Maiden, was nun?
Wenn man in einen Coven eintritt bzw. initiert wird gibt es plötzlich viele Aufgaben.
Eine davon ist „der Job“ der „Maiden“. Nur muß ich da wirklich Jungfrau sein, hat jeder Coven seine eigene Jungfrau oder was bedeutet dies eigentlich?

Hier habe ich zwei Maidens aus unterschiedlichen Coven gebeten euch eine Kurzinformation darüber zu geben was dies denn nun wirklich bedeutet! Und Jungfrau muß man natürlich nicht sein, aber im Übertragenen Sinn hat es natürlich noch diese Bedeutung.


Entropie
So schreibt Entropie, die erst seit Samhain zur Maiden wurde Folgendes:
Die Maiden (was soviel wie Jungfrau bedeutet und ebenfalls den jungfräulichen Aspekt der dreifachen Göttin sowie den zunehmenden Mond symbolisiert) wird im Coven von der Hohepriesterin ausgewählt.
Ihre Aufgaben innerhalb des Coven bestehen hauptsächlich darin, der Hohepriesterin zu assistieren. Sie richtet den Altar her, hilft beim Kreisziehen und wirft auch während der Rituale ein wachsames Auge auf den Kreis und die Energien, die darin freigesetzt werden. Auch bei der
Verabschiedung der Elemente steht sie der HP zu Seite und sorgt danach dafür, dass der Ritualplatz wieder in Ordnung hinterlassen wird.

In manchen Coven ist es die Maiden, die dafür verantwortlich ist, dass bei Ritualen, bei denen Gäste anwesend sind, jeder weiß, was er zu tun hat, was von ihm erwartet wird und was er zu erwarten hat. Sie sollte sich besonders gut in der Lehre und Theorie des Hexentums auskennen, der Hohepriesterin beim Lehren helfen und ein gutes Vorbild in Sachen Ethik und spirituellen Prinzipien sein. Sollte die HP verhindert sein, sollte die Maiden in der Lage sein, sie zu vertreten, da sie sich sozusagen in Ausbildung befindet, selbst einmal eine Hohepriesterin zu werden.
Sie ist auch eine Ansprechperson für die anderen Mitglieder des Coven, wenn es um seelsorgerische Probleme geht.

Kurzum: Die Maiden geht der HP zu Hand und sollte alles ihr mögliche tun, ihr Arbeit abzunehmen und zur Seite zu stehen. Sie ist sozusagen ihre rechte Hand.

Keela die schon länger „ihres Amtes“ waltet beschreibt die „Sache“ schon genauer und ich denke hiermit sollte geklärt sein was „Maiden“ sein bedeuten kann:


Keela
Ö fters werde ich bei einem Gespräch gefragt, wie denn nun so „ein traditioneller Coven“ aufgebaut ist und wer da was zu tun hat. Dabei kommt das Gespräch dann auch oft auf die Covenmaiden. Und obwohl ich selbst Maiden in einem Coven bin, ist die Fragen nach dem „Was ist denn das?“ - vor allem allgemeingültig - nicht so einfach zu beantworten.
Trotzdem werde ich mal versuchen, die Dinge hier ein wenig darzustellen und aus meiner persönlichen Sicht zu schildern...

Maiden – was ist denn das?
Der Begriff „Maiden“ ist im Prinzip eine „Berufsbezeichnung“ – so wie der des Hohepriesters oder der Hohepriesterin – und bezeichnet eine Funktion, die man in einem Coven haben kann. Hier liegt die Betonung auf „kann“, denn wie immer gibt es im Wicca und im Heidentum ganz allgemein nichts, was es nicht gibt. Natürlich hängt es auch von der Organisation und den jeweiligen Bedürfnissen des Covens ab, ob es sinnvoll ist, jemandem innerhalb der Gruppe die Funktion der Maiden zu übertragen. Normalerweise ist die Maiden eine Frau, die oft auch schon eine gewisse Erfahrung mitbringt (schon länger im Coven ist, Ritualabläufe und Arbeitsweisen kennt, etc.)
Die Maiden kann diverse Aufgaben innerhalb des Covens übernehmen, die dann klar in ihren Verantwortungsbereich fallen. Das erleichtert die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe durchaus, weil es in gewisser Weise Klarheit schafft, wer wofür zuständig ist und welche Aufgaben bzw. Arbeiten somit nicht von anderen Covenmitgliedern übernommen und erledigt werden müssen.

Und welche Aufgaben sind das dann?
Auch hier kommt es primär wieder darauf an, wie der jeweilige Coven „gestrickt“ ist.
Die Maiden wird z. B. als „Back-up“ für die Hohepriesterin fungieren. Sie kann also im Bedarfsfall die HPS während eines Rituals vertreten, falls diese durch Krankheit oder andere triftige Gründe verhindert ist. Man könnte die Maiden auch als Lehrling für den Beruf der HPS bezeichnen. Sie hat die Gelegenheit mit dem Rückhalt der amtierenden HPS, langsam und mit wachsender eigener Erfahrung in die Rolle hinein zu wachsen.
Wie schnell und wie intensiv die Maiden hier tatsächlich von Beginn an involviert ist, hängt wieder von der grundsätzlichen Organisation des Coven ab. Es macht in der Performance beispielsweise einen großen Unterschied, ob der Coven seine neuen Mitglieder nach dem Kennenlernen gleich initiiert und erst dann mit der Ausbildung begonnen wird, oder ob es eine längere Wartezeit (1 Jahr und 1 Tag) gibt, während der schon grundlegende Techniken und Basiswissen vermittelt werden.

Während des Rituals kann es Aufgabe der Maiden sein, diverse Handreichungen (z. B. das Zureichen von Werkzeugen und Ritualgegenständen) auf Absprache zu übernehmen, um dadurch einen flüssigen Ritualablauf zu gewährleisten, in dem sich HPS und HP ganz auf ihre „Rolle“ konzentrieren und fokussieren können. Natürlich kann die Maiden auch bleibend gewisse Teile des Rituals – z. B. das Vorbereiten/Reinigen/Ziehen des Kreises – übernehmen. Beiden Sichtweisen gemeinsam ist, dass als Basis das Gefühl für das Ritual vorhanden sein sollte. Eine Maiden (als Ziel) sollte spüren und auch wissen, was im Ritual wann und wie nötig ist, um den Fluss von Energie und Geschehen aufrecht zu erhalten. Das erfordert sowohl theoretisches Wissen über Ritualaufbau und – gestaltung (um die Schlüssigkeit gewährleisten zu können) als auch Intuition und „Gespür“, um nicht ausschließlich auf Anweisungen der Hohepriesterschaft angewiesen zu sein und Erfahrung, um überhaupt die Erfordernisse eines bestimmten Rituals ad hoc abschätzen zu können.

Eine weitere Aufgabe der Maiden kann es sein, Kontakt zu anderen Coven zu haben (original wäre das eher die Aufgabe eines Mannes gewesen, aber da Männer heute in der Craft eher in der Minderzahl sind, werden auch hier die Aufgaben bei Bedarf umverteilt). Sollen z. B. zu Jahreskreisfesten größere Rituale organisiert werden, bei denen mehrere Coven zusammenkommen, um gemeinsam zu feiern, kann die Maiden damit betraut sein, die Koordination dafür zu übernehmen und nach außen hin als Ansprechpartnerin/Repräsentantin für ihren Coven aufzutreten.
Die Maiden kann natürlich auch Anlaufstelle für all diejenigen sein, die Kontakt zum Coven knüpfen wollen, weil sie eine Aufnahme in die Gruppe anstreben. Sie kann hier z. B. ein erstes Zusammentreffen mit dem Coven arrangieren oder allein ein erstes Treffen mit dem/der Interessierten haben, um sich einmal kennenzulernen und grundsätzliche Dinge zu klären oder Fragen zu beantworten.

Vermutlich ließen sich jetzt noch viele Beispiel dafür finden, was eine Maiden in ihrem Coven so alles tun kann. Sehr wahrscheinlich wird es zu diesem Thema, wie zu jedem anderen craftspezifischen Blickwinkel auch, Leute geben, die jetzt den Kopf schütteln, weil die Aufgaben ihrer Maiden ganz andere sind, als die, die ich hier zusammengetragen habe. Aber wie schon eingangs erwähnt, gibt es nun einmal unzählige „Spielarten“ und kaum etwas, was es nicht gibt.

Was bedeutet das für mich?
Zum Schluß noch ganz kurz, was es für mich persönlich heißt, Maiden zu sein: Einerseits bedeutet es für mich, ein Wenig mehr Verantwortung für manche Dinge zu tragen und auch, manches erfahren und lernen zu dürfen, was andere eben anders, später oder vielleicht auch nicht in dieser Form mitbekommen (müssen). Auf der anderen Seite ist es aber gar nichts besonderes für mich, Maiden zu sein – ich bin einfach nur ein Mitglied des Covens und die Rolle der Maiden würde jede andere, die das wirklich will, genauso erfüllen können wie ich das tue...


Vielen Dank an Keela und Entropie!


Keela & Entropie


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