Auf die Reise gehen   Teil II

Ein Hilfsmittel, das in vielen magischen Traditionen gerne benutzt wird ist die Reise, auch als Trancereise oder Journey bekannt. Was man mit solch einer Technik erreichen und was man dabei beachten sollte, darum geht es in diesen Artikeln.

Ein Hilfsmittel, das in vielen magischen Traditionen gerne benutzt wird ist die Reise, auch als Trancereise oder Journey bekannt. Was man mit solch einer Technik erreichen und was man dabei beachten sollte, darum geht es in diesen Artikeln.


Das Vorbereiten spielt mit…

Die Reise beginnt nicht erst am Bahnhof. Der Weg zum „Abreisepunkt“ wie die Vorbereitung des Wohnzimmers oder der Ortes, von dem aus man reisen möchte, bereitet den Geist schon auf die Reise vor und weckt Gefühle und Bilder. Deshalb ist es so wichtig, sich ein entspanntes Umfeld zu schaffen. Wer mit anderen Menschen zusammen wohnt, tut gut daran diese ebenso in sein Vorhaben einweihen, damit sie wissen was dort vor sich geht.  Auch tierische Mitbewohner könnten die Reise skeptisch betrachten und so kann es helfen anfangs nur leichte, kurze Reisen zu unternehmen (das kann sowieso nie schaden, schließlich muss man niemandem hiermit etwas beweisen.


Orte der Kraft

Wer gerade erst beginnt in Trance zu reisen tut gut daran sich zuerst eine „Basis“ in der Anderswelt einzurichten, einen Punkt, von dem aus man eine Reise beginnen kann und an den man zurückkehrt, wenn man die Reise beenden möchte. Diesen Kraftort kann man sich nach den eigenen Vorstellungen schaffen. Alles hier kann man verändern und sich so zurechtlegen, wie man es braucht, um sich wohl zu fühlen. Dieser Ort kann sich natürlich über die Zeit verändern, das ist ganz natürlich, denn man verändert sich ja auch selbst.

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Good vibrations

Wie weiß man, dass man überhaupt richtig gereist ist? Am besten weiß man das natürlich per Intuition und dem Gefühl, dass sich etwas verändert hat. Manche Menschen fühlen sich bei einer Reise wohlig geborgen, um sie herum wird es warm und kuschelig. Andere lassen den Körper soweit los, dass sie ihn auf der Reise gar nicht mehr spüren und haben dann ein geschärftes Körperempfinden nach dem Wiedereintauchen. Andere spüren ihren Körper die ganze Zeit über, so als würden sie die Dinge dort wirklich berühren und spüren. Es gibt keine Patentlösung, aber das wichtigste  ist, dass es sich gut anfühlt.

Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass man die Dinge, die man auf der Reise erlebt hat, nachher nicht abwerten und anzweifeln sollte. Wenn man wieder zurück im Alltag ist, kommen einem manche Dinge, die man erlebt hat vielleicht seltsam vor, aber man hat sie so erlebt. Die Anderswelt ist wie eine Traumwelt, dort können Orte und Menschen ihr Aussehen verändern, dort sprechen Symbole und Zeichen. Aber, was wir dort erleben ist real und dessen sollten wir uns bewusst sein. Egal wie verworren etwas auch sein mag, es hat schon so seine Richtigkeit und vielleicht muss es genau so sein, wie wir es erlebt haben, damit wir es irgendwann begreifen können.

Eine Reise abbrechen

Manchmal gibt es Situationen und Umstände, die es nötig machen, dass man eine Reise abbrechen oder unterbrechen muss. Diese Unterbrechung ist aber meist sehr radikal und fühlt sich unfertig an. Und im Grunde genommen ist sie das auch, denn es wurde zwar wie beim Computer der „Bildschirm“ ausgeschalten, aber der „Computer“ läuft noch und die „Programme“ dort sind alle noch geöffnet, auch wenn man sie nicht mehr sehen kann. Es ist also wichtig, dass man sich, nachdem man sich dem Unterbrechungsgrund angenommen hat, nochmals auf die Reise begibt und diese zu Ende bringt. Man schaltet den Bildschirm wieder ein, geht dorthin, wo man zuletzt war und beendet alle Programme, um dann ganz normal die Trance zu beenden.


Das Logbuch

Zum Ausarbeiten der Tranceerfahrungen ist es sehr hilfreich sich ein Notizbuch anzulegen. Oft ist es so, dass man die Inhalte einer Reise relativ rasch vergisst, wenn man nicht mehr drüben ist, sondern hier. Deswegen bietet es sich an gleich alles aufzuschreiben. So erinnert man sich eher an alles, was vorgefallen ist und muss sich auch nicht sofort damit auseinandersetzen. Man kann ein paar Tage vergehen lassen, bis man sich noch mal alles durchliest und sich ernsthafte Gedanken dazu macht, und das ist oft sehr hilfreich, wenn es um ein Thema geht, bei dem man gewissermaßen „ansteht“.


„Komme, was wolle, nur das nicht…“

Wer auf einer Reise nach Antworten sucht, sollte seinen Geist immer offen halten für das was kommt. Möglicherweise erhält man eine kryptische Antwort, mit der man noch nichts anfangen kann, aber wer weiß wie lange es dauert, bis man sie verstehen lernt?

Wer nach einer Antwort sucht, findet sie immer, die Frage ist nur, ob es das ist was man hören wollte. So wie auch im echten Leben werden wir auf einer Reise auch Dinge hören, die wir eventuell nicht hören wollen. Dinge, die mit unseren Schwächen zusammenhängen oder uns an Ängste erinnern. Mit etwas Zeit und Meditation findet sich vielleicht bald der Schlüssel zur Lösung des Problems und wenn nicht, kann es oft sehr hilfreich sein, sich mit anderen Menschen darüber auszutauschen. Symbole, die wir in der Anderswelt erhalten oder sehen, gleichen Traumsymbolen. Sie haben meist eine sehr persönliche Bedeutung, aber auch Freunde können dabei helfen diese zu interpretieren.


reise23Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Wie das Sprichwort so schön sagt – es sind kleine Schritte, die zum Ziel führen. Eine Reise ist nicht das Erreichen eines Ziels, sondern der Weg dorthin. Sobald man ein Ziel nämlich erreicht hat, endet die Reise dorthin. Jede Übung und jede Trancereise sollte also immer aus kleinen, einfachen Schritten bestehen und nicht gemacht werden um mit Gewalt ein Ziel zu erreichen. Zu hohe Erwartungen laugen aus – weil wir dabei vergessen auf uns selbst zu hören und zu beobachten, was wir zu tun imstande sind. Wenn man bemerkt, dass das Reisen auslaugt, sollte man sich eine Pause davon gönnen, um wieder Kraft zu sammeln. Auch, wenn eine Reise ein hilfreiches Mittel ist, sollte man nicht ständig auf Reisen gehen und sich zwischendrin auch genug Zeit geben, um Eindrücke zu verarbeiten. Eine Reise ist ein Hilfsmittel, dieses sollte aber nicht in eine Abhängigkeit verleiten, es gibt immer auch andere Dinge, die man tun kann, um Antworten zu erhalten und zu wachsen.

Jeder Mensch hat eine andere Schrittlänge, und somit gibt es keine allgemeinen Vorgaben dafür was man in einer gewissen Zeit erreicht haben sollte. Deine Erfahrung mit der Reise sollten nicht von den Erfahrungen anderer beeinflusst werden.  Manche machen größere Schritte, manche kleinere, aber alle davon führen zu einem Ziel. Wer schneller geht, kommt vielleicht schneller am Ziel an, der der jedoch langsamer geht, kann sich dabei die Umgebung genauer ansehen.


Ende Teil II


Shina Edea


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