Ressourcen und deren Verschwendung   Teil III

Merientptah hat ein paar Gedanken zum Umweltschutz und dem Umgang mit Ressourcen aus kemetischer Sicht mit uns geteilt. Herzlichen Dank, sagt das WurzelWerk!!

Trotz neuer Medien wie E-Mail und Computer sind wir heute weit entfernt vom erhofften „papierlosen“ Büro, sie haben den Papierverbrauch sogar noch stärker ansteigen lassen als bisher. Deutschland gehört neben Japan und den USA mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 250 kg zu den größten Papierverbrauchern weltweit, und Jahr für Jahr steigt der Verbrauch bei uns weiter um drei Prozent an. Seit 1950 hat sich unser Papierverbrauch versiebenfacht. Unser Land verbraucht so viel Papier wie der gesamte afrikanische und lateinamerikanische Kontinent zusammen. Bereits heute landet jeder fünfte weltweit gefällte Baum in einem Zellstoffwerk, mit steigender Tendenz. Während Papier in all seinen Verarbeitungsvariationen zum größten Teil in den Industriegesellschaften verbraucht wird, werden die Rohstoffe hierfür mehr und mehr in Entwicklungsländern erzeugt, mit teilweise erheblichen ökologischen und sozialen Konsequenzen. Ganze Ökosysteme werden für die Frischfaserherstellung zerstört und Menschen verlieren ihre Lebensgrundlagen.

Dabei muss ich auch nochmal einen Bogen zum vorherigen Beispiel schlagen was Transportwege angeht. Ein Großteil unseres Papieres (oder der Rohstoffe zur Papierherstellung) kommt aus Südostasien oder Brasilien. Das sind wie oben schon erwähnt über 11‘000 km Transportstrecke.

Parallel zum steigenden Papierverbrauch ist in Deutschland die Nachfrage nach Recyclingpapieren drastisch zurückgegangen. Stellvertretend für den Bereich der grafischen Papiere belegt das der gut messbare Sektor Schulmaterialien: Zu Beginn der 90er Jahre waren ungefähr 70% der Schulhefte aus Recyclingpapier, heute sind es gerade noch 5-10%. Die grafischen Papiere, die immerhin knapp die Hälfte unseres Papierverbrauchs ausmachen, beinhalten nur sehr wenig Altpapier. Tageszeitungen sind zwar komplett aus Altpapier, aber alle anderen Papiere bringen es nur auf einen Anteil von 22 %. Die Gründe hierfür sind in erster Linie alte Vorurteile, die nicht mehr gerechtfertigt sind. Modernes Recyclingpapier erfüllt heute belegbar höchste technische Ansprüche und schneidet in Untersuchungen hervorragend ab. Obwohl Deutschland weltweit als Vorbild in Sachen Altpapierrecycling gilt und einen hohen Einsatz an Altpapier in der Papierproduktion zu verzeichnen hat, gibt es hier keinen Markt für Recyclingpapiere. Woran liegt das? Einzig am Verbraucher!

Im Bereich der grafischen Papiere wird der Löwenanteil von Großunternehmen und öffentlichen Verwaltungen verbraucht. Und gerade hier haben sich die Vorurteile, dass Recyclingpapier zu grau, zu teuer sei und ungeeignet für Drucker und Kopierer, besonders manifestiert. So ist auch im Bürobereich die Nachfrage nach umweltfreundlichen Papieren stark rückläufig, während der Verbrauch von Frischfaserpapieren zunimmt.

Ist man sich hier darüber im Klaren, dass ein Kind in Deutschland an seinem 1. Geburtstag die gleiche Menge Papierprodukte verbraucht hat wie ein Mensch in Indien in 53 Jahren?
Jahr für Jahr verschwinden 12 bis 15 Millionen Hektar Wald (davon landet ein Fünftel in den Papierfabriken). Das ist eine Fläche dreimal so groß wie die Schweiz. Waldzerstörung ist die größte durch den Menschen verursachte Veränderung auf unseren Kontinenten. Von den Urwäldern, die auf der Erde einst existiert haben, sind heute nur noch etwa 20% geblieben. Vor allem in Russland, in Kanada und in Südamerika. In Europa ist der Urwald mittlerweile nahezu vollständig verschwunden. Sollen diese Waldflächen demnächst auch in den Papiermühlen verschwinden? Und wenn sie verschwunden sind, was machen wir dann? Darüber sollte man jetzt nachdenken, nicht erst wenn es zu spät ist!

Wir müssen also Papiermaterialien einsparen. Das heißt weniger Papiermüll zu erzeugen, weniger Frischfaserpapiere herstellen und mehr auf Recyclingpapiere zurückgreifen. Auch Verpackungsmaterialien einsparen – es muss doch nicht alles x-fach verpackt werden. Vor allem im Bereich der Hygienepapiere sollte mehr Wert auf Recyclingpapier gelegt werden. Diese Papiere werden nur einmal benutzt bevor sie unwiederbringlich in der Kanalisation und dem Hausmüll verschwinden. Taschentücher, Papierhandtücher und Toilettenpapier sollten zu 100% aus Recyclingpapier hergestellt werden, da sie als Verbrauchsgüter nach dem Gebrauch dem Recycling nicht wieder zugeführt werden können.

Hygienepapiere mit geringerem Recyclingpapieranteil müssen vom Endverbraucher unbedingt vermieden werden. Niemand stirbt davon wenn sein Tissue-Papier nicht superflauschig, 5-lagig und leuchtend weiß ist. Kauft der Verbraucher diese Frischfaserpapiere nicht mehr werden sie nicht mehr hergestellt. Die Nachfrage bestimmt bekanntlich das Angebot. Wir müssen nur endlich mal unsere Einkaufsgewohnheiten ändern um nachhaltiger mit dem umzugehen was wir haben.

Auch ist es anzuraten weniger „Schmierpapier“ zu verwenden um unnötiges darauf zu kritzeln. Notizpapiere kann man auch mehrfach wiederverwenden wenn man sie beispielsweise mit Bleistift beschreibt anstatt mit Kugelschreiber und diese Notizen nach Gebrauch wieder entfernt um das Papier erneut zu beschreiben. Somit kann man ein Notizblatt bestimmt zehnmal benutzen. Es ist dann sicherlich durch die Radierungen nicht mehr ganz so hübsch, aber der Nutzwert ist der Selbe. Auch normales Schreibpapier sollte aus Recyclingpapier bestehen. Wer hat denn festgelegt dass ein Schreibblatt blütenweiß sein muss? Schneeweißes, also gebleichtes Papier gibt es eh erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Davor war Papier eher bräunlich oder grau und das hat niemanden wirklich gestört. Auch bei der Arbeit am PC sollte man mal nachlesen was man geschrieben hat bevor man den Druckauftrag erteilt um unnötige Fehldrucke zu vermeiden.


Ende Teil III


Merienptah


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