise als 'Alleinstellungsmerkmal' in der Wirtschaft bezeichnet", versicherte Tina Tegelhofer vom Verein "Das Dorf". So soll das AMS einer Diplompädagogin "Seminare, Unterricht in den europäischen Wissensformen bei Eveline Grander, von November 2008 - Jänner 2009" bezahlt haben. Ein interessanter Sachverhalt, der in Zeiten der Wirtschaftskrise sicher auch viele unserer Leser interessieren würde. Deshalb fragten wir nach, unter welchen Voraussetzungen jemand in den Genuß solcher Förderungen kommen kann.


Mißverständnis in der Formulierung

Beim AMS erwies man sich dieser Fragestellung gegenüber eher verständnislos: es soll zu keiner Zeit solche Förderungen gegeben haben. Man hätte es aber öfter mit Organisationen zu tun, die sich mit dem Hinweis auf AMS-Förderungen einen Anstrich von Seriosität geben wollen. Kurz nach unserer Anfrage wurden die entsprechenden Einträge von der Homepage des Keltendorfes entfernt - angeblich durch direkte Interverntion des AMS Steiermark. Weshalb? Es hätten sich aus der Formulierung heraus Mißverständnisse ergeben. Es sei nicht das AMS, sondern die Magna Arbeitsstiftung gewesen, die in einem der Fälle Seminare aus dem Bereich der Druidenausbildung finanziert hätte. Soweit die Darstellung von Seiten des Keltendorfes. Mittlerweile deutet am Internetauftritt nichts mehr auf eine AMS-Förderung der Druidenausbildung hin, alle diesbezüglichen Aussagen wurden entfernt.


Seminarangebote für Schulen

Ein gemeinnütziger Verein, der ein derart großes Projekt zu finanzieren hat, braucht vielfältige Ideen in seiner Vermarktung. So werden unter dem Titel "Keltische Visionssuche und Initiationsritual" gezielt Schulen angesprochen, in einem mehrtägigen Seminar mit ihren Kindern "ursprüngliche gesamteuropäische Traditionen und Bräuche" zu erleben. "Nach der Visionssuche ihrer Zukunft als Mann oder Frau werden die Jugendlichen nach Prüfungen als Mann oder Frau initiiert und in der Gesellschaft der Erwachsenen willkommen geheißen." Dabei geht der keltische Mann in den Wald um zu jagen, die keltische Frau hütet Haus und Hof. Es geht um die Ehre der männlichen Jäger und deren Bewunderung durch die zuhause wartenden Frauen. Den Jugendlichen erklärt man so, wie die Gesellschaft in der "letzten europäischen Hochkultur" gewesen sei und wie das auch heute noch immer funktionieren würde.


Schulpsychologisches Empfehlungsschreiben

Auf der Homepage des Keltendorfes wies das umfassend dokumentierte Pilotprojekt aus dem Jahr 2007 ein "Empfehlungsschreiben" vom steirischen Landesreferenten für Schulpsychologie, Dr. Josef Zollneritsch, auf. Das Projekt wäre mit Hilfe einer Förderung durch das Land Steiermark finanziert worden - aus dem Ressort Bildung, Jugend, Frauen, Familie von Landesrätin Dr. Bettina Vollath. Das Steirische Landeswappen und das Logo des Landesschulrates unterstreichen die Angaben. Nach den Missverständnissen bei der vermeintlichen AMS-Förderung sind wir neugierig und fragen auch hier bei den genannten Stellen nach.


Erneute Überraschung

Beim angeblich vom Land Steiermark geförderten Schulprojekt der "Initiation" erlebten wir jedoch unsere nächste Überraschung: Bei näherer Betrachtung erwies sich die "besondere Empfehlung" des Landesschulpsychologen als ein einfacher Brief mit der Kernaussauge, dass gegen dieses Programm "nichts einzuwenden" sei. Darauf angesprochen, erklärte Dr. Zollneritsch mehrfach und mit Nachdruck, dass er sich unter anderem aufgrund der Rückmeldungen von Seminar-Teilnehmern von dem Projekt nachträglich distanzieren würde.


Landesförderung aus der Steiermark?

Von einer Förderung des Projektes, wie vom Verein angegeben, weiß man im Büro der zuständigen steirischen Landesrätin Vollath nichts. Warum sollte ein Wiener Verein, der in Kärnten tätig ist, steirische Fördergelder erhalten? Wiederholtes Nachfragen ergab: die veranstaltende steiermärkische Schule, an der zu dieser Zeit eine "Druidenschülerin" als Religionslehrerin tätig war, hat 3.000 Euro Förderungen für erlebnispädagogische Seminare erhalten. Dass das Geld zumindest zum Teil in das Kelten-Seminar geflossen ist, soll dem Land Steiermark nicht bekannt gewesen sein. Eine Förderung für Folgeprojekte wurde jedenfalls abgelehnt. Seitens des Keltendorfes vermutet man politische Gründe hinter dem Schwenk des Landes. Gender-Förderung sei unter der aktuellen Landesregierung in dieser Form nicht mehr gewünscht. Fakt ist jedoch, dass das (nicht)fördernde Ressort unverändert in der Hand der selben Landesrätin liegt.


Gender Mainstream Projekt?

Grund für die Förderungswürdigkeit wäre also das besondere Augenmerk auf "Gender Mainstreaming" gewesen. So soll sogar der Betreuer des Internetauftrittes, auch "oberster Stammeskrieger" genannt und mittlerweile ebenso Direktor des Vereines, "durch die intensive Gender-Ausbildung von Eveline" Grander ein "großes männliches Vorbild" geworden sein. Gender-Mainstreaming ist für förderungswürdige Projekte tatsächlich ein wichtiges Kriterium. Dabei geht es in der Regel um Maßnahmen zu einer realen Gleichstellung von Mann und Frau in allen gesellschaftlichen Bereichen. "Es könnte sein, dass die Betonung von Gender Mainstream bewusst auf Subventionsmöglichkeiten zielt", mutmaßte der Sektenexperte des Grazer Vereins Logo, Dr. Roman Schweidlenka, bereits im Jahr 2007 in einem Gutachten. Es hätte weder etwas mit den historischen Fakten zu den Kelten noch mit den ideologischen Inhalten des Vereins zu tun. Weshalb der Verein in den Genuß eines Gutachtens durch einen Sektenexperten gekommen ist, konnten wir bislang nicht eruieren.

Die Angelegenheit schien der Förderstelle unangenehm zu sein. "Seitens des Landes werden wir jetzt umgehend prüfen, wie wir es juridisch sauber bewerkstelligen können, bzw. welche Maßnahme wir ergreifen können, dass wir damit nicht mehr in Verbindung gebracht werden", teilte uns Klaus Ebner vom Büro der Landesrätin Vollath mit. Beim Keltendorf kann man sich das zwar nicht erklären, hat aber vorsorglich das "Empfehlungsschreiben" von Dr. Zollneritsch und die gesamte Projektdokumentation von der Homepage gelöscht.


Historische Hintergründe

Wie genau nimmt es der Verein "das Dorf" mit den historischen Hintergründen? Wissenschaftlich Haltbares findet sich auf den Seiten des Keltendorfes nicht. Die Inhalte geben populäres Halbwissen zu den Kelten wieder. Zum einen steht da die Aussage des Vereins: "Das Projekt wird einen großen Beitrag zur Rekonstruktion und Forschung der österreichisch-keltischen Wurzeln leisten und länderübergreifend die keltische Kultur darstellen." Auf der anderen Seite stehen prominente Kelten-Forschungsstellen, bei denen man davon entweder noch nie gehört hat oder um Zurückhaltung bemüht ist. Kaum ein Befragter aus der wissenschaftlichen Welt möchte mit dem Keltendorf zu tun haben oder im Zuge damit namentlich genannt werden. Auf Nachfrage erklärt man uns die Sache so: Laien müssen ihre romantischen Behauptungen nie beweisen, während Wissenschafter grobe Probleme haben, Wunschvorstellungen, wie beispielswiese eine Gleichberechtigung von Mann und Frau bei den Kelten oder die Existenz von "Druidinnen" zu belegen. Wer behauptet, muss beweisen, lautet ein Grundsatz der Wissenschaft.

Mag. Stefan Moser, wissenschaftlicher Leiter der Forschungsstelle Dürrnberg am Halleiner Keltenmuseum ist exotische Anfragen aus dem Bereich der Mythologie und Esoterik gewohnt. Er winkt nach einer ersten Betrachtung der Bilder ab. Die dortigen Darstellungen würden nicht einmal in die Nähe des aktuellen akademischen Wissens reichen. "Das, was wir über keltische Religion wissen stammt im Wesentlichen von griechischen und römischen Autoren und lässt sich problemlos auf 10 Seiten zusammenfassen", skizziert Moser nüchtern den aktuellen Wissensstand.


Religiöse Aspekte?


Nachdem der wissenschaftliche Hintergrund fraglich ist, religiöse und gesellschaftspolitische Aspekte immer wieder betont werden und vor allem eine Einzelperson mit einer Art von Heilsversprechung im Mittelpunkt des Geschehens steht, erweiterten wir unsere Betrachtungsweise. Wir erkundigten uns bei der Bundesstelle für Sektenfragen beim Unterrichtsministerium. Hier kennt man das "Dorf", möchte die esoterisch anmutende Themenmischung aber keiner religiösen Strömung wie beispielsweise dem sogenannten Neu-Heidentum zurechnen. Dazu wäre es zu bunt und beliebig, meint Dr. German Müller. Kritisch sieht er vor allem die Angaben zur Selbstheilung: "In jedem Fall sind die Belege zu prüfen. Und wenn keine Heilung stattfindet: was sind die Ursachen? Habe ich mich zu wenig darauf eingelassen, bin ich selber schuld, muss ich mich da mehr reinschmeissen?" Dr. Müller hinterfragt, wie fair solche Angebote einer Heilung und damit Hoffnung für Schwerkranke sein können und welche Risiken oder Abhängigkeiten damit entstehen. "Wenn der Anschein erweckt wird, dass esoterisches Angebot einerseits mit wissenschaftlichen Methoden andererseits evaluiert wird, finde ich das nicht in Ordnung", fasst Dr. Müller seine prinzipielle Kritik zusammen.


Druidische Heilversprechen

Zurück zu Druidin und Vereins-Direktorin Eveline Grander. Nähere Angaben über ihre Ausbildung zur Druidin bleibt uns der Internetauftritt schuldig, an selbstbewussten Angeboten mangelt es aber nicht: Ab 539 Euro wird von Heilung gesprochen - für jedes Problem bis hin zu Gendefekten und Erbkrankheiten. Mit Ausstiegsklausel: stelle sich bereits am ersten Tag heraus, dass der Aufenthalt nichts brächte, reduziere sich der Preis auf die Nächtigungskosten. Frau Eveline Grander gibt an, eine Verwandte des bekannten aber nicht unumstrittenen Johann Grander zu sein, der nach einer "Vision von Jesus Christus" mit dem Vertrieb von sogenannten "Wasserbelebungsgeräten" einen respektablen Jahresumsatz von 13 Mio Euro erzielt. Doch wollen wir die berufliche Tätigkeit oder Verwandtschaftsverhältnisse von Frau Grander nicht mit dem Verein vermischen. Dieser bietet auf seiner Seite als Kostprobe seines Wirkensspektrums eine Anleitung zur Fernheilung an.


Ärztekammerpräsident: Druiden gehören für mich zum Asterix

Ob dies wirklich funktioniert, wollten wir von der Kärntner Ärztekammer wissen. Dort sagte man uns, dass der Umgang mit dem, was landläufig als "krank" bezeichnet wird, in Österreich bestimmten Berufsgruppen vorbehalten ist. Ärztekammer-Präsident Dr. Othmar Haas zeigte für die vom Verein und Frau Grander angebotenen (Selbst)Heilpraktiken wenig Verständnis. Wörtlich meinte er dazu: "Druiden gehören für mich zum Asterix," und kündigte die Prüfung der Rechtslage an.


Positive Erwartungshaltung enttäuscht

Fazit: Die Erwartungshaltung der Redaktion, ein belebtes Keltendorf vorzufinden, das - wie versprochen - historische Forschung betreibt, wurde enttäuscht. Vielmehr entfaltete sich vor unseren Augen ein ganzes Netz an Behauptungen, die für den Betreiberverein oder dessen Direktorin zwar wirtschaftlich nützlich erscheinen, inhaltlich aber in keinem der hinterfragten Bereiche haltbar waren. Der Verein ist in der Reenactment-Szene bislang nicht durch historische Darstellung aufgefallen, war aber ab und zu mit selbstverfassten Liedern bei Mittelaltermärkten zu hören. Mit "Kelten" hat das Dargebotene bestenfalls am Rande zu tun. Doch niemand möchte den Aktivisten die romantische Vorstellung einer Keltenwelt verwehren, die es in dieser Form wahrscheinlich nie gegeben hat.


Wirtschaftliche Interessen?

Die Frage der Wunderheilung hat mit der Zeit der Kelten höchstwahrscheinlich ebenso wenig zu tun wie das gesellschaftliche Experiment, nach vermeintlichen keltischen Weltbildern zu leben. Schon die Wahl des Standortes in der malerischen Ortschaft mit den meisten Sonnentagen Kärntens lässt mehr auf finanzielle Interessen schließen, als auf "keltische" Hintergründe. Unterstrichen wird diese Theorie durch die saftige Bepreisung der von der Druidin oder dem Verein angebotenen Dienstleistungen. So kostet das beschriebene "Keltische Initiationsritual" beispielsweise 170 Euro pro teilnehmendem Schüler. Es entsteht der Eindruck, dass das Deckmäntelchen der "Kelten" über eine beliebige Sammlung von sogenannten Traditionen und Ritualen gestülpt wurde, die sich einem unkritischen Publikum aber genausogut als indianischer Schamanismus verkaufen ließen. Einen Beleg für ein primär wirtschaftliches Interesse glauben wir auch darin gefunden zu haben, dass bis zum Beginn der Recherchen "irrtümlicherweise" etliche staatliche Förderungsstellen als Unterstützer angegeben wurden - Dinge, mit denen man gewöhnlich die Seriosität eines Angebotes unterstreicht um Neukunden zu überzeugen.


Falsche Adresse für historisch Interessierte

Wer sich auf einer alternativ-esoterischer Sinnsuche befindet, ist im Keltendorf Diex möglicherweise gut aufgehoben. Historisch Interessierte sind nach unseren Erkenntnissen dort aber eher an der falschen Adresse.


Das WurzelWerk bedankt sich ganz herzlich bei Huscarl.at für diese Artikelspende und ebenso beim Autor Florian Seidl für einen weiteren Blickwinkel von ausserhalb der "Szene".


Florian Seidl


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