DrachenSabber
Fritzi Möhrensaugers, vulgo Ruamzuzler, Abenteuer im „ländlichen Raum“   Teil II

Die Nachrichten in der Millionenstadt überschlugen sich. Nach den Hiobsbotschaften über Rinder BSE wurde auch bei Hühnern und Schweinen dieselbe Gefahr befürchtet. Eindringlich wurde von dem Verzehr natürlicher Lebensmittel gewarnt die sowieso nur über dunkle Kanäle auf den Markt kamen.

So einfach, wie Fritzchen sich das vorgestellt hatte, war es dann doch nicht. Die Stadt zu verlassen brachte einige Schwierigkeiten mit sich. Die Millionenstadt war hermetisch abgeriegelt. Eine mächtige Kuppel aus Energie umspannte sie, und ließ nur „ungefährliches“ Licht und gefilterte Luft durch. Die Menschheit hatte es ja glücklicherweise endlich geschafft, ein steriles Umfeld zu schaffen. Das Ozonloch war kein Problem, Waschmittel vernichteten 99 Prozent der bösen, bösen Bakterien, und Nahrungsmittel wurden sowieso synthetisch erzeugt.
Als es Fritzchen trotzdem irgendwie gelang, die schützende Hülle zu durchdringen, schossen im ersten Augenblick schreckliche Ängste durch seinen Kopf. Würde er überhaupt den natürlichen Gegebenheiten der freien Wildbahn widerstehen können. Würden Infektionen, Allergien und was sonst noch Gefährliches da draußen auf ihn wartete, seinen Körper nicht zermalmen? Aber zu seiner Verwunderung nahm er ganz andere Dinge wahr. Kaum hatte er sich nur ein paar Kilometer von der Stadt entfernt, zu Fuß natürlich, da hier draußen ja die übliche Energieversorgung endete, da spürte und sah er ganz seltsame Dinge.

Die öde Graslandschaft war nach den ersten Hügeln einem dichten Wald gewichen. Leichter Wind strich durch Fritzchens Haar. Ein seltsamer Geruch durchzog seine Nase. Überwältigt kniete Fritzchen nieder und berührte nackte Erde und zog den Duft durch seine Nase ein. Es wurde ihm fast schwindelig über diese sinnlichen Eindrücke. Seltsame Pflanzen, an den Fritzchen ebenfalls roch, wuchsen überall. Tausende Sinneseindrücke überfielen ihn und wie in einem Rausch gefangen, setzte Fritzchen seinen Weg fort.
Oh Gott, Hunger überwältigte plötzlich Fritzchen. Er hatte in seine Euphorie ganz auf Nahrung vergessen. Hier gab es keine Replikatoren, musste er nun Hungers sterben oder, wenn er von den Pflanzen kostete, an einer Vergiftung sterben. Hier war ja Alles so ungesund. Er kostete zaghaft die Blätter einer gelb blühenden Pflanze und siehe da, sie schmeckte zwar etwas bitter aber sie gab ihm das Gefühl ungefährlich zu sein. Später erfuhr er dass dies Löwenzahn gewesen sei. Fritzchen mutig geworden probierte auch noch Anderes und konnte so seinen Hunger, fürs Erste stillen.


Bauern?!

Wir wollen nun Fritzchens emotionale Ausbrüche diskret hintanhalten und seine erste Begegnung mit den seltsamen Menschen, genannt Bauern, beobachten. Zwei Tage war er unterwegs, als er auf eine Siedlung stieß. Vorsichtig näherte sich Fritzchen. Mächtig erschrak er als plötzlich vor ihm ein gar seltsames Tier auftauchte. Beide waren überrascht, doch das Tier näherte sich unbarmherzig. Da, eine Stimme, menschlichen Ursprungs: „Rosi, wo bist denn?“ Und ein Mann (Beschreibung Teil 1) trat in Erscheinung. Als er Fritzchen erblickte, lachte er über sein ganzes Gesicht und sagte: „Jo, wen hama denn do? Bist a Stodara? Host di verlaufn?“ Fritzchen stotterte etwas von Bauern sehen wollen und Bio usw. bis ihn der Mann unterbrach, ihn beim Arm nahm und Richtung der Häuser zog. „No, wirst an Hunger haum, kumm erst amoil mit, kriagst a urdentliches Essen und daun red ma weida!“

Fritzchen erschrak bis in sein Innerstes. „Richtige“ Tiere sollte er essen? Bisher kannte er dieselbigen nur von alten Filmen, und wie würde sein Körper reagieren? Seine Nahrung wurde immer synthetisch im Replikator erzeugt und war keimfrei, vitaminreich, geschmacksverstärkt und abgestimmt auf die eigene DNA-Analyse. Als könnte der Alte, der Einfachheit wegen wollen wir ihn Merlin nennen, seine Gedanken lesen, lachte und sprach: „Du hast wohl bisher nur Nahrungsmittel zur Aufrechterhaltung Deiner Lebensfunktionen zu Dir genommen und noch nie biologische Lebensmittel! Da muss ich Dir einmal was Grundsätzliches erklären. Bio-logie heisst, die Lehre vom Leben und nicht wie viele glauben, na das ist was „Grünes“ mit ein bisschen „Natur“ drinnen. Synthetisch erzeugte Nahrungsmittel schließen das Leben aus! Biologische Lebensmittel unterliegen einer strengen Kontrolle. Der wichtigste Aspekt der biologischen Landwirtschaft ist die Kreislaufwirtschaft, d.h. Alles was am Hof gebraucht wird, sollte auch vom Hof stammen. Ist dies nicht möglich so muss wieder von einem Bio-Hof zugekauft werden. Wenn ich also Kühe halte, so muss auch genug Futter angebaut werden können. Dies bedingt wiederum, dass nur eine bestimmte Anzahl von Tieren auf einem Hof möglich ist. Z.B. eine Kuh auf ein Hektar Wiese. Leider hatte sich vor vielen Jahren auch die Sprache geändert und man redete von rauhfutterverwertenden Großvieheinheiten anstatt von lebenden Tieren. Dadurch wurde auch das Denken der Bauern beeinflusst. Man beschäftigte sich sozusagen mehr mit der „Hardware“ und nicht mit der „Software“.

Fritzchen staunte: „Ja aber wir, in der großen Stadt, haben ja gar keine Ahnung davon. Wir hören nur immer aus den Medien von Katastrophen und den wirtschaftlichen Hintergründen.“ Merlin: „Ja das liegt wohl daran, dsss ihr alle „mündige“ Konsumenten und „mündige“ Staatsbürger seid, aber Euch leider selber nicht informiert. Dazu kommt noch, dass s.o. die Sprache ihren Teil dazu beigetragen hat. Es gibt heute keine Bauern mehr, nur mehr Agraökonomen und Landwirte, bezw. Nahrungsmittelproduzenten, wobei hier die Betonung auf dem Wirtschaftlichen liegt. Das „Anbauen“ ist in den Hintergrund gedrängt worden, das „Produzieren“ in den Vordergrund.“

Fritzchen: „Ja aber wie kann denn die Weltbevölkerung mit biologischen Lebensmitteln ernährt werden.“ Merlin: „Das ist relativ einfach! Die Grundnahrungsmittel wie Getreide, Milch, Fleisch, Gemüse wären in ausreichendem Maße vorhanden. Der Mensch müsste nur auf gewisse Bequemlichkeiten verzichten. Wenn ich daran denke, dass um die Jahrhundertwende mehr als eine Million Rinder in Europa notgeschlachtet wurden und wir trotzdem nicht verhungerten, zeigt die Perversität der Überproduktion. Und „brauche“ ich wirklich Erdbeeren im Winter? Um nur ein Beispiel zu nennen. Brauche ich wirklich EU-genormte Erdäpfel, Gurken oder was weiß ich, wo der größte Teil des nicht genormten Gemüses auf dem Mist landet? Überall hörte man landauf, landab, dass der „mündige“ Konsument entscheidet, was produziert wird. FALSCH, der Bedarf wird von der Wirtschaft geweckt! Werbung, Medien und leider die Uninformiertheit und Bequemlichkeit der Bürger tun das ihre dazu!“

Fritzchen: „Du magst schon recht haben, aber wir Stadtmenschen sind schon ein bisschen misstrauisch. Wo kann man sich denn informieren und wie schauts mit der Kennzeichnung aus, da gibt’s ja jede Menge Pickerln!“ „Leider schon wieder falsch. Es gibt nur eine einzige Kennzeichnung, die für biologische Lebensmittel gültig ist!! (siehe Tabelle) Alle biologischen Produkte müssen dieses Zeichen haben, egal von welchem Verband! Informieren kann man sich bei allen Bio-Verbänden oder im Zeitalter der Information, gib mal Bio in Deine Suchmaschine im Internet und Du wirst staunen wie viele Informationen Du bekommst. Und nun iss Deinen Rinderbraten und lass ihn Dir schmecken!“

Im nächsten unglaublichem Bericht erfährt Fritzchen Möhrensauger, was Stadtmenschen so alles tun können, um ein bisschen autonomer zu werden.

Rotes Bio Zeichen Schwarzes Bio Zeichen Deutsches Bio Zeichen
Rotes Bio Zeichen

Hier müssen alle „Inhaltsstoffe“ aus Österreichischem
Bio-Landbau sein
Schwarzes Bio Zeichen

Hier können ausländische „Inhaltsstoffe“ aus Bio- Landbau enthalten sein.
Deutsches Bio Zeichen


Ende Teil II


Merlin


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