Lois Bourne
Erfahrungen einer Hexe
Originaltitel: Conversations with a Witch
     

Lois Bourne
Erfahrungen einer Hexe
1990/Knaur Verlag/EUR 6,50/ISBN: 3426042487


Originaltitel: Conversations with a Witch
1989/Robert Hale Verlag, London/EUR 14,40/ISBN: 0-7090-7064-0


Über die Autorin
In ihrer Kindheit stellte Lois Bourne fest, dass sie übersinnliche Fähigkeiten besitzt. Sie las später eines der Bücher von Gerald B. Gardner, schrieb ihm und lernte ihn darauf hin kennen. Er stellte den Kontakt zu Jack Bracelin her, in dessen Bricket Wood Coven sie Maiden wurde. Lois Bourne ist verheiratet und Mutter zweier erwachsener Söhne. Sie lebt im englischen Hertfordshire. Andere Bücher der Autorin: Witch Amongst Us, Dancing with Witches, Spells to change your Life

Die Autorin mit einigen ihrer Freunde:
Phyllis Curott, Lois Bourne, Janet Farrar und Raymond Buckland (von links)


Zum Inhalt
Wie ist es, ein Leben als Hexe zu führen? Wie ist es, magisch zu arbeiten, andere heilen zu können oder in die Zukunft zu sehen? Darf man Menschen mit Liebeskummer durch einen Zauber helfen? Und was geschieht nach dem Tod? All diese Fragen, die sich so mancher offen oder auch insgeheim gestellt hat - Lois Bourne sich in ihrem Buch mit ihnen beschäftigt.
An Hand verschiedenster persönlicher Begebenheiten, an deren Anfang immer ein Brief, ein Telefonat oder ein direkter Kontakt mit einem hilfesuchenden Menschen stand, erzählt sie über den Alltag einer Hexe – ihren Alltag.

Humorvoll und spannend geschrieben, hat die Autorin hier ein interessantes Buch geschaffen, in dem sie über teilweise sehr intime Erlebnisse berichtet und dabei offen über ihre magischen Fähigkeiten spricht.
Dem Leser erklärt sie unter anderem ihre Einstellung zu Geld- und Liebeszauber oder ihre Meinung darüber, wie man zur Hexe wird - und er erhält außerdem auch einen Einblick in ihre Familienverhältnisse: Er erfährt beispielsweise, dass ihr Sohn und mittlerweile Vater zweier Kinder mit einer Katholikin verheiratet ist, dass Lois zu ihrer Mutter und ihrer Schwester nach deren Tod Kontakt hatte oder lernt ihre Freundin Sonya kennen, die sich selbst als „schwarze Hexe“ bezeichnet.


Hier einige ihrer Ansichten zu verschiedenen Themenbereichen:

Zum Thema Liebeszauber (S. 24):

“Witches possess a fairly high moral code in their dealings with people and we are forbidden to interfere too much into a person’s free will without a very good reason indeed.”

(“Hexen besitzen einen ziemlich hohen moralischen Kodex, wenn sie mit Menschen zu tun haben und es ist uns verboten, zu sehr in den freien Willen einer Person einzugreifen, außer es gibt dafür in der Tat einen sehr guten Grund.“)

Zum Thema Geldzauber (S. 43):

„A simple request would be that Mrs. Jones should receive 5.000 pounds is full of potential danger and could result in her having an accident, losing a leg and receiving that exact amount in compensation. One needs to be direct, but also very circumspect …”

(„Die einfache Bitte, dass Frau Jones 5.000 Pfund erhält, beinhaltet viele mögliche Gefahren und könnte zur Folge haben, dass sie einen Unfall hat bei dem sie ein Bein verliert und als Entschädigung genau diese Summe bekommt. Man muss direkt, aber auch sehr vorsichtig sein ...“)

Wie wird man zur Hexe (S. 77):

„I have explained elsewhere (in Witch Amongst Us) that it is not possible to become a witch as it is to become a Christian or a Freemason for instance, witches are born not made, and many of the people who are born witches wish that they were not; I am not one of them. It does not automatically follow that because a person is born a witch, strong psychic abilities will be in evidence also, these are an added bonus. A witch is someone who is able to work magic, an individual with an indefinable physical force which they can utilize and manipulate to change and influence events and circumstances in their own lives or the lives of other people for good or ill.”

(Ich habe schon irgendwo erklärt, (in Witch Amongst Us) dass es nicht möglich ist, eine Hexe zu werden, so wie man zum Beispiel ein Christ oder Freimaurer wird, Hexen werden geboren und nicht gemacht und viele Leute, die geborene Hexen sind, wünschten sich, sie wären es nicht – ich selbst gehöre nicht dazu. Es ist nicht automatisch so, dass jemand, der als Hexe geboren wurde, auch starke übersinnliche Fähigkeiten besitzt, diese sind ein zusätzlicher Bonus. Eine Hexe ist jemand, der dazu fähig ist, Magie zu wirken, ein Individuum mit einer unbestimmbaren körperlichen Kraft, die sie dazu einsetzen können, eine Veränderung oder eine Beeinflussung von Ereignissen und Umständen zum Guten oder zum Schlechten in ihrem eigenen Leben oder im Leben anderer Leute zu bewirken.)


Eines der Erlebnisse aus dem Buch (S. 19):

„Whilst shopping, I met by chance a man from whose finger I had removed a wart some years ago and he insisted on reminiscing about what was to me a trivial, but to him a major event in his life. ‘You put your thumb on it’ he said ‘and muttered something under your breath and after a couple of days I was amazed to find it had disappeared. I didn’t really believe you could do it, and when I told you that you merely replied ‘It doesn’t matter whether you believe or not, it’s only important that I believe I can do it.’ “
(Als ich einkaufen ging, traf ich zufällig einen Mann, von dessen Finger ich einige Jahre zuvor eine Warze entfernt hatte und er beharrte darauf, sich an dieses Erlebnis zurück zu erinnern, das für mich alltäglich, aber in seinem Leben ein großes Ereignis bedeutete. „Du hast deinen Daumen drauf gehalten“, sagte er, „etwas gemurmelt und nach einigen Tagen war ich erstaunt, dass die Warze verschwunden war. Ich konnte wirklich nicht glauben, dass du das kannst und als ich dir das sagte hast du lediglich drauf geantwortet ‚Es macht nichts aus, ob du es glaubst, es ist nur wichtig, dass ich glaube, dass ich es tun kann.’)

Conversations with a Witch beinhaltet viele interessante Geschichten zu unterschiedlichsten magischen und auch übersinnlichen Themen, wie Flüche, Geister, Amulette, Totems oder Wahrsagen. Lois Bourne geht dabei sehr diskret vor, erwähnt nur in den seltensten Fällen die Namen der Personen und schreibt auch nicht, was sie genau getan hat, um deren Existenz zu verbessern. Leider erfährt der Leser bei etlichen dieser Erlebnisse nicht, welche Wende das Leben der betreffenden Person genommen hat. Die Autorin erwähnt auch selbst, dass viele Leute, denen sie geholfen hatte, danach nichts mehr von sich hören ließen.

Wer sich von diesem Buch praktisches Wissen erhofft, wird enttäuscht. Doch zu diesem Zweck wurde es auch nicht geschrieben, sondern hauptsächlich, um Öffentlichkeitsarbeit im weitesten Sinn zu betreiben, das Hexentum unterschiedlichen Gesellschaftsschichten zugänglich zu machen und auch, um Menschen, die an ihren Lebensumständen verzweifeln, Mut zu machen.

Besonders beeindruckend sind die letzten vier Kapitel des Buches, in denen sie über die Gespräche mit ihrer Freundin June schreibt, die einige Jahre vor dem Erscheinen des Werkes gestorben ist. June berichtet durch Lois über ihr Leben im Jenseits. Sie erzählt, dass sie ihre Familie, ihre Freunde und selbst ihre einstigen Haustiere wieder getroffen hat, vermittelt dem Leser einen Eindruck, wo sie lebt und wie ihr „Tagesablauf“ aussieht.
Durch eine Botschaft möchte June all jenen Kraft geben, die um einen Verstorbenen trauern (S. 205):

„Do not grieve for us excessively but free us gently, great sorrow holds back our progress and we have many journeys to make; neither make a shrine of our graves, they contain nothing but an old overcoat that we have discarded, we are more alive now than we ever were and we are only in the next room.”
(Trauert nicht übermäßig um uns, sondern lasst uns sanft los, große Trauer behindert uns in unserem Fortschritt und wir müssen viele Reisen unternehmen; macht auch keinen Schrein aus unseren Gräbern, denn sie enthalten nichts außer einen alten Umhang, den wir abgelegt haben, wir leben jetzt mehr als jemals zuvor und wir sind nur im nächsten Raum.)

Conversations with a Witch ist ein hervorragend geschriebenes, interessantes Buch, in das Lois Bourne sehr viele persönliche, intime Begebenheiten verpackt hat – ein unterhaltsames und zugleich auch lehrreiches Werk für einige entspannte Stunden.


Isis


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