Ist da jemand? Oder Von heidnischer Vernetzung…   Teil II

Wer zwischen den Welten wandert, wünscht sich vielleicht den ein oder anderen Begleiter am Weg. Das zu finden was man sucht ist oft gar nicht so schwer, wenn man ein bisschen Mut in den Rucksack packt und auf den Welten selbst wandert. Als Österreicherin will ich mich dabei hauptsächlich auf meine Erfahrungen in Österreich beziehen.

Freunde fallen nicht vom Himmel und bleiben auch nicht ein Leben lang treu …

Wenn ich etwas möchte, muss ich dafür arbeiten, dass ist in allen Bereichen so und besonders in der Gesellschaft. Beim Zusammenkommen und Freunde finden ist noch viel mehr Arbeit nötig. Es ist nicht immer einfach Kontakte zu knüpfen und zu halten, aber der Aufwand lohnt sich für denjenigen, der nach einer Gemeinschaft sucht.
Am Beginn jeder Freundschaft muss man sich erst einmal darauf besinnen, wo die Gemeinsamkeiten liegen und bei welchen Themen man sich besser aus dem Weg geht. Freundschaft ist immer ein kontinuierlicher Prozess, der stetige Arbeit benötigt. Es kann niemals alles super sein, es werden immer Hochs und Tiefs kommen. Besonders dann, wenn ich nach einer Gruppe suche, mit der ich magische Arbeit ausrichten kann, ist diese Arbeit mit jedem Gruppenmitglied umso wichtiger.


Dann doch lieber alleine …?

Im Internet begegnet man oftmals Menschen, die sich nichts lieber wünschen würden als jemanden zu finden, der ihre heidnischen Ansichten teilt und mit ihnen gemeinsam feiert oder vielleicht sogar eine ganze Gruppe davon. In der Realität ist aber wie gesagt immer Arbeit nötig und wenn es zu dieser kommt, ziehen sich viele gerne zurück und bleiben dann doch lieber alleine. Einfacher, als das Risiko einzugehen, dass die Realität dann doch viel zu arbeitsintensiv aussieht und der Traum wie eine Seifenblase platzen könnte.
Dabei lehrt uns sogar die Magie, dass man etwas wagen muss, wenn man das erwünschte gewinnen oder bezaubern will. Wer sich aus Angst vor neuen Bekanntschaften und Vernetzung drückt, geht kein Risiko ein, bleibt so aber höchstwahrscheinlich immer alleine. Dabei gibt es so viele Wege zum Ziel Gemeinsam. Auch wer schüchtern ist hat Möglichkeiten, die er nutzen kann. Jeder Weg, den man geht kann in die Irre führen, doch wer das Ziel im Auge behält, kann an dem Umwegen wachsen und seine Ortskenntnis erweitern, bis er dann eines Tages am Ziel ankommt.


Irgendwoher kenn ich das …

Oft sind es dieselben Dinge, die Suchende von ihrem Weg nach draußen abbringen können. Sei´s zum einen Schüchternheit, Fremdheit, der Mangel an Selbstwertgefühl, Unsicherheit oder Angst vor Zurückweisung. In Heidenkreisen spielt oft die Angst eine Rolle in irgendwas hineinzugeraten, aus dem man nicht mehr herauskommen könnte, aber dieses Hindernis kann man leicht umgehen, wenn man prüft und andere nach ihrer Meinung fragt.
Was kann man in den anderen Fällen tun um den Angstdämon zu zähmen und weiter zu kommen?

Wer sich in Gesellschaft begibt, muss immer damit rechnen von anderen zurückgewiesen zu werden. Heidenkreise unterscheiden sich aber meist schon dadurch von anderen Kreisen, dass viele Heiden bereits selbst Zurückweisung erfahren mussten. Sei es, weil sie eine andere, nicht übliche Religion haben, „Pseudo-Wissenschaften“ Glauben schenken oder sich einfach anders verhalten als der Rest der Menschheit.
In Heidenkreisen trifft man also nicht selten auf Verständnis solchen Dingen gegenüber. Schwarze Schafe gibt es natürlich überall. Das Heidentum und die Hexenszene werden gerne von Menschen heimgesucht, die sich absichtlich von der Masse abheben möchten, sich als Guru aufspielen oder ihre andersartige Religion dazu benutzen die Anhänger großer  Religionen zu diskriminieren. Für den Umgang mit solchen Menschen gibt es kein Patentrezept, aber allgemein ist man gut darin beraten einfach man selbst zu sein und sich nicht von anderen gegen etwas oder jemanden aufhetzen zu lassen, gegen den man sonst nicht wäre.
Aus solchen Begegnungen entstehen viele Ängste, die Szenenneulinge hegen, wie etwa die Furcht in den Augen der anderen Heiden minderwertig zu sein, weil man noch nicht genug Erfahrungen gemacht hat. Dabei gibt es keinen allgemeinen Ausbildungsweg für Hexen, Magier, Druiden und Co.  Jeder macht eigene Erfahrungen, die nicht anhand einer Messlatte messbar sind, wie kann man also beurteilen jemand könne etwas besser oder schlechter, nur weil er davon spricht? Ein weiser Mensch sagt mir einmal, dass der, der am Heidenstammtisch am lautesten schreit, meist der mit den wenigsten Erfahrungen ist und dieses Manko mit der Bewunderung anderer auszugleichen versucht. Natürlich gilt diese Regel nicht immer, aber meist ist man gut damit beraten sich eher an die Leute zu wenden, die wirklich etwas vorleben und nicht nur darüber reden.
Gerade die Schüchternheit ist da oft von Vorteil – schüchterne Menschen wägen oft genau ab zu wem sie sich setzen und mit wem sie ins Gespräch kommen können. Sehr gut ist dabei eine stille Person, die vielleicht diese Probleme kennt und eben nicht jene, die im Zentrum eines jeden Gesprächs stehen muss. Man sieht schon – auch auf dem Heidenstammtisch geht´s zu wie im Alltagsleben – jeder hat so seine Überlebenstricks, Schwächen und Fehler, denn alle sind Menschen – und das darf man grade im heidnischen Kontext nie vergessen.


Ende Teil II


Shina Edea


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