In memoriam Madame Mim::
Mithras steht für Weihnachten   Teil I

Wieder einmal freuen wir im WurzelWerk uns besonders einen Artikel übersetzen zu dürfen. Kim Morgan hat uns ihre Sichtweise auf die Wintersonnwende gespendet und Anufa hat sie für uns übersetzt.

Als Heiden kennen wir wohl alle die Frustration, dass unsere Yule-Traditionen vom weltlichen Christentum durch die Jahrhunderte vereinnahmt und als Eigentum beansprucht worden sind. Wo fangen wir an …

  1. Erlöser geboren von Jungfrauen – Isis und Horus
  2. Die Geburt der Sonne/des Sohnes, der/der Gott ist, im tiefsten Winter
  3. Grünpflanzen ins Haus zu bringen um es zu erneuern
  4. Der „Yule Log“ – nicht die Schokoladenversion sondern ein Holzscheit, das die zwölf Weihnachtstage durchbrennen würde
  5. Die zwölf Weihnachtstage – Wintersonnwende bis zur alten Wintersonnwende
  6. Der Weihnachtsmann in Rot gekleidet – Rot und Weiß, die Farben, die in dieser Jahreszeit beim bärtigen Fliegenpilzheiligen zu finden sind, der Magie wirkt, ein Schamane aus dem Norden

Wo fangen wir also an um die heidnischen Ursprünge von Weihnachten zu finden? Sowohl im alten Ägypten als auch in Babylon wurde das Fest des Sohnes von Isis oder Astarte (Muttergottheiten) am 25. Dezember gefeiert. Diese Feste basierten auf wilden Feiern mit massenhaft Speisen und Getränken und dem Austausch kleiner Geschenke zwischen Freuden und Familie.

In der ganzen heidnischen Welt gibt es rund um die Zeit der Wintersonnwende Feiern. In Rom gab es einige Festtage und Feiern die stattfanden, einschließlich der Saturnalien, die sich über sechs Tage rund um die Wintersonnwende erstreckten und die wesentlich älter als jede christliche Einmischung.

Gemeinsam mit den Saturnalien in Rom gab es die Calenden des Jänner, die parallel zu den Saturnalien verliefen, was diese ganzen Festivitäten als „Dies Natalis Solis Invicti“ bekannt werden liess -  das Fest der Rückkehr der unbesiegbaren Sonne. Von diesem Fest her rührt es, dass die Christen in Rom die Sonne und den Sohn Gottes als dasselbe ansahen, besonders natürlich, weil die unbesiegbare Sonne den Sieg des Lebens über den Tod versinnbildlichte. Das stammt aus der Beobachtung der Sonne, die zur Wintersonnwende geschwächt während der Calenden des Jänner immer stärker und heller wird.
Das ganze Fest der Dies Natalis Solis Invicti war ein wunderbarer Anlass um zu feiern, zu prassen, aus sich heraus zu gehen und wie viele „Yule“festestammt das Verkleiden während dieses Festes ebenfalls aus dem alten Rom.
„Mummers“ waren Gruppen von kostümierten Sängern und Tänzern, die von Haus zu Haus zogen und für Geld, das in Form von milden Gaben an die Armen verteilt wurde, ihre Nachbarn unterhielten. Nicht nur, dass die Mummers kostümiert waren, die Götter und Göttinnen des Pantheons darstellten, sie trugen auch Masken oder Bemalungen, die ihre Gesichter verbargen. Aus diesem Mumming im alten Rom entstanden zwei Weihnachtstraditionen – Mumming und Carolling (Singen)

Während dieser Zeit warne in Rom die Gerichte geschlossen und das römische Gesetz sagte, dass während dieser Festwoche niemand bestraft werden konnte, der entweder Eigentum beschädigte oder Leute verletzte. Das Fest begann damit, dass die römischen Autoritäten einen „Feind des römischen Volkes“ auswählten, der den „Herrn  des Tumult“ darstellen sollte. Jede römische Gesellschaft erwählte ein Opfer, das sie dazu zwangen innerhalb dieser Woche Speisen und anderen Genüssen zu frönen.

Heiden in Nordeuropa hatten viele Traditionen, die mit Yule in Verbindung gebracht werden und die wir heute noch haben. Viele davon wurden vom Christentum korrumpiert und zu ihren eigenen Traditionen gemacht obwohl die gebräuchlich waren, lang bevor die Teilnehmer etwas von Christus gehört hatten.
Wie heute auch noch, feierten die Heiden in ganz Nordeuropa die Wintersonnwende, bekannt als Yule. Oft waren diese Traditionen in der Naturmagie beheimatet und mit immergrünen Bäumen, Stechpalme und Mistel verbunden.
In den Hallen unserer alten heidnischen Ahnen wurden massive „Yule logs“ verbrannt um die Sonne zu ehren. Diese Scheite standen symbolisch für das Holz der Yggdrasil, dem Weltenbaum der nordischen Traditionen. Das Wort „Yule“ selber bedeutet „Rad“ und es ist genau diese Drehung des Rades, die die Wintersonnwende so wichtig macht. Eine von vier Markierungen durch Sonnwenden und Tag-und-Nachtgleichen, die für unsere Vorfahren so wichtig waren.

Das universelle Symbol des immergrünen Baumes ist das Hauptsymbol, das fast alle nordeuropäischen Wintersonnwenden miteinander verbindet.

Ein Symbol, dass das Leben auch in Härtezeiten des Eises und der Schnees im Winter weitergeht. Das Grün des lebenden Baumes trotz der Härte als Symbol dass das Leben weitergeht und deshalb wurden anfänglich immergrüne Zweige ins Haus und in die Hallen gebracht, um den Herd und die Feuerstellen zu schmücken. Die Hitze verstärkte aromatische Gerüche, die wieder das Gefühl verstärkten, dass das Leben trotz der Härte des Winters weitergehen würde.
Erst spätere Traditionen brachten dann ganze Bäume in die Häuser der Menschen. Oft wird von modernen Wissenschaftlern angenommen, dass der Christbaum als viktorianische Tradition, aus Deutschland stammt. Tatsächlich ist diese Tradition tausend Jahre älter, als sie die Menschen im viktorianischen Zeitalter bekannt gemacht haben.

Unsere Ahnen wählten Tannen und Fichten. Man denkt auch an die Eibe, die ebenfalls immergrün ist und oftmals in heiligen Hainen, die heute oft Plätze mit alten Kirchen darauf sind, wächst. Die Eibe ist ein machtvolles Symbol, das für die Verehrung der Ahnen Verwendung findet.
Bäume als heilig anzusehen und sich in Hainen zu den Jahreszeitenfesten zu treffen war für viele Heiden, das Druidentum eingeschlossen, heilig. Cäsar schrieb, dass die Druiden Haine mit heiligen Bäumen als Fokus für ihre Riten und Zeremonien verwendeten, besonders wenn das Augenmerk der Feier auf der Rückkehr der Sonne, in der Zeit nach der Sonnendwende, wenn die Sonne am tiefsten am Himmel stand und am schwächsten strahlte, lag.

Gemeinsam mit den Zweigen der heiligen Bäume wurden auch immergrüne Pflanzen wie Stechpalme und Mistel, als heilige Pflanzen,in die Häuser gebracht. Die Mistel wurde heilig, weil sie auf sehr offensichtliche Weise (für jeden, der schon einmal eine Mistelbeere zerquetscht hat) ein Symbol für Fruchtbarkeit ist. Die Samen, die in den Beeren enthalten sind ähneln sehr dem menschlichen Sperma, das am Höhepunkt der sexuellen Vereinigung verströmt wird (obwohl Sperma schwerer zu erkennen ist, wussten unsere heidnischen Vorfahren sehr wohl, dass der Samen nötig war um menschliches Leben zu schaffen und so wurde die Mistel ein Symbol der Fruchtbarkeit).
Die altnordische Mythologie erzählt, wie der Gott Balder von seinem Rivalen Hödur mittels eines Mistelzweigpfeils getötet wurde, während sie um Nanna stritten. Deshalb war die Mistel in allen heidnischen Kulturen Nordeuropas als mächtiges Symbol bekannt. Sogar der Brauch sich unter dem Mistelzweig zu küssen hat seinen Ursprung in der sexuellen Freizügigkeit der Saturnalien des römischen Reiches.


Ende Teil I


Kim Morgan


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