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Ich hab´ grad´ keine Zeit …   Teil II

Gerade in unserer Zeit haben viele Menschen einen viel zu vollen Terminkalender, gefüllt mit mannigfaltigen Aufgabenstellungen. Berufliche Zwänge, freiwillige Verpflichtungen, private Erfordernisse, eigene Interessen und, sofern noch wahrgenommen, tiefe eigene Bedürfnisse raufen sich um einen freien Platz.

Na, da bin ich aber froh!!

Wie oft sind wir uns im täglichen Leben tatsächlich bewusst, dass wir für das eine oder das andere dankbar sein können/könnten? Vielfach ist es aber leider so, dass wir dieses Dankbarkeitsgefühl gerade mal bei außergewöhnlichen Ereignissen empfinden. Gerade noch einem Unfall ausgewichen – na den Göttern sei Dank! Das letzte Paket Eier erwischt, wo am Wochenende Besuch angesagt ist, denn mensch doch mit Kuchen überraschen wollte? Pfuuuh, super!!!
Wer diese Erlebnisse hie und da in seinem Leben hat, der ist allerdings schon auf einer Schiene, die sinnvoll verlängert werden könnte.

Ein erster Schritt dazu wäre sich sein Leben mal genau unter die Lupe zu nehmen und sich bewusst zu werden, wie viel dabei bestens geeignet ist um dankbar zu sein. Für die Realisten unter uns: natürlich ist es keine Lösung für Probleme, sich bewusst zu sein, dass es immer und überall Menschen gibt, denen es schlechter geht als einem selber – ABER das enthebt den Glücklicheren auch nicht davon sich bewusst zu sein, dass er eben entweder ein besseres Los gezogen hat oder zumindest die Möglichkeit hätte etwas am Status quo zu verändern …

Wau, da staune ich aber!!!

Erstaunen ist eine Fähigkeit die der moderne Mensch verliert, je älter er wird. Es ist mehr als lohnend, sich das kindliche Staunen so lang es irgend geht zu bewahren und es auch noch zu kultivieren. Über etwas zu staunen ist ebenfalls bestens dazu geeignet sich zu zentrieren – in die eigene Mitte zu kommen. Allerdings ist die Chance dass genau das passiert umso größer, je stabiler der Körper ist!

Zu guter Letzt möchte ich noch einen Punkt erwähnen, der in meinen Augen, vielfach einfach vergessen wird …

Mah, das würde ich mir so wünschen!

Wünsche und Sehnsüchte zu haben, ist für mich genauso wichtig wie alle anderen, bisher schon erwähnten, Punkte. Damit meine ich jetzt aber die „kleinen“ Wünsche, die wir uns selber durchaus erfüllen können/könnten. Wahrzunehmen dass mensch sich etwas wünscht, diesen Wunsch konkret zu formulieren und ihn dann auch zur Erfüllung zu bringen – das verschafft einen Zugang zur Zufriedenheit. Vor allem, wenn dabei die Entstehungsgeschichte genauso gegenwärtig ist wie die eigene höchstpersönliche Anstrengung, die erforderlich war. Das Staunen über das erzielte Ergebnis und die Dankbarkeit dafür dass es überhaupt erreicht wurde, das alles erfüllt und macht „lebendig“.

Was ich dabei aber noch einmal anbringen möchte, ist die Frage der Mitte.
Wie ich schon erwähnt habe, bin ich der Ansicht, dass im menschlichen Leben schlichtweg alles zur Sucht werden kann. So natürlich auch das Wünschen/Wollen, die konstante Suche nach Input, nach Befriedigung, nach Glück.
Das Maßhalten, das maßvolle einsetzen der persönlichen Freiheit, die Taktik der kleinen Schritte – wobei mir natürlich klar ist, dass gerade Jugendliche und junge Erwachsene die persönlichen Limits austesten (und das auch mehr oder minder müssen) um dann die Möglichkeit haben, den persönlich sinnvollen Bewegungsrahmen zu finden.

Von Anfang an nach Extremen zu streben und dann daran festzukleben sehe ich als genauso sinnbefreit an wie ein vermeintliches Mittelmaß anzunehmen und dabei dann unumstößlich zu bleiben. Leben muss gelebt werden und ist schlussendlich immer lebensgefährlich!


In fünf Schritten zum Ruhepol?

Fünf sinnvolle Schritte aufzulisten ist, wie ich hoffe gezeigt zu haben, durchaus machbar – einen einfachen Ruhepol zu versprechen wäre das nicht. Ruhe kommt, meiner Ansicht nach, aus der eigenen Mitte und seltenst von außen – deshalb liegt es auch in und an jedem selber diese Ruhe zu finden. Das ist der Grund, warum ich es auch immer so anlege, dass jeder zuerst einmal grundlegende Erfahrungen mit seinem Körper sammelt (sofern das noch nicht geschehen ist!) um einmal Boden unter den Füßen bewusst wahrzunehmen und erst dann die restlichen vier Punkte kennen zu lernen.
Dazu gibt es viele, teilweise sehr einfach gestrickte aber dennoch effiziente Übungen, die mit der Zeit durchaus auch erweitert werden können und auch sollen. Die explizite Erwähnung, dass ein „richtig“ nicht vorrangig ist, bedeutet, dass es durchaus eine gute Sache ist, „richtig“ atmen, stehen, sitzen etc zu können, aber es bei diesen Übungen vorrangig einmal um etwas völlig anderes geht – nämlich in der eigenen Mitte anzukommen und dort einen Ort der Ruhe und Entspannung zu finden, von dem aus dann neue Schritte unternommen werden können.

Zum Gewahrsein ist es am simpelsten sich auf den eigenen Atem zu konzentrieren. Dabei ist es Ziel sich ausschließlich auf das Ein- und Ausströmen der Luft zu fokussieren. Dabei gibt es keine Frage nach „richtig atmen“ oder dergleichen sondern jeder wird – sofern er sich einmal darauf konzentriert – die Atemluft irgendwo in der Nase fühlen können. Das ist das einzige was zählt! Diese Berührungspunkte zu beobachten, sowohl beim Ein- wie auch beim Ausatmen.
Sinnvoll ist es mit drei Atemzügen zu beginnen und dann die Spanne der Aufmerksamkeit langsam auszudehnen. Ich nenne das „das Ankommen“

Als zweiten Schritt reihe ich es, die Füße auf den Boden zu stellen. Dazu ist es sinnvoll auch tatsächlich zu stehen (wer das nicht kann, der sitzt wenn möglich auf einem Sessel oder wenn auch das nicht möglich ist, liegt am Rücken). Auch dabei geht es ausschließlich um die Wahrnehmung – es gibt also keine Frage nach dem „richtig Stehen“.
So wie ich mich vorher auf meinen Atem konzentriert habe, konzentriere ich mich jetzt auf den Kontaktpunkt mit dem Erdboden. Welche Teile meiner Fußsohlen (meines Hinterns, meines Rückens) berühren den Boden wie genau und wo genau? Mit welcher Stärke drückt der Boden wo genau und wie genau zurück? Wie und wo werde ich von der Erde gehalten/gestützt?

Im dritten Schritt benutze ich alle meine Sinne und nehme meine Umgebung wahr. Irgendwo in dieser Wahrnehmung wird sich sicherlich etwas finden, das einen (oder mehrere) meiner Sinne anspricht. Dann staune ich darüber, so wie kleine Kinder das tun, wenn sie in den Anblick eines Gänseblümchens „versinken“ oder in eine Schnecke im Gras oder in den Geschmack eines Lieblingsgerichts, den Geruch eines Kuchens oder selbst im (für uns Erwachsene oft nervtötendem) Getröte aus einer kleinen Plastiktrompete.

Als vierten Schritt empfinde ich für das, was ich da wahrgenommen habe Dankbarkeit. Wer an Götter, Ahnen, Geistwesen glaubt, der kann sich natürlich auch bei diesen bedanken, genauso wie generell beim Universum oder der Natur …

Den fünften Schritt, das Wünschen mag dann jeder so handhaben wie es ihm selber sinnvoll erscheint. Entweder nach dem Modell „maßhalten“ oder vielleicht sogar etwas Riesengroßes. Dabei lege ich bei mir besonderes Augenmerk darauf, diesen Wunsch „loszulassen“. Das bedeutet, dass ich ihn in diese Welt stelle und dort auch eigenständig stehen lassen kann. Ist er stark genug um zu überleben, wird er sich manifestieren, sofern ich die Vorarbeit dazu geleistet habe (oder dabei bin sie zu leisten) und der Fluss der Zeit günstig ist. Dieses Loslassen bringt mich dann auch wieder zum Anfang meiner Übungsabfolge.


Ende Teil II


Anufa


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