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Rund 40 km östlich von Wien liegt der Archäologische
Park Carnuntum. Die Ausgrabung erstreckt sich über die beiden
heutigen Gemeinden Petronell-Carnuntum und Bad Deutsch-Altenburg.
Die Landstraße die heute zur Ausgrabung führt, folgt
genau dem Verlauf der einstigen römischen Heeresstraße,
die entlang der römischen Grenzbefestigung angelegt worden
war. Die einstigen Poststationen entsprechen den heutigen Siedlungen:
Ala Nova dürfte Schwechat sein, die Villa Caius entspricht
der Abzweigung nach Mannswörth und Aequinoctium ist mit Fischamend
gleichzusetzen. Die Entfernung zwischen Vindobona und Carnuntum
ist auf einer römischen Straßenkarte mit 28 römischen
Meilen angegeben, was 1480 m ergibt und mit unserem heutigem Maß 41,5
km übereinstimmt. [...]
Die drei Bereiche der größten archäologischen
Landschaft Österreichs bieten eine Menge Sehenswürdigkeiten
und Attraktionen und gewähren Einblick in das Leben und Wohnen
der Römer.
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Museum Carnuntinum
in Bad Deutsch Altenburg
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1. Freilichtmuseum Petronell: In diesem
Bereich werden Fundamente von Wohn und Händlerhäusern, Thermen und Kanäle,
sowie der rekonstruierte Dianatempel gezeigt.
2. Freilichtmuseum Amphitheater: Hier befand sich der Militärbereich
und der Ausgangspunkt der römischen Besiedlung von Carnuntum.
3. Archäologisches Museum Carnuntum: Das Museum ist mit rund
3.300 Exponaten das größte Römermuseum Österreichs.
Das heutige Petronell liegt auf dem Gebiet der einstigen römischen
Zivilstadt Carnuntum.
[...] Bad Deutsch-Altenburg liegt etwa 4 km nördlich von Petronell
und besitzt bekannte Schwefelquellen, die sicher auch schon den
Römern bekannt waren. [...]
Geschichte der Römer in
Carnuntum
1. Bronzezeit, Hallstattkultur,
La Tène Zeit
Eine der großen Fernhandelsstraßen Europas, die sogenannte
Bernsteinstraße, von der Ostsee bis nach Süd- und Südosteuropa,
hatte bereits um 1800 v. Chr. ihren Donauübergang bei Hainburg,
wodurch die im Vorderen Orient bereits seit Mitte des dritten Jahrtausends
bekannte Bronzeerzeugung auch im Alpenraum Verbreitung fand. Der
neue Werkstoff – Bronze verdrängte schnell den viel
umständlicher zu bearbeitenden Stein. Die Verbesserung der
Geräte und Waffen sowie die Verfeinerung der Schmuckgegenstände
setzte sich umgehend durch. Im inneralpinen Raum (dem späterem
Regnum Noricum) nahm die wirtschaftliche Entwicklung durch die
Metallgewinnung und –verarbeitung einen besonders raschen
Aufstieg.
Die ältere Eisenzeit (800-400 v. Chr.) war von der Hallstattkultur
beherrscht. Von Norden her kamen die Illyrer, die Träger dieser
Kultur, die sich mit der ansässigen Bevölkerung vermischten.
Der Erz- und Salzbergbau erlebten rasch ihre erste Blüte,
und die Produkte wurden zu einer sehr begehrten Tausch- und Handelsware.
Ab 450 v. Chr. ging die Hallstattkultur allmählich in die
keltische La-Tène-Kultur über.
Die indogermanische Völkergruppe der Kelten, deren Kerngebiet
an der Marne im heutigen Frankreich lag, verbreitete ab etwa 400
v. Chr. die La-Tène-Kultur über weite Teile Europas.
Von Westen her, vorwiegend von Süddeutschland aus, drangen
sie nach Osten vor und setzten sich in den leichter zugänglichen
Regionen Österreichs fest. Den Alpenbereich überließen
sie vorerst, für rund hundert Jahre, noch den Illyrern.
Unmittelbar mit ihrem Sesshaftwerden legten die Kelten befestigte
Höhensiedlungen an, die als erste Städte anzusehen sind.
Die imponierend angelegten Bergstädte waren meist Sitze der
Fürsten, immer aber Marktorte und religiöse Zentren.
So Magdalensberg in Kärnten, Braunsberg bei Hainburg (man
nimmt an, dass dies der Kern des illyrisch-keltischen Siedlung
Carnuntum war) und Oberleisen in Niederösterreich.
Bergbau und Metallverarbeitung erreichten einen abermaligen Höhepunkt.
Durch ein Blasverfahren wurde Eisen gehärtet, also Stahl erzeugt.
Dieses Norische Eisen avancierte bald zur begehrten Handelsware
im ganzen römischen Imperium.
Die Vermischung der Kelten und Illyrer führte zum Vordringen
in den alpinen Bereich und schließlich zu einer vollkommenen
ethnischen Einheit der keltischen Stämme, von denen besonders
die Noriker, Taurisker, Ambidraven, und Ambisonten bekannt sind.
Eine Überbevölkerung und der damit verbundene Landesmangel
führten im Jahr 186 v. Chr. zu einem Abzug von etwa 12.000
Tauriskern in den Süden. Doch sie wurden von den Römern
widerstandslos zurückgedrängt. Enge freundschaftliche
und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Römern und Tauriskern
waren das Ergebnis - sicher von Rom gefördert, da der Zugang
zu den Gold- und Eisenlagern im Ostalpenraum von großer wirtschaftlicher
Bedeutung war.
2. Das Königreich Noricum und die Anfänge von Carnuntum
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Das Regnum Noricum
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Die erste Auseinandersetzung zwischen
Germanen (insbesondere Teutonen und Ambronen) und dem römischen
Reich erfolgte 113 v. Chr.
Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. kam es unter der Führung
der Noriker zum Zusammenschluss mehrerer keltischer Stämme.
Sie gründeten das Königreich Noricum, das erste Staatsgebilde
auf österreichischem Boden, das von den Römern (unter
deren Einfluss es entstand) „Regnum Noricum“ genannt
wurde. Seine Grenzen dürften in Mittel- und Ostösterreich
etwa mit den heutigen Grenzen Österreichs übereingestimmt
haben (Tirol und Vorarlberg gehörten nicht mehr dazu). Der
Mittelpunkt des Reiches scheint die Siedlung auf dem heutigen Magdalensberg
in Kärnten gewesen zu sein, während die Siedlung auf
dem Zollfeld, das spätere römische Virunum war.
In der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. wurde das
Regnum Noricum durch das Vordringen der Daker von Osten und der
keltischen Boier von Norden bedroht. Die Römer sandten immer
wieder kleinere Truppen zur Unterstützung der norischen Kelten.
Erst unter Julius Caesar kam Gallien als neue Provinz zum römischen
Reich dazu, und ab nun galt es für Rom die Grenzen zu sichern.
Dies geschah erst durch Kaiser Augustus
(31 v. –14 n. Chr.) der im Jahre 16 v. Chr. eine großangelegte
Offensive startete, um die endgültige Regelung der Grenze
im Norden in die Wege zu leiten. Nach blutigen Kämpfen waren
im Jahre 15 v. Chr. die Räter und Vindeliker (Tirol und Bayern)
unterworfen und die Reichsgrenze über die Alpen bis an die
Donau vorgeschoben. Kurz darauf begannen die Operationen gegen
Pannonien (Ungarn), die zwischen 12 und 9 v. Chr. gleichfalls mit
der Besetzung der Gebiete bis zur Donau endeten.
Damit war das Königreich Noricum im Westen und Osten vom
römischen Machtbereich umschlossen. Da die politische und
strategische Gesamtsituation auch die norische Donaugrenze als
Reichsgrenze selbstverständlich machte, wurde das keltische
Königreich Noricum friedlich besetzt. In dieser Zeit tauchten
erstmals römische Truppen im Wiener Raum auf. Das Regnum Noricum
blieb jedoch römisches Protekturat und wurde erst um 45 n.
Chr. kaiserliche Provinz.
Die einzige Macht, die sich 6 n. Chr., nördlich der Donau,
etablieren konnte, war der Markomannenkönig Marbod. So hätte
es 6 n. Chr. zu einem Kampf zwischen Tiberius (dem Sohn von Augustus,
und späterem Kaiser) und Marbod kommen sollen. Doch da in
Dalmatien und Pannonien Aufstände aufkamen, musste das Heer
von Tiberius umkehren und von 6-9 n. Chr. einen überaus schweren
Krieg ausfechten.
Für die Geschichte Carnuntums ist dieser Ablauf der Ereignisse
insofern von Interesse, als hier in der antiken Literatur zum ersten
Mal der Name Carnuntum als ein strategisch wichtiger Punkt an der
Donau im Königreich Noricum auftaucht, denn von Carnuntum
aus setzte sich das römische Heer die March aufwärts
gegen Marbod in Bewegung.
Das Bild „Museum
Carnuntinum“ stammt
von Frau Knirsch, die anderen sind Internetfundstücke.
Infos,
Veranstaltungen und Bilder,
rekonstruierte Bilder und Stadtrekonstruktion
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