Ich fühle also bin ich…

Die Antwort aus dem Innersten, die sich zwischen Alltag und Stress versteckt hält, ist oft nicht leicht zu finden...

Das Gespür ist eine der wichtigsten Eigenschaften des Menschen, nicht nur die Umgebung kann er-spürt werden und macht es so möglich sich zu orientieren. Auch die soziale Umgebung kann er-spürt werden, wenn man sich dafür öffnet und sich darauf einlässt.

Viele Menschen sind weitestgehend taub für ihr Gespür geworden. Sie sehen und hören, aber ihre Gefühle sind dabei fast komplett ausgeschaltet. Vielleicht ist dies eine Erscheinung der aktuellen Zeit, in der von allen Seiten Information auf uns einströmt, und wir versuchen müssen diese zu filtern. In der modernen Welt, im Großraumbüro oder überfüllten Plätzen ist oft kein Platz für Gefühle, da die Ratio im Informationszeitalter als Herrscher über die Gefühle angesehen wird, der Mensch lernt zu funktionieren und arbeiten und oftmals seine Gefühle auszuschalten. Schon körperliche Grundbedürfnisse werden heute oftmals als störend empfunden, wenn sich im Stress zwischen Terminen plötzlich der Bauch einschaltet und Hunger meldet, oder man den leidigen Umweg zur Toilette machen muss. Wenn bereits solche Grund“gefühle“ wie Hunger oder Durst nur sehr leise zu vernehmen sind, wie ist es dann erst mit Gefühlen, die weniger über-lebenswichtige Funktion haben, wie beispielsweise das Gefühl nach Geborgenheit, Gesellschaft oder Stille?


Gefühle (ver)binden

Auch die Intuition, das Gespür für die eigene Seele und sehr oft auch die Emotion für Mitmenschen gerät dadurch oftmals in Mitleidenschaft. Wie viele Menschen haben in der heutigen Zeit ein Problem damit, mit anderen Menschen Beziehungen einzugehen? Sei es jetzt nicht nur im Partnerschaftlichen Sinne, sondern auch im freundschaftlichen oder Team-Kontext. Kann ich als Person spüren, was mir nahestehende Mitmenschen brauchen oder mache ich mich dabei an Normen fest, die gesellschaftlich zu gelten haben? Kann ich einschätzen, wann jemand ein offenes Ohr braucht, oder eine starke Schulter?


Der Anfang ist gar nicht so schwer ...

Die ersten Übungen, die man in den meisten heidnischen Traditionen oder Büchern zu Anfang findet - auch in solchen, in denen es sich um einen von Religion losgelösteren Aspekt von Magieausübung dreht – sind meist solche, die dabei helfen sollen, das Gespür wieder zu wecken. Die Erdung verhilft beispielsweise zu einem Gespür für den Boden, den man unter den Füßen hat, dafür, wie viel man sich selbst an Energien aufladen kann und dass man diese auch wieder abgeben kann. Die Visualisierung lehrt die Gabe der Beobachtung und hilft der Vorstellungskraft auf die Sprünge, was zu einem geübten Auge für die Umwelt um sich herum führt. Energien welcher Art auch immer, muss man erst erspüren und fühlen lernen, bevor man sie zu einem Zweck einsetzen und leiten kann.

Zusammengefasst bedeutet dies – lerne zuerst dein eigenes Gefühl kennen, um zu wissen, wie weit du gehen kannst und wo deine Grenzen liegen. Dann kannst du dich auch den Eindrücken um dich herum widmen – wahrnehmen und auch lernen die Dinge zu spüren, die hinter dem Sichtbaren liegen.

Spüren lernen ist oftmals leichter, als man es sich vorstellt – denn jeder Mensch kann es, muss sich nur darauf aufmerksam machen. Es braucht wahrscheinlich ab und an ein bisschen Übung gewisse Gefühle auseinander-halten zu können. Ist es Aufregung oder Nervosität, die mich innehalten lässt, ist es Zweifel an meiner Person oder das Wissen um meine Grenzen, die mich zurückhält? Sich diesen Fragen zu stellen ist besonders wichtig, um Lernprozesse nicht aus irrationaler Angst von sich zu schieben, sondern diese auch ergründen zu können und sich schlussendlich darauf einzulassen. Im Alltag kann es helfen, immer wieder einen Moment inne zu halten, auch oder vor allem in Stresssituationen – hinein-spüren in den Körper – was ist los, was brauche ich? Muss ich durch-atmen, muss ich langsamer werden? Ist der Stress eigentlich wirklich grade notwendig, oder kann ich ruhig auch ein paar Minuten zu spät kommen oder einen Task an jemand anderen delegieren?


Bitte treten Sie einen Schritt zurück

Je öfter solche kleinen Pausen zugelassen werden, desto routinierter wird man beim Hinein-spüren ins eigene Ich. Und je besser dies klappt, desto mehr Details wird man auch rund um sich entdecken und die eigene Umwelt besser verstehen lernen. Je mehr man sich auf diese Eindrücke einlässt, desto leichter wird es mit der Zeit Energien wahrzunehmen und mit diesen zu arbeiten. Die Wahrnehmung verschärft sich und kann somit auch viel bewusster eingesetzt und gelenkt werden. Was vorher nur grobe Umrisse einer unsichtbaren Kraft waren, sind mit etwas Gespür und Übung dann schon viel klarere Formen, deren Ecken und Kanten man ganz bewusst erspüren kann. Gefühle helfen uns dabei die Welt mit anderen "Augen" wahrzunehmen, vor allem jene Welten, die mit dem eigentlichen Auge an sich sehr schwierig zu erkennen sind.


Shina Edea


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