Betreut von Anufa
DrachenSabber
Besinnlichkeit – und zur Besinnung kommen
Ich habe Ehrfurcht. Nicht vor irgendeinem geistigen Konzept, einer bestimmten Religion, nicht vor den Fähigkeiten des menschlichen Geistes, die werden bislang nicht gerade sinnvoll angewendet. Ich habe Ehrfurcht vor der Größe des Universums und zugleich vor der Tatsache, dass Jeder und Jedes auch in seiner unendlichen Kleinheit einen unauslöschlichen und einmaligen Eindruck im Unendlichen hinterlässt.

Am meisten aber empfinde ich Ehrfurcht vor der Weisheit der Zeit. Die Evolution braucht zwar für uns Menschen unvorstellbar lange Zeiträume wie Millionen Jahre für innovative Ideen, aber die Natur hat uns – und das wird noch sehr lange so sein – etwas Grundlegendes voraus. Sie gibt jedem Lebewesen, jeder Art, Zeit genug, sich an all die anderen anzupassen. Man nennt es biologisches Gleichgewicht, wie jeder weiß.


Jedes Gleichgewicht ist ein fließendes Welches
Vielleicht hast du schon mal vom Fließgleichgewicht gehört, das ist letztendlich die Geschichte von dem "alles fließt", nicht, wie meist angenommen wird, ein Ausspruch des griechischen Philosophen Heraklit, sondern nur eine spätere Formulierung seiner Lehre, es gebe in der Welt nur ein ewiges Werden und Vergehen und alles beharrende Sein beruhe auf Täuschung.

Alles verändert sich ständig, „das einzig Beständige ist der Wandel“ ist keine neue Erkenntnis, der „Fels in der Brandung“ trotzdem ein allzeit beliebtes Bild der Beständigkeit. Das ist aber auch nur und allein nach menschlichen Maßstäben gemessen so, auch jeder noch so imposante Berg landet früher oder später als Sand im nächsten Meer. Unser Zeitempfinden ist nur eines von denkbar vielen im Universum. So können wir schon allein die ständigen Bewegungen der Wolken oder der Pflanzen kaum mehr wahrnehmen, wie sie sich tagtäglich nach dem Sonnenstand hin bewegen.

Jedes dieser lebendigen Systeme muss sich ständig mit unzähligen anderen abstimmen, damit das Ganze wirklich gut funktioniert. Das Leben, die Evolution läuft der Perfektion, der perfekten Anpassung an die Umwelt, notgedrugen ständig hinterher, weil sich diese Umwelt ständig ändert.


Geschwindigkeit ist relativ geworden
... seit der epidemischen Ausbreitung des Menschen, auch in den Köpfen der Menschen und ihrem Erkennen, spätestens seit Einstein. Bis jetzt haben wir als Menschheit die natürliche Entwicklung überrollt – hoffen wir, dass nicht uns selbst irgendwann eine unnatürliche Entwicklung überrollen wird, die wir am Ende selbst eingeleitet haben. Der einzige Unterschied zwischen natürlich und unnatürlich (außer übernatürlich wohl) ist ja bloß das Kriterium Mensch.
Wir haben Kultur als Gegensatz zur Natur erklärt! Haben heute noch den Sieg über die Natur und ähnliches im Sinn, ob es Seuchen betrifft oder den Regenwald, wo gerade und ganz offensichtlich dieser Sieg nur eine Niederlage sein kann. Egal ob kindlich verantwortungslos genetisch experimentiert wird oder nur gerodet.

Die berühmt-berüchtigte Exponentialkurvenrechnung sagt uns vorher, dass die Geschwindigkeit der menschlichen Entwicklung sich noch viel mehr beschleunigen wird. Ich bin nur gespannt, ob am Ende des Rennens der Rest des bewohnten Planeten mit diesem Tempo noch mitgekommen sein wird. Eine brandneue Hochrechnung besagt, dass es voraussichtlich ab dem Jahr 2048 in den Meeren der Welt keine Fische mehr geben wird. Ich muss bei solchen Nachrichten immer wieder an den Film Matrix denken, wo die Menschheit als Virus bezeichnet wird, welches ja auch auf Kosten seines Wirtes lebt, bis dieser dahinscheidet – oder davon genesen ist. In beiden Fällen wird fatalerweise die Rechnung ohne den Wirt gemacht, doch bezahlen muss man sie schlussendlich selbst.


Es Dummheit zu nennen wäre zu einfach

Mir ist mal aufgefallen, dass es einen wirklich interessanten Unterschied zwischen zum Beispiel Insektenstaaten und menschlichen Gemeinschaften gibt. Ein Ameisenstaat handelt um ein Vielfaches intelligenter als man von der einzelnen Ameise erwarten könnte, die Arbeitsteilung macht eine komplexere soziale Struktur erst möglich. Diese Arbeitsteilung hat auch den Menschen letztendlich zu dem gemacht, was er heute ist: sehr weit verbreitet, ähnlich den Ameisen.
Das Handeln des Menschen scheint jedoch im krassen Gegensatz zum sozialen Verhalten der Ameisen zu stehen, unverkennbar wird, dass Menschen sich desto dümmer verhalten, je größer die Gemeinschaft ist. Wenn es allerdings globale Dimensionen des menschlichen Verhaltens betrifft, dann wird ein dämlichstmögliches Verhalten offensichtlich – ich denke, ich habe letztens den kürzesten Witz der Welt erfunden, er lautet: „Klimakonferenz“.

Bei näherem Hinschauen nicht weiter verwunderlich. Was auf den ersten Blick dämlich erscheint, ist durchdacht „nach mir die Sintflut“ das moderne Prinzip des Erfolgs. Na, hoffen wir, dass sich dieses Mantra nicht (wie laut Überlieferung bereits schon einmal) in der Realität manifestiert, aber diesmal scheint´s im Fall des Falles wohl eher in die Richtung Wüstenplanet zu tendieren, ob zu Wasser oder zu Lande.

So schlage ich vor, wenn wir uns dieses Jahr zum christlichen Wiegenfest im Kreise unserer Lieben versammeln, nicht nur unseren Verwandten das Beste für die Zukunft zu wünschen, vielleicht sogar allen Menschen auf Erden „ein Wohlgefallen“ – sondern auch unserer ältesten Verwandten, der allerersten Mutter von uns allen, von allem, was da kreucht und fleucht auf Erden: Gaja!
Wünschen wir ihr ein gutes Jahr, und viele weitere – und dass ihr jüngstes Kind, das Menschlein, ihr nicht weiter die Haare vom Kopf frisst, um sich letztendlich nur selbst damit ins Knie zu schießen. Besinnlichkeit, so wäre es wünschenswert, sollte letztlich auch – zur Besinnung führen. Möge das wiedergeborene Licht in dieser Welt nicht nur die Herzen wärmen, sondern vielleicht auch etwas Licht ins Dunkel der ach so klugen Köpfe bringen.


Ein wintersonnwendlich besinnlicher DrachenSabber, aber das Thema selbst ist wohl ätzend genug, wie ich finde. Das (wohl nicht allzu) Tröstliche dabei: Jede Generation findet all das ganz normal, was sie von klein auf gewohnt ist, ob das jetzt ein Mp3-Player ist, den man ständig mit sich herumschleppt, oder eine Sauerstoffmaske. Denken wir doch mal nicht nur an die anderen, sondern an all die anderen: unsere Mitbewohner auf diesem Himmelskörper. Und in all den Debatten, was wem heilig ist und nicht verspottet werden darf, fehlt ganz offensichtlich die Erkenntnis, was das Heiligste von allem ist: das Leben.


Gwynnin


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