Dion Fortune:
The Goat Foot God
Dion Fortune
The Goat Foot God
Originalausgabe: 1936/Samuel Weiser Verlag
Paperback-Edition: 1980/ISBN: 0-87728-500-4

 



Über die Autorin
Violet Mary Firth alias Dion Fortune wurde 1891 geboren. Ihre Eltern gehörten den „Christian Scientists“ an. Ihr Interesse an der Erforschung der menschlichen Psyche wurde im Alter von 29 geweckt. Sie arbeitete damals an einer Schule. Die Direktorin mochte Fortune überhaupt nicht, worauf sich Dion schließlich entschloss, den Job zu kündigen. Als sie dies der Direktorin mitteilte, begann diese, ihr vor zu werfen, dass sie für den Job nicht geeignet sei und kein Selbstbewusstsein besitze. Fortune meinte später, die Direktorin hätte dafür bestimmte Techniken des Hypnotismus und Yoga benutzt, die sie für die nächsten drei Jahre zum psychischen Wrack machten. Also studierte Dion zuerst einmal Psychologie und beschäftigte sich hier mit den Werken von Freud und Jung. Vor allem von Jungs Veröffentlichungen fühlte sie sich darin bestätigt, dass die Antworten zur Komplexität des menschlichen Geistes im Okkulten liegen müssen. 1919 trat Fortune der „Alpha and Omega Lodge of the Stella Matutina“ bei, einer äußeren Loge des “Hermetic Order of the Golden Dawn”. Sie hatte Streit mit Moina Mathers, der Frau von MacGregror Mathers (Gründer des Golden Dawn), die Fortune wiederum als psychische Attacken empfand. 1924 verließ sie Stella Matutina und gründete in London die „Community (später Fraternity, heute Society) of the Inner Light“. Sie arbeitete als Psychologin und lernte so über andere Fälle psychischer Attacken. Eine zeitlang lebte Dion Fortune in Glastonbury und interessierte sie für die Legenden des König Arthurs. Ergebnis ist das Buch „Avalon of the Heart“. Es folgen einige Bücher, unter anderem „Psychic Self Defense“ (1930), „Through the Gates of Death“ (1932), oder auch Romane wie „The Demon Lover“ (1927) oder „The Secrets of Dr. Taverner“ (1926). Das Bekannteste ihrer Bücher ist wahrscheinlich die „Mystical Qabalah“ (1935). Dion Fortune stirbt im Jänner 1946.


Über das Buch
1936 wurde die Erstauflage des Buches veröffentlicht, dessen Titel alleine klar macht, wer der „Held“ des Romans ist – der griechische Gott Pan. Er selbst steht aber nicht im Mittelpunkt, sondern agiert als graue Eminenz im Hintergrund. Dion Fortune hat ihre Geschichte so aufgebaut, dass Pan die Fäden des Geschehens fest in der Hand hält und die Hauptpersonen, die sich auf der Suche nach ihm und nach sich selbst befinden, letztendlich ans Ziel führt.

Das Werk beginnt dramatisch: Hugh Paston, von Beruf Erbe eines Weltkonzerns, hat gerade seine Frau und seinen besten Freund durch einen Autounfall verloren. Als ob das allein nicht schon schlimm genug wäre, muss er auch noch erfahren, dass die beiden ein Verhältnis miteinander hatten. Dies stürzt den Mittvierziger in eine tiefe Lebenskrise. Er, ein Sohn aus gutem Hause, wendet der adeligen Gesellschaft den Rücken zu und wandert ziellos durch die Straßen Londons, um sich plötzlich im Buchladen von T. Jelkes wieder zu finden. Jelkes ist nicht nur ein ehemaliger Priester, sondern interessiert sich auch für das Paranormale. Er erkennt die schwierige Lage, in der sich Hugh Paston befindet, und nimmt ihn für ein paar Tage bei sich auf. Gleich in der ersten Nacht, die Hugh bei Jelkes verbringt, ruft er versehentlich den Gott Pan herbei – das ist der Beginn des Abenteuers.

Denn Pan ist ihm, wie Hugh schon bald heraus findet, bereits aus einem früheren Leben bekannt. Damals war er der katholische Mönch Ambrosius und versuchte ihn gemeinsam mit seinen anderen Glaubensbrüdern zu invozieren. Was jedoch Ambrosius damals nicht hatte, war eine Priesterin, sozusagen einen weiblichen Gegenpol. Diese findet aber der Hugh/Ambrosius der Gegenwart - und zwar in Mona, der Nichte des alten Buchhändlers. Gemeinsam mit ihr und dem alten Jelkes beginnt er einen neuen Lebensabschnitt. Am Ende heiratet er Mona sogar.

Doch bis es so weit ist, müssen beide noch einige Schwierigkeiten bewältigen. Hugh verwandelt sich nämlich in den unpassendsten Momenten in Ambrosius. Als seine habgierige Familie dies mitbekommt, wollen sie Hugh entmündigen. Sie können auch nicht verstehen, warum er sich plötzlich mit Leuten umgibt, die so gar nicht seiner Gesellschaftsschicht entsprechen. Hughs’ scheinbare Geisteskrankheit bietet ihnen einen perfekten Anlass, um ihn aus dem Weg zu räumen. Darüber hinaus sind sie hinter seinem Geld her. Denn Hugh ernährt von seinem Erbe die gesamte Familie– und droht nun, den Geldhahn zu zu drehen. Er zieht sogar aus London fort und kauft sich ein paar Kilometer außerhalb das Grundstück, auf dem Ambrosius einst mit seinen Mönchen gelebt hat.

Ein weiteres Problem ist Mona – denn diese fürchtet sich vor Ambrosius. Ihre Furcht geht so weit, dass sie Hugh sogar eine zeitlang aus dem Weg geht. Und sie wehrt sich dagegen, Hugh zu heiraten. Als sie letztendlich einwilligt, tut sie dies nicht aus Liebe, sondern weil sie erkennt, dass sie bei Hugh eine gewisse Sicherheit genießt. Beide, sowohl Hugh als auch Mona, lieben einander nicht – ihre Verbindung ist eine Zweckgemeinschaft. Sie brauchen sich. Und doch ist diese Freundschaft, die die beiden verbindet, eine Freundschaft auf Lebenszeit.

Dion Fortunes Hauptpersonen sind Charaktere, die der Leser nicht unbedingt gleich ins Herz schließt. Hugh ist ein vom Schicksal gebeutelter, wenig attraktiver Mann, der nur durch sein Geld attraktiv wird. Und das weiß er auch. Genau deshalb fühlt er sich zu Mona, einer so genannten „grauen Maus“, hingezogen. Sie ist eine erfolglose Künstlerin, die von der Hand in den Mund lebt. Und doch ist ihr sein Geld egal und genau das schätzt er an ihr.

Interessant ist die sexuelle Polarität, das Spiel der Geschlechter, das zwischen den beiden herrscht. Er will nicht mit ihr und sie nicht mit ihm – und doch brauchen sie einander. Er braucht sie, damit er seinen Traum, die Invokation des Pan, vollenden kann. Er braucht die Weiblichkeit, eine Priesterin, die Mona verkörpert. Und ihr gefällt es, gebraucht zu werden. Und letztendlich gefällt ihr auch die Sicherheit, die Hugh ihr bieten kann – das sorglose Leben an seiner Seite.

„The Goat Foot God“ ist ein interessantes Buch, das aber auch seine Längen hat. Da ich es auf Englisch gelesen hab, hatte ich manchmal meine Probleme mit den antiquierten englischen Wörtern, die Fortune verwendet.
Mir persönlich hat der Roman nicht so gut gefallen wie die Seepriesterin, die Fortune um einiges fesselnder geschrieben hat. Trotzdem ist „The Goat Foot God“ ein ansprechendes Werk. Um jedoch tatsächlich etwas daraus zu lernen, muss der Leser schon zwischen den Zeilen lesen.


Isis


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