Zsuzsanna E. Budapest
Herrin der Dunkelheit - Königin des Lichts
Das praktische Anleitungsbuch für die neuen Hexen

Über die Autorin:

Zsuzsanna Emese Budapest kam am 30.01.1940 in Budapest als Zsusanna Mokcsay zur Welt. Beeinflusst durch die Kunst ihrer Mutter Masika Szilagyi (sie töpferte Göttinnenfiguren) und durch ihre verstorbene Großmutter (sie war eine Kräuterfrau und Heilerin), entwickelte sie ihre Spiritualität. 1959 wanderte sie in die USA aus, studierte an der Universität von Chicago, wurde an der „Second City School of Improvisation“ in experimenteller Schauspielerei ausgebildet, heiratete und bekam zwei Söhne. Die Ehe endete 1970. Ab diesem Zeitpunkt engagierte sie sich in der feministischen Bewegung und begann ihren spirituellen Hintergrund in die feministische Bewegung zu integrieren. Daraus entstand u.a. der „Susan B. Anthony Coven No. 1“ (benannt nach einer der Führerinnen der Suffragetten-Bewegung). Sie wurde spirituelle Lehrerin und bildete auch Starhawk (Miriam Simos) aus. Sie gilt als Begründerin der Dianic Wicca Tradition.


Zsuzsanna E. Budapest
Herrin der Dunkelheit - Königin des Lichts
Das praktische Anleitungsbuch für die neuen Hexen

1997 / Esotera Hermann Bauer Verlag / EUR 10,22 / ISBN 3-7626-0664-1
(7. Auflage 2000 / ISBN 3-7626-0792-3)

Originaltitel: The Holy Book Of Women’s Mysteries
1989 / Wingbow Press / $ 17,95 / ISBN: 0914728679

„Während einer unserer ersten Konventfeiern, die wir in einer Vollmondnacht abhielten, hörten wir Pan. Er kam offenbar aus den Bergen zu uns. Da mich diese Erfahrung damals erschreckte und ich überbesorgt und in solchen Angelegenheiten unerfahren war, intervenierte ich und bat den Gehörnten Gefährten, er möge sich zurückziehen, da wir eine dianische Gruppe seien. Er tat es. Heute würde ich mich anders verhalten.“

Z. Budapest erzählt auf 384 Seiten nicht nur über die Erfahrungen in ihrem Konvent, dem „Susan B. Anthony Coven No. 1“, sondern schreibt auch über die Kräfte der Urfrauen, beschäftigt sich mit Runen, Anrufungen und erklärt die Frauenfeste in der dianischen Tradition.

Was unterscheidet nun die Religion der Göttin von anderen Religionen? Budapest sieht es folgendermaßen:

Der wichtigste Pfeiler der Hexentradition ist das Konzept der Trinität im Gegensatz zur Dualität. ... Es gibt keine Trennung zwischen den Geschlechtern, beide stammten aus der gleichen Quelle, der Mutter. (S. 25)

Budapest wendet sich vehement gegen die Unterdrückung der Frau, was auch aus dem Manifest ihres Covens, dem Susan B. Anthony Coven, klar hervorgeht:

Wir glauben, dass die Frauen ihre Vorherrschaft durch die Aggression männlicher Wesen verloren, die aus dem Matriarchat verbannt worden waren und jene patriarchalischen Orden bildeten, die dafür verantwortlich sind, dass Frauen und Männer vergewaltigt und unterdrückt werden. (S. 31)


So wie Budapest am männlichen Geschlecht kaum ein gutes Haar lässt („Ihr könnt auch versuchen, ein Jahr lang keine männlichen Autoren zu lesen. Habt ihr das jemals getan? Es ist eine großartige Methode, den Verstand zu reinigen!“ (S. 301)), so hält sie es auch mit männlichen Göttern. Immerhin setzt sie sich mit dem Thema „Gott und Göttin“ auseinander, in dem sie Gott Pan als „freien Gott und keinesfalls als gefährlich für Frauen" (S. 219) beschreibt.

Pan ist der göttliche Künstler, Bacchus, der auf Festen tanzt und die Panflöte spielt, deren Klänge jeden, der sie hörte, in Entzücken versetzte. Die Christen warfen einen kurzen Blick auf ihn und beschlossen, dass er der schlimme Bursche sein sollte, der Teufel ... (S. 220)

Es ist leider eine Tatsache, dass die christliche Religion aus Gott Pan nicht nur den leibhaftigen Satan bastelte, sondern das seitdem auch das umgekehrte Pentagramm - das Pan darstellen soll - als Zeichen für Satanismus steht.
Aber ist das ein Grund das männliche, lebensspendende Element, die Kraft, die Vitalität, die Logik gleich aus einer ganzen Religion zu verbannen?

Budapest sieht die Wurzel allen Übels im gewaltsamen Verdrängen des Matriarchats und die Einführung der Männerherrschaft, denn seitdem betrachtete die Männerwelt die Frau als minderwertig. Daher erziehen die Frauen des Susan B. Anthony Covens ihre Söhne dazu, das Leben und die Frauen zu lieben.
Die Argumente, die Z. Budapest nennt, erscheinen zwar einleuchtend, trotzdem kam es mir beim Lesen des Buches so vor, als würde sie händeringend die alten Zeiten herbeisehnen. Frauen sieht Z. als wehrlose Opfer, die einer Männerwelt von Vergewaltigern und Betrügern (natürlich gibt es auch Ausnahmen) hilflos gegenüber stehen.

Das Jahresrad der Dianic Wicca-Anhängerinnen ist auf die Frau zugeschneidert:
So wird zur Wintersonnenwende (21. Dezember) die Geburt der Sonnengöttin Lucina gefeiert. Brighid, Imbolc oder Oimelc (2. Februar) ist der Höhepunkt zwischen Wintersonnenwende und Frühjahrsäquinoktium und man ehrt das zunehmende Licht (auch in der Seele). Laut Budapest ist dies ein guter Zeitpunkt für die Einweihung neuer Hexen.
Das Thema des Frühjahrsäquinoktiums am 21. März ist die Rückkehr der Göttin Persephone aus der Unterwelt. Sie vereint sich mit ihrer Mutter Demeter.

Dieser Tag ist dem Band zwischen Müttern und Töchtern geweiht, der sich fortpflanzenden Lebenskraft, die alles in der Natur erneuert. (S. 173)

Die Maifeier oder Beltane am 30. April ist das Fest zu Ehren der Jungfraugöttin, die nun heranwächst.

Flora ist nun in den Blumen und Bäumen, Früchten, im Getreide; die Tiere sind fruchtbar. Unsere Maigöttin schenkt der Welt eine Wiedergeburt. (S. 175)

Das Fest der Sommersonnenwende am 21. Juni (Litha) ist der Feuerkönigin der Liebe, Heartha, Vesta, Rhea, Artemis, Calliste oder Arianrhod geweiht.

Wir feiern an diesem Tag die Macht der Göttin über die Männer. Hexen, die mit Männern in Beziehung stehen, nehmen eine Locke aus Männerhaar mit, die in den Kessel gelegt wird. Andere nehmen statt dessen eine Strähne ihres eigenen Haares als Zeichen ihrer persönlichen Huldigung an die Feuergöttin. (S. 178)

Das Lammas-Thema (Erntefeier) am 2. August ist die Verehrung der Göttin Habondias, der Göttin des Schicksals, der Fülle, des Glücks, der Korngöttinnen Kore und Ceres, der Töchter der Erdenmutter, die die Quelle allen Überflusses sind.
Mabon oder das Herbstäquinoktium am 21. September ist dann schließlich das Erntedankfest der Hexen.
Das Neujahrsfest der Frauen oder auch Samhain wird am 31. Oktober gefeiert.

Die Göttin offenbart ihren dritten Aspekt als Zerstörerin des Lebens. Als die „heilige Alte“ verkörpert sie die Natur im Winter - ein Tod, der den Naturgesetzen gemäß und wichtig für das zukünftige Leben ist. An diesem Tag kehrt sie zu ihren Schwestern zurück, um ihnen die Weisheit des Alters zu vermitteln, um sie zu beschützen und zu rächen. (S. 183)

Bei den einzelnen Festen gibt Budapest natürlich auch Anleitungen, wie man diese feiern könnte - leider nur für mehrere Personen.

Starhawk, die Schülerin Budapests und auch Autorin vieler Bücher, steuerte zu Budapests Buch das Kapitel „Die Gefahren der Magie“ bei. Dieses Kapitel ist genau zwei Seiten lang.

Sie führt hier verschiedene Beispiele auf:
1. Die Omnipotenz (Allmächtig fühlen, wenn man merkt, dass man mit seinem Willen wirklich etwas verändern kann).
2. Schuldig fühlen (man fühlt sich für alles, was passiert, verantwortlich und glaubt, man muss alles verändern).
3. Paranoia (man fühlt sich plötzlich von bösen Mächten verfolgt).
4. Heiligkeit (man erteilt Freunden unerlaubt Ratschläge und schaut auf andere herab).
5. Prahlerei (anderen ungebeten erzählen, was sie von sich selbst nicht wissen wollen).
6. Den Kontakt zur Erde (Realität) verlieren (man vernachlässigt den physischen Körper und verliert sich in magischen und übersinnlichen Dingen).

Was mir persönlich bei dieser Aufzählung der„Gefahren der Magie“ fehlt, ist die „Spielerei“. Viele Menschen, die sich mit Magie beschäftigen und entdecken, dass sie funktioniert, glauben mit der Magie ihr Leben ändern zu können. Sie experimentieren mit Ritualen „ins Blaue hinein“, ohne sich beispielsweise am Wochentag oder an der Stunde zu orientieren. Ich kenne einige Menschen, denen das Experimentieren mit Magie sehr geschadet hat. Außerdem kann man, meiner Erfahrung nach, Aufgaben, die einem das Leben stellt, nicht einfach durch Magie umgehen. Wenn man etwas zu lernen hat - beispielsweise den Umgang mit Geld - so wird man das auch lernen - egal, welcher Rituale man sich auch bedient, um der Erfahrung aus dem Weg zu gehen.


Isis


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