Betreut von Anufa
DrachenSabber
Irab – schau owa!

In Übersetzung für die nichtösterreichischen Leser ... Irab - schau herunter! Ein paar Gedanken, die mir immer bei Heidentreffen oder sozialen Events (bei denen Heiden anwesend sind), ins Hirn drängen ... Interessanter Weise hat sich gerade das in den letzten 20 Jahren nicht groß geändert.

Irab

... ist eine sehr trügerische Göttin, der heute Unmengen an Heiden kontant huldigen. Und ist es nicht Irab, dann ist es Iralob. Beide kenne ich schon sehr lange Zeit. Ich möchte sie euch kurz vorstellen.

Irab ist eine Göttin für Junge und/oder solche, die ihren Weg erst beginnen. Solange sie mit einer Prise Eigenständigkeit im Denken kontaktiert wird (oder mit einer guten Portion Lebenserfahrung) ist sie hilfreich und eine sinnvolle Beleuchtung auf dem Weg. Verschreibt mensch sich ihr aber, dann wird sie herrschsüchtig und umklammert ihre Anhänger mit hartem Griff, der kaum Bewegungsmöglichkeiten zulässt. Natürlich ist es in diesem Griff auch in gewisser Weise warm, geschützt und kuschelig, solange einem die Bewegungsfreiheit nicht abgeht. Darin liegt auch ihre Attraktivität – das Gefühl der Sicherheit. Ihre Weisheit trifft durchaus manchen Punkt und erhellt ihn (mehr oder minder) ausreichend – weshalb sie ja auch gerade bei Anfängern so beliebt ist. Aber sie eröffnet ihren Anhängern nur einen sehr begrenzten Blickwinkel und macht ihnen je länger je mehr, weiß, dass das bereits alles wäre.

Ihre Anhänger sind deshalb mit der einzig wahren Art und Weise etwas zu tun, zu denken und zu wissen infiziert. Sie tragen den Keim der einzigen Wahrheit in sich, der agressiv und entstirnig alle anderen Sichtweisen aus Hirn und Herz expediert. Keine Fakten können diesen Wahrnehmungsschleier auch nur ansatzweise durchdringen, weil ja außerhalb des Herrschaftbereiches ihrer Göttin nichts, aber auch garnichts mehr Bestand hat. Je länger mensch es sich in Irabs Armen bequem macht, desto einfacher scheint die Welt um ihre Anhänger zu werden und desto feindlicher! Sobald Einflüsse außerhalb des gewohnten Bereichs auftauchen müssen die entweder sofort ins bestehende Gefüge assimiliert oder vehement verleugnet werden. Jeder Hinweis auf eventuelle Gesichtsfeldeinschränkungen ihrer Anhänger wird mit Totschlagargumenten entgegen getreten. Diskussionen sind meist unmöglich, meist weil Andersdenkende dieser nicht würdig sind.
Manch ein Anhänger von Irab wechselt nach einiger Zeit zu Iralob über.
Iralob ist die große Schwester von Irab. Wer an Irab die ersten Zweifel entwickelt, aber sich aus ihrer Umarmung nicht ganz lösen möchte, weil er die Sicherheit und Wärme zu sehr schätzt, ...


... der wird wahrscheinlich bei Iralob seine nächste Heimat finden

Iralob erweitert das Blickfeld und eröffnet neue Welten. Sie ist weit nicht so engstirnig wie ihre Schwester aber dafür fordert sie auch einiges mehr an Zeit, Energie und Ressourcen (ja, auch Geld kostet der Kontakt zu dieser Göttin). Sie hat unendlich viele Facetten, die es zu entdecken gibt und Universen, die es kennen zu lernen gilt. Verlieren kann mensch sich in ihrer Vielfältigkeit und viele tun das dann auch. Bei manchen fordert sie jede freie Minute und es bleibt kaum Zeit für irgend etwas oder jemand anders. Aber wer sich in ihre Hände begiebt hat immer jemanden an der Hand, der weiß, wie etwas geht, wie etwas zu sehen ist, wie etwas zu erklären ist und wie die Theorie hinter – egal was – gestaltet ist. Sie liefert Gedankenbilder bis zum Abwinken und unendliche, virtuelle Welten …

Auf gewisse Art ist sie damit eine Trickster-Göttin … sie stellt ihre Anhänger auf die Probe. Wer ihr ungeschaut vertraut, wird lebendig gefressen und befindet sich dann nicht im Griff einer Irab sondern im Bauch einer Iralob. Etwas mehr Bewegungsmöglichkeiten und noch bessere Abschottung gegen Einflüsse von außen. Bessere Versorgung mit vermeintlich lebenswichtigem Input aber immer schön gefiltert durch die eifersüchtige Göttin.
Diskussionen sind in diesem Fall meistens möglich und sogar auch spannend – aber für die Beteiligten ergebnislos. Die Ansätze, die von Iralob vermittelt werden müssten nämlich ins Tun umgesetzt werden und da sind ja schon die Anhänger von Irab gescheitert. Die einen aus Engstirnigkeit und die anderen nun aus Zeit- und Energiemangel. Damit können ihre Anhänger nur der Göttin Weisheiten zitieren aber selber keine persönlichen Erfharungen beisteuern, was Diskussionen meistens eher redundant macht.
Jeder Ansatz, der noch nicht durch Iralob vermittelt wurde und von außen kommt, wird als nichtig, uninteressant, irrelevant klassifiziert und jeder der nicht fähig ist die Worte der Göttin autentisch zu zitieren, wird milde belächelt und nicht für voll genommen. Damit profitiert auch der Anhänger von Iralob nicht von Gesprächen.


Den Gegenpol zu diesen beiden Göttinnen bildet Ibigo

Diese Göttin verschafft ihren Anhängern die Möglichkeit sich gottgleich mit ihr auf eine Stufe zu stellen und das ab dem ersten Augenblick, in dem sie sich ihr verschreiben. Diese Göttin gießt mit dem Füllhorn, Gefühl, Gespühr, instinktive Weisheit, den absoluten Durchblick – schlichtweg alles, was andere mühsam erlernen oder wieder ausgraben müssen, über ihren Anhängern aus - oder macht ihnen zumindestens weiß, dass sie das täte.
Besonders die Anhänger von Irab oder Irabo werden dadurch zu absoluten Unpersonen! Generell werden methodisches Verifizieren, intellektuelles Durcharbeiten, wissenschaftliches Querchecken als der Urgrund allen Übels angesehen. Ibigo macht ihre Anhänger auf deren Fähigkeiten aufmerksam, eine durchaus nötige Aufgabe – aber wieder … Sobald sie als alleinige Göttin angesehen wird, zeigt sie ihr hässliches Gesicht.

Da ihre Anhänger ja prinzipiell von Anfang an gottgleich sind, ist es nur logisch, dass sie untereinander die „besseren Menschen“ mit den „natürlicheren und unverbogenen Instinkten“ sind, die von Haus aus dem Bauchgefühl folgend das „Richtige“ tun. Und sollte es einmal nicht nach „richtig“ aussehen, dann war es die Göttin, die etwas so bestimmt hat und das ist dann g-a-r-a-n-t-i-e-r-t zum Besten aller Beteiligten. Somit ist und bleibt die Welt in Ordnung und Iralobs Anhänger die naturgegebene Elite!!

Zum Schluss reiche ich euch noch die Langversion der genannten Göttinnennamen nach:

Irab – I Read A Book
Iralob – I Read A Lot OBooks
Ibigo – Ich BiGott

Lesen ist etwas sehr Sinnvolles. Lesen bildet und viele Dinge lassen sich durch und mit Büchern lernen. Die Frage ist, ob das für so etwas wie Magie, ein magisches Weltbild, eine spirituelle Weltsicht oder gar ein spirituelles Leben ausreicht.
Instinkt, Gefühl und Gespühr sind wichtige Fähigkeiten, die es gilt zu schätzen und zu kultivieren, aber allein - ohne Wissen, Weisheit, intellektueller Analyse und, und, und ... ?


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