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Heiden feiern Feste?!?

Von Hexen und Heiden wird grundsätzlich angenommen, dass sie Feste feiern, vier bis achtan der Zahl, die auch Sabbate genannt  werden. Aber warum feiern manche nur vier Feste – warum feiern manche acht und manche gar nicht oder nur sporadisch? Wozu sind die Feste eigentlich gut und muss man denn überhaupt feiern?

Ein Jahreskreisfest (auch Sabbat) ist normalerweise eine bewusste Ausübung einer Religion. Ich setze mich an diesem Tag mit etwas auseinander, das mit meinen Göttern oder meiner Umgebung  zu dieser Jahreszeit passiert. Je nachdem wie diese Religion, dieser Glaube aussieht, wird das Fest sich verändern. Innerhalb des Heidentums gibt es viele verschiedene Meinungen wie ein bestimmter Sabbat auszusehen hat, und das ist ein Zeichen für eine wunderbare Vielfalt. Als Solitary bieten die Sabbate ebenso wie einer Gruppe die Freiheit, eigene Bräuche zu erschaffen, um die Zeit zu ehren.

Bild 1Wer sich mit dem Wieso auseinandersetzt, baut eine persönliche Beziehung zu den gefeierten Festen auf und spürt somit eine tiefe Verbindung. Und das ist der springende Punkt: Wenn ich nur ein Fest zelebriere, weil irgendjemand mal gesagt hat, dass das so sein müsse – ich darin aber keinen Sinn sehe – werde ich dadurch auch nie eine Verbindung  spüren.  Das Fest wird somit zu einer Hülle an Abläufen, die aber nicht erfüllend ist. Das kann sogar so weit gehen, dass man eine innerliche Abneigung gegen das Fest spürt und wenn es einmal so weit sein sollte, muss man die Notbremse ziehen.


Feste markieren das Leben

Feste feiern wir dann, wenn wir in unserem Leben oder dem Leben anderer etwas „zu feiern“ haben.  Feiern bedeutet Freude, Spaß, Ausgelassenheit und das Zusammenkommen mit Freunden. Wir dürfen dabei niemals vergessen, dass auch die Sabbate all dies sein sollen.
Man muss gar nicht in einem Coven oder Zirkel sein, um einen Sabbat als Zusammenkunft zu feiern. Kein Solitary feiert jemals alleine. Ein Sabbatfest ist immer ein Punkt im Jahresrad an dem auch Wesenheiten aus anderen Welten geladen werden, Ahnen und Götter, mit denen man etwas teilen möchte.
Aus genau diesem Grund ist es in vielen Traditionen auch üblich, gemeinsam zu essen oder Brot und Wein miteinander zu teilen. Nicht nur, um mal zwischendurch den Blutzucker zu heben – das Essen erdet und verbindet. Immerhin gibt es die Weisheit, dass Menschen, die schon am gleichen Tisch gesessen haben, sich nicht mehr bekriegen können. Die Tradition das Essen zu teilen kommt in vielen verschiedenen Religionen vor und so auch im Heidentum.


Bild 2Feste ehren den Kreislauf der Natur

Die Sabbate haben nicht nur einen religiösen Hintergrund, für alle jene, die an eine Göttin und einen Gott glauben. Das Heidentum legt eine starke Betonung auf die Natur, und so wird natürlich auch die Natur mit Festen geehrt. In vielen heidnischen Religionen versinnbildlichen der Gott und die Göttin ohnehin in einer bestimmten Form die Natur und umschreiben den Naturkreislauf anhand einer Mythologie – in Form der Gottheit als Sonne, Mond, Wald, Tier, Wasser, etc. 
Die Sabbate sind Stationen des Jahresrades, und an jeder Station passiert ein Wechsel in einen anderen Rhythmus, die Natur verändert sich und das bedeutet auch Veränderungen für die Menschen. Besonders in der Landwirtschaft sind diese Umschlagpunkte sehr wichtig, da sie die täglichen Arbeiten und Wichtigkeiten beeinflussen. Als Heide kann es niemals schaden sich in dieses Weltbild hineinzuversetzen und sich zu überlegen welche Veränderungen ein Bauer in der näheren Umgebung rund um ein Sabbatfest erlebt und welche Arbeiten damit verbunden sind. Das Jahresrad zeigt uns auf, wann gewisse Speisen geerntet werden, was mit den Tieren geschieht und wann es Zeit ist sich mit Vorräten einzudecken, um die kalte Zeit zu überleben. Dieser Wegweiser hilft durch die Umstellungen in der Außenwelt, ist aber auch ein sehr wichtiger Ratgeber für die Innenwelt. Jeder Mensch kennt die kalte Zeit auch anhand schwierig zu bewältigender Lebensphasen.


Feste für den Einklang

Das feiern der Feste für den Wechsel in der Natur, das Hineinversetzen in den Bauern, der nahe der Natur arbeitet, das ehren der persönlichen Gottheiten und Ahnen an den Stationen dieses Weges – all das öffnet uns und bringt uns näher an den natürlichen Kreislauf der Natur, wenn wir uns darauf einlassen. Wenn wir erkennen, warum wir Feste feiern und sie bewusst begehen, kommen wir selbst in den Einklang mit den Göttern und mit der Natur, begeben uns in den natürlichen Fluss und öffnen unsere Scheuklappen für all das, was wir sonst vielleicht übersehen.


Feste für das Wachstum

Ein Fest, kann auch das persönliche Wachstum unterstützen.  Ich kann durch eine rituelle Sabbatfeier die notwendige Übung für ein Ritual bekommen, denn ich wiederhole bestimmte Abläufe in regelmäßigen Abständen mehrmals pro Jahr. Ich verbinde mich mit denen, mit denen ich feiere – egal ob sie aus Fleisch und Blut sind oder nicht. Ich setze mich mit den Göttern und der Natur auseinander – ich beschäftige mich mit der vorherrschenden Zeit und lernen im Fluss zu leben. Ich lerne zu teilen und ein Verständnis für andere zu bekommen. Wenn ich als Einzelperson allerdings keinen Sinn darin sehe, macht es auch keinen Sinn überhaupt Feste zu feiern.

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Festlheiden und Festlholics

Die magische und heidnische Szene kenne viele verschiedene Festgruppen. So gibt es beispielsweise die Festlheiden, solche Menschen, die ihren Glauben nur auf dem Feiern der Feste aufbauen und dazwischen wenig bis gar keine Kommunikation mit den Gottheiten oder der Natur aufnehmen. Diesen entgegengesetzt sind Menschen und Gruppen, die gar nicht genug Feste feiern können – inklusive 8 Sabbaten, 13 Voll- und 13 Neumonden kommt da schon ordentlich etwas zusammen.  Wie es aber auch ist, jeder kann für sich selbst entscheiden, wo er sich einordnen möchte und muss mit den Konsequenzen leben. Man kann weder verallgemeinernd behaupten, dass die Einen erfahrener wären als die Anderen, noch kann man sagen, dass jemand seine Religion nicht ernst genug nimmt oder andere zu ernst. Wir alle sind unseres Glückes Schmied und es steht jedem frei zu entscheiden, wie schnell er seine eigene Entwicklung vorantreiben möchte und wie diese aussehen soll.


Shina Edea


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