Jaq D Hawkins

Spirits of the Aether
aether
  Jaq D Hawkins
Spirits of the Aether

2001/Holmes Pub Group/$17,44
ISBN-10: 1861631456/
ISBN-13: 978-1861631459/170 Seiten

Über die Autorin

Jaq D Hawkins alias Dennis Channing wurde am 2. Oktober 1956 in Großbritannien geboren. Sie ist Autorin eines Fantasy-Romans und zahlreicher Bücher über Okkultismus. Ihr erstes Buch mit Titel „Understanding Chaos Magic“ veröffentlichte die Chaosmagierin 1996. Eine Zeitlang hielt sie auch Vorträge, zog sich allerdings 2006 aus der Öffentlichkeit zurück, tritt aber seit 2008 ab und zu wieder öffentlich auf. 2005 erschien ihr erster Fantasy Roman, „Dance of the Gobblins“. Gegenwärtig lebt Jaq D Hawkins im englischen Norwich.
Weitere Bücher: „Spirits of the Fire“ (2000), „Spirits of the Earth“ (2001), „Spirits of the Water“ (2001), „Spirits of the Air“ (2001), „Spirits of the Aether“ (2001), “Chaos Monkey” (2003)


Über das Buch

“Spirits of the Aether” ist das fünfte und letzte Buch einer Reihe über die Elemente, die Jaq D Hawkins in den Jahren 2000 und 2001 veröffentlicht hat. Auf 138 Seiten bringt die Okkultistin und erklärte Chaosmagierin ihren Lesern nun die Wesenheiten näher, die sie dem Äther zuordnet.

Das Thema an sich ist schwierig: Denn erstens wurde bis dato nur wenig bis kaum etwas über die Elementarwesen des Äthers geschrieben (was am Besten an der spärlichen Bibliografie im Anhang zu erkennen ist), zweitens sind einige ihrer Wesenheiten, die Hawkins dieser Sphäre zuordnet, wirklich frag- und diskussionswürdig. Beispielsweise zählt die Autorin die Götter hinzu: Ja, natürlich ist ein Gott irgendwo dem Äther zugeordnet. Aber lassen sich Götter wirklich darauf reduzieren? Als fast schon banale Elementarwesen des Äthers?
Dann rechnet sie auch Fairies dazu, die eigentlich eher der Luft zugeordnet werden könnten. Geister, Dämonen, Engel und die „Guardians of the Watchtowers“ ordnet Hawkins ebenfalls dem Äther zu. Hier ergibt sich der nächste Diskussionspunkt: Für die Engel gibt es genügend Indizien, dass sie tatsächlich Ätherwesen sind. Bei den „Guardians“ ist dieser Punkt jedoch strittig. Denn wird davon ausgegangen – wie einige Magie Praktizierende annehmen – dass die Guardians und die Engel dieselben Wesenheiten sind, lassen sich diese tatsächlich dem Äther zurechnen. Sind sie es jedoch nicht, bedarf diese Zuordnung einer Diskussion.
Geister und Dämonen hingegen lassen sich definitiv dieser Sphäre zuordnen.

Über die Elementarwesen des Äthers an sich ist zwar kaum etwas bekannt, dennoch gibt es eindeutige Definitionen, woher der Begriff Äther kommt. So stammt Aither oder Aether ursprünglich aus der griechischen Mythologie und steht hier für den Name des Sohnes von Erebos (Gott der Finsternis) und Nyx (Göttin der Nacht).
Äther ist die Essenz der Welt. Aus ihm ist alles Leben entstanden, sowohl die reine Luft, die von den Göttern geatmet wird und die Sterne, die in dieser reinen Luft beheimatet sind. Im Lauf der Jahrhunderte haben sich viele Wissenschaftler und Okkultisten mit dem Äther beschäftigt.
All das lässt Hawkins in ihrem Einstiegskapitel „The Nature of Aether“ vollkommen außer Acht. Sie erwähnt auf diesen sieben Seiten zwar Aristoteles, schreibt, dass Äther als der Stoff gilt, aus der das Universum erschaffen wurde und erklärt auch, dass eine Seele nach dem Tod des Körpers wieder in diesen Äther-Zustand zurück kehrt. Sie lässt aber eine Begriffsdefinition vermissen. Statt dessen ergießt sie sich in sinnlosen Plaudereien, erzählt zum Beispiel, dass eine Person, die „Spirit“ oder „Geist“ besitzt, jedes Unglück und Unheil unbeschadet überleben kann, wobei andere Menschen, die keinen Geist besitzen, leicht in Depressionen abdriften. Und bereits in diesem Kapitel beschreibt sie die Wesenheiten des Äthers. Noch einmal zur Erinnerung: Hier soll es um die Natur, die Beschaffenheit des Äthers gehen.

Was sich zu Beginn bemerkbar gemacht hat, zieht sich leider wie ein roter Faden durch das Buch. Beispielsweise im Abschnitt „To see Atherial Spirits“. Ein vielversprechender Titel, der große Erwartungen weckt. Statt dessen erklärt Jaq D Hawkins, wo man überall auf Wesenheiten des Äthers treffen könnte – eine spontane Sichtung in der Natur, mit einer Einladung ins Haus, indem Fairies Milch hingestellt oder indem ein Altar für die Engel errichtet wird (worauf diese natürlich prompt reagieren werden). Lapidar erwähnt sie „a proper training“ (S. 52), um mit Wesenheiten der „Spirit World“ zu kommunizieren und dass alles „with the participant’s ability to open oneself to Spirit“ zusammen hängt (ebda.). Eine genaue Anweisung, wie dieses „proper training“ auszusehen hat, erfolgt jedoch nicht.
Noch deutlicher wird dieser Mangel des Buches im darauffolgenden Kapitel „Atherial Spirits in Natural Magic“. „Spirit is everywhere“, erklärt sie hier (S. 57). Es sei nur eine Frage, wie gut man sich auf die Ätherwesen einstimmen kann. Eine Anleitung, wie es zu diesem „attunement“ kommen könnte, erfolgt nur teilweise. Sie schreibt von Gebeten oder einem Ritual, durch das man Gott, Göttin und andere ätherische Wesenheiten einladen könnte. Dieses Ritual kann geplant oder ganz spontan sein, so die Chaosmagierin weiter. Anleitung zur Durchführung – Fehlanzeige! Auch ist sie der Meinung, dass Wesenheiten des Äthers sehr leicht zu rufen sind, also bei Jedermann einfach auftauchen.

Interessant für den unbedarften Leser ist auch, dass Jaq D Hawkins erstaunlich oft die Erfahrungen von Austin Osman Spare erwähnt, ein britischer Maler, Grafiker und Magier, der 1886 bis 1956 in London lebte und der Begründer der Sigillenmagie war. Er kommt in diesem Buch so oft vor, dass sich unweigerlich die Frage aufdrängt, ob sie ihre theoretischen Ausführungen nur auf seine Texte gestützt hat.

Im Anhang finden sich sogar ein paar Anleitungen für Meditationen oder Rituale, beispielsweise zur Heilung oder Bannung. Das ist der richtig interessante Teil des Buches. Aber er hat mit dem Rest – also den „Spirits of the Aether“ nichts zu tun – im Anhang ist er jedoch gut aufgehoben.


Fazit

Eine Frage drängt sich bei diesem Buch in den Vordergrund: Für wen hat es Jaq D Hawkins eigentlich geschrieben? Für den Teil der Leser, die in der Magie schon einige Erfahrungen gesammelt haben? Dafür ist es zu wenig informativ. Oder für den Teil der Leser, die sich erst ganz neu mit der Materie beschäftigen? Dafür gibt sie zu wenig Anleitungen, wie ihre Erfahrungen, ihre Rückschlüsse wirklich praktikabel in die Tat umgesetzt werden könnten. Dafür, dass „Spirits of the Aether“ eines der wenigen Bücher ist, die sich mit dieser Materie befassen, hätte die Autorin hier mehr rausholen können. 138 Seiten über ein Thema zu schreiben, das so spannend ist, so viel mehr her gibt, wenn man sich ein wenig mehr Mühe mit der Recherche macht, ist einfach schwach. Schade!


Isis


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