Ressourcen und deren Verschwendung   Teil IV

Merientptah hat ein paar Gedanken zum Umweltschutz und dem Umgang mit Ressourcen aus kemetischer Sicht mit uns geteilt. Herzlichen Dank, sagt das WurzelWerk!!

Mein drittes Beispiel zum Thema Verschwendung ist Wasser

Darauf komme ich nicht nur zu sprechen weil unsere kemetische Heimat ein recht trockenes Fleckchen Erde ist und damit für uns jeder Tropfen Wasser nahezu als heilig erachtet wird, sondern auch weil mir hier immer wieder (und in letzter Zeit vermehrt) aufgefallen ist wie sorglos so mancher mit dem kostbaren Nass umgeht.

Es ist ja kein Staatsgeheimnis, und jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch sollte es wissen, dass von den Wasservorkommen der Erde gerademal knapp 3% Süßwasser sind von denen nicht mal die Hälfte zum Trinkwasser taugt. Der überwiegende Teil dieses Süßwassers ist allerdings in den Eispanzern der Polkappen und den Hochgebirgsgletschern gebunden und steht somit auch nicht direkt der Versorgung des Menschen mit Trinkwasser zur Verfügung.

Nachdem ich mal ein bisschen hin und her gerechnet und die verschiedenen, oft widersprüchlichen, Angaben zum Wasserverbrauch miteinander verglichen habe komme ich für Deutschland zu einem durchschnittlichen Verbrauch von 112-142 Litern Wasser pro Kopf und Tag (3 l für Trinken und Kochen, 7 l zum Geschirrspülen, 7 l zum Putzen, 5–15 l für die Körperpflege, 20–40 l für Duschen [Baden nicht inbegriffen], 30 l zum Wäsche waschen 40 l für die Toilettenspülung). Das sind immerhin zwischen 30 und 52 Tsd. Liter Wasser im Jahr, wohlgemerkt für eine einzige Person.

Die morgendliche heiße Dusche gehört für die meisten Menschen einfach dazu, um fit und wach in den Tag zu starten. Während einer Minute fließen dabei ca. 17 Liter Wasser den Abfluss hinunter. Bei 40 veranschlagten Litern Wasser fürs Duschen kommt man auf eine Duschzeit von nicht mal 2,5 Minuten! Die meisten Leute, die ich kenne, duschen allerdings ca. 10 Minuten (und teilweise noch länger) und das auch zweimal am Tag. Kommen wir pro Duschgang schon auf 170 Liter, das macht bei zweimal am Tag schon 340 Liter (was allein schon weit über dem errechneten Tagesdurchschnittsverbrauch liegt)

Man sieht also diese Richtwerte sind sogar noch mit Vorsicht zu genießen.

Und es gibt noch weitere Quellen für Wasserverschwendung im Haushalt die mir immer wieder ins Auge stechen. Wasch- und Geschirrspülmaschinen, die nicht voll beladen angestellt werden, offene Wasserhähne, die Autowäsche im eigenen Hof statt der Waschanlage oder der Rasensprinkler im Garten (in Deutschland übrigens totaler Humbug, da es hier beileibe genug regnet um Gras am Wachsen zu halten) und bei genauerer Betrachtung fallen da jedem sicher noch weitere Quellen ein die so ziemlich sinnlos vor sich hin sprudeln.

Auch wenn Mitteleuropa glücklicherweise nicht wirklich unter Wassermangel leidet sollte man dennoch mal darüber nachdenken. Man kann es auch aus anderer Sicht betrachten. Jeder verschwendete Liter Wasser ist auch pures Geld, das durch unsere Abflussrohre rauscht. Obendrein wird entgegen der weitverbreiteten Meinung beileibe nicht alles Abwasser aufbereitet und neu in den Wasserkreislauf eingespeist. Ein Großteil der Abwässer wird weiterhin (ob geklärt oder auch nicht) in die Flüsse eingeleitet und damit dem Brauchwasserkreislauf (fürs Erste)entzogen. Desweiteren sind viele der Oberflächenwasserspeicher (also Seen und Flüsse) zu stark verschmutzt um als Trinkwasserreservoirs zu dienen. Zwar ist hierzulande die Wasserqualität lange nicht mehr so schlecht wie noch vor 20 Jahren aber auch das sollte nicht außer Acht gelassen werden. Deswegen greifen wir meist auf die oberen Grundwasservorkommen zurück, die sich durch die Niederschläge relativ schnell wieder auffüllen. Allerdings stehen diese Vorkommen nicht überall zur Verfügung. In betreffenden Regionen muss dann auf Tiefengrundwasser zurückgegriffen werden welches sich um ein vielfaches langsamer regeneriert als die normalen oberen Grundwasservorkommen.

Weitaus wichtiger als die Senkung des Hauswasserverbrauches ist es darauf zu achten wie viel Wasser für die Herstellung unserer Konsumgüter verbraucht wird. Man spricht dabei von virtuellem Wasser. Unser Verbrauch ist hier gewaltig. Bis zu 5000 Liter pro Person und Tag verbrauchen wir beispielsweise für Rindfleisch aus Argentinien, Baumwolle aus der Dritten Welt, für die Herstellung von Papier, Autos und High-Tech-Produkten. Da die Produkte in anderen Ländern nicht immer nachhaltig erzeugt werden, verschärfen wir durch unser Konsumverhalten den Wassermangel und auch die Wasserverschmutzung in den anderen Teilen dieser Welt. „Als Wasserimporteur stehen wir nach den USA an zweiter Stelle. Grund ist vor allem unser Lebensstandard, insbesondere der Fleischkonsum und die intensive Nutzung von Industrieprodukten“ (Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. 2008).

Auch hier mal ein paar Beispiele… Für eine Tasse Espresso, die wir hier im Café trinken, werden insgesamt für die Produktion auf der Kaffeeplantage bis zum Aufbrühen im Café ca. 90 Liter Wasser verbraucht, der Anbau von 1 kg Tomaten verbraucht 134 Liter, der Anbau von 1 kg Baumwolle benötigt schon 8.000 Liter, die Herstellung eines Computers verschlingt sage und schreibe 20.000 Liter und die eines einzigen Automobils der Mittelklasse gar 400.000 Liter! Das sollte man wissen, denke ich.

Ich könnte noch fortfahren indem ich beispielsweise die Verschwendung von Elektrizität durch permanente Illumination der Innenstädte, Bürogebäude und ja, auch der Wohnungen vorbringe oder den übermäßigen Verbrauch von Heizenergie anspreche, den wir verursachen weil wir unsere Wohnungen über die Wintermonate auf tropische Temperaturen aufheizen anstatt uns mal einen Pullover überzuziehen. Auch könnte ich noch die Lebensmittelverschwendung thematisieren, die in unserem Land ein großes Thema ist. Aber ich bin mir sicher dass durch das bis hierhin Aufgezählte verstanden wurde was ich mitteilen wollte.

Nachhaltiges Handeln und Sparsamkeit sind zukünftig gefragt. Das Luxusdenken der westlichen Welt und die damit einhergehende Verschwendung von kostbaren Ressourcen kann und darf so nicht weitergehen. Darüber sollten wir alle, auch ich natürlich, einmal in Ruhe nachdenken. Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen. Und ich vertraue darauf dass die Menschen als intelligente Wesen in der Lage sind das Ruder rumzureißen und verantwortungsvoller mit dem umzugehen, was ihnen die Götter zur Verfügung gestellt haben. Wir bezeichnen diese Welt gern als unser Eigentum, aber warum behandeln wir sie dann so schlecht? Mit unseren privaten Habseligkeiten gehen wir doch auch weitaus sparsamer und vorsichtiger um.

Ich hoffe dass ich nicht zu viel der kostbaren Zeit verschwendet habe, die das einzige Gut ist, das wir Menschen tatsächlich ungern verprassen, indem ich hier meinen Monolog vorgebracht habe.

Danke fürs Zuhören.


Merienptah


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