DrachenSabber
Vergesst den 21. Dezember 2012   Teil I

Erst vor wenigen Jahren, am 31. Dezember 1999, ging die Welt, jedenfalls die Welt, die wir bisher kannten, bekanntlich unter. Die meisten von uns haben davon allerdings nicht viel bemerkt. Nun ist bald wieder soweit: am 21. Dezember 2012 endet die "Lange Zählung" des Maya-Kalenders – was, wie führende Paranoiker (für sie) überzeugend darlegen, nur bedeuten kann: Der Welt, jedenfalls der Welt, wir wir sie kennen, droht schon wieder das Ende!

Am 21. Dezember 2012 ist angeblich Weltuntergang!

Seien wir ganz beruhigt: Die Maya haben dieses Datum nicht wirklich mit dem Weltuntergang in Verbindung gebracht. Der 21. Dezember 2012 ist etwa so bedeutsam wie der 31. Dezember 1999. Kein Termin für einen ernstzunehmenden Weltuntergang, und wohl auch kein Tag allgemeiner Katastrophen, wahrscheinlich noch nicht einmal der erste Tag eines neuen Zeitalters der Menschheit.

Aber es gibt noch andere, weitaus ernster zu nehmende Prophezeiungen. Sie stammen aus einer Quelle, die sich, trotz einiger kleinerer Abweichungen zum wirklich eingetretenen Geschehen immer wieder als erstaunlich zuverlässig im Erkennen von Langzeittrends erwiesen hat. Diese Quelle wird das „Orakel des Schattens“ genannt, im modischen Jargon der damit befasste Esoteriker ist es auch als „Shadowhelix“ bekannt. Seitdem es sich im Jahre 1989 zum ersten Mal offenbarte,nähert sich unsere Welt dem düsteren Zukunftsszenario des Orakels für eine nun nicht mehr ferne Zukunft immer mehr an:

Im Szenario des Orakels haben sich Konzerne zu weltumspannenden Strukturen ausgebaut, die nur noch wenigen Gesetzen unterliegen. Die größten multinationalen Konzerne, die Megakonzerne, besitzen eine Form der Exterritorialität, was ihnen erlaubt, unbehelligt von staatlichen Gesetzen auf ihrem eigenem Grund zu agieren. Polizeiliche Aufgaben werden privatisiert und ebenfalls von einzelnen Konzernen übernommen. Weite Teile der Erde sind durch rücksichtslose Ausbeutung und Katastrophen zerstört. Die Katastrophen haben zusammen mit mehreren Pandemien eines stark mutagenen Virus – dem ein Drittel der Weltbevölkerung zum Opfer fällt – die urbane Gesellschaft stark polarisiert: eine vergleichsweise wohlhabende Schicht von Konzernangestellten, die in geschützten Enklaven ihres jeweiligen Konzerns leben und eine große Schicht von Armen, die weitgehend rechtlos außerhalb der Konzerne leben. Außerhalb der zu Megaplexen zusammengewachsenen Städte verwildern viele Gebiete oder werden zu autonomen Kleinstaaten.

Das laufende Jahr, 2011, ist nach dem „Orakel des Schattens“ das „Jahr des Chaos“. Ein hartes Jahr, ein Jahr der Aufstände und ungeahnter Naturkatastrophen. Es markiert aber auch den Beginn des „Erwachens“, einem dramatischen Einschnitt in der Geschichte der Menschheit. Die Ereignisse von 2011 brechen mit einem der stärksten Entwicklungstrends der letzten 200 bis 300 Jahre, als beginnend mit dem „Zeitalter der Aufklärung“ die wissenschaftliche und technische Entwicklung und zunehmende Säkularisierung das Übernatürliche aus vielen Bereichen menschlicher Existenz verdrängte. Andere Erklärungen wurden für diejenigen Phänomene gefunden, die Menschen früherer Zeiten auf das Wirken von Göttern und Magie zurückführten. Viele gingen davon aus, dass für die Vorstellung von einer magischen Welt letztendlich kein Raum mehr bleiben würde. Das „Jahr des Chaos“ beweist auf dramatische Weise das Gegenteil: die „Rückkehr der Magie“. Das „Erwachen“ führt allerdings nicht zu einem Bruch menschlicher zivilisatorischer Entwicklung, zu einer Welt voller Harmonie, Frieden und Einklang mit der Natur, wie es sich einst die Hippies und „New Ager“ vom „Wassermannzeitalter“ erhofften. Weder in der Wissenschaft, noch in der Technik und leider auch nicht in Politik und Wirtschaft kehren sich die Trends um. Die Welt bleibt dreckig, katastrophengeschüttelt und von wachsenden Ungerechtigkeiten zerrissen. Dennoch verändern sich viele Bereiche der Welt fundamental.

Am 21. Dezember 2011 brechen in Südengland und in anderen Zentren der Megalithkultur Steinkreise und Monolithen plötzlich aus der Erde hervor, während die Ley-Linien im ganzen Land aktiv werden.

Aus dem „Orakel des Schattens“ geht ganz klar hervor, dass in einigen Menschen bisher ungeahnte magische Fähigkeiten erwachen werden, ähnlich denen, wie sie alte Sagen und Legenden mächtigen Zauberern und Hexen zuschrieben. Es liegt auf der Hand, dass viele von ihnen schon vor dem Erwachen vergleichsweise bescheidene magische oder schamanische Fähigkeiten an sich entdeckt haben werden. Ebenso klar ist, das wir, die Neuen Hexen, Neoschamanen, Naturmystiker und Neuheiden, weitaus besser auf das „Erwachen“ vorbereitet sind, als fast alle unserer Mitmenschen in den Industrienationen.

Die Zeit der Erwachens, die auf das Jahr des Chaos folgt, birgt ungeahnte Gefahren. Aber auch ungeahnte Chancen – gerade für Menschen wie uns!

Im zweiten Teil dieses Artikels werde ich das „Orakel des Schattens“ genauer beschreiben, seine Stärken, aber auch Schwächen darlegen, und auf die vorhandenen Quellen zu diesem Orakel kritisch eingehen.


Ende Teil I


Martin Marheinecke


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