DrachenSabber
Supermarkt des Lebens
ShadowViper´s Artikel über Etiketten hat mich dazu angeregt, ein von mir gerne und oft verwendetes Beispiel für meine Sicht der Schubladen etwas zu erweitern und hier im Drachensabber festzuhalten.

In einem Supermarkt gibt es viele verschiedene Konservendosen.
Diese Dosen stehen, in einigen unterschiedlichen Größen und mit vielen unterschiedlichen, mehr oder weniger bunten Bauchbinden (auf denen Name des Produktes, Inhaltsangabe und Hersteller, Ablaufdatum, etc. aufgedruckt sind) in den Regalen. Manche der Dosen haben diese Etiketten sogar aufgedruckt, damit sie nicht ablösbar sind. Klarerweise tragen die Hersteller der Dosen dafür Sorge, dass bei der Produktion der Inhalt der Dose auch mit der Beschreibung auf der Dose übereinstimmt. So kann sich jeder Käufer zu einem hohen Prozentsatz darauf verlassen, dass das in der Dose drin ist, was auf dem Label draufsteht... Auch kann er sich darauf verlassen, dass der Inhalt in für ihn, einwandfreiem Zustand ist, weil ja auf dem Etikett Zusatzinformationen vorhanden sind (Ablaufdatum, Inhaltsstoffe, etc.). Das Preis-Leistungsverhältnis kann ich hier ebenfalls relativ einfach feststellen, weil ich die "Inzersdorfer Fisolen" in vielen Geschäften finden und somit auch die Preise vergleichen kann (weil ich mir ja sicher sein kann, dass alle aus der gleichen Fertigung kommen und somit identisch sind in Inhalt und Qualität).

Etikett verschwunden...
Bei einigen Dosen in den Regalen ist das Etikett verschwunden - dann ist die Dose wenigstens noch durch das Regal selbst deklariert. Oftmals haben die Stellflächen selber Sticker dran, auf denen steht, was über oder unter diesen Etiketten angeboten wird. Auch hier gibt´s wieder verschiedene Arten von Labels, die aufgesteckt oder aufgeklebt werden. Aber diese Sticker haben schon wesentlich weniger Informationen zu bieten als das Etikett selber (was für Allergikern wichtig sein dürfte). Dabei kann es schon einmal vorkommen, dass unter der Ankündigung "Heute Erbsen im Sonderangebot!" die Hälfte der Dosen Mais als Inhalt haben. Da kommt es dann auf die Genauigkeit der Regalbetreuer an, inwieweit ich mich auf die Stimmigkeit verlassen kann. Manche sortieren alle Dosen ohne Label aus, andere verlassen sich darauf, dass die Dose ohne Label (wenn sie von Dosen umgeben ist, die noch als Schwarzwurzeln erkennbar sind) allein durch die Umgebung in der sie zu finden ist noch ausreichend deklariert ist. Wieder andere verlassen sich darauf, dass die Käufer klug genug sind, obwohl die Erbsen als Sonderangebot ausgepreist sind und Bohnen unter dem Regallabel zu finden sind, durchschauen, dass Bohnen zum Normalpreis verkauft werden...
Eben diese Betreuer sortieren Dosen ohne Etikett, bei denen sie meinen, den Inhalt nicht mehr eruieren zu können, im "Sonderposten" Eck ein! Dort findet sich dann ein buntes Durcheinander von Waren (teilweise mit abgelaufenem Datum, beschädigter Verpackung, etc.). Bei manchen kann ich schon von außen erkennen, was der Inhalt ist, bei anderen, wie den Dosen ohne Etikett ist das nur schwerlich bis gar nicht möglich. Da diese Dinge meist auch zu Sonderposten-Preisen angeboten werden, kann es manchmal lohnend sein, sie trotzdem zu kaufen. Allerdings bin ich mir dann bewusst, was ich da kaufe, nämlich die Katze im Sack. Unter Umständen komme ich dann zu Hause dahinter, dass der Inhalt verdorben oder Fischfutter ist (wo ich doch Katzen habe...) - unter Umständen finde ich aber auch teure chinesische Pilze, die ich mir ob des hohen Preises sonst nicht leisten hätte können.

"Überraschung!"
Dann gibt es im Supermarkt auch noch so nette Dinger, die ebenfalls von außen alle gleich aussehen - auf denen steht "Überraschungs-Ei" drauf. Beworben werden sie mit dem Slogan "Spaß, Spiel und Spannung" (oder so ähnlich...).
Viele Käufer schütteln diese Dinger erst einmal kräftig, um herauszufinden, ob überhaupt etwas drin ist. Feststellen WAS drin sein könnte, kann man aber, bevor man´s gekauft hat, nicht. Das weiß ich aber schon vorher, denn das ist ja (neben der Schokolade - die ich aber wahrscheinlich besser und billiger in anderer Form haben könnte) der Sinn eines Überraschungs-Eies. Die Spannung beim Herausfinden was denn drin ist, ist eigentlich der Hauptspaß dabei. Manchmal findet sich im Ei etwas, das mir gefällt, manchmal etwas, das ich abscheulich finde und manchmal etwas, das ich schon in dreifacher Ausführung zu Hause habe.

Überraschungs-Eier und Dosen ohne Etikett haben also eines gemeinsam - ich kann nicht wissen, was wirklich drinnen ist, bevor ich gekauft und bezahlt habe. Den Hauptunterschied sehe ich darin, dass der Inhalt der Dosen meistens zur Deckung meiner Grundbedürfnisse gedacht ist und die Überraschungs-Eier zur Unterhaltung und zum Vergnügen erdacht wurden. Somit ist das Konzept des Ü-Eies ein vollkommen anderes als das einer Dose...

Bright blessings
Anufa


Anufa


Irab – schau owa! 21.01.2017
Drachenrülpser 10.09.2016
Auch ein Blickwinkel … 11.06.2016
Licht in zwei Variationen … 02.04.2016
Was Mensch sich so vorstellt - oder auch nicht ... 05.03.2016
Das Kleingedruckte 23.01.2016
Das Gequatsche vom Loslassen…?! 21.11.2015
Wie ein Elefant das Fürchten lernte, oder: Das weniger bekannte Elefantengleichnis 03.10.2015
Weltheilung 26.09.2015
Schwitzhütten 25.07.2015
Die "Alles ist Liebe"-Lüge - Teil III 13.12.2014
Die "Alles ist Liebe"-Lüge - Teil II 01.11.2014
Die "Alles ist Liebe"-Lüge - Teil I 18.10.2014
Kreise, die heilen - Teil II 02.08.2014
Kreise, die heilen - Teil I 12.07.2014
Dann bist` halt enfreundet ... 01.03.2014
Vom Umgang mit Warp-Antrieben und Einhornfürzen 21.09.2013
Süßes Gift 20.04.2013
Eine sehr verkürzte Geschichte des britischen Heidentums - Teil II 19.01.2013
Eine sehr verkürzte Geschichte des britischen Heidentums - Teil I 01.12.2012
Piep, piep, piep - wir ha´m uns alle lieeeeb! 15.09.2012
Vorsicht Kanalarbeiter! 11.02.2012
Das Märchen von der Ziegenherde 12.11.2011
Lichtwesen und Schattenwerfer 11.06.2011
Vergesst den 21. Dezember 2012 - Teil II 05.03.2011
Vergesst den 21. Dezember 2012 - Teil I 26.02.2011
Alle Jahre wieder ... 13.11.2010
Trügerisches Vorbild 07.08.2010
Es walpurgisnachtet 29.05.2010
In der Grippe lag das Kind... oder doch eher "mit" 23.01.2010
Satire oder doch fast Realität? 20.06.2009
Ist Gott überall? 22.11.2008
Fritzi Möhrensaugers, vulgo Ruamzuzler, Abenteuer im „ländlichen Raum“ - Teil II 02.08.2008
Der heilige Maulwurf und sein tragischer Tod - Teil III 26.04.2008
Der heilige Maulwurf und sein tragischer Tod - Teil II 12.04.2008
Der heilige Maulwurf und sein tragischer Tod - Teil I 05.04.2008
Fritzi Möhrensaugers, vulgo Ruamzuzler, Abenteuer im „ländlichen Raum“ 26.01.2008
Zeit? Bloss so Zeit? 23.06.2007
Besinnlichkeit – und zur Besinnung kommen 23.12.2006
Die Herbergssuche 13.05.2006
„Intelligent Design” – zurück ins Mittelalter? 07.01.2006
Wicca, Lifestyle-Zeitschriften und Markenschutz - Teil II 02.07.2005
Wicca, Lifestyle-Zeitschriften und Markenschutz - Teil I 11.06.2005
Ein göttliches Gespräch 12.02.2005
Wassermann-Eintopf 13.11.2004
13 Möglichkeiten wie du in Foren an Informationen kommst ... 24.07.2004
Bilsenkraut und Krötenschleim - Hexen im TV 13.03.2004
Der Gehörnte ... 31.01.2004
Eine neue Droge greift um sich! 24.01.2004
Die Geheimlehre der Wunderwuzzis 12.07.2003
Ein Leserbrief 26.04.2003
Mitschrift einer Online-Initiation 01.03.2003
Yule und die Hintergründe 21.12.2002
Ode an das Kräuterkistl 12.10.2002
Soso, du willst also eine Hexe werden? 24.08.2002
Achtung Kommerzhexen: Konkurrenz! 20.07.2002
Supermarkt des Lebens 01.06.2002
Die Mächte der Finsternis 16.04.2002
Eine Chance vertan? 15.02.2002
Ein Tag im Leben einer Hexe 05.11.2001
Online-Hexenschulen 19.10.2001





               
                   
                   



    

© WurzelWerk · 2001-2017