Über das Warum in der Magie
Warum eigentlich? Es gibt so vieles, was Anfängern vorgeschlagen wird, doch meist bleibt die große Frage, wozu das alles gut sein soll. So ging es auch mir und hier ein paar Dinge, wie ich sie jetzt sehe und warum sie für mich wichtig geworden sind.

Basics
Es gibt auch in der Magie ein gewisses Grundwissen, vom Wirken, den Regeln des Kosmos, dem menschlichen Körper und dem Wissen um das Ich zum Beispiel. Sehr viele Übungen werden in der Magie nicht zum Spaß eingeführt, sondern weil sie praktische Zwecke haben, von deren Wichtigkeit die meisten Anwendenden überzeugt sind. Um herauszufinden ob eine Übung gut für mich ist, ist die einfachste Methode sie auszuprobieren. Das sollte man wie ich finde aber öfters tun, denn oft findet man die für sich selber bestmögliche Methode und Dauer erst nach einigem Probieren heraus.


Warum eigentlich Magie?
Das ist die Frage die ich sehr wichtig finde, warum Magie. Warum will ich das eigentlich machen, was erhoffe ich mir davon und gibt es überhaupt eine Chance, dass ich diese Dinge wirklich erreichen kann? Träume und Wünsche sind gut, jedoch wenn zu realitätsfern, auch mit Magie nur schwer oder gar nicht realisierbar. Auch die Magie orientiert sich am Alltag.


Warum mich selbst Kennen lernen?
In vielen Büchern kommt als erstes eine Seelenspiegelübung in der man seine Stärken und Schwächen kennen lernen muss. Oder etwas anderes auf sich bezogenes. Solche Übungen finde ich sehr wichtig, denn gerade in der Magie solltest du auch ein gutes Bild von deinen Fähigkeiten und Grenzen haben, wie weit du gehen kannst und zu gehen bereit bist (genau Ethik). Du solltest deine Schwächen und Stärken kennen um dich selbst ein bisschen besser kennen zu lernen. Denn du bist ja derjenige aus dem die Magie raus kommt, deshalb solltest du auch eine gute Vorstellung davon haben was „Ich“ eigentlich ist. Ich finde, der Prozess des sich selber Kennenlernens und an sich arbeitens hört nie auf aber kann sehr zu einem positiven Selbstbild beitragen und auch dazu Muster aufzudecken und zu sehen, wo ich mit meinen Lebensaufgaben gerne hängen bleibe und was mir dann helfen kann da rauszukommen. Ebenso finde ich es ganz gut, mir immer mal wieder meine Fähigkeiten aufzuschreiben, denn das erweist sich immer dann als hilfreich, wenn ich mich irgendwo einbringen will, um Ziele zu erreichen, so auch in der Magie.


Warum Erden?
Das Erden ist meist eine der ersten Basistechniken, auf die man stößt. Man verbindet sich dabei mit der Erde (der Techniken gibt es da viele) und nimmt Energie auf, wobei man auch Energie die man nicht möchte abgeben kann, z.B. den Alltagsstress. Warum gerade das Element Erde hier verwendet wird ist für mich leicht nachvollziehbar, da es das einzige Element ist, das fest und stabil ist. Wasser schlägt Wellen, Luft Wirbel, Feuer Flammen, aber Erde bleibt stetig und fest. Man kann sie greifen und formen wie kein anderes Element. Daher ist die Erde das für mich einzige Element, dass den Anforderungen Bodenständigkeit und Kraft für das Ritual zu geben genügen kann. Wenn ich Luft aufnehme, kann es sein, dass ich vom Ritualzweck abdrifte und Träumen nachhänge, Erde kann mir hier helfen in mir zentriert zu bleiben. Das bringt mich auf das nächste Wichtige, das Zentrieren. Eine Erdung sollte man aus einer zentrierten Haltung machen, sprich aus einer Haltung in der du so stehst, dass man dich nicht so leicht umwerfen kann. Wieso das? Zum einen bleibe ich so auch fest stehen wenn viel Kraft durch mich strömt, zum anderen fließt die Energie dann nicht in Ecken an mir hoch, wie wenn ich z.B. im Schneidersitz sitze. Aber auch diese Variante ist für viele Menschen gangbar, ich würde da einfach ausprobieren und sehen was für mich am Besten geht. Etwas anderes schafft die Zentrierung noch, und das ist nicht weniger bedeutend: Sie hilft dir, dich in deinem Körper zu zentrieren, ganz in dir zu sein. Das finde ich besonders wichtig, da die Magie ja aus meinem Inneren herauskommt und ich da natürlich auch besser am Weg bin, wenn ich in mir drin bin und nicht ganz woanders. Denn dein Körpergefühl, genau das, was du durch die Kennenlernübungen stärkst, verrät dir wenn etwas nicht okay ist.


Meditieren
Meditation kann vieles. Sie kann helfen ruhig zu werden, sich auf Dinge zu konzentrieren, die gerade wichtig sind oder sich zu entspannen und noch mehr. Meditation kann man also vielseitig einsetzen und was sie dir alles bringen kann, findest du ebenso raus, indem du es probierst. Ich finde Meditation wichtig, um mich einzustimmen auf ein Ritual oder etwas anderes (denn bei einem Ritual, das ich im heiligen Raum verbringe möchte ich keinen Alltagsstress dabei haben, ich denke das ist verständlich), was ich bearbeiten will. Meditation kann dir helfen Teilen in dir selbst bewusst zu werden, die zur Körperarbeit beitragen oder dich auf etwas Kommendes zu konzentrieren. Warum ist Konzentration wichtig? Ein Beispiel: Stell dir vor, du konzentrierst dich auf deinen Wunsch während eines Kerzenzaubers und visualisierst als Beispiel wie du gute Noten kriegst. Auf einmal kommt dir die letzte miese Schularbeit in den Kopf und bumm, steht das Bild über deinem Wunsch, ist das Einzige, woran du grade denkst und folglich auch das, was mit deinem Wunsch ans Universum geschickt wird. Und das Ergebnis ist vielleicht eine schlechte Note, weil du die ganze Zeit an die letzte miese Note denken musst und dadurch auch nervöser bist als sonst. Natürlich gehört weit mehr dazu um eine positive Note zu schreiben (lernen), aber als Beispiel finde ich den Gedanken nicht schlecht.


Atmen
Etwas, das oft in Büchern übergangen wird ist die Bauchatmung. Ich finde diese Methode sehr wichtig, weil ich schon nach ein paar tiefen Atemzügen bemerke, dass ich entspannter werde. Normalerweise atmen wir in den Brustkorb hinein und relativ flach. Wenn du einmal deine Hand auf den Bauch legst und erspürst, ob sich deine Hand beim Tiefen Einatmen hebt, bemerkst du, ob du in den Bauch einatmest. Wenn du das ein paar Mal machst, zeigt sich vielleicht schon eine Wirkung oder Veränderung.


Visualisierung
Sie ist dazu da um unseren Geist auf etwas zu konzentrieren. Etwa auf das, was wir erreichen wollen. Natürlich geht es da um einiges besser Gedanken, Bilder, damit verknüpfte Emotionen usw. vor dem geistigen Auge ablaufen zu lassen anstatt uns in Worten vorzusagen, was zu erreichen ist. Denn oft lösen Bilder weitaus mehr aus, als ein Wort (vergleiche mal das Wort „Pudding“ und das Bild von Omas Puddings mit Schlag), zudem ist es weniger anstrengend wie ich finde. Wenn wir etwas Positives erreichen wollen, sollten diese Bilder auch positiv sein. Stell dir vor, du denkst den ganzen Tag daran wie nervig es wäre, wenn es regnen würde, weil du dir vielleicht was tolles vorgenommen hast und zum Schluss fängt es dann auch noch an, weil du es dir die ganze Zeit vorstellst. „Das hab ich ja von Anfang an gewusst“ – Oder? Nein, aber du hast es dir genauso suggeriert, als ob du genau wissen würdest, dass es genauso passiert, weil es ja immer so passiert. Oder passieren müsste.


Reinigung
Eine magische Reinigung kann in Form einer Dusche passieren, bei der man sich vorstellt alles vom Körper zu schwemmen, was einen belastet, oder durch ein Bad oder ähnliches. Wozu ist sie gut? Für mich ist eine Reinigung dazu da, um mich körperlich und geistig auf etwas einzustimmen, ich wasche den Alltag und die Sorgen ab. Und dann geht meist alles etwas leichter von der Hand, man ist entspannter und offener. Ich denke jeder Mensch hat da einen anderen Punkt, an dem er sich rein fühlt, und dies ist wieder eine Sache der Erfahrung und des Auslotens.

Das waren einige der Methoden, die ich wichtig finde, natürlich kannst du für dich noch weitere hinzufügen. Es kann auch sehr interessant sein, verschiedene Methoden der Durchführung auszuprobieren, so findet man schnell etwas, das einem zusagt, oder vielleicht erfindest du dir ja deine ganz eigene Methode. Ich hab bei mir selber bemerkt, dass es oft Phasen gibt, in denen ich mit der einen Methode nicht arbeiten kann und auf eine andere umsteige, es kann gut sein, dass das wechselt. Vielleicht brauchst du in bestimmten Situationen einfach etwas mehr oder weniger. Ebenso gibt es vielleicht Phasen an denen alles stagniert. Ich finde, man sollte sich nicht zu etwas zwingen, wenn es nicht geht. Vielleicht ist es in solchen Situationen besser mal auf Abstand zu gehen und die Übungen wieder aufzunehmen, wenn es sich richtig anfühlt.
Nimm dir ebenso für die Übungen die Zeit die du ihnen geben kannst. Du musst in der Mittagspause nicht aufs Essen verzichten, um eine Stunde lang meditieren zu können. Gib den Übungen die Zeit, die du für sie erübrigen möchtest. Jeder Mensch hat eine andere Schwelle, ab der solche Übungen wirksam sind. Wenn man sie zu kurz macht, sieht man sie vielleicht als nutzlos an, wenn man sie zu lang macht, ist man nachher ausgelaugt. Du kannst ja mit 5 Minuten anfangen und dich steigern, wenn du das willst, aber vielleicht ist es bei dir sogar effektiver wenn du es nur 5 Minuten lang machst. Auf jeden Fall solltest du dich nicht zwingen eine bestimmte Zeit durchzuhalten, denn so laugst du dich wiederum aus.

Sodala, das war ein kurzer Einblick in die Grundübungen, wie ich sie sehe und warum ich es gut finde sie immer mal wieder zu machen.


Shina Edea


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