Betreut von Anufa
DrachenSabber
Eine sehr verkürzte Geschichte des britischen Heidentums    Teil I

Jack Dark teilt diese humorige (und auch ziemlich kontroverse) Geschichte mit uns, die von Anufa übersetzt wurde:

Also los – hier ist sie also meine sehr, sehr kurze und ein wenig zwielichtige Geschichte des Heidentums in UK. Ich schreibe das alles aus dem Gedächtnis, ohne die Quellenlage zu untersuchen und bitte euch das im Auge zu behalten.


Nun gut …

Damals zu Anbeginn der Zeit, in den Nebeln der Geschichte, war jeder Heide und betete zur Göttin. Es gab Berge und Wasserfalle in Glastonbury und überall flogen Drachen herum.
Genau genommen, war es nicht annähernd so.

Das Leben war ganz schön schwierig, die Leute fanden ihre eigenen übernatürlichen Erklärungen für das Wetter und versuchten Sinn in die Dinge zu bringen, die sie nicht verstanden. Das taten sie, indem sie diese Konzepte antropomorphierten. Sie formten sie nach sich selbst, deshalb hatten sie Gesichter, eine Stimme und man konnte sich an sie wenden. So wurden die Götter geboren. Wir könnten diese unterschiedlichen Naturgötter genauso gut „heidnisch“ nennen. Sie lebten überall, auch im Himmel und im Meer. Einige Leute versuchten diese Götter zu studieren, von ihnen zu lernen oder sie zu beeinflussen. So wurde die Religion geboren. Die unterschiedlichsten Vorstellungen zur Religion kamen und gingen mit den Menschen, weil die hin- und herzogen und sich gegenseitig überfielen.

Deshalb gab es in UK einen ganzen Haufen unterschiedlicher heidnischer Religionen und Götter, von denen wir nicht wirklich viel wissen, bis zu dem Punkt an dem die Römer daher kamen und ihre Götter mitbrachten und einige der unseren stahlen. Sie schrieben ein bisschen was über die Druiden, während sie diese gleichzeitig umbrachten, weil sie die Anführer und so was wie Verwalter waren, die von den Römern als zentraler Punkt für etwaige Rebellionen gefürchtet wurden.

Nur knapp bevor sie sich dazu entschlossen Christen zu werden, verließen die Römer Britannien und sie hinterließen einige ihrer religiösen Ideen. Einige Ideen von früher hatten auch ein Revival aber dann entschlossen sich die Vikinger zu plündern und Überfälle zu machen, wobei einige sich im Osten des Landes niederließen. Dabei brachten sie auch ihre eigenen großen, haarigen Götter mit.

Meistens bekriegte Mensch sich gegenseitig, kam hie und da miteinander aus und das Land wurde in die unterschiedlichsten Stammesgebiete aufgeteilt. Die meisten Stämme hatten ihre eigenen Götter.

Dann re-importierten die Römer das Christentum über eine Reihe von Stammesfürsten und später Königen, die Christen wurden. So wurden Teile Britanniens nach und nach vereint und damit auch christlich.

William Rufus war wahrscheinlich der letzte heidnische König Englands, nach einigen christlichen aber es gibt einige dämliche Geschichten über ihn, die man eigentlich ignorieren kann.

Damit spulen wir ein paar hundert Jahre vor, nach Wales zu einem so genannten Edward Williams, der sich selber Iolo Morganwg nannte. Er sah sich gerne als kleinen Poeten, deshalb recherchierte er in den alten bardischen Traditionen, die ein wenig  Verbindung zum Druidentum hatten. Ihre alten Märchen und Geschichten über die alten Götter wurden durch die mündliche Bardentradition weitergegeben. Er kippte hinein und entschloss sich Druide zu sein und das Druidentum neu zu erfinden. Er war tatäschlich nicht wiiiiiiiirklich heidnisch und die meisten Gebete, die er schrieb, bezogen sich auf „Gott“.

Iolo inspirierte ein paar Druidengesellschaften und –gruppen sich zu formieren und die machten alle ihr eigenes Ding, in mehr oder minder christlicher Manier. Genauso wie die anderen freundlichen Gesellschaften, einvernehmlichen Spar- und Rentenvereine und Saufclubs zu der Zeit es auch taten. Er bediente sich auch bei einigen Ideen, die er bei bardischen Quellen fand und die, wie er fand, ganz schön heidnisch waren und verbrachte die meiste Zeit zugedröhnt mit Laudanum und Opium.

Okay, das ist für jetzt genug über die Druiden, wir kommen später zu ihnen zurück.

Weiter … im 19. Jahrhundert gab es Leute, die an Magie und Alternativen zum Christentum interessiert waren und auch daran öffentlich aus dem Gewand zu springen. Golden Dawn und die unterschiedlichsten anderen magischen Gesellschaften machten ebenfalls ihr Ding und einige Intellektuelle sprachen sich für die Rückkehr zu römischen oder griechischen Werten aus. Die Dinge änderten sich langsam und die radikalen Denker wurden hie und da gehört.

Es gab aber auch Sachen wie „Wind in the Willows“ eine wunderschöne seelsorgerische Geschichte über Tiere, die ein Kapitel beinhaltete in dem Pan als der große gehörnte Gott mitspielte.

Aleister Crowley bumste durch die Gegend, schnupfte oder spritze sich fast alles was er finden konnte und es gab alle möglichen und unmöglichen magischen und quasi-magischen Gruppen, die sich formierten.

Um 1920 forschte eine Wissenschaftlerin, genannt Margaret Murray, über die Hexenprozesse und –verfolgungen und beschloss , dass sie dabei Hinweise gefunden hätte, dass die genannten Hexencoven eigentlich die Nachfahren einer alten Göttin-basierten Religion gewesen wären.

Damit beschlossen einige magische Gruppen, die bereits bestanden, dass das ihr Ursprung gewesen sein musste, dass sie wirklich Hexen wären und es bloß die ganze Zeit nicht gewusst hätten!


Auftritt Gerald Gardner

Gardner lebte im fernen Osten und schrieb über Dinge wie Messer, weil er damit einen Spleen hatte. Auch war er in einige unterschiedliche halbmagische Gruppen und freimaurermäßige Orden verstrickt. Er kannte Leute wie Aleister Crowley und auch Ross Nichols (zu dem wir in Kürze kommen werden).


Ende Teil I


Jack Dark


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