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Elders, Großeltern und andere alten Weisen

Im Hexentum stößt man sehr oft auf den Begriff „Elders“. Was ist jedoch damit gemeint und was kann man sich darunter vorstellen?

Elders das sind meist weise Menschen aus der Craft, der eigenen Tradition oder einfach generell weise Frauen und Männer, die schon zahlreiche Erfahrungen in ihrem Leben gemacht haben und mit ihrem Wissen hilfreich zur Seite stehen. Vor allem Jüngeren oder gerade Beginnenden.

In vielen Coven und Traditionen bekommt man den ehrvollen Titel des Elders, wenn man eine gewisse Zeit lang in der Tradition war und/oder sich aus dem Priestertum zurückzieht, um Ratschläge zu geben und als Ansprechperson zu fungieren. In dieser Rolle schaffen sie eine weite Perspektive die sich nicht nur auf das weitere Wachstum der Covenmitglieder auswirken kann – sondern auch auf das Wachstum der Priester und des Hohepriesterpaars.

altes Haus

... wie Innen so Außen

Ich möchte bewusst anführen, dass der Titel des Elders für mich nicht bei der Grenze des Covens endet, sondern auch darüber hinausgeht. So wie viele Traditionen der Überzeugung sind, dass ein Priest nicht nur für den Coven, sondern auch für die Menschen außerhalb des Coven da sein sollte (sofern das denn noch geht, irgendwann wird jede Freizeit knapp). Ähnlich sehe ich das bei den Elders die auch jenen mit Rat und Tat zur Seite stehen können, die nicht in einem Coven sind. Als Vorbilder, als Ratgeber, als Stütze.


Die Mehrgenerationen-Familie

Heute mag es vielleicht keine gängige Form der Familie mehr sein, dass es drei Generationen gibt, die nahe zusammen leben oder sogar unter einem Dach. Jedoch erkennt man sehr viele Vorteile darin, und natürlich auch Parallelen zum Coven oder zur magischen Gesellschaft generell. Jeder Anfänger hat vielleicht seine Mutter oder seinen Vater – in spiritueller Hinsicht. Eine Vertrauensperson, die ihm Fragen beantworten kann und ein offenes Ohr hat. Das Alter spielt dabei eigentlich gar keine Rolle. Auch jemand, der jünger ist als ich, kann dennoch ein guter Lehrer sein, wenn er die Erfahrungen gemacht hat, die ich auch machen möchte – und Dinge getan hat, die ich auch irgendwann tun möchte. Das wäre nach der klassischen Familie das enge Verhältnis Vater und Kind, oder Mutter und Kind – oder beide Elternteile auf einmal.

Manches Mal hat man dann vielleicht noch das Glück jemanden kennen zu lernen, der schon eine wesentliche Zeit länger in dem Handwerk verweilt, das man erlernen möchte. Und diese Person würde ich als Elder bezeichnen. Jemand, der in seiner Weltsicht und seinem Handwerk schon so vieles erlebt hat, dass ihn nichts mehr so einfach erschüttern kann – wie ein Felsen. Diese Person hat genug Halt, um auch anderen Halt zu geben. Ich schließe natürlich nicht aus, dass das auch für die Priester naturreligiöser Religionen und Traditionen zutrifft, dass sie ein gewisses Vertrauen an ihren Glauben und ihre Götter, ihre magischen Techniken etc. haben, das nicht mehr so leicht erschütterbar ist, wie das einen Anfängers oder Fortgeschrittenen. Ich weise nur darauf hin, dass auch ein Priesteramt nicht völlig vom Lernen befreit ist und auch für jemanden, der einen Coven leitet Auseinandersetzungen mit dem Leben an sich stattfinden könne – denn niemand ist perfekt. (Und höchstwahrscheinlich ist man auch als Elders im Heidentum nicht davor sicher – auch wenn man dann vielleicht schon anders damit umzugehen weiß)

Persönlich mag ich den Vergleich mit den Großeltern sehr. Denn Elders sind für mich Menschen, die das „Familienleben“ von ein bisschen weiter weg betrachten, also nicht unbedingt in die Erziehung eingebunden sind und objektiver bleiben können. Man kann man sich an sie wenden, sollte man mit den eigenen Eltern oder Geschwistern mal nicht klar kommen und sich einen Rat holen, der zwar nah ist, aber trotzdem objektiv.

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Ansprechpersonen generell

Wie gesagt – dies soll sich nicht nur auf die Covenfamilie beziehen - sondern hat so glaube ich, auch eine Bedeutung für Alleinpraktizierende im Umkreis von Gleichgesinnten, welche diese Rollen annehmen können. Jemanden, zu dem man geht, um sich Ratschläge und Lernmaterialien zu besorgen, oder mit dem man gemeinsam lernt – und jemanden, der sich um das seelische Wohlergehen kümmert, bei dem man sich aussprechen kann und der eventuell auch vermittelt, sollte man sich mit anderen streiten. Ich denke, dass es grade im Umkreis von heidnischen Treffen, Stammtischen und anderen Zusammenkünften solche Rollenbilder gibt und Menschen, die wie automatisch für einen selbst in diese Rollen passen oder diese annehmen.

"Alt" ist nicht immer auch weise

Aber auch, wenn das Bild spiritueller Großeltern oft sehr kuschelig erscheint, so gibt es doch auch Ausnahmen, weshalb man die eigene Situation ab und an hinterfragen sollte. Wir wir wissen neigt die Heidenszene leider dazu Menschen anzuziehen, die sich gerne beweisen oder hervortun möchten. Das trifft leider auch manches Mal auf solche Menschen zu, die sich als Elders betiteln oder betitelt werden. Verschiedenste Erfahrungen gemacht zu haben und Dinge ausprobiert zu haben ist zwar löblich, muss aber genau genommen gar nichts heißen. Nur wer aus diesen Erfahrungen etwas gelernt und mitgenommen hat, der hat einen reichen Schatz entdeckt – den er auch anderen zeigen kann.

Es gibt genug Menschen die sehr viel erleben müssen und wenig daraus lernen – das ist oftmals auch einer der Gründe dafür, warum die Lektionen vom Universum immer heftiger werden oder sich in ihrem Inhalt andauern wiederholen. Man könnte es den „göttlichen Vorschlaghammer“ nennen. Zuerst klopfen sie ein bisschen, dann hauen sie ein bisschen und wenn du es noch immer nicht kapiert hast, wird einmal voll durchgezogen, bis du die Lektion der Götter endlich verstehen kannst (und hoffentlich auch annehmen). Im Grunde wollen sie ja auch nur unser Bestes.


... und akzeptierenGötter und andere Lehrer

Übrigens - Götter sind nicht nur wunderbare Eltern, sie können auch tolle Großeltern sein. Und überhaupt kann man in den Weiten der Anderswelt viele Begleiter und Elders entdecken, die dort für Rat und Tat zur Seite stehen. Man muss sich nur auf den Weg zu ihnen machen, sie helfen gerne, wenn man sie natürlich mit dem gewissen Respekt behandelt, der ihnen für ihre vielen Wissensschätze auch zusteht.

Für den magisch arbeitenden Menschen, der die Nähe zur Natur sucht und im Einklang mit ihr leben möchte, finden sich wahrscheinlich auch noch andere „Elders“ die schon lange da sind und sehr vieles gesehen und erlebt haben. Bäume zum Beispiel. Steine, Felsen, Hügel, Seen. Auch zu diesen Wesen kann man Kontakt herstellen, und an ihrem reichen Erfahrungsschatz teilnehmen. Sie haben vieles gesehen und wenn man sie entsprechend ehrt, haben sie meist auch nichts dagegen ihre Erfahrungen mitzuteilen.

Lektionen annehmen lernen

Natürlich kann hier das selbe vorkommen wie auch in der Menschenwelt – manche alten Wesen sind gar nicht mehr daran interessiert mit Jungen zu reden oder ihnen Lektionen beizubringen – vielleicht haben sie irgendwann resigniert, weil niemand ihnen zuhören wollte – vielleicht haben sie es gar nie versucht und haben diese Meinung einfach nur oder haben sogar schlechte Erfahrungen gemacht. Da kann man wahrscheinlich nichts machen, aber diese Erfahrung an sich kann auch schon eine Lektion sein. Man muss sich nur die Frage stellen, warum einem gerade diese Meinung auf der Suche nach spirituellem Wachstum begegnet und was sie einem über sich selbst sagen kann.


Shina Edea


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