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Aontacht-Interview mit Kristoffer Hughes   Teil II

Kris wurde von Aontacht (genau genommen von Renard) zu seinem Werdegang interviewt und Anufa durfte das Ergebnis für euch übersetzen. Ein Werdegang, der durchaus als Beispiel dienen kann.

Druidic Dawn: Der Orden hat ein ortsbezogenes, tiefgehendes Lehrprogramm entwickelt, das sich rund um persönliches Lehren auf Anglesey ausgebildet hat. Das umfasst auch Frontalunterricht während des Tages und ein Einlassen auf die keltische Landschaft an den Abenden. Kannst du uns ein wenig erklären, warum du diesen Zugang gewählt hast und ein wenig über den einzigartigen Eindruck, den das auf deine Studenten hat?

Kris: Ein Aspekt davon sind schlichtweg egoistische Motive. Dieses Druidentum bietet eine so lebendige und fabelhafte Gemeinschaft, an gleichgesinnten Individuen, und wenn wir zusammen kommen um zu feiern und Dinge miteinander zu teilen – ja, dann ist das einfach wundervoll. Ich liebe diesen Aspekt der Gemeinschaft, aber es hat sich immer so angefühlt, als ob etwas fehlen würde, damit wir mehr tun könnten um die Gemeinschaft zusammen zu schmieden und zu stärken. Sofern wir wissen, ware das alten Druidentum eine Tradition der mündlichen Überlieferung und was auch immer sie an Weisheit und Lehre hatten, wurde mündlich, Angesicht zu Angesicht weiter gegeben. Wir wollten daran anschließen.

Das bedeutet in der Praxis, dass für ein Minimum von vier Wochenenden, mehr sofern sie das möchten, unsere Studenten auf die Insel kommen und in die Lehren des Ordens, Angesicht zu Angesicht, eingeführt werden. Wir haben auch nur maximal 21 Studenten pro Jahr, womit es persönlich und speziell bleibt. Es gibt nichts Schöneres als zu beobachten wie ein Haufen lernbegieriger Studenten neue Freundschaften schließt und sich in die Insel verliebt.

In einer Welt, in der jede Information auf Knopfdruck erhältlich ist, wo es mehr Online-Kurse und Lernprogramme gibt als auf eine Kuhhaut gehen, da ist es manchmal schön zu den Grunlagen zurück zu gehen. Also tauchen unsere Studenten zwei Tage lang, von Freitag Nachmittag bis Donnerstag nachmittags, in eine magische Welt ein, gefangen ins Lernen und damit beschäftigt sich selbst durch Ritual und Zeremonie auszudrücken. In einer heiligen Landschaft zu sein und Erinnerungen zu erschaffen, die sie bis ans Grab begleiten werden, ein Teil einer kleinen Gemeinschaft auf einer kleinen Insel zu werden.

Die Lehren selber sind ziemlich intensiv aber das wird durch den sozialen Aspekt des Kurses gemildert und auch durch die Rituale, die an den Abenden stattfinden.

Druidic Dawn: Der Anglesey Druid Order aist als Mysterienschule bekannt, die Druidentum als magische heidnische Tradition zu fördern. Kannst du über die Rolle der Swyngyfaredd in dieser Tradition und auch über die Beziehung des Ordens zu Mon als Göttin und die pantheistischen Häuser von Don, Llyr und Beli Mawr erzählen?

Kris: Die Swyn waren die Praktizierenden der Volksmagie in Wales. Diese Praxis ist hervorragend dokumentiert und in Richard Suggetts Buch „A history of magic and witchcraft in Wales“ erforscht. Das ist die Magiepraxis ohne notwendigerweise einen religiöses Rahmen zu haben. Wie auch immer, einige der Jahrhunderte alten Praktiken und Elemente aus alten Manuskripten wie die Physicians of Myddfai sind großzügige Ressourcen für Magie und Inspiration. Das alles ist etwas, das wir als Elemente aus unserer Vergangenheit sehr schätzen und wir bauen diese Praktik der Swyn in unser Druidentum ein. Für den Anglesey Druid Order ist das Druidentum eine magische Tradition.

Der Orden ist hauptsächlich Mon geweihst, die wir als Göttin ansehen, deren Name selbst, unglaublich alt ist, vielleicht sogar vorkeltisch im Ursprung, wenn man einigen leitenden Wissenschaftlern der University of Wales, in Bangor, folgt. Es ist ein weibliches Wort und der Name selber wurde lange schon mit, Nahrungsmittel, Getreide, Lebensunterhalt, Nahrung in Verbindung gebracht. Daher der Spruch - „Mon Mam Cymru“, Mon, die Mutter von Wales. Während wir keinen Beweis haben, der nahe legt, dass Mon in der Vergangenheit, verehrt oder als Göttin angesehen wurde, ist sie nachträglich eine Göttin für unseren Orden geworden.
Die Rituale des Ordens sind rund um die Konzepte Land, Meer und Himmel angelegt und diesen ordnen wir die pantheistischen Häuser der keltishen Götter zu – das Haus ist Don und ihre Kinder sind dem Land zugeschrieben, Llyr und seine Kinder der Welt des Meeres und Beli Mawr dem Gebiet des Himmels. Ich habe dieses System erforscht und die Liturgie in meinem letzten Buch „The Book of Celtic Magic“ dargelegt.

Druidic Dawn: Kannst du uns etwas über die Wichtigkeit der Gottesdienste in deinem Druidentum erzählen, im Hinblick dem Awen zu dienen, aber auch über die Verantwortung die wir haben, unseren Mitreisenden zu dienen – unseren Druidenkollegen in der lokalen Gemeinschaft aber auch globaler?

Kris: Ich glaube, dass eines der fundamentalen Ziele im Druidentum ist, zu dienen – oder dienstbar zu sein, nicht nur der weiteren druidischen Gemeinschaft, sondern seiner eigenen lokalen Gemeinschaft. Als Orden haben wir das Privileg erhalten in der secularen Gemeinschaft hier auf der Insel integriert zu sein. Es gab eine Zeit in der wir als Randerscheinung, zu sehr draußen und fremdartig wahrgenommen wurden als dass die meisten Leute uns verstehen oder anerkennen hätten können. Aber 2010 hat sich etwas geändert und seit damals sind wir auf der Insel, in ihrer Gesamtheit viel aktiver.

Wir arbeiten eng mit dem Welsh national heritage body zusammen – Cadw und machen workshops und Lehrstunden in den lokalen Schulen, in denen wir über die Wichtigkeit und die Plätze der Insel in der Geschichte plaudern. Das ist wirklich wunderschön.

Innerhalb der druidischen Gemeinschaft ermöglichen wir des öfteren Pilgerfahrten und andere Veranstaltungen die auch denjenigen, die weiter weg sind, die Möglichkeit geben Zeit auf der Insel zu verbringen. All das drückt das Awen aus und unsere Verbundenheit. Wir sind vom Glück verfolgt und ich danke den Göttern, dass wir derartige Möglichkeiten erhalten haben.

Ende Teil II


Renard


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Aontacht-Interview mit Kristoffer Hughes - Teil V     Renard, 13.02.2016
Aontacht-Interview mit Kristoffer Hughes - Teil IV     Renard, 09.01.2016
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