Kritische Gedanken zur Weihnacht

Was uns Mo hier gespendet hat, spiegelt etliche Gedanken wider, die auch Anufa zu den großen christlichen Feiertagen immer wieder mal beschäftigen.

Hier also Mos Gedanken

Es begab sich zu einer Zeit, man könnte auch sagen JETZT, da passierte es unglaublich häufig, dass Menschen mit ihren Problemen nicht mehr umgehen wollten.
Viel leichter, angenehmer und auch schöner wurde es für diese Menschen, wenn sie statt sich mit ihren Themen auseinander zu setzen, diese auf allerlei bunte und glitzernde, oder in diesem Falle, dunkle, schmierige und vor allem böse und niedere Energien projizierten. Statt sich mit der eigenen Psyche auseinander zu setzen, wurde von magischen, astralen oder sonstigen Angriffen gesprochen, was ja auch viel einfacher ist und dem eigenen Narzissmus entgegenkommt. Denn, "Ich bin so wichtig und besonders, ich wurde angegriffen!"
Und wenn der erste Heiler, die Schamanin oder die Pseudohexe, welche die Bibel zitiert, nichts gebracht haben, dann muß das entweder viel stärker gewesen sein als diese, oder aber es war ein karmischer Ballast der aufgearbeitet werden mußte. Manchmal reichte es auch, Einhornpipi, verzeiht, Essenzen in Plastikflaschen zu kaufen und diese, vom glitzern und künstlichen Duft nur so strotzenden, in die eigene Aura zu sprühen.

Es ging zu dieser Zeit eben nicht mehr um echte Arbeit. Und schon gar nicht mehr um schamanische wie man vielleicht meinen könnte. Es ging einzig und alleine um das gute Gefühl furchtbar wichtig und womöglich noch auserwählt zu sein.
Dazu wurde zu jener Zeit auch alles gemischt was sich "gut anfühlte" ob es passte und ob es wirksam war, das war gänzlich unerheblich. Denn, ein bisschen "Heyaheya" gesungen und eine Plastiktrommel geschlagen, während man seine aufgestiegenen Meister ins Müsli channelt, machen mehr her, als sich stundenlang in die Natur, ohne Internet und Instagram zu begeben und den Kontakt zu den Geistern und Kräften zu suchen, welche schamanisches Arbeiten ausmachen.
So zu tun als ob, viel drüber zu reden und eine Menge Meinung, aber wenig Ahnung zu haben, weil man ja alles intuitiv und aus dem Gefühl heraus macht, ohne wirklichen Unterbau, macht einen heutzutage zum Meister.
Dabei ist gegen Intuition nichts einzuwenden, aber auch diese muß erstmal durch ARBEIT und Studium geschult werden.
Verantwortung für das eigene Tun, Denken und Handeln sind gefragt und nicht ein Seminar bei einem Bauernfänger nach dem anderen oder sonstiger Tand sind es, die einen vorwärtsbringen, sondern das Ankommen bei sich, das Lernen und das Übernehmen der Verantwortung für sich und seine Seele sind es, um das es geht.

Dann, wenn man stabil ist, ein solides Fundament in dieser Welt hat, dann kann man sich daran setzen und sich mit den anderen Welten aktiver auseinander setzen, noch mehr, wenn man gedenkt für andere zu arbeiten.
Aber die Menschen jener Zeit wollten davon nichts hören. "Damit kann man sich nicht brüsten, wie wichtig und erleuchtet man doch ist" hörte man sie sagen. Nein, sagen hörte man sie es nicht, aber an ihrer Art sich zu gebaren machte man dies schnell fest.

Ja, es war schon eine verrückte Zeit.


Anufas Sicht der Dinge

Mo hat da viele Sachen angesprochen, viele Prinzipien die ich auch schon beobachtet habe. Ich werde nur das eine oder andere davon herausgreifen um es nicht allzu lang werden zu lassen.

Da ich ja schon sehr lange mit den christlichen Traditionen nichts zu tun habe und einer Generation angehöre, in der es viele gibt, die den geregelten Raum der Mutter Kirche verlassen haben oder dort nur mehr zeitweilig zu Gast sind, scheint ein Knackpunkt das "Heimatgefühl" zu sein - wo dazu gehören zu wollen oder zu müssen.
Viele suchen sich das Gemeinschaftsgefühl, das durch gemeinsam gelebten Glauben und gemeinsam durchgeführte Rituale ganz automatisch entsteht, in Ecken, die nicht die Möglichkeit haben, das auch stabil zu bieten. Daraus entsteht dann ein "Gruppennomadentum", das Gurus begünstigt, die im schlimmsten Falle auch ans Illegale grenzende Strukturen aufbauen können, weil der Nachschub an "Jungvolk" schier endlos ist. Auch dauert es ziemlich lang bis kranke Strukturen durchschaut sind, weil das "Jungvolk" ja über den Guru nichts kommen lässt - und so weiter und so fort.
Gerade deshalb, WEIL diese schlechten Gruppenerfahrungen in den letzten 20 Jahren für viele eine konstante Größe sind, entwickelt sich daraus eine zunehmende Anzahl an "Einzelkämpfern", die dann mehr oder minder gruppengeschädigt, beleidigt, verletzt, etc. für sich beschließen genauso gut selber und allein sprituell, religiös, magisch tätig oder was auch immer sein zu können. Was auch durchaus hinhauen mag, solange sie allein bleiben! Natürlich kann ich mein Haus auch allein ausräuchern, nur deshalb bin ich keine Hexe und kein Magier. Natürlich kann ich auch allein naturspirituell sein, aber deshalb bin ich kein Schamane ... für mich allein ist es aber auch nicht nötig mich zu definieren.

Es bleiben aber die meisten nicht alleine und es formiert sich die nächste Gruppe (derer, die garkeine Gruppe sind, sondern lauter Individuen, die ... ja was genau machen?!), die dann natürlich auch Gruppendynamiken entwickelt und schon gibt es entweder wieder das Damoklesschwert des/der Gurus (und sei es nur weil sich keiner findet, der sich "dafür hergibt dies oder das zu TUN"), der dann entweder ausbrennt oder "überschnappt".

Schon dreht sich das Rad wieder weiter und die nächsten Vergrämten ziehen von hinnen nach dannen um "ihr eigenes Ding" zu machen.
Weil aber keine handfeste, greifbare und praktisch erprobte, lebbare Ausbildung hinter all dem steht (und nein, damit meine ich keinen Internetkurs, keine fünf Bücher oder drei Wochenendseminare!) geht die Entwicklung aber eher nach hinten los und es kommt zur "jeder muss alles können dürfen" Mentalität und nicht zum "jeder macht das, was er am besten KANN und wenn er was nicht kann, dann isses sein Job es zu lernen, wenn er´s tun will". Womit ich den zweiten Punkt, des Könnens, der Ausbildung des "für andere Arbeitens" aufgreife.

Viele Gedanken, die sich mir aufdrängen ... vielleicht wollt ihr ja auch einige der euren mit uns teilen?


Mo von Elfhame & Anufa


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