Begegnung mit den Göttern   Teil III
Einer der umstrittensten Fragen für alle an der Craft Interessierten ist wohl die nach Göttern: Nach Göttern...?!

Aus den Mehreren fokussiere auf Zwei (oder Eine/n)
Niemand verbietet das Mischen von Pantheons und multikulturelle Mixturen von Traditionen. Ich selbst praktiziere es nicht, weil es für mich schlichtweg unverträglich erscheint, einen ägyptischen Gott und eine ukrainische Göttin zu vermischen. Es ist für mich als Bild einfach nicht stimmig und ist wie Öl und Wasser – es geht einfach nicht zusammen, mischt sich nicht!
Letztendlich stehe ich selbst nur in Kontakt mit Göttern meines Landes, wo ich gerade lebe – bisschen nach allen Himmelsrichtungen ausgegriffen, aber das war es dann schon. Und die können durchaus aus verschiedenen Pantheons stammen! Stämme mischten sich, zogen oftmals nacheinander über ein ähnliches Gebiet. Mit Schubladendenken kommt man da oftmals nicht sehr weit, zumindest mir liegt es fern. Die heidenszene-weit-bekannte Diskussion von wegen „Sind Götter ortsgebunden?“ möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht vom Zaun brechen, obwohl ich sie für immens wichtig erachte.

Suche dir nun einen Gott und eine Göttin aus dem gewählten Pantheon aus und lerne über sie.
Schreib’ zusammenhängende Zusammenfassungen in dein eigenes Buch. Hier beginnen die Götter mit dir in Interaktion zu treten!

Anregung für Fragestellungen
- Zusammenhänge der Gottheiten untereinander?
- Beschreibungen, bzw. Abbildungen und Skulpturen, Statuen vorhanden?
- Wie ist ihre Mythologie überliefert? Schriftliche, bildliche, dingliche Quellen? Von wem stammen die Quellen?
- Welche Attribute werden den Gottheiten ursprünglich zugeordnet?
- Welche Objekte führen die Gottheiten mit sich (Füllhorn, Harfe, Bogen, Speer etc.)?
- Hat die Gottheit einen direkten männlichen/weiblichen Counterpart?
- Was „machen“ sie in der Mythologie? Rollen sie den Mond über den Himmel, schleudern sie Blitze oder vermehren sie Nahrungsmittel? Was könnten diese Aktivitäten bedeuten?
- Welchen Festen, Jahreszeiten, Elementen könnten sie zugeordnet sein?
- Wie stellen sie sich dar? Als Pflanze, in menschlicher oder tierischer Gestalt etc?

Am Ende dieser Arbeit solltest du ein Bild von mindestens zwei Gottheiten kreiert haben. Sollte es in sich unstimmig erscheinen – das kommt oftmals vor und kann sich bei genauerem Hinschauen genauso oft wieder legen.
Im Idealfall handelt es sich dabei um einen Gott und eine Göttin. Ansonsten wähle als Frau eine Göttin, als Mann einen Gott.
Such die Götter am besten draußen in der Natur, dort findet man anfangs zumeist den einfachsten Zugang. Was aber beileibe nicht heißt, dass sie nur dort wohnen!

 

Hallo, is da jemand?!
Gottheiten „halt mal so invozieren“ um „zu schauen wie es ist“, würde ich so nicht durchführen. Die Arbeit mit denselben, Schritt für Schritt gemacht, ist wesentlich fundierter und führt zu einem tieferen Verständnis der Götter und Energieformen. Und du solltest dir immer bewusst sein, dass du tatsächlich mit Göttern arbeitest und auch wissen, warum du das tust, bzw. was dein Anliegen ist, welches immer klar formuliert sein sollte. Ein Anliegen kann auch sein “Ich möchte dich kennen lernen“. Nur denke dabei auch daran, dass diese Energieform, dann auch wirklich präsent ist und du wissen solltest, was du damit machst, bzw. wie du die Energie kanalisierst, bzw. wieder zurückschickst.
Sei stets auf alles gefasst und hab Respekt, aber stirb nicht schon im vornhinein vor Angst! Ruf unbefangen, aber überleg dir was oder wen du rufst und wozu und tu das mit dementsprechender Intensität! Mit Mäuschenstimme wispernd, die vor Angst und Klammheit nur so zittert, wirst du wenig bewirken. Beispielsweise Hekate im Tonfall eines verschüchterten Kleinkindes zu rufen, mit dem die Mama grad geschimpft hat, macht wenig Sinn. Wie oft habe ich das gehört und wie grauenvoll und bestürzend fand ich es. Genauso wenig, wie Brighid, u.a. Göttin der Dicht- und Schmiedekunst sich über 3 trockenen Zeilen aus einem Buch groß freuen wird. Hey! Die mag Feuer und Hingabe, Poesie und Funken! Wo ist das Feuer in dir? Schrei ihnen zu, lach sie an oder weine ihnen auch deine Tränen entgegen! Auf die Intention kommt es an und nicht auf auswendig oder gar runter gelesene, langweilige Zeilen! Wirf ihnen dein Herz zu!
Tritts du mit Göttern in Kontakt, dann kriegst du das, was du mitbringst, hundert- und tausendfach vergrößert wieder.

Luisa Francia schreibt in ihrem Buch „Drei Wünsche. Von der Vision zur Magie als Handwerk“ über Kali:

„Wer sie ruft, isst mit ihr von einem Teller. Wenn das Essen zu heiß ist – Pech. Und was sie verträgt, verträgt nicht jede.“ (S. 49)

Ich würde diesen sehr trefflichen Gedankengang mal auf die Arbeit mit Göttern prinzipiell ummünzen.


Schlusswort oder die Einleitung zum Eigentlichen
Ihr wisst ja gar nicht, welche Mühe es mich gekostet hat, „Die Begegnung mit den Göttern“ zu verfassen. Der Artikel hätte zwei Sätze haben können:
Ich ringe verzweifelt nach passenden Worten. Und finde sie nicht.

Eigentlich bin ich gar nicht so glücklich mit dem Artikel. Weil ich keine bin, die außer in der Küche Rezepte verfassen kann und nicht mal dazu tauge ich wirklich. Denn ich gebe mich hin – den Göttern und auch wenn ich koche. Damit möchte ich nicht sagen, kickt den Artikel und werft ihn in die Mülltonne. Sondern nur, dass mein eigener Weg zu den Göttern ein anderer war. So wie jeder seinen eigenen Zugang, sein eigenes Lied, das er den Göttern singt, finden muss. Und da helfen die schlauesten Zeilen in Artikeln und Büchern nichts, sondern nur die eigene Hingabe und Freude.

Alles was ich oben geschrieben habe, habe ich selbst gemacht, durchlebt und gelernt, als ich begann, mich den Göttern zuzuwenden. Aber es ist eine Anleitung und dabei soll und darf es nicht bleiben. Denn so geradlinig ist es nicht, oder war es zumindest bei mir niemals. Steig dahinter. Entzünde ihnen Feuer, sing und tanz mit ihnen, opfere ihnen von dem was du isst und trinkst und proste ihnen zu – nicht nur in dezidiert begangenen großen Ritualen. Die sind höchstens Meilensteine auf dem Weg. Als ich beispielsweise vor kurzem meine neue Wohnung bezog, hockte ich mich nach der Schlepperei erstmal auf die Terrasse und machte mir ein Bier auf, prostete meinen Großen zu und dankte ihnen mal ganz innig für ihren Beistand. Wer sagt, dass das unheilig ist? Nur weil ich nicht in klassischer Hexen-Manier einen Kreis gezogen, die Elemente gerufen etc. etc. habe? Ich sage das nicht, denn ich behaupte das Gegenteil: Meine Götter leben. Leben mit mir und ich mit ihnen. Auch im Kleinen, scheinbar Unbedeutenden offenbaren sie sich. Und da erst recht und hauptsächlich. Mitten in meinem tag- und alltäglichen Leben. Die brauchen nicht immer ein großes Rambazamba…
Und gib auch und nimm nicht nur von ihnen. Und wenn’s der erste Schluck einer Bierdose ist!
Was für mich wirklich zählt steht zwischen den Zeilen, spiegelt sich im Wasser, raschelt in den Blättern und im Unterholz, das sprechen Winde und Stürme. Das Lagerfeuer knistert davon, die Vögel und die rauschenden Segel der Boote die durch die Zeiten gleiten erzählen es dir. Das Kornfeld, die Wälder, Flüsse und die Bergspitzen, der Tag und die Nacht, der Schwarz- und der Vollmond und das ewige Feuer und Eis meinen es – meine ich.

Gib dich ihnen hin und tausendfach werden sie es dir lohnen!


Brighid


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