Lehrer lehren lernen   Teil II

Auf der Suche nach dem eigene magischen Weg, wünscht man sich oft jemanden, der einen auf dieser Reise begleitet und in dessen Hände man seine Weiterbildung legen kann ... einen Lehrer.

Bitte weise mich...

Es ist verlockend als Anfänger oder Greenhorn auf den magischen Wegen – jemanden zu suchen, der sein Handwerk versteht und ihn um Weisung zu bitten. Allerdings sollte man gut prüfen, worauf man sich da eigentlich einlässt.


Die Füße am Boden behalten

Wie schon gesagt, kein Mensch, wie weit er auch fortgeschritten sein möge und wie wahr seine Worte auch sein mögen – ist unfehlbar. Ein Mensch bleibt ein Mensch und auch als Hexe oder Magier muss man essen, arbeiten und ab und an aufs Klo gehen. Es liegt nahe, dass wir jemanden verherrlichen, der in unseren Augen unschaffbares geschafft hat und seine Entwicklung schon so weit vorangetrieben hat – aber Vorsicht, denn diese Verehrung macht es manchmal unmöglich mit einem solchen Menschen zusammen zu arbeiten. Je näher ich jemandem stehe und je öfter ich ihn besuche, um etwas von ihm zu lernen, desto mehr blicke in den Alltag dieser Person. Und ich wette mit dir, jeder noch so kluge Lehrer hat ebenso seine Problemchen, hat manchmal Zweifel und Ängste, eine unaufgeräumte Wohnung die ganz und gar unmagisch wirkt, etc. etc. Auch wenn wir oft das Bild von dem oder der Weisen haben – es ist einfach zu romantisch um real zu sein, dass jemand, der sich mit Magie beschäftigt so gar keine Alltagsprobleme hätte. Und es ist auch gut so, denn dadurch verlieren wir nicht so leicht den Boden unter den Füßen.

Blick ins Ungewisse?  
Blick ins Ungewisse?


Bande sind Bande sind Bande

Jedes Lernverhältnis zieht seine Fäden und vernetzt unweigerlich alle, die daran beteiligt sind. Besonders dann, wenn spirituell gearbeitet wird ist es schwierig Gefühle und persönliches aus einem solchen Verhältnis herauszuhalten. Man kann sich zwar vornehmen gewisse Bindungen nicht einzugehen, oft passiert es aber trotzdem, dass eine sehr enge Bindung stattfindet. Magisch-spirituelle Lehrer und Schüler treten oft in eine Art Eltern-Kind Beziehung. Der eine sorgt sich um den anderen, manchmal gibt es Trotzphasen, manchmal werden Grenzen überschritten. Das Überschreiten gewisser Grenzen kann oftmals sehr hilfreich sein, weil man sich seiner eigenen Muster gewahr wird und diese somit auflösen kann, erfordert aber sehr viel Vertrauen und Fürsorge auf beiden Seiten, damit daraus keine verletzende Beziehung wird.


Was bedeutet es, wenn ich mich mit etwas nicht auseinandersetzen möchte?

Immer dann wenn eine Aufgabe auf extreme Ablehnung stößt, kann das ein Zeichen für ein festgefahrenes Muster sein. In solchen Situationen sollte man sich überlegen, warum eine extreme Abneigung gegen die Aufgabe entsteht und ob das etwas mit der Einschränkung der persönlichen Freiheit zu tun hat, oder ob es sich nur um das kindliche „ich will mich jetzt einfach nicht damit auseinandersetzen“ handelt, das ein guter Indikator für Muster sein kann. Da es natürlich viel angenehmer ist ein Muster zu umgehen, als sich damit auseinander zusetzen, schlagen wir normalerweise den leichteren Weg ein. Den steinige Weg kann aber nicht nur zu einem besseren ich-Gefühl und zur Selbstarbeit beitragen sondern auch die Sichtweise verändern und viele neue Wege und Möglichkeiten offen legen.


Die Liebe ist oft ein seltsames Spiel

Im Rahmen einer engen Lernbindung, wird sich sicherlich auch eine Form der Liebe füreinander entwickeln. Aber auch wenn die Gefühle und Hormone wallen sollten, sollte man den Kopf dabei nicht ganz außen vor lassen. Es gibt viele verschiedene Arten von Liebe, die alle ganz wunderbar sein können, aber sehr schnell in Beziehungsdramen ausarten können, wenn man eine Grenze überschreitet, der eine vom anderen mehr will als der andere, oder man sich auf eine sexuelle Beziehung mit einer - in gewissem Sinne überstellten Person - einlässt.

  Die Liebe
Die Liebe

All dies wirkt sich dann natürlich auch auf die Lernbeziehung aus und es ist schwierig als gleichberechtigte Partner zusammen zu leben und als „nicht gleichberechtigte“ Eltern-Kinder oder Lehrer-Schüler etwas zu vermitteln oder vermittelt zu bekommen. Passend zu diesem Gedanken habe ich auch schon von magisch arbeitenden Gruppen gehört, die die Pärchenbildung in der Gruppe oder die Aufnahme von Paaren sehr streng betrachten. Darüber zu diskutieren kann wahrscheinlich Abende füllen, im Grunde hat aber jede dieser Ansichten - ob man Paare ausschließt oder unter einem Hohepriesterpaar arbeitet - seine Berechtigung, je nachdem wie man selbst das eben sieht. Ich denke das ist wieder eine Frage der persönlichen Einstellung, und derer gibt es ja grade hier mehr als genug. Vielleicht ist es also auch ein Trial and error System, bei dem man einfach ausprobiert, welche Konstellation am Besten für einen ist, wenn man denn innerhalb einer Tradition oder magischen Schule überhaupt die Möglichkeit dazu hat. Wie gesagt, es prüfe, wer sich ewig bindet, ob er denn im Weg an sich Erfüllung findet. :)


Das gesunde Lernverhältnis

Eine Ausbildung sollte natürlich immer passen und sich als richtig anfühlen. Auch wenn es für das, was man gerne lernen möchte nur einen Lehrer im eigenen Umfeld gibt, sollte man nicht Hals über Kopf eine Bindung eingehen, wenn diese nicht als richtig erscheint. Ein Lernverhältnis sollte auf Vertrauen basieren, wenn dieses fehlt oder andere zwischenmenschliche Pflastersteine im Weg liegen, ist Ärger vorprogrammiert.

Es prüfe, wer sich ewig bindet, und zwar von beiden Seiten. Manchmal passen auch beide menschlich sehr gut zusammen, sympathisieren allerdings nicht mit dem selben Weg. Wenn es nicht passt, dann passt es halt nicht. Wer weiß, welche Wege sich noch auftun werden und wohin sie einen führen, solange man das Ziel nicht aus den Augen verliert.


Shina Edea


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